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Umfrage an Grundschulen: So wenig achten Deutschlands Lehrer auf Rechtschreibung
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Wie Grundschüler am besten Rechtschreibung lernen, ist umstritten. Nun zeigt eine Studie: An den meisten Schulen zählt die korrekte Schreibweise in den ersten Jahren kaum - und es kommt auch aufs Bundesland an.

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anark 13.09.2017, 14:24
100.

Mit einer völlig überflüssigen "Rechtschreibreform" haben total unfähige Bildungspolitiker und deren gehorsamen akademischen Vollstrecker die Basis für dieses Kuddelmuddel geschaffen. Herzlichen Glückwunsch.

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erlkönig_thinktank 13.09.2017, 14:38
101. Und was macht man nun?

Zitat von wer_bekomm
Als direkt betroffenes Elternteil kann ich dem Bericht nur zu gut folgen. Hier in BW wurde mit der Piri-Methode, also dem gleichen Krampf wie die o.g. Reichen-Methode, zu Lasten der Kindern Versuche im Bereich Lernmethodik veranstaltet. Ohne Einbindung der Eltern, ohne vorherige Überzeugungsarbeit durch empirische Fakten, einfach Kraft der Macht des K(St)ultus-Ministeriums.......
Ich bin auch als Elternteil direkt betroffen. Ich ärgere mich heute grün und blau, dass wir uns der strengen Anordnung, bloß nicht zu korrigieren, nicht widersetzt haben. Unsere Tochter geht jetzt in die 6. Klasse und schreibt wie ein LRS-Kind, wird aber als solches nicht anerkannt.
Wie bekommen wir das denn jetzt reguliert? Wer kümmert sich um die vielen Schüler, die nun mit absolut mangelhaften Rechtschreibkenntnissen groß werden?
Wenn man doch nun feststellt, dass die Methode absoluter Murks ist/war, dann kann man doch nicht die betroffenen Schüler im Regen stehen lassen...
Warum gibt es da keine Unterstützung? Werden die Schüler einfach als "Verluste" abgeschrieben??
Wir sind einfach nur maßlos wütend und enttäuscht...

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Hamberliner 13.09.2017, 14:39
102. Re: So schreiben dann die Maikels und Katlens...

Zitat von dweird
Menschen, die gelernt haben zu schreiben, wie sie hören, rennen dann mit 17 auch zum Standesamt und nennen ihr Kind "Maikel" oder "Schantall".
Das ist eine andere Baustelle. Auf den Namen Maikel taufen Ossis ihre Kinder, weil sie in der DDR nicht Englisch lernen durften. Und zwar nicht alle, sondern nur die trotzigen. Die anderen geben sich Mühe, versäumtes nachzuholen, morgens auf dem Weg zur Arbeit im Auto zu üben und spucken an die Windschutzscheibe, bis die korrekte Aussprache des th - this and that - perfekt gelingt.

Nicht minder bildungsfern wie die Schreibweise an die Aussprache anzupassen ist der umgekehrte Weg: die Aussprache an die Schreibweise anzupassen, obendrein mit falschen Genus (Artikel). Weit verbreitet bei spanischen Fremdwörtern. Wer diese Unsitte nachmacht braucht sich nicht aufs hohe Ross zu setzen. Chinchillla, El Niño, Guerrilla, Machete, Paella, Tortilla, da wird die falsche (nichtspanische) Aussprache mit Zähnen und Klauen verteidigt. Meine Schwester, Grundschullehrerin, ist in diesem Zusammenhang einmal von einer beratungsresistenten Mutter regelrecht bedroht worden.

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touri 13.09.2017, 14:41
103.

Zitat von garfieƖd
Das ist erstaunlicherweise bei unseren Kindern nicht der Fall. Meine Tochter ist eine echte Leseratte. Aber das hat nicht wirklich geholfen, die Rechtschreibprobleme zu lösen. Letztendlich hilft nur, die Worte nochmal neu zu lernen. Und wie schon gesagt: Im Englischen gibt es das Problem absolut nicht und das obwohl sie noch keine englischen Bücher liest.
Ganz ehrlich, viel Lesen hilft eher bei Grammatik, als bei der Rechtschreibung, zumindest nach eigener Erfahrung. Ich habe schon früh immer gern und viel gelesen, der Grammatik hats geholfen, der Rechtsschreibung nicht unbedingt.

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heartofgold 13.09.2017, 15:22
104. Sommer-Stumpenhorst, Kraft der 5 von Bussebaum gehören auch dazu

Im Grundschulbereich früher gehypt, jetzt vom Bildungsministerium verboten, die Methode Sommer-Stumpenhorst im Deuschunterricht. Ich war damals dagegen und wurde von der Schulleitung ermahnt. Jetzt wird ILSA, die Kraft der 5 , konzipiert von einem Psychologen in Mathematik an vielen Grundschulen durchgeführt. Nicht evaluiert, aber sehr teuer im Ankauf der Lernboxen, etc. Deshalb gibt es bei uns keine Mathematikbücher mit passenden Arbeitsheften mehr in der Schule. Kritik und Zweifel wurden gnadenlos zurückgewiesen.
Schreibschrift ist das nächste unschöne Thema,..... Schulleitungen und Verantwortliche sonnen sich ihren achso modernen Schulen mit gar keinem Frontalunterricht!!, selbstgesteuerten Lernen, Wochenplänen, Tabletunterricht, etc. Die Lehrerin oder Lehrer wird zum Störfaktor bei der Durchsetzung dieser von einflussreichen Verlagen gesteuerten Veränderung der Schullandschaft.

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happyrocker 13.09.2017, 15:34
105. 2 Kinder - 2 x Rechtschreibunterricht

Mein Sohn Nr. 1 wurde nach der "Freies Schreiben" -Methode unterrichtet, die allerdings mehr eine "nichts korrigieren-Methode" war. Als ich das Gespräch mit der Lehrerin suchte, weil mein Sohn in der zweiten Klasse mit von ihr rot abgehakten Rechtschreibaufgaben nach Hause kam, die aber komplett falsch waren, erklärte sie (und später auch der Rektor der Schule und die zuständige Schulrätin) wie ich die Hausaufgaben meines Kindes zu korrigieren hätte. Auf meine Frage, ob es nicht ihre Aufgabe wäre, die Aufgaben zu korrigieren, erwiderte sie beleidigt, dazu sei während des Unterrichts (!) schließlich keine Zeit. Ich habe mir dann trotz Berufstätigkeit und Kleinkind zu Hause die Zeit genommen, mit dem Schulkind 4x wöchentlich Rechtschreiben zu üben (nach der Methode "Das Rechtschreibspiel"). Er machte schnell Fortschritte und hatte in der weiterführenden Schule kaum noch Probleme. Sohn Nr. 2 kam wegen Umzug auf eine andere Schule. Seine Lehrerin korrigierte von Anfang an jedes geschriebene Wort. Dieses Kind hatte nie die geringsten Probleme mit Rechtschreibung.
Übrigens: Ich habe die damals zuständige Schulrätin (NRW) gefragt, wie denn Eltern, die selbst kaum Deutsch können, so wie von der Schule meines Sohnes gefordert die Hausaufgaben ihrer Kinder korrigieren sollten. Die Antwort: " Diese Kinder sind sowieso benachteiligt. Dafür kann die Schule schließlich nichts."

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Alhecht 13.09.2017, 15:42
106. ein Armutszeugnis

Auch wir mussten mit unserem Sohn die leidliche Erfahrung machen, dass der Schulunterricht alleine nicht genügt, den Kindern das richtige Schreiben nahezubringen. Es ist eine Schande, jeder sieht es (Lehrer sowie Eltern), kann aber nicht wirklich was dagegen tun. Es ist schlichtweg zu spät, Festgefahrenes wieder aus den Köpfen zu kitzeln und das Richtige wieder rein. Es wird ja i. d. R. nicht nur eine Schreibregel gebrochen, sondern viele verschiedene. Soll ich als Elternteil nun neben unserem Sohn sitzen und bei jedem Fehler lange erklären was er falsch gemacht hat und wie die dazugehörige Regel ist? Dann kann ich jeden Aufsatz mit ihm ja mal ein paar Stunden nachbesprechen – davon abgesehen, dass ich verschiedene Regeln selbst nachsehen müsste. Zum Festigen muss man dann noch Aufgaben erstellen, ausfüllen lassen und dann noch nachprüfen ….
Ich muss mich also mit meinem Kind – bei dem straffen Stundenplan (G8) - auch noch zusätzlich hinsetzen um die Versäumnisse der Lehrer nachzuholen. Diese haben es nämlich nicht geschafft, den Kindern das richtige Schreiben zu vermitteln. Aber das ist ja heute die Haltung vieler Lehrer: die Eltern sollen sich nachmittags hinsetzen und mit den Kindern alles Versäumte nachholen (siehe den Kommentar der Lehrerin Nr. 25)!!
Und zu guter Letzt gibt es dann auch noch Punkteabzug bei Rechtschreibfehlern, zumindest in der Kursstufe – vorher wurde es den Kindern aber nicht richtig vermittelt, sondern das Falsche sitzt im Kopf fest. Die Schüler müssen sich in der Kursstufe sehr auf den Inhalt des Geschriebenen konzentrieren, das sind nicht selten mehr als 8 vollgeschriebene Seiten, da wäre es gut, wenn sich die richtige Rechtschreibung so verinnerlicht hätte, dass man sich darüber keine Gedanken mehr machen müsste.
Davon abgesehen, wird insgesamt die Grammatik sehr stiefmütterlich behandelt. Nur die Lateiner beherrschen die Regeln wirklich! Hauptsache, in der Kursstufe werden 2 Jahre lang 3 Lektüren von vorne nach hinten durchgekaut! Für Rechtschreibung, Grammatik oder auch Bewerbungsschreiben und Geschäftsbriefe bleibt keine Zeit mehr übrig.
Mein Bruder gibt sogar semesterlange Vorlesungen in richtiger Rechtschreibung: die Studenten sind hell auf erfreut, dass ihnen jemand die Regeln ausführlich erklärt!!

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af17555 13.09.2017, 15:44
107.

Dieser Herr Reichen war doch Schweizer, oder? Mich würde mal interessieren, wie nach seiner Methode ein Kind in der Schweiz das Wort "Küchenkästle", gesprochen "Chuchichäschtli" schreibt. an solchen Beispielen lässt sich doch schon der Blödsinn dieser Methode "SChreiben nach Gehör" demonstrieren. Wenn überhaupt, dann kann sie nur bei reinstem Hochdeutsch funktionieren. Der kleinste dialekteinschlag und schon kommt unsinn dabei raus.

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melcsi 13.09.2017, 15:45
108. @mwroer Fremdsprache und Muttersprache

Der große Unterschied zwischen dem Lernen einer Fremdsprache und der Muttersprache ist meiner Meinung nach, daß man in der Muttersprache schon gleich tausende von Wörtern kennt, mit denen man sich ausdrücken kann. In der Fremdsprache benutzt man nur solche, die man vorher gepaukt hat. Und hierbei wird oft gleich die Rechtschreibung gelernt.

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oldman2016 13.09.2017, 15:55
109. Über den Tellerrand schauen

Im Internetzeitalter ist es doch ein Anachronismus hoch drei, wenn Schulanfänger die Rechtschreibung überhaupt noch nach der Reichen-Methode erlernen. Aber Internet ist ja in Deutschland bekanntlich Neuland. Aber allen zum Trost für die Werbe- und Datensammelindustrie ist Deutschland ein Eldorado der Halb- oder Unwissenden.
Micht würde ja aber vor allem interessieren wie die Schulanfänger in den Nachbarstaaten die Rechtschreibung erlernen. Lerne von dem Besten war in meiner Jugendzeit ein bekanntes Schlagwort.

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