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Umfassende G8-Studien: Turbo-Abiturienten sind ebenbürtig
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Bundesweit üben Gymnasial-Eltern massiv Kritik am Turbo-Abitur - doch neue Erkenntnisse einer Forschergruppe zeigen: Der schnelle Weg zum Abi ist genauso gut wie der langsamere. Stress haben die Schüler zwar, am G8 liegt das aber nicht.

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because 27.03.2014, 12:33
1. G8-Stress, gestohlene Kindheit, Ehrenamt

Diese "Bildungsforscherin" lebt nicht mit jungen Menschen.
Wer behauptet, der Stress liege nicht an G8, hat leider keine Ahnung:
In unserer Familie gibt es Kinder, die noch mit G9 Abi gemacht haben, die jüngeren dann mit G8.
Der Unterschied ist riesig. Man stiehlt den Kindern die Kindheit! Viel früher meinen sie, sich auf's Abi vorbereiten zu müssen.
Die älteren sind auch später viel gelassener als die G8-Opfer.
Zugleich bin ich in der nicht-schulischen Jugendarbeit tätig. Seit der Einführung von G8 sind die Jugendlichen nach der 10. Klasse weg.
Was machen Feuerwehr, Sportverein, Kirche, Jugendrotkreuz?
Wer in der Jugend nicht ehrenamtliches Engagement ausgeübt hat, wird später auch nicht ehrenamtlich tätig.
Bravo Niedersachsen!

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Jan2607 27.03.2014, 12:35
2. Viel zu einfach

Zitat von sysop
Bundesweit üben Gymnasial-Eltern massiv Kritik am Turbo-Abitur - doch neue Erkenntnisse einer Forschergruppe zeigen: Der schnelle Weg zum Abi ist genauso gut wie der langsamere. Stress haben die Schüler zwar, am G8 liegt das aber nicht.
Da macht es sich die Studie eindeutig zu einfach. Ich war in NRW im letzten G9-Jahrgang und habe viele Freunde im G8-Jahrgang, die mit uns zeitgleich Abi gemacht haben.
Ich weiß: Mehr Stress ist es nicht, was aber mein Hauptkritikpunkt an G8 ist, ist dass dann schon 17 und 18 jährige auf die Uni losgelassen werden, die total verunsichert sind, weil sie noch so jung sind und überhaupt nicht vorbereitet sind.
Selbst bei uns im G9-Jahrgang wusste kaum jemand bis zum Abi, wie es danach weitergehen soll.
Im G8-Jahrgang war es noch extremer und viele von denen, die jetzt studieren haben das Gefühl, sie würden irgendwie unter die Räder kommen (besonders diejenigen, die weit weg von zu Hause studieren).
Es ist einfach ein extremer Unterschied, ob man schon mit 17/18 in einer fremden Stadt studiert, oder erst mit 19.

Das gilt natürlich nicht für alle, war aber in vielen Fällen meine Beobachtung.

Fazit: Nicht der Lernstress etc. sind bei G8 das Problem, sondern die fehlende Reife der Schüler, nach dem Abi aus der sicheren Umgebung der Schule raus zu müssen.

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freak73 27.03.2014, 12:35
3. .

Ahja, die Frage, ob sich die Schüler von G8 oder G9 sich von der Schule gut gerüstet FÜHLEN soll also empirischen Aufschluss darüber egeben, ob die G8 Schüler genauso gut ausgebildet sind für ein Studium...wie lächerlich und tendenziös ist das denn bitteschön? Selten so einen Quatsch gehört. Das unkommentiert so stehen zu lassen ist Kampagnenjournalismus! Hauptsache man kann irgendwie seine Meinung untermauern. Egal wie. Lächerlich!

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xusamx 27.03.2014, 12:38
4. Frischfleisch

Genau!.... Weiter so, noch schneller auf den Arbeitsmarkt und rein ins Hamsterrad der "sozialen" Marktwirtschaft ...

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spiegelklammer 27.03.2014, 12:38
5. Das eigentliche Problem:

60-70% der Schüler an Gymnasien sind dort eigentlich vollkommen falsch am Platz.
Und außerdem, die Entscheidung für einen Besuch erfolgt alleinig durch die Schule bzw. auf Basis des Notendurchschnittes.

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DochkeinSchnee 27.03.2014, 12:39
6. Nicht sehr aussagekräftig...

"Ihr Augenmerk galt der Frage, ob sich die Studenten von der Schule gut für ein Studium gerüstet fühlten. "

Das ist in Hinsicht auf die Frage G8/G9 fast ein Randaspekt: Der Stress der eigenen Schulzeit ab dem Alter von 10-11 Jahren zu beurteilen wäre der weitaus relevantere Gesichtspunkt. Fakt ist ja, dass der Stoff in G8 wie G9 gleich groß ist, und die letzten Monate vor und nach den finalen Abiprüfungen unterscheiden sich zwischen G8 und G9 ohnehin nicht mehr. Der Unterschied in all den Jahren davor ist es, der zu untersuchen wäre. Dazu sagt diese Studie natürlich gar nichts, und daher bekommt sie grad weit mehr Aufmerksamkeit als sie verdient hätte.

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starsnake 27.03.2014, 12:46
7. warum

spart das G8 Abitur Geld, wenn die Schüler beim Abitur jünger sind ?
Ist damit gemeint, dass man nur noch 12 Jahrgänge statt 13 zu beschulen hat ? Weniger Schüler, weniger Lehrer ?
Im Übrigen sind solche Studien durchaus wichtig, vielleicht hätte man das G8 noch eine Weile weiter laufen lassen sollen.
Stress ist natürlich immer sehr relativ.
Ich bin allerdings der Meinung, dass ein Jahr mehr zumindest der Berufsfindung eher gut tut und aus unserer Erfahrung wurden manche Stoffe, gerade in den "Nichtnaturwissenschaften" arg schnell durchgepaukt. Musische Dinge und Sport verkamen zur totalen Marginalie, vieles wurde nur angerissen.
Dass solch eine Vorgehensweise nicht zwangsläufig zu mehr Stress führt, ist klar. Für fragwürdig halte ich sie dennoch.
Was es einem Berufsanfänger nützt, 18 statt 19 zu sein, müsste noch geklärt werden.
Viele machen jetzt Auslandsreisen, Praktika , FSJ oder ähnliche Dinge, jedenfalls stürzen sie sich nicht in die Arbeit. Die kommt früh genug.

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bokelberg 27.03.2014, 12:49
8. Fehlende Angaben zur Wahlfreiheit der G8 / G9

Sehr irritierend finde ich, dass keine Angaben zur Wahlmöglichkeit des Gymnasiums durch die Autor/Innen gemacht wurde. Da in BA-WÜ bis vor wenigen Jahren nur G8 angeboten wurde bestand doch für viele Schüler gar keine Möglichkeit der Wahl.

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JBond 27.03.2014, 12:52
9. 18 = volljährig

Zitat von Jan2607
Es ist einfach ein extremer Unterschied, ob man schon mit 17/18 in einer fremden Stadt studiert, oder erst mit 19. Das gilt natürlich nicht für alle, war aber in vielen Fällen meine Beobachtung. Fazit: Nicht der Lernstress etc. sind bei G8 das Problem, sondern die fehlende Reife der Schüler, nach dem Abi aus der sicheren Umgebung der Schule raus zu müssen.
Der Unterschied ist genau ein Jahr (daher nicht 19 statt 17...sondern 19/18 bzw 18/17)...und selbst bei G8 müsste man schon mit 5 eingeschult worden sein, um dann mit 17 sein Studium beginnen zu können (ja - zum Abi im April sind vielleicht ein paar noch 17...aber das Studium fängt nunmal im Herbst an).
Und mal ehrlich - mit 18 ist man volljährig...da sind andere schon 2-3 Jahre in der Ausbildung bzw dann schon berufstätig - da kann ich von der "Bildungselite" ja wohl erwarten, dass sie mit einem Studienbeginn klarkommen - zumal dank Bachelor und Co ohnehin nicht mehr so viel Eigeninitiative wie früher benötigt wird.

Wer das mit 18 nicht hinbekommt, der schafft es mit 19 auch nicht.
Ich finde es gut, dass es endlich mal eine Studie gibt, die genau diese gleiche Studieneignung von G8/G9 feststellt - auch wenn die einzelnen Messmethoden sicher nicht der Weisheit letzter Schluss sind, da es eben nur Befragungsdaten sind.
Aber wie schneiden denn die Studenten aus Niedersachsen im direkten Vergleich G8/G9 im Studium ab? Das wäre ja auch ein Kriterium.
Ein Quervergleich zwischen den Bundesländern ist da ja wieder schwierig, da durch die verschiedenen Bildungssysteme ja ohnehin schon Leistungsunterschiede bestehen (Süd->Nord-Gefälle)

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