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Umfrage zum Tod des Altkanzlers: "Alle werden plötzlich zu Helmut-Schmidt-Fans"
AP

Als er aus dem Amt schied, waren viele von ihnen noch gar nicht geboren. Trotzdem war Helmut Schmidt auch bei Jüngeren präsent - und geschätzt. Was verbinden Schüler und Studenten mit dem verstorbenen Altkanzler?

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raetselfreund 11.11.2015, 17:45
10. Ich durfte ihn leider nicht wählen...

...da ich noch zu jung zum Wählen war. Man findet in den Jahrgängen 1962 und älter ja so viele Helmut Schmidt Fans, dass man eigentlich davon ausgehen müsste, dass die SPD 1980 mindestens 70% bekommen hätte :-)
Ihr wolltet ihn nicht und jabt stattdessen Kohl bekommen und immer wiedergewählt. Also bitte jetzt keine Krokodilstränen!

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stand.40 11.11.2015, 17:46
11. Vor ein paar Jahren ,

wurde in einem Gespräch H.Schmidt mit einem Journalisten folgende Frage erörtert. Hat jemand sie schon mal von den SPD Politikern sie um Rat gefragt .Schmidt antwortete : nein nie.Plötzlich hört man nach seinem Tod viele Reden die dazu nicht passen.Typische für menschliche Vergessenheit.

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uk_hardy 11.11.2015, 17:47
12. Auf Sand gebaut?

Sicherlich ist Helmut Schmidt ein verdienstvoller Mensch. Ehre wem Ehre gebührt.
Helmut Schmidt lässt mich aber auch an ein Bibelwort aus dem Buch Hiob (Kapitel 11,20) denken:
„Aber die Augen der Gottlosen werden verschmachten; und jede Zuflucht ist ihnen verloren, und ihre Hoffnung ist das Aushauchen der Seele.“
Meines Wissens war er, einschließlich Seiner Frau Loki, ein Gottesleugner. Er der viel für Deutschland getan hat, auch die Luft verpestet hat, wollte selbst die Rettung in Jesus Christus nicht annehmen. 96-Jahre in Bezug auf Gott, ohne Gott gelebt. Das ist tragisch.

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dissidenten 11.11.2015, 17:49
13.

Ich wundere mich vor allem, dass ihm viele Menschen nachtrauern, die links der Mitte einzuordnen sind. Für Aussagen, die Herr Schmidt zum Teil losgelassen hat, würde man heute angezündet werden.

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loeweneule 11.11.2015, 17:52
14.

Zitat von antonwitt
Ein Macher war ein, überheblich sowieso, in den letzten Jahren zu viel geredet, Arroganz war ihm nicht fremd. Hanseatisches Understatement gehörte auch dazu + eine gewisse Eitelkeit (allerdings hanseatisch: keine Orden!). Für Willy Brandt wäre ich in die SPD eingetreten, Helmut Schmidt hat mich davon abgehalten. Und jetzt gehen wir zur Tagesordnung über!
Also ich gehe zur Tagesordnung über, wenn es mir paßt. Mit Verlaub. Ansonste bin ich in der Tat in die SPD wegen Brandt ein- und wegen Schmidt ausgetreten. Trotzdem habe ich großen Respekt vor der Gesamtleistung dieses Mannes und fand seine Arroganz durchaus erfrischend. Wahrscheinlich, weil ich selbst auch schon mal arrogant sein kann.

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tailspin 11.11.2015, 17:53
15. Alle werden Fans...

Dem liegt vermutlich die Erkenntnis zu Grunde, dass es sich um den besten BK aller Zeiten gehandelt hat. Vorbei, und kommt nicht mehr wieder.

Sich in der Hamburger 1962er Flutkrise 20000 Soldaten zu leihen, und diese als aufsaessiger ex-Unteroffizier herumzukommandieren, das muss man erstmal nachmachen. Ausserdem hat er in der Krise jeden Laberkopf aus dem Zimmer geworfen. Nach dieser Richtlinie mussten man mindestens 3/4 des derzeitigen Parlaments und die angehefteten Politfunktionaere feuern.

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grift 11.11.2015, 17:53
16.

Auch wenn ich damals gegen den NATO-Doppelbeschluss demonstriert habe - im Nachhinein war er richtig.
Ansonsten: die Generation facebook liebt halt jeden, den andere auch liken.

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Emil Peisker 11.11.2015, 17:56
17. Was verbinden Schüler und Studenten mit dem verstorbenen Altkanzler?

Eindeutig klare Kante.

Wenn man sich an den SPD-Bundesparteitag 1983 erinnert...
Da wollten die meisten Genossen nicht mehr mit Helmut Schmidt gesehen werden, viel weniger mit ihm einig sein.

Manche Genossen in der Kommunalpolitik, die um ihre Positionen fürchteten, trafen sich schon fast konspirativ um im engen Zirkel über Ziele und Ideen zu diskutieren.

"Wir treffen uns in der ......Schule, aber macht schon vorher das Licht am Auto aus, damit man nicht sieht wer zu uns kommt"

Offen bekennende Schmidt-Anhänger kamen kaum noch an Mandate. Siehe Unterbezirk Köln.

Diese petrusähnliche Verleugnung hat ihn tief getroffen.
Parteifreunde, die trotzdem zu ihm standen, wurden gandenlos geschnitten.

Zumindest bei denen, die 1983 schon ein politisches Amt oder Mandat hatten, würde ich doch heute gerne mal nachfragen, wie sie es denn mit der Zivilcourage damals gehalten haben.

Aus dieser Zeit stammt auch die tiefe Ablehnung des marxistischen Flügels der SPD gegen den Seeheimer Kreis.

Die meisten dieser harten Schmidt-Kritiker haben bei der Partei Die Linke ihren Garten Eden gefunden, oder sind im Zuge der Karriereentwicklung moderater geworden.
Sie sind, wenn sie heute noch in der SPD sind, jetzt natürlich große Helmut Schmidt Fans...:-))

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skeptikerin007 11.11.2015, 17:57
18. Bin nicht alleine

Zitat von antonwitt
Ein Macher war ein, überheblich sowieso, in den letzten Jahren zu viel geredet, Arroganz war ihm nicht fremd. Hanseatisches Understatement gehörte auch dazu + eine gewisse Eitelkeit (allerdings hanseatisch: keine Orden!). Für Willy Brandt wäre ich in die SPD eingetreten, Helmut Schmidt hat mich davon abgehalten. Und jetzt gehen wir zur Tagesordnung über!
Ich dachte in diesem kollektiv verordneten Trauer bin die einzige, die nicht Hymne auf Schmidt singe.
Ich fand ihn weder sympathisch, noch besonders gut. Und ich verzeihe ihm Willy Brand nicht.

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stern69 11.11.2015, 18:02
19. Früher war eben alles besser

Das ist das Verbindende. Sie kannten ihn nicht und hätten ihn wohl zu Regierungszeiten auch gar nicht gemocht. Der hätte ihnen bei ihren Anti-AKW Demos (gegen Atomstrom ist man heute ja) nämlich Wasserwerfer geschickt. Egal ob Schmidt oder Papst oder Obama, weil es echte Helden nun mal nicht gibt, versuche ich mir welche zu konstruieren. Dazu muß man dann in die Vergangenheit greifen und verklären.

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