Forum: Leben und Lernen
Umfrage: Jeder sechste Lehrer fühlt sich gemobbt
Corbis

Sie fühlen sich benachteiligt, beleidigt, bedroht: Mobbing quält nicht nur Jugendliche, sondern erschreckend oft auch Lehrer. Jeder sechste klagt über Attacken in der Schule, zeigt eine neue Studie. Die Pädagogen fürchten weniger ihre Schüler als deren Eltern - und die eigenen Kollegen.

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ichbinsdiesusi 13.11.2012, 17:54
40.

ganz ehrlich? ich habe eine vertretungslehrerstelle an einer "oberschule" gehabt. sinnvolle unterrichtsvorbereitung = null! 100% komplette arbeitsverweiger! mit glück hat mal ein schüler was zu schreiben dabei! innovative unterrichtsmethoden und anleitung zum selbstständigen lernen --> reaktion (ich zitiere): ham sie n schaden? ick mach hier nix!
liebevoll vorbereiteter frontalunterricht in klasse 10 (um überhaupt mal was zu schaffen)...reaktion (ich zitiere): wat komm sie überhaupt...wir machen nix....könnse vergessen!

elternsprechtag( falls mal einer kommt, sieht es folgendermaßen aus.): mutter kommt, nimmt 2 minuten lang zur kenntnis, dass ihr kind ein arbeitsverweigerer ist. vorschlag der erfolgreicheren zusammenarbeit. mutter steht auf....wat soll ich mich kümmern? is doch ihr job! im flüsternden nachsatz: die lehrer werden ja immer bekloppter!

letzter arbeitstag: schüler sagt: wann geh'n sie endlich! ich hab' kein bock auf unterricht....wat' labern sie für ne scheiße.....wat geht mich die sch*** schule an......


arbeite jetzt am gymnasium, habe tolle klassen und hervorragende kollegen und kann endlich den unterricht machen der mir vorschwebt: schülerfeedback vor den ferien: ihr unterricht macht voll spaß! toll, dass wir bei ihnen so viel selbstständig arbeiten können. endlich hab ich mal das gefühl, dass meine arbeit jemanden interessiert!


tja, was soll ich sagen..."mobbing" ist wohl eine klientelfrage! (auch wenn das nun arg pauschal formuliert ist)

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rokokokokotte 13.11.2012, 17:56
41. Umgerechnet....

Zitat von ooyoo
... fühlen sich wahrscheinlich dann schon gemobbt, wenn sie mal mehr als 25 Stunden pro Woche arbeiten müssen.
...auf einen "richtig" Berufstätigen tun sie das garnicht.
Alle Feiertage und "Ferien" (Lehrerschnack: Unterrichtsfreie Zeit - LOL) Krankenscheine, Freistunden und diverse private "Auszeiten" umaddiert liegen sie im Schnitt (bundesweit) bei ca. 22 h/pw.
Kalkulieren Sie noch ein, dass der deutsche Lehrkörper zu über 50% von Burnout gepeinigt wird (zusätzlich zu den ca. 16% Gemobbten) und entsprechend nur noch mühsam seinen Dienst versehen kann, so versteht auch der Übelwollendste, dass hier echte Not am Mann/Frau ist.
Hier Freunde, meine Tempos...

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elizar 13.11.2012, 17:57
42. Jawoll!

Zitat von westerwäller
... ein deutscher Lehrer kennt keinen Schmerz ...
Schmerz nicht, aber hin und wieder ne Portion Mitleid gegenüber Schülern schadet nicht. Allerdings haben Sie voll und ganz Recht bzgl. solchen Leuten, die ich vorher zitiert habe,

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Sleeper_in_Metropolis 13.11.2012, 18:05
43.

Zitat von fatherted98
Schon zu meiner Schulzeit hatten Lehrerbeschimpfungen überhaupt keine Folgen. Kraftausdrücke bis hin zu Tätlichkeiten...der Schüler ist in der Regel Strafunmündig, das Elternhaus nicht ansprechebar oder aber geht auf Konfrontation.
Kann ich so überhaupt nicht bestätigen. Zu meiner Schulzeit (Realschule, ca. Mitte 80'er bis mitte 90'er-Jahre) war ein Lehrer sehr wohl eine Autoritätsperson, mit dem sich kaum einer wirklich anlegen wollte. Verbal nicht, und schon gar nicht tätlich. Derjenige wäre nämlich verbal entsprechend zusammengefaltet worden. Und das Elternhaus hätten den betroffenen Schülern auch Beine gemacht, wenn entsprechende Aussagen von den Lehrer dort angekommen wären.
Nicht, das es kein Stören und kein Blödsinn machen gegeben hätte, aber bewußte, direkte Konfrontation mit einem Lehrer hätte sich damals keiner getraut. Möglicherweise waren die meisten auch einfach zu vernünftig dazu.

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fördeanwohner 13.11.2012, 18:10
44.

Zitat von zynisch
Eine Studie mit doch eher fraglicher Erhebungsgrundlage. Wenn man vergleicht, kann man den Beruf des Lehrers ja nur mit anderen Berufen vergleichen. Einige Punkte dazu: Positiv: - eine durchschnittlich 25 Stundenstelle entspricht einer Vollzeitstelle (es kommen Nachbearbeitungszeiten zu Hause dazu) - 3 Monate/Jahr keinen Dienst vor Ort, da Ferien (ich lasse die Bewertung des "Dienstes" in den Ferien hier einmal dahingestellt) - Nicht mehr immer, aber i.d.R. Beamtenanstellung mit allen Vor- oder eben auch Nachteilen - statistisch einer der am frühesten aus dem aktiven Dienst ausscheidender Beruf (durchschnittlich Anfang 50) Negativ: - Mitunter zu volle Klassen mit allen neg. Begleiterscheinungen - Gruppendynamische Prozesse meistern - Lehrer-Eltern-Konflikte (Konflikte mit Kollegen hat jeder Arbeitnehmer) -innerhalb des Lehrberufes wenig Karrieremöglichkeiten ...
Natürlich gibt es noch andere, aber hier ein eher unbekannter
weiterer negativer Punkt:

- fachfremde Tätigkeiten wie z.B. Familienberatung, psychologische Betreuung von SuS und deren Eltern, Drogenprävention unabhängig von Fakultas, Berufsvorbereitung und Hilfe bei Bewerbungen von SuS, "Eintreiben" und Verwalten von Geldern, allg. Verwaltungsaufgaben (u.a. Bestätigungen für den Jobcenter erstellen und ausfüllen) etc.


Wie heißt es so schön? Man wächst mit seinen Aufgaben. Man könnte es auch als Beleg dafür interpretieren, dass Lehrer mitnichten so weltfremd sind, wie allgemein behauptet wird.;-)

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mackeldei 13.11.2012, 18:13
45. über einen Kamm

Zitat von sysop
Sie fühlen sich benachteiligt, beleidigt, bedroht: Mobbing quält nicht nur Jugendliche, sondern erschreckend oft auch Lehrer. Jeder sechste klagt über Attacken in der Schule, zeigt eine neue Studie. Die Pädagogen fürchten weniger ihre Schüler als deren Eltern - und die eigenen Kollegen.
Wieder mal alle über einen Kamm geschert! Ich hatte gute Lehrer , die mich geprägt haben, und auch einige wenige schlechte.

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Conny44 13.11.2012, 18:17
46. Melden Sie sich...

Zitat von ooyoo
... fühlen sich wahrscheinlich dann schon gemobbt, wenn sie mal mehr als 25 Stunden pro Woche arbeiten müssen.
...mal wieder, wenn die Pubertät vorbei ist :-))

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achim68 13.11.2012, 18:20
47.

Zitat von sysop
Sie fühlen sich benachteiligt, beleidigt, bedroht: Mobbing quält nicht nur Jugendliche, sondern erschreckend oft auch Lehrer. Jeder sechste klagt über Attacken in der Schule, zeigt eine neue Studie. Die Pädagogen fürchten weniger ihre Schüler als deren Eltern - und die eigenen Kollegen.
Meine Fresse... verzeihung, die rheinische Herkunft mag es entschuldigen.

Jeder unserer Außendienstmitarbeiter (Vertrieb) bekommt ab und an die volle Packung. Wenn die Leistung nicht stimmt.

Sei jeder Lehrer versichert: Vorher habe ich die Packung beim Vorstand bekommen. Motivation funktioniert eben nicht nur über "eieiei mein kleiner Mann, das hast Du fein gemacht, auch wenns nur Mist ist". Also über WAS wird da gejammert? Unbrauchbare Schüler gibt es nicht. Höchstensd Erziehungsdesaster. Da die meisten von Euch auch Eltern sind: Schaut in den Spiegel! Böse Rektoren/Direktoren? Ach Du je, tut was Ihr Euren Schülern immer sagt: Nehmt Eure Rechte wahr und erinnert Euch Eurer Pflichten. Böse Eltern? Hm... wenn die Kiddies in der Lehre sind, scheinen die zu verschwinden... oder scheitern in meinem Vorzimmer^^...

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Realist111 13.11.2012, 18:27
48. Verehrte(r) rokoko...

Zitat von rokokokokotte
...auf einen "richtig" Berufstätigen tun sie das garnicht. Alle Feiertage und "Ferien" (Lehrerschnack: Unterrichtsfreie Zeit - LOL) Krankenscheine, Freistunden und diverse private "Auszeiten" umaddiert liegen sie im Schnitt (bundesweit) bei ca. 22 h/pw. Kalkulieren Sie noch ein, dass der deutsche Lehrkörper zu über 50% von Burnout gepeinigt wird (zusätzlich zu den ca. 16% Gemobbten) und entsprechend nur noch mühsam seinen Dienst versehen kann, so versteht auch der Übelwollendste, dass hier echte Not am Mann/Frau ist. Hier Freunde, meine Tempos...
Danke für die komödiantenhafte Polemik!

Sollte ich irgendwelche Zahlen davon ernstnehmen sollen, bitte ich um Quellenangaben.
Über alles Andere können wir anschließend reden ...

Btw: Was heißt "h/pw"?

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hjm 13.11.2012, 18:27
49.

Zitat von carolane
Ich hoffe dass es sich langsam bei unseren eher zart Besaiteten und Harmonie und Ruhe Bedürftigen Studentenanwärtern rumspricht, dass man beim Lehrerberuf ausser der Pensionsanwartschaft auch einen jedenfalls manchmal während der Unterrichtszeiten stressigen Job erwirbt.
Das Problem ist: Wenn sich das tatsächlich rumspricht, können wir in spätestens 20 Jahren die Schulen im Lande dicht machen. Gut, was würde so manche Probleme, die wir momentan haben, lösen. Vielleicht sogar die der verschuldeten kommunalen und Landeshaushalte. Aber langfristig gesehen, ich weiß nicht ...

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