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Umfassende G8-Studien: Turbo-Abiturienten sind ebenbürtig
DPA

Bundesweit üben Gymnasial-Eltern massiv Kritik am Turbo-Abitur - doch neue Erkenntnisse einer Forschergruppe zeigen: Der schnelle Weg zum Abi ist genauso gut wie der langsamere. Stress haben die Schüler zwar, am G8 liegt das aber nicht.

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--dh-- 28.03.2014, 09:14
130.

Früher gab es doch auch schon 12er Abitur, dann wurde es auf 13 angehoben und jetzt wieder auf 12 verkürzt und auf einmal heißt das "Turbo Abitur". Totaler Blödsinn, davon abgesehen war bei unserem 13er Abitur das überhaupt nicht stressig, in der 12ten wurde damals wirklich 1:1 der Stoff aus der 11ten wiederholt, dieser wurde in der 13ten leicht ergänzt. Das einzige Stressige waren die Prüfungswochen mit teilweise 3 Prüfungen in einer Woche.

Es ist völlig egal, ob die Schüler G8 oder 9 machen, wenn das Bildungssystem in den Jahren davor (6./8.-10. Klasse) krankt oder die Schüler einfach nicht konstant den Stoff lernen, bekommen die so oder so Schwierigkeiten in der Oberstufe.

Das ist immer ein Zirkus in den Kultusministerien, statt endlich mal das Bildungssystem fair und homogen zu gestalten, wird sich um ein Schuljahr gestritten.

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bukephalos 28.03.2014, 09:19
131. Ausblenden von Tatsachen

Ich kann mich noch an eine Studie erinnern in der die explodieren Nachhilfekosten angeprangert werden. Dass hier offensichtlich ein Zusammenhang besteht ist in der Studie keine Erwähnung wert! ? Natürlich ist damit das Leistungsergebnis der Abituriente Ende das Gleiche. Auch eine weitere Studie zum Bildungsniveau der europäischen Länder bestätigt, dass vor allem in Deutschland Bildung immer mehr vom Geldbeutel abhängt. Da kann man sich jetzt mal an 5 Fingern abzählen, warum das so ist! G8 in dieser Form ist klar gescheitert und diese Schüler-Generationen und Eltern müssen jetzt das "Schreibtischexperiment" unfähiger Bürokraten ausbaden. Einseitige, oberflächliche Studien sind hier nicht angebracht, sondern nur Zeit- und Geldverschwendung.

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Boomerang 28.03.2014, 09:30
132. Kompromiss

Zitat von Miere
Bitte hören Sie doch endlich auf, G8 "Turbo" zu nennen. G8 ist Standard - in Ostdeutschland und international, seit vielen, vielen Jahren bewährt und problemlos am Laufen. G8 ist Standard und kein Turbo. G9 ist schneckig lahm und stiehlt den Kindern ein Jahr Lebenszeit.
G8 im Allgemeinen ist Standard. G8 in Westdeutschland ist Turbo. Warum? Weil es nicht gelungen ist, den Lehrplan zu entschlacken und vernünftig an G8 anzupassen.

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hobbyleser 28.03.2014, 09:35
133. Übertreiben sie mal nicht

Zitat von because
Diese "Bildungsforscherin" lebt nicht mit jungen Menschen. Wer behauptet, der Stress liege nicht an G8, hat leider keine Ahnung: In unserer Familie gibt es Kinder, die noch mit G9 Abi gemacht haben, die jüngeren dann mit G8. Der Unterschied ......

So dramatisch würde ich das nicht sehen. Ganz Europa schafft es. Der Osten schafft es. Niedersachsen wird es auch schaffen, da bin ich ganz sicher. G8 oder G9 entscheidet nicht über den Stress der Kinder. Das ist unsere Gesellschaft.

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Ludgroem 28.03.2014, 10:05
134. Berufsfindung

Eine Verkürzung der Schulzeit halte ich für sehr sinnvoll, da die Schule ja vor allem Lerntechniken und Wissensaneignung (und nicht Wissen selbst, weil sich das rasant ändert) vermitteln muss und da kommt es nicht auf das 13. Schuljahr an.
Die Schule kann aber nur schwer die Jugendlichen bei der Wahl der beruflichen Laufbahn beraten. Hier helfen eigene Erfahrungen abseits der Schule und je jünger, desto besser.
Vielmehr sind hier das Freiwilliges Soziales Jahr, Praktika, Joberfahrungen etc. in unterschiedlichen Bereichen, wie im sozialen Bereich, im Handwerk, in der Industrie, Behörden etc zu nennen und hier würde sich das Jahr nach der 12. Klasse hervorragend anbieten. Ich denke zum Beispiel, dass sich viel zu wenig Abiturienten für ein Handwerk oder eine Facharbeitsausbildung interessieren, weil sie diese in der Schule gar nicht als Alternative kennenlernen, sondern gerade in der Schule in einer überakademisierten Welt leben mit Lehrern (das soll jetzt kein Vorwurf sein), die meist nicht den beruflichen Alltag abseits der Schule oder Universität kennen. Auch Sprachen und fremde Kulturen lernt man eher vor Ort, wenn man das ehemalige 13. Jahr im Ausland verbringt, z.B. durch Jobben im Ausland als im letzten Jahr auf dem Gymnasium.

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5mark 28.03.2014, 10:18
135. Es gibt halt keine "dummen" Kinder

Zitat von Boomerang
Das Problem: Es gibt in Deutschland heutzutage keine akzeptable Alternative mehr zum Gymnasium. Wenn, wie in der Schweiz, nur wenige Abitur machen aber auch die übrigen Kinder auf vernünftige Art und Weise ausgebildet werden ist das OK. Aber leider werden in Deutschland alle Schulformen außer dem Gymnasium sehr stiefmütterlich behandelt.
Das Problem ist meiner Ansicht nach keine mangelnde Alternative. Die haben wir. Realschule (reicht für Lehrberufe grundsätzlich aus) Hauptschule. Es ist alles da.
Das Problem ist auch nicht G8 oder G9.
Das Problem, und das klingt jetzt bestimmt dramatischer als ich es meine. sind die Eltern. Ich verstehe, dass die Eltern ihre kleinen Wonneproppen alle für "hochbegabt" oder gab kleine Genies halten. Es sind ja schließlich ihre Kinder. Aus dieser Perspektive gibt es keine dummen Kinder, zumindest nicht ini dereigenen Familie.
Objektiv gewesen ist das jedoch totaler Quatsch. Es gibt eben Leute für die sind Vektorrechnung und Kurvendiskussionen ein Leichtes und bei anderen ist schon bei quadratischen Gleichungen mit dem Verständnis Schluss. Und in diesem Bereich gilt wie in allen anderen Verteilungsproblemen auch die Gaußsche Normalverteilung.
Kinder werden nicht deshalb intelligenter weil die Eltern sie alle aufs Gymnasium schicken. Es ändert nur das dort vorliegende durchschnittliche Intelligenzniveau.
Das gleiche Ziel hätten wir erreicht, wenn man das Gymnasium als Schulform streichen und die Realschule in NeoGymmi umbenennen würde und als dortigen Abschluss das Abi hätte.

Vor diesen Hintergrund wäre vielleicht eine wirklcih radikale Reform des Schulsystems angebracht. Und da könnte man mal bei den Amis abkupfern (natürlich nur modifiziert).
Sämtliche Fachstudiengänge. Jura oder Medizin u.ä. sind dort Postgraduate Studies, heißt ohne Collegeabschluss kein Studium. Mit dem Highschoolabschluss haben dort alle die Berechtigung aufs College zu gehen.
Das modifizierte System was mir vorschwebt, könnte so aussehen. Alle gehen bis zu 8.- oder 9. Klasse auf die selbe Schule mit Grund und Fortgeschrittenenunterricht, so dass jeder nach seinem Leistungsniveau unterrichte werden kann. Und den dort erworbenen Abschluss (mit einer breiten Notenskala) nennen wir dann Berufsstudienreife. Damit können die Leute dann aufs "College" gehen, an der die Hochschulstudienreife erworben werden kann. Aber damit das dann kein Gymnasium mit anderem Namen ist, sollt auf den Colleges schon nach Neigung unterrichtet werden. Wer mein er brauch keine gehobene Mathematik sollte, die nicht zwangsläufig belegen, müssen. Genauso mit Bio, Chemie oder Physik. Dafür sollten in den Studienfächern an den Unis aber bestimmte Noten oder Fähigkeiten (in Zulassungstest) in Fachspezifischen Fächern gefordert werden.
Das System sollte zumindest Aufbaukurse an der Uni, um erstmal das für das Studium erforderliche Bildungsniveau zu erreichen, hinfällig werden lassen.

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5mark 28.03.2014, 10:29
136. Wen wollen Sie sonst fragen?

Zitat von collapsar
Vielen Dank, ich habe den Artikel gleich dreimal durchgelesen, weil ich nicht glauben wollte, daß die inhaltlich weitreichenden und reißerisch präsentierten Schlüsse tatsächlich nur auf der Selbsteinschätzung der Abiturienten beruhen. Wenn man mit der Befragung wenigstens bis nach der ersten Klausurenphase gewartet hätte.
Auf wessen Einschätzung sollte die Studie sonst beruhen? Auf der der Eltern?
Die halten Ihre Kinder doch sowiewo alle für kleine Einsteins und von den Lehrer absichtlich benachteiligt und in der Schule missverstanden.

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pimposse 28.03.2014, 10:45
137. Die Niedersachsen, die spinnen!

Unsere normalbegabte Tochter, Abijahrgang 2014 NRW, Gymnasium mit keinem Nachmittagsunterricht (immer 7:55-14:15) nur Sport und Musik in der Oberstufe Nachmittags, hat in der 10 sogar paar Monate im Ausland verbracht, kam wieder und meinte, die 10 könne man fast vergessen, ärgerte sich nicht länger im Ausland geblieben zu sein, wie andere Klassenkameraden, alle haben keinerlei Probleme, haben garantiert nicht mehr (eher weniger) Stress als wir damals und das Abi ist auch sicher (Notenschnitt momentan nach letzter Klausur: 1,5 wie gesagt, normalbegabt, normal fleißid. Sie meinte nur, wann denn endlich G7 eingeführt wird und das das größte Problem war, dass die Bücher nicht rechtzeitig umgestellt wurden auf G8. Bei G7 könne dann wenigsten jeder ein volles Auslandsjahr machen. Also leibe Angst-und Panik-Adler-Eltern: lasst Euch macht Euch nicht verrück, sondern sucht Euch Schulen, die mit G8 auch umgehen können (und auch deswegen die besten Abi-Leistungen wie in unserer Großstadt zeigen). Nicht G8 ist das Problem, sondern die schlechte Organisation! Noch ein Wort zum NC - die Schule hat die endgültigen Zuslassungzahlen von 2013 der nächst gelegenen Uni (40.000 Studenten) mitgeteilt (wie alle Mitteilungen seit 10 Jahren nur noch per Email-kommen ) Nach fünf Runden Nachrücken haben fast alle EC-Fächer, die anfänglich auf 1,1-1,9 lagen de fakto Schüler mit Abi-Schnitt von 2,5-3,2 aufgenommen - Veröffentlich werden solche Zahlen natürlich nicht - umso größer ist die Freude für die, die eigentlich nicht mit einem Platz gerechnet haben! Mehr ist da nicht dran. Und das, wo in NRW erst im letzte Jahr der doppelte Abiturjahrgang entlassen wurde. Was sind wir froh, nicht in Niedersachsen zu wohnen - die Lehrer und Rektoren müssen dort doch wahnsinnig werden!

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MediTomSin 28.03.2014, 11:08
138. Einfach

Zitat von Jan2607
Im G8-Jahrgang war es noch extremer und viele von denen, die jetzt studieren haben das Gefühl, sie würden irgendwie unter die Räder kommen.Es ist einfach ein extremer Unterschied, ob man schon mit 17/18 in einer fremden Stadt studiert, oder erst mit 19. Fazit: Nicht der Lernstress etc. sind bei G8 das Problem, sondern die fehlende Reife der Schüler, nach dem Abi aus der sicheren Umgebung der Schule raus zu müssen.
Da könnten Sie Recht haben. Das ist aber definitiv nicht das Problem des Schulsystems sondern des Elternhauses bzw des Einzelnen. Wenn Eltern es nicht schaffen ihrem Kind mit 18 soviel Reife mitzugeben, dass Sie selbstständig Leben können ist irgendwas abseits der Schule falsch gelaufen. Wir reden hier übrigens über die Volljährigkeit, die es Ihnen auch erlaubt Auto zu fahren, Geschäfte abzuschliessen usw.! Wer sagt er sei mit 18 überfordert zu studieren -und nur darum geht es- der hat durchaus noch Zeit mal ne Ausbildung zu starten oder zu arbeiten bis er studiert oder eben nie studieren zu gehen. Wahrscheinlich hätten Sie diese Beobachtung auch mit G 54 gemacht. Wer es sich hier recht einfach macht sind die Eltern

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MediTomSin 28.03.2014, 11:16
139. Egoismus

Zitat von bukephalos
Ich kann mich noch an eine Studie erinnern in der die explodieren Nachhilfekosten angeprangert werden. Dass hier offensichtlich ein Zusammenhang besteht ist in der Studie keine Erwähnung wert! ? Auch eine weitere Studie zum Bildungsniveau der europäischen Länder bestätigt, dass vor allem in Deutschland Bildung immer mehr vom Geldbeutel abhängt. Da kann man sich jetzt mal an 5 Fingern abzählen, warum das so ist! G8 in dieser Form ist klar gescheitert und diese Schüler-Generationen und Eltern müssen jetzt das "Schreibtischexperiment" unfähiger Bürokraten ausbaden. Einseitige, oberflächliche Studien sind hier nicht angebracht, sondern nur Zeit- und Geldverschwendung.
Wo ist denn der offensichtlich Zusammenhang für die Nachhilfe des Sechstklässlers mit dem G8? Könnten Sie bitte einen link veröffentlichen, ob es sich die Nachhilfekosten auf die G8 bzw G9 bezieht? Ich weiss jetzt allerdings nicht warum Sie den "Bildungsvergleich" zu G9 Zeiten als Begründung heranziehen, dass G8 "schlecht" sei!? Was katastrophal ist -und das kann man meiner Meinung nach nicht genug betonen-, dass Eltern mit ihrer Gefühlslage soviel Einfluss auf die Schulpolitik bekommen haben, dass ein sich grade in der im Westen in Entwicklung befindliches System abgewürgt wird noch bevor es gute oder schlechte Ergebnisse zeigen kann. Und niemand scheint es tatsächlich zu interessieren, was die eigentlich betroffenen, die Schüler nämlich, davon haben oder nicht haben! Im Idealfall nämlich ein Lebensjahr über das sie selbst entscheiden können und das ihnen niemand wiedergeben kann. Das niemand auf diese schaut ist abstrus, erschreckend und eine Kapitulation der Eltern vor dem eigentlichen Egoismus/ Überprotektionismus

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