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Umfrage unter Schülern: Gymnasien vermitteln politische Bildung besser als Berufsschu
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Wie viel lernen Schüler über Politik im Unterricht? Dieser Frage sind zwei Berliner Forscherinnen nachgegangen. Ihr Fazit: An Gymnasien läuft es besser.

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hileute 04.06.2019, 19:44
1. Besonders schlecht in Bayern?

Da kann ja was nicht stimmen. Aber davon mal abgesehen hatte ich, Abi 17 NRW, auch nicht den Eindruck dass ich viel über Politik gelernt hab in der schule, klar Organe EU/D wie sich das zusammensetzt und so aber nichts wirklich weiter über Parteien etc. Da hat nur gesundes intresse (und die sucht nach der täglichen Dosis Comedy) geholfen dass ich stand heute behaupten würde dass ich überdurchschnittlich viel über Politik weiß

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DietrichHorstmann 04.06.2019, 20:02
2. In Berufsschulen fällt Politik oft aus

Für Azubis findet Politikunterricht sehr oft gar nicht statt. Die Arbeitgeber finden ihn zumeist überflüssig, wollen den zweiten BS-Tag möglichst zurückdrängen. Also ein ungeliebtes Stiefkind. Auch bei Jugendlichen, weil sie in erster Linie die spezielle Ausbildung im Auge haben. Ein Vergleich also der mehr als hingt, weil der Umfang des Faches im Stundenplan einen völlig anderen Stellenwert haben.

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norobato 04.06.2019, 21:22
3. Gymnasium und Berufsfachschule??

Wie kann man denn so was vergleichen, das ist doch völlig absurd. In den Berufsfachschulen gibt es keine 13 Klassen, wie soll da die gleiche Qualität im Politikunterricht entstehen, ist doch unmöglich. Außerdem, meine Erfahrung mit der Berufsfachschule (und auch Fachschule) Sozialpädagogik, die Schûlerinnen und Schüler wollen ihren Beruf als Sozialpädagogische Assistent/in oder Erzieher/in lernen, darauf liegt ihr Schwerpunkt, nicht auf Politik. Wir vergleichen ja auch nicht den Mathematik-Unterricht im Gymnasium mit dem in Berufsschulen jeglicher Art, das wäre in den meisten Fällen genau so unsinnig.

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manicmecanic 04.06.2019, 22:10
4. Vergleich daneben

Keine Ahnung wie man auf den seltsamen Vergleich kommt.Ich war auf allen Schularten der BRD bis auf Realschule.Schon da waren große Unterschiede im Unterricht.Nachdem ich vom Gymnasium gemobbt wurde war ich dann zwangsläufig als letzte auf einer Berufsschule.Auf Berufsschulen sind doch alle nicht fachbezogenen Fächer totale Nebensache.Und das ist meiner Meinung nach auch noch reiner Unsinn denn die eigentliche Bildung in allem anderen als berufsspezifischem Stoff hatte man doch vorher.Den besten politischen Unterricht hatte ich ausgerechnet in der grundgesetzbrechenden Bundeswehr.

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egonv 04.06.2019, 22:30
5.

Das sollte kann schon vergleichen können, da beides oft die letzte schulische Station ist.
Man darf aber nicht unterschlagen, dass sich Gymnasiasten, noch dazu aus bildungsnahem Haushalt, generell leichter für vieles begeistern lassen. Das liegt in der Natur der einzelnen Menschen...leider.
Aber ja, ich kann völlig zustimmen Politik kommt meistens zu kurz. Dabei wird meistens unter Politik auch Wirtschaft, Recht und Soziologie unterrichtet.
Nur einige Beispiele: In Hessen müssen Abiturienten Religion (auf Wunsch Ethik) bis zum Ende der 13. Klasse belegen, Politik dürfen sie nach der 12. Klasse abwählen.
Berufliche Gymnasien dürfen/sollen Politik in der 12. und 13. Klasse statt drei nur zwei Stunden pro Woche unterrichten.
Lesitungskurse in Politik gibt es in Beruflichen Gymnasien generell nicht zur Auswahl, in allgrmeinbilden Gymnasien je nach Größe der Schule glücklicherweise schon.
Ich könnte noch mehr Benachteiligungen für das Fach aufzählen...ohja, es heißt in jedem Bundesland anders und hat zum Teil große inhaltliche Unterschiede. Oft werden Inhalte wie "eigener Berufswunsch" zweckentfremden in den Politikunterricht geschoben.
Noch eines, dann ist erstmal gut: In Schulformen abseits des Gymnasiums und des beruflichen Gymnasiums - also alle anderen Teile der Berufsschule, Real- und Hauptschulen - wird Politik i.d.R. fast gar nicht von ausgebildeten Politiklehkräften unterrichtet, sondern vom Klassenlehrer, auch wenn der Mathe und Sport studiert hat.

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power.piefke 05.06.2019, 06:28
6. @ hileute

"1. Besonders schlecht in Bayern?

Da kann ja was nicht stimmen." ....
Also das wundert mich gar nicht. Auch in Punkto Teamwork oder anderer, fundamentaler Sozialkompetenzen sind die Abiturienten aus Bayern nach meiner Erfahrung eher schwach. Das Studium schließt dann nahtlos an. Ich persönlich nehme nur noch ungern Studenten aus München an, die eine Arbeit schreiben wollen.

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fuchsi 05.06.2019, 09:23
7. Neue Erkenntnisse?

Empirische Studien, die scheinbar bestätigen, was ohnehin bekannt ist, sind nichts wert. Hier aber handelt es sich ja ausdrücklich nicht um eine repräsentative Studie, sondern um eine Art Umfrage im erweiterten Bekanntenkreis. Das reicht für Stimmungsmache, aber nicht für ein seriöse Behandlung des Themas.

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Heitgitsche 05.06.2019, 10:54
8. Geschichte

und nicht Politik heißt das Schulfach am Gymnasium. Wissensvermittlung und Erwerb und nicht Indoktrination. Respekt vor der politischen Einstellung der Schüler. Geschichte ist wesentlich umfassender und ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur.

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großwolke 05.06.2019, 12:29
9. Was man so "Bildung" nennt

Den wichtigsten schulischen Beitrag zu meiner politischen Bildung hat ein einziger Nachmittag (in der Berufsschule!) geleistet, das war ein Besuch im Landtag, geführt von einem (CDU-)Abgeordneten, der sich nicht zu fein war, uns Lehrlingen ganz unverblümt zu schildern, wie und von wem im Alltag Gesetze gemacht werden. Im Gymnasium hatte ich jede Menge Bundesministerien samt Ministern kennengelernt und hochtrabende Diskussionen geführt über allerlei tagespolitische Themen. Aber nichts davon hat mir soviel beigebracht und erklärt wie dieser eine Tag. Von daher: vergesst die Schulen, organisiert Wandertage/Ausflüge dahin, wo es zur Sache geht, und bringt die Kids mit den Berufspolitikern in Kontakt. Die sollten am besten wissen, wie ihr Job funktioniert, selbst wenn man mit der Art, wie sie ihn machen, vielleicht nicht immer einverstanden ist. Ansonsten redet man über Politik oft nur wie der Blinde über Farben.

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