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Umfrage zu Uni-Abschlüssen: Wirtschaft klagt über Bachelor-Absolventen
DPA

Drei Jahre Uni - und fertig ist der Abschluss. Aber was taugt der Bachelor fürs Berufsleben? Laut einer Umfrage sind deutsche Unternehmen mit den Absolventen immer unzufriedener.

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francoilgatto1! 23.04.2015, 10:33
290. verschiedene Gründe

Es wird wohl verschiedene Gründe geben. Warum nur hat man den Bachelor eingeführt, was sollte das? Der Bachelor lässt einem keine Zeit mehr, Gelerntes auch zu begreifen, man lernt es im Block bis zum Semesterende und dann vergisst den Stoff wieder. Wenn man Glück hat, taucht er vielleicht noch mal in anderem thematischem Zusammenhang auf. Die Praxis kommt i. d. R. zu kurz, es sollten zwei Praxissemester sein, vielleicht sogar bei zwei verschiedenen Stellen. Wozu hat man denn das Diplom abgeschafft, wozu... vieles kann man man nicht mehr auf Diplom studieren. Eines Tages kommt es wieder, und Bahn und Post werden wieder verstaatlicht wie es früher war. Prinzip Hoffnung...

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blasphemiker 23.04.2015, 10:34
291.

Zitat von dbrown
aber unglaublich stolz auf ihr Halbwissen! Man könnte auch sagen, eingebildet. Die werden ihren Spaß im echten Berufsleben schon bekommen.
So eingebildet, dass ihre Arroganz schon fast an die der Universitätsabgänger (aka Master) heranreicht.

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BoMbY 23.04.2015, 10:34
292.

Das Problem ist wohl eher, dass Studenten in Deutschland so gut wie nichts praxisrelevantes vermittelt wird. Denen muss man hinterher ehh alles nochmal beibringen.

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dr.wer? 23.04.2015, 10:35
293. was erwartet man denn?

Ich habe nach meinem eine Ausbildung erfolgreich abgeschlosssen und drei Jahre in meinem Lehrberuf gearbeitet, ehe mir klar wurde, dass der Beruf nicht meine Berufung ist.


Durch "Zufall" kam ich über den Einstieg Wirtschaftsinformatik zur Informatik. Meinen Bachelor werde ich in ca. 2 Jahren berufsbegleitend im Alter von 33 Jahren erworben haben.

Mittlerweile betreue ich Firmenkunden in Fragen rund um IT. Dabei geht es nicht nur um Beratung sondern auch die Durchführung von IT-Projekten.

Wenn ich mir die Anforderungen meines Arbeitsalltags ansehe und mit den Inhalten meines Studiums vergleiche, stelle ich mir regelmäßig die Frage, wie jemand der nach dem Abitur gleich das Studium aufnimmt und mit 23 Jahren fertiger Absolvent ist, sich zurechtfinden soll?

Ich will nicht behaupten die Inhalte des Studiums seien schlecht gewählt oder uninteressant. Im Gegenteil ich lerne im Studium vieles, das ich im Alltag nie erfahren würde, aber ich kann das Wissen meines Studiums nur bedingt auf das Arbeitsleben anwenden.

Wenn ich nicht arbeiten und studieren würde, denke ich hätte ich nach dem Studium enorme Probleme einen Job zu finden. Ausser natürlich im Bewerbungsgespräch sitzt mir einer Gegenüber der noch weniger Ahnung von der Materie hat.

In meinen Augen ist der Bachelor nicht schlecht, aber die Zeit die man bis zum Diplom einspart, hätte man meines Erachtens in eine fundierte praktische Ausbildung auslagern können oder sollen.

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bon_scotch 23.04.2015, 10:35
294. spezielle Fähigkeiten durch Berufserfahrung

Einen Großteil seiner Fähigkeiten erlernt man eh erst im Berufsleben. Ein Studium vermittelt nur Grundlagenwissen und kann Studenten leider nicht gleich als Experten ausbilden. Dafür sind die Berufsmöglichkeiten zu vielfältig. Die Lösung spezieller Problemstellungen einzelner Projekte muss man sich selbst erarbeiten. Jeder hat die Möglichkeit nach dem Bachelor (sofern ein Master in der Branche nicht zwingend notwenidg ist) zu entscheiden, ob er Berufserfahrung sammelt und somit dem Master-Absolventen 2 Jahre Berufserfahrung vorraus hat. Oder man strebt eine mehr oder weniger höhere Qualifikation mittels Master-Abschluss an. Beides hat seine Vorteile.

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flo_bargfeld 23.04.2015, 10:35
295. Durchschaubare Propaganda des DIHK

Wie kann man eine Studie ernst nehmen, deren Auftraggeber gezielt einseitige Interessen in dieser Sache verfolgt (siehe auch Homepage des DIHK)? Dem Handwerk und dem produzierenden Mittelstand gehen die Azubis aus, einzig deshalb wird der Öffentlichkeit eingetrichtert, es gebe eine "Überakademisierung". Warum nehmen die SPON-Journalisten nicht die Entstehungsbedingungen dieser PR-Studie unter die Lupe, warum wird z. B. nicht geschaut, welche Unternehmensarten befragt wurden (nur Mittelstand, int. Konzerne dagegen so gut wie gar nicht)? Mein Fazit: Deutschland braucht wieder mehr echte Journalisten und weniger PR Consultants.

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dr.wer? 23.04.2015, 10:35
296. was erwartet man denn?

Ich habe nach meinem eine Ausbildung erfolgreich abgeschlosssen und drei Jahre in meinem Lehrberuf gearbeitet, ehe mir klar wurde, dass der Beruf nicht meine Berufung ist.


Durch "Zufall" kam ich über den Einstieg Wirtschaftsinformatik zur Informatik. Meinen Bachelor werde ich in ca. 2 Jahren berufsbegleitend im Alter von 33 Jahren erworben haben.

Mittlerweile betreue ich Firmenkunden in Fragen rund um IT. Dabei geht es nicht nur um Beratung sondern auch die Durchführung von IT-Projekten.

Wenn ich mir die Anforderungen meines Arbeitsalltags ansehe und mit den Inhalten meines Studiums vergleiche, stelle ich mir regelmäßig die Frage, wie jemand der nach dem Abitur gleich das Studium aufnimmt und mit 23 Jahren fertiger Absolvent ist, sich zurechtfinden soll?

Ich will nicht behaupten die Inhalte des Studiums seien schlecht gewählt oder uninteressant. Im Gegenteil ich lerne im Studium vieles, das ich im Alltag nie erfahren würde, aber ich kann das Wissen meines Studiums nur bedingt auf das Arbeitsleben anwenden.

Wenn ich nicht arbeiten und studieren würde, denke ich hätte ich nach dem Studium enorme Probleme einen Job zu finden. Ausser natürlich im Bewerbungsgespräch sitzt mir einer Gegenüber der noch weniger Ahnung von der Materie hat.

In meinen Augen ist der Bachelor nicht schlecht, aber die Zeit die man bis zum Diplom einspart, hätte man meines Erachtens in eine fundierte praktische Ausbildung auslagern können oder sollen.

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Seltsam 23.04.2015, 10:36
297.

Schon komisch. Sämtliche Nichtpolitiker hier wissen durchweg Bescheid um das Problem in der Sache, aber unseren Politiker geht es nicht um die Erhaltung/Schaffung eines hohen Einsatzfähigkeits-Standards, sondern z.B. um die Anpassung an das Europäische (oder noch schlimmer weltweite) Niveau des bachelor/masters, das auf dem Paier ja höherwertig ist. Ich weiß aber von meinen Freunden, dass das alte deutsche Diplom weltweit ein solches Ansehen hat, dass es idiotisch war, hier alles gleich zu machen und lediglich auf dem Papier den Menschen etwas vorzugaukeln. Ich hatte in meinem ersten FH-Studium noch 18 Monate Praktikum (eineinhalb Jahre) und in meinem zweiten 12 Monate. Heute müssen die Studenten ein zusammengestückeltes Praktikum von 13 Wochen ableisten. Lächerlich - aber internationaler bachelor oder master.

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bon_scotch 23.04.2015, 10:36
298. spezielle Fähigkeiten durch Berufserfahrung

Einen Großteil seiner Fähigkeiten erlernt man eh erst im Berufsleben. Ein Studium vermittelt nur Grundlagenwissen und kann Studenten leider nicht gleich als Experten ausbilden. Dafür sind die Berufsmöglichkeiten zu vielfältig. Die Lösung spezieller Problemstellungen einzelner Projekte muss man sich selbst erarbeiten. Jeder hat die Möglichkeit nach dem Bachelor (sofern ein Master in der Branche nicht zwingend notwenidg ist) zu entscheiden, ob er Berufserfahrung sammelt und somit dem Master-Absolventen 2 Jahre Berufserfahrung vorraus hat. Oder man strebt eine mehr oder weniger höhere Qualifikation mittels Master-Abschluss an. Beides hat seine Vorteile.

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Paddel2 23.04.2015, 10:36
299. Weiter denken

Zitat von Jeckl8
Es ist doch kein Wunder, dass alle nur noch studieren wollen, die Entlohnung und die Berufschancen sind doch so viel besser. Solange die Wirtschaft nicht die Leute ordentlich bezahlt, welche alles durch ihre Hände Arbeit auch wirklich erwirtschaften wird sich auch nichts ändern.
"Die Wirtschaft" ist keine singuläre Person, die im Stile eines Monarchen Entscheidungen über Löhne trifft. Sämtliche Löhne sind marktgetrieben und bilden sich ohne Ausnahme aus Angebot und Nachfrage. Es wird nicht emotional bewertet, welche Leistung ein einzelner für ein Gesamtwerk vollbringt, sondern wie hoch eine Lohn-Investition mindestens sein muss, damit der Bedarf gedeckt ist. Gute Akademiker werden gerade für Führungsaufgaben und Weiterentwicklungen benötigt. Ihre Fähigkeit, komplexe Themen zu überblicken und neue Gebiete schnell zu erschließen sind für zahlreiche Aufgaben dringend notwendig und macht sie den klassisch ausgebildeten Arbeitnehmern überlegen. Die höheren Löhne kommen durch die geringere Zahl an Absolventen zustande, sprich des knapperen Angebots.
Unser Wohlstand baut mittlerweile viel stärker als früher auf geistige Wertschöpfung auf!

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