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Umstrittene Mathe-Prüfung: "Man darf sich auch mal verrechnen"
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Lehrer aus ganz Deutschland empören sich über die zentrale Matheprüfung für Zehntklässler in Berlin und Brandenburg: Die Aufgaben seien zu leicht gewesen. Ulrich Kortenkamp, Professor für Mathedidaktik, widerspricht.

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quadraginti 21.06.2016, 18:25
10. Ganz einfach

(2 hoch 3) hoch 6:

6
3
2

2 hoch 3 = 8. (nämlich 2 x 2 x2)
Das hoch 6= 8x8x8x8x8x8

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tpro 21.06.2016, 18:25
11.

Zitat von skeptikerjörg
Wenn ein Schulsystem so schlecht ist, dass es den Schülern bis zur 10. Klasse nicht mehr vermitteln kann, dann müssen eben Prüfungsaufgaben zum Erreichen der Mittleren Reife so aussehen. Schließlich ist ja politisch gewollt, dass möglichst viele bestehen. Die Absolventen berechnet und planen dann den neuen Flughafen.
Eben.

Und als ich den folgenden Satz im Interview las, wußte ich, wohin der Zug fährt:

"...Gerade Kinder mit Migrationshintergrund scheitern vielleicht schon am Wort Plastikkapsel..."


Wir passen das Niveau an den schlechtesten Schüler an und alle bestehen. Jeder ist glücklich. Außer den späteren Arbeitgebern, die sich mit Nixwissern rumschlagen müssen.

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lazarus.beutelmoser 21.06.2016, 18:26
12. Super-Pädagoge

Anläßlich der Abschlußprüfung über geeignete Fördermaßnahmen für die vergangenen 10 Schuljahre nachdenken. Ich fasse es nicht. Erinnert sich noch jemand an den Witz über die Gesamtschulen (aka Lukas Podolski-Gymnasium)? Von wegen ...und demonstriere gegen das Ergebnis. Es ist soweit.

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romilopez 21.06.2016, 18:33
13. Es wird überall getrickst

Ich bin selbst Lehrerin und seit dreizehn Jahren im Dienst. Schon nach so kurzer Zeit müsste ich bei Schülern, die damals von mir eine Vier bekommen haben, Abbitte leisten. So rasant ist der Leistungsverfall. Und es ist politisch und schulpolitisch so gewollt: Nur so funktioniert, dass die Mehrheit eines Jahrganges auf das Gymnasium geht, dass die verbindliche Schulempfehlung wegfällt, dass das Sitzenbleiben abgeschafft wird. Und man verlangt von den Lehrern, dass sie die Minderleistung auch noch als eine ganz tolle Leistung verkaufen. Da ein Lehrer nicht gegen eine ganze Klasse arbeiten kann, muss er seinen Unterricht und seine Leistungskontrollen anpassen. Die Schulleitung hat da explizite und implizite Druckmittel.
Nur ein Beispiel, wie zum Beispiel bei der Realschulprüfung in Baden-Württemberg getrickst wird: Es werden in Deutsch schon auch schwierigere Themen durchgenommen, aber bei der Prüfung bekommt der Schüler vier Themen zur Auswahl, wobei eine davon vom Niveau her weitabfällt. Die nehmen dann 80%. In Mathe gibt es einen Pflichtteil, der mehr als banal ist: Alleine, wenn man ihn gelöst hat, ist einem schon eine Drei sicher. Die schwierigeren Aufgaben kommen alle im Wahlteil. In Englisch: Der Grammatik-und Rechtschreibteil wird stark gekürzt bzw. dafür werden wenige Punkte gegeben.

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cyn 21.06.2016, 18:45
14.

Zitat von wolf39
Mit den Ziffern 2, 3 und 6 ist die größte Zahl 6 hoch 32. Wäre das die richtige Lösung gewesen?
Die Fakultät 632! ist spontan die größte die mir einfällt. Aber es gibt natürlich noch viel größere, die aber wahrscheinlich nicht benutzt werden dürfen weil das Konzept im Unterricht noch nicht vorkam. 3 hoch 62 ist übrigens größer als Ihre Zahl!

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Scum 21.06.2016, 18:45
15. Textaufgaben sind die Pest

In der Germanistik ist wohlbekannt, dass Textaufgaben in der Mathematik meist so unverständlich gestellt sind, dass es oft ein Ratespiel ist, sie zu beantworten.
Darüber hinaus werden auch grundlegende Rechenverfahren wie das Ableiten auf schwachsinnige Weise unterrichtet. Schaut man in ein beliebiges Mathematikbuch stehen völlig irreführende Ableitungen für die ln-Funktion und die Exponentialfunktion drin.
Aufgrund derartiger Tatsachen ist der Mathematik-unterricht für die meisten Schüler ein erhebliches Ärgernis.
Ich frage mich, wofür Mathematikdidaktier bezahlt werden. Wenn man sieht, was sie so hervorbringen, sollte man sie lieber abschaffen.

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misterxyz0815 21.06.2016, 18:47
16. Kein Wunder, dass er Anspruch fällt..

wenn auch an der Spitze (Prof) der Anspruch nicht da ist:

In den skand. Ländern gibt es keine Schulpflicht, sondern nur ein LERNRECHT, das heißt jedes Kind soll am Ende der Sek2 befähigt sein zu rechnen, zuschreiben/Lesen und logisch zu denken.

Wenn nun ein Mathe Prof mein die Aufgabe wäre nicht zu leicht und irgendwas von Semantik anführt, versteht er nicht, dass die Kinder ein Recht haben sollten ein bestimmtes Niveau erreicht zu haben.
Wird dies nicht geprüft, und das wird es auch in den skand Ländern (nur nicht zwingend jedes Jahr), so wird dies spätestens in der Realität geprüft. Und wenns der Meister nicht machts, prüfts der Weltmarkt und dann war es das mit der Kohle/der Arbeit/dem Bip.

Kurz: jeder Schüler sollte ein Recht haben, dass die mit der Bildung beauftragten Menschen ein Interesse haben ihm ein Grundwissen zu vermitteln.

Und dieses anzustrebende Niveau ist absolut. Im Fall der Mathematik heisst dies Beherrschung der Arithmetik etc.

Solange man aber solchem Geschwafel Vorschub leistet wird man den Schülern niemals Gerecht werden.

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hal9000b 21.06.2016, 18:51
17.

Ich habe die Aufgaben nur mal kurz überflogen. Es sind ja nicht alle Aufgaben so simpel. Es können also auch bessere Schüler zeigen, was sie können. Ich bezweifele außerdem, dass so mancher Abiturient oder sogar Student alle Aufgaben richtig lösen könnte.

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JaquesLafitte 21.06.2016, 18:52
18. Um Himmels Willen!

Bin seit etlichen Jahren Lehrer auch für Mathematik, aber mit Verlaub und allem gebührenden Respekt, die Ausführungen diese Lehrstuhlinhabers lesen zu müssen, ist schwerverdauliche Kost. Setzt diesen Menschen bitte sofort an eine Schule um, dort kann er seine Ideen umsetzen und Wissen täglich an die Kinder bringen, aber nicht weiterhin in der Lehrerausbildung tätig sein.
Derlei Aussagen zur Kenntnis nehmen zu dürfen, nun da wundert einen die Schulrealität nicht mehr.
Tschüss Herr Oberlehrer und ab an die Schülerfront!

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it--fachmann 21.06.2016, 18:52
19. Kinder schonen

Seit Jahrzehneten gebe ich hin und wieder begabten Migrantenkindern, die eine höhere Bildung anstreben, Nachhilfe in Mathematik. Vor ein paar Jahren hatten ich einen Jungen aus der 12. Klasse und habe nicht schlecht gestaunt welchen Leistungsdruck man da im Laufe der Zeit aufgebaut hat. Das Niveau der Linaeren Algebra in der 12. Klasse ist etwa so wie bei uns früher im 1. Semester an der Universität bei Mathematik- und Informatikstudenten. Und das muss nicht sein, denn aus uns älteren Semestern ist auch ohne diesen Leistungsdruck etwas geworden - sei es für die Arbeit oder die Gesellschaft. Für Kinder und Jugendliche gibt es auch noch ein Leben ausserhalb der Schule. Auch Spielen fördert geistige Fähigkeiten und soziale Kompetenz im Kreis von Gleichaltrigen zu erwerben ist sicher wichtiger, als das Berechnen eines Eigenwertes - was zudem die wenigsten in ihrem späteren Leben können müssen.

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