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Übertritt aufs Gymnasium: Lehrer wählen besser aus
DPA

Am Ende der Grundschulzeit wird es ungerecht im deutschen Schulsystem: Arbeiterkinder haben weniger Chancen, von Lehrern auf das Gymnasium geschickt zu werden. Doch Forscher warnen: Wenn Eltern selbst die Schule wählen dürfen, verschärfen sie das Problem.

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blödföhn 12.12.2013, 16:05
10. Trotz aller Erkenntnis,

scheint es in Deutschland unmöglich zu sein den Sozialdarwinismus aus den Köpfen zu bekommen.
Und ehrlich gesagt, ich hab noch keinen Lehrer getroffen, der den Bildungserfolg seiner Schüler in Relation zu seiner Kompetenz setzt. In den aller meisten Fällen ist das Elternhaus, aus Sicht der Lehrer, verantwortlich. Da wundert es kaum, wie diese Ergebnisse zu Stande kommen.

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MrBrutus 12.12.2013, 16:06
11. Herrlich...

die tendenziöse Berichterstattung.
Ab und an die Artikel, die die angebliche Ungerechtigkeit beweisen wollen, es aber nicht tun, siehe hier:
Ungerechtes Bildungssystem: Ein Arbeiterkind kämpft sich an die Uni - SPIEGEL ONLINE bzw. hier:
Bertelsmann-Studie zeigt Ungerechtigkeit an deutschen Schulen - SPIEGEL ONLINE
und anschließend können alle anderen Artikelschreiber wieder schön und ohne großartig Beweise liefern zu müssen schreiben: "Arbeiterkinder haben weniger Chancen, von Lehrern auf das Gymnasium geschickt zu werden. " -
Ist ja klar, wissen wir ja alle, steht ja schießlich ständig in der Zeitung, nicht wahr? Einfach so lange schreiben, bis es war ist! Bei der Frauenquote war diese Technik ja mittlerweile auch erfolgreich.

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Niederbayer 12.12.2013, 16:10
12.

Zitat von Whitejack
Warum nicht bis Klasse 10 gemeinsam lernen? Wer dann nicht mehr in die Schule gehen will (oder die Anforderungen nicht mehr schafft), sucht sich halt eine Lehrstelle. Und die Hauptschule, diese Anstalt zur Aussortierung zukünftiger Arbeitsloser, gehört ohnehin abgeschafft.
Wenn Sie alle Kinder gemeinsam bis zur 10. Klasse lernen lassen, dann bleiben die Leistungsfähigen auf der Strecke. Man ist ja schließlich gezwungen den Lehrplan so abzustimmen, damit auch die "Doofen" mitkommen.
Warum sollte man also leistungsstarke und lernwillige Kinder so benachteiligen?

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MitKohlensäure 12.12.2013, 16:17
13. Hier wird vergessen...

Eine entscheidende Population wird hier vollkommen ausser Acht gelassen. Meiner Erfahrung nach (und meine Frau ist Lehrerin) sind "bildungsferne" Eltern nicht selten Anti-Gymnasial eingestellt. Selbst wenn das Kind entsprechende Kompetenzen aufweist (oder gute Chancen hat, ein ansehnliches Abitur zu absolvieren) entscheiden sie sich trotzdem für die Real- oder gar Hauptschule - "sie haben es ja auch nicht gebraucht" oder "der soll was gscheids lernen".

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arimahn 12.12.2013, 16:17
14.

Zitat von MrBrutus
die tendenziöse Berichterstattung. Ab und an die Artikel, die die angebliche Ungerechtigkeit beweisen wollen, es aber nicht tun, siehe hier: [url=http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/ungerechtes-bildungssystem-ein-arbeiterkind-kaempft-sich-an-die-uni-a-936297.html]Ungerechtes Bildungssystem: Ein .....
Eigentlich hat die Presse doch immer das ach so durchlässige Bildungsystem gefeiert und Probleme verschwiegen? Die "Forschung" zu dem Thema übrigens auch, so fern sie im Auftrag der Regierung entstand.

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Whitejack 12.12.2013, 16:19
15.

Zitat von c++
Ich habe, wie viele andere auch, niemals ein Gymnasium besucht. Dies hat meine Jobchancen, den Zugang zur Hochschule und auch mein späteres Gehalt keineswegs negativ beeinflusst.
Sie sind aber vermutlich auch eine ganz andere Generation als die heutigen Viertklässler. Die Generation meiner Eltern hat noch ganz andere Lebensläufe absolviert. Da war dieselbe Person mal Schuhverkäufer, Chemielaborant, Bergarbeiter und zwischendrin immer wieder arbeitslos. Heutzutage ist so etwas praktisch nicht mehr vorstellbar.

Deswegen muss die Vorsortierung der Schüler auch wesentlich kritischer gesehen werden als noch vor 40 bis 50 Jahren. Nur wenn das System hinterher sehr durchlässig ist und nicht das Verhalten mit acht bis zehn Jahren über den gesamten späteren Bildungs- und Berufsweg entscheidet, kann man sich solch eine strikte Sortierung erlauben.

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spon-1242909707812 12.12.2013, 16:21
16.

Ich sehe die bindende Empfehlung der Lehrer als sehr kritisch an. Oftmals sind diese nicht in der Lage die Talente und Stärken der Schüler richtig einzuschätzen.
Ich selbst bin das beste Beispiel: Meine damalige Grundschullehrerin wollte keine Empfehlung für das Gymnasium für mich aussprechen. Meine Mutter, die erkannte, dass meine schlechten Noten lediglich das Resultat von Faulheit und nicht mangelnder Intelligenz waren, überredete die Lehrerin so lange, bis sie mir ein "vielleicht geeignet" ausstellte, womit ich die Chance bekam mich auf dem Gymnasium zu beweisen. Obwohl ich anschließend auf dem Gymnasium zu den schlechtesten Schülern gehörte, kämpfte ich mich mühsam durch. Erst ab der elften Klasse wendete sich das Blatt - ich begann mich für den vermittelten Stoff zu interessieren und beteiligte mich am Unterricht. Resultat im Abitur: ein Schnitt von 1,7.
Ich habe gerade mein zweites juristisches Staatsexamen mit Prädikat bestanden und beginne demnächst meine Promotion... Dies alles wäre nicht möglich gewesen, wenn meine Eltern damals auf die Lehrer gehört hätten...

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jizzyb 12.12.2013, 16:21
17. Lest mal die Iglu-Studie

Wenn es nach den Lehrern gegangen wäre, würden meine Zwillinge - trotz Überspringens der 3. Klasse - nur auf die Realschule gehen.
Und heute?
Erfolgreiche Gymnasiasten.

Ein Nachbarskind ist Legastheniker. Aussage der Lehrer: Sonderschule, maximal Hauptschule!
Und heute?
Erfolgreicher sehr guter Realschulabschluss, wurde von seinem Ausbilder mit Kusshand genommen.
Wer wissen will, wie gut Lehrer bewerten, sollte sich mal die IGLU-Studie zu Gemüte führen! Aber solche Studien, die weitaus interessanter sind als PISA, werden natürlich nicht an die große Glocke gehängt.

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gog-magog 12.12.2013, 16:21
18.

Zitat von sysop
Am Ende der Grundschulzeit wird es ungerecht im deutschen Schulsystem: Arbeiterkinder haben weniger Chancen, von Lehrern auf das Gymnasium geschickt zu werden. Doch Forscher warnen: Wenn Eltern selbst die Schule wählen dürfen, verschärfen sie das Problem.
Die Einsortierung von 10-Jährigen in bestimmte Schultypen ist nichts anderes als blanke Hellseherei. Nichts daran ist irgendwie fundiert. Das Kind selbst wird sowieso von niemandem gefragt.

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Wolffpack 12.12.2013, 16:21
19.

Zitat von Niederbayer
Wenn Sie alle Kinder gemeinsam bis zur 10. Klasse lernen lassen, dann bleiben die Leistungsfähigen auf der Strecke. Man ist ja schließlich gezwungen den Lehrplan so abzustimmen, damit auch die "Doofen" mitkommen. Warum sollte man also leistungsstarke und lernwillige Kinder so benachteiligen?
Da sehe ich auch das Problem. Entweder ziehen die Dummen die Schlauen runter, oder die Schlauen buttern die Dummen komplett unter. In beiden Fällen ist niemandem geholfen.

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