Forum: Leben und Lernen
Umstrittene Doktorarbeit: Plagiatsjäger nehmen Wehrminister aufs Korn

Ein "armes Doktorandenwürstchen" - so nennt Deutschlands engagiertester Plagiatsjäger den Verteidigungminister. "Es sieht sehr nach Copy und Paste aus",*urteilt eine Kollegin über dessen Doktorarbeit. Verliert Guttenberg jetzt seinen akademischen Grad?

Seite 1 von 8
Gebetsmühle 16.02.2011, 16:44
1. das mass der dinge

Zitat von sysop
Verliert Guttenberg jetzt seinen akademischen Grad?
darüber kann es angesichts der vernichtenden beweislage doch keinen zweifel geben. ich war zwar nur in der volksschule aber da wurde man für abschreiben auch schon rausgeschmissen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Realo 16.02.2011, 17:15
2. Problem....

...es ist in der Juristerei schon so vieles zu Papier gebracht worden, da ist es häufig schwer etwas wirklich neues für eine Doktorarbeit zu finden.
Wenn man sonst nichts findet, es macht doch immer wieder Spass einen Menschen/Minister/in zu vernichten, gelle.
Ich erinnere an die Lacher als die Doktorarbeit von Ex-Bundeskanzler Dr. Kohl "auftauchte".....

So, und jetzt wird noch ernsthaft gefragt, warum manche hohe Beamte und Politiker die Brocken hinschmeissen und keinen Bock mehr auf ihren Job haben ?!
Weber, Köhler, von Beust, Lafontaine, Koch usw.
Was hat dieser "Prof. Plagiatsjäger" denn bis jetzt auf die Reihe bekommen ? Ich kannte nichtmal den Namen des Mannes.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
emden09 16.02.2011, 17:21
3. Wat ein Fatzke

Zitat von sysop
Ein "armes Doktorandenwürstchen" - so nennt Deutschlands engagiertester Plagiatsjäger den Verteidigungminister. "Es sieht sehr nach Copy und Paste aus",*urteilt eine Kollegin über dessen Doktorarbeit. Verliert Guttenberg jetzt seinen akademischen Grad?
Copy&Paste wäre ja noch zu ertragen aber dass der Herr Minister die abgeschriebenen Zitate (freilich ohne sie als solchen zu kennzeichnen) zum Teil sinnentstellend verfremdet - kaum zufällig im Sinne seiner eigenen politischen Couleur, macht die Sache m.E. so peinlich, dass ich an Stelle des Freiherrn von und zu schnellstmöglich zurücktreten und öffentliche Auftritte für die nächsten 10-20 Jahre vermeiden würde. Vielleicht ist bis dahin Gras über die Sache gewachsen. Wer es vorher nicht über ihn dachte muss es m.E. heute denken: "Was ist dieser Minister bloß für ein aufgeblasener Wichtigtuer".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bayerr 16.02.2011, 17:22
4. Nicht ungewöhnlich

Zitat von Realo
Was hat dieser "Prof. Plagiatsjäger" denn bis jetzt auf die Reihe bekommen ? Ich kannte nichtmal den Namen des Mannes.
Ich schätze mal, Sie kennen die Namen von 99,99% der deutschen Professoren nicht.
Und nebenbei: intellektuell ist es auch nicht sehr hochwertig, wenn man ein Delikt vergessen machen will indem man den Entdecker herabwürdigt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ecce homo 16.02.2011, 17:25
5. Fakten und Namen

Zitat von Realo
(...) Was hat dieser "Prof. Plagiatsjäger" denn bis jetzt auf die Reihe bekommen ? Ich kannte nichtmal den Namen des Mannes.
Spielt das denn eine Rolle? Die Fakten sprechen doch für sich.

Außerdem: Was hat denn Guttenberg bis jetzt auf die Reihe bekommen? Ich kenne bisher nur den Namen dieses Mannes.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Alias_aka_InCognito 16.02.2011, 17:26
6. Falsch verstanden

"In der Promotionsordnung der Universität Bayreuth, die für Guttenbergs Fall wichtig ist, heißt es: "Waren die Voraussetzungen für die Zulassung zur Promotion nicht erfüllt, ohne dass der Kandidat hierüber täuschen wollte, und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung der Urkunde bekannt, so wird dieser Mangel durch das Bestehen der Doktorprüfung geheilt." Das heißt in etwa: Sollte Guttenberg nicht nachgewiesen werden, dass er wissentlich geschummelt habe, war alles in Ordnung."

Stimmt so nicht, denn diese Regel besagt, dass Gutti sein Dr. behalten kann, wenn er unberechtigterweise, aber unwissentlich zur Promotion zugelassen wurde.
Im Klartext bedeutet das, dass wenn er sich zur Promotion angemeldet hat, ohne alle Voraussetzungen zu haben, zum Beispiel Notendurchschnitt oder andere Qualifikationen, und er beteuern kann, dass es unwissentlich seinerseits war, so gilt die Doktorprüfung dennoch als bestanden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
onkel hape 16.02.2011, 17:29
7. Keine Anrede mit Titel.

Die anerzogene Ehrfurcht vor akademischen Titeln geht, wenn die Plagiatsjäger noch mehr Fälle aufdecken und bei nicht wenigen Doktoren herauskommt, dass sie Auftragsarbeiten an akademische Dienstleister vergeben haben, um an den begehrten Titel zu gelangen, zusehens verloren, was ich begrüßen würde.

In einer obrigkeitshörigen Klassengesellschaft waren Titel des Adels, der kirchlichen Hierarchie, und der Akademiker selbstverständlich, heute sind sie überholt.
Man sollte in einer demokratischen Gesellschaft auf die Anrede mit Titeln ganz verzichten, sonst wird z.B auch noch ein pensionierter Hauptmann wie zu Kaisers Zeiten mit "Herr Hauptmann" angeredet. Dieser könnte mit gleichem Recht wie ein Doktor, der ja nur eine Dissertation abgeliefert hat, auf der Anrede mit seinem Titel, den er sich in langen Berufsjahren erworben hat, bestehen, was einfach nur lächerlich wäre.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Gebetsmühle 16.02.2011, 17:43
8. ich beteuere... mit meinem ehrenwort

Zitat von Alias_aka_InCognito
"In der Promotionsordnung der Universität Bayreuth, die für Guttenbergs Fall wichtig ist, heißt es: "Waren die Voraussetzungen für die Zulassung zur Promotion nicht erfüllt, ohne dass der Kandidat hierüber täuschen wollte, und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung der Urkunde bekannt, so wird dieser Mangel durch das Bestehen der Doktorprüfung geheilt." Das heißt in etwa: Sollte Guttenberg nicht nachgewiesen werden, dass er wissentlich geschummelt habe, war alles in Ordnung."
das ist glaub eine grobe fehlinterpretation. die dissertation ist keine vorraussetzung für die zulassung zur promotion, sondern ein teil der promotion. der artikel betrifft nur das absolvierte studium und das polizeiliche führungszeugnis. übrigens hat er sehr wohl wissentlich betrogen, wenn er seitenweise texte unzitiert übernimmt.

Zitat von Alias_aka_InCognito
Stimmt so nicht, denn diese Regel besagt, dass Gutti sein Dr. behalten kann, wenn er unberechtigterweise, aber unwissentlich zur Promotion zugelassen wurde.
nein. die zulassung betrifft die abschlussnote des studiums. wenn später bekannt würde, dass er das staatsexxamen erschlichen hätte, dann würde das nix mehr ausmachen. ein plagiat bei der dissertation führt so viel ich weiß immer zum entzug des tittels.

Zitat von Alias_aka_InCognito
Im Klartext bedeutet das, dass wenn er sich zur Promotion angemeldet hat, ohne alle Voraussetzungen zu haben, zum Beispiel Notendurchschnitt oder andere Qualifikationen, und er beteuern kann, dass es unwissentlich seinerseits war, so gilt die Doktorprüfung dennoch als bestanden.
unsinn. beteuerungen nützen da gar nix.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
demophon 16.02.2011, 17:48
9. Dr.

Wenn, wie im Artikel bechrieben, bei einer stichartigen Überprüfung vor zehn Jahren schon ein Drittel aller Dissertationen Plagiate waren, wie hoch muss der Anteil erschummelter Promotionen erst heute sein und was ist dann ein Doktortitel überhaupt noch wert?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 8