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Umstrittene Zuteilung: So tricksen Eltern ihre Kinder auf die Wunschgrundschule
DPA

Der Wohnort der Familie bestimmt meistens die Grundschule der Kinder. Doch viele Eltern wollen sich damit nicht abfinden - und legen sich Scheinadressen zu. Doch wehe, der Betrug fliegt auf.

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no_reservations 24.02.2016, 11:44
1. wir soll sich die Situation

in diesen Bezirken denn dann verbessern, wenn nicht mal die Eltern im Einzugsgebiet ihre Kinder auf die entsprechenden Schulen schicken? Wohnen ja, Schule dort besuchen nein? Da sicher auch gerade die Schulen in den entsprechenden Miet- und Quadratmeterpreisen eingepreist sind, sollte man sich wohl eher nicht beschweren, wenn man das bekommt, was man bezahlt. Ähnliches Verständnis hab ich für Leute, die neben einen Flughafen oder eine Bahnstrecke oder Autobahn ziehen, günstig Baugrund erworben haben und dann noch die Lärmbelästigung wegklagen wollen. Versuchen kann man es ja...
Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn Dinge an Schulen oder anderswo schieflaufen, wenn ansonsten gebildete Mitbürger das System derart unterminieren...

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Seraphan 24.02.2016, 11:52
2.

Das nennt man Selbsthilfe. Wenn der Staat nicht in der Lage ist, einigermaßen für Gleichwertigkeit der Schuleinrichtungen zu sorgen, muss man zur Selbsthilfe greifen.

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skylarkin 24.02.2016, 12:01
3.

So kommt es, dass hier in HH an sowieso schon benachteiligten Schulen die Quote an Kindern mit Migrationshintergrund noch höher ist, als sie dem Umfeld nach sein müsste. Dies führt zu einer immer stärkeren Segregation im Bildungsbereich und zwar von Anfang an. Da hört bei vielen Eltern halt die Nächstenliebe auf, wenn dem Kind Benachteiligung droht.

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stempelchen 24.02.2016, 12:06
4. Warum sollen die Eltern im Wedding...

Zitat von no_reservations
(Wie soll sich die Situation) in diesen Bezirken denn dann verbessern, wenn nicht mal die Eltern im Einzugsgebiet ihre Kinder auf die entsprechenden Schulen schicken?
...ein anderes Sozialverständnis haben als die Eltern in Dahlem? Nur weil sie im Wedding wohnen dürfen sie doch für ihre Kinder ebenso das vermeintlich Bestmögliche wünschen und versuchen durchzusetzen!

Wir haben das ähnlich gemacht. Bei der Wahl, ob integrierte Gesamtschule oder Gymnasium haben wir ganz nach Eigensinn entschieden. Das war sogar legal.

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muttisbester 24.02.2016, 12:07
5. gescheiterte Schulen sofort schließen!

ich bin für den Amerikanischen/britischen Ansatz:
Wenn Schulen zweimal scheitern, also wenn sie nur Schulversager oder zu schlechte Schüler produzieren sollten sie geschlossen werden.
Ohne wenn und aber!
Klappt in England mittlerweile sehr gut. Da gibt es eine jährliche Tabelle, danach wird gehandelt. Lehrer/Direktoren/Schüler werden dann eben ausgewechselt.
So ein Neustart hat ja auch bei der berüchtigten Rütlischule funktioniert.
Und vielleicht sollte man eben auch Grundschüler mit Migrationshintergrund mit Zwangsmaßnahmen in die besseren Stadtteile zur Schule schicken. Kann ja nicht sein, dass nur "besseren" Eltern ihre Kinder umverteilen.

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themistokles 24.02.2016, 12:09
6.

Zitat von no_reservations
in diesen Bezirken denn dann verbessern, wenn nicht mal die Eltern im Einzugsgebiet ihre Kinder auf die entsprechenden Schulen schicken? Wohnen ja, Schule dort besuchen nein?
Das Gleiche habe ich mir auch gedacht. Scheinbar ist die Nachbarschaft die ganze Zeit über kein Problem, man feiert sich selbst wahrscheinlich auch noch als tolerant. Aber wehe, die Kinder müssen die gleiche Schule besuchen...

Zum Thema an sich: Was früher kein Problem war, soll jetzt ein Problem sein? Ich selbst war mit vielen Kindern mit Migrationshintergrund in der Grundschule (Anfang 80er). Ist trotzdem was aus mir geworden (so denke ich jedenfalls...)

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ctwalt 24.02.2016, 12:09
7. VW = Böse

Der vorsätzliche Betrug, um das Kind an die Wunschschule zu bekommen, natürlich legitim. Deutschland, deine Sitten ............ :-(

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mats73 24.02.2016, 12:11
8. eigentlich verwerflich, aber

richtig, langfristig ist das ein Problem, denn damit werden Verhältnisse zementiert und Problemschulen verfestigt.
Auf der anderen Seite haben Eltern eine Fürsorgepflicht für das Wohl ihres Kindes!
es ist nicht akzeptabel von Eltern zu verlangen, das Wohl ihres eigenen Kindes zu opfern - und das zu Gunsten einer möglichen langfristigen minimal besseren Entwicklung der Schule.... mit dem Zweck, dass die betreffende Schule in 20 Jahren einmal besser da steht.

Aus Sicht der Eltern ist das Verhalten Notwehr, und menschlich durchaus verständlich - ich weiß nicht, ob ich nicht unter ähnlichen Umständen genauso gehandelt hätte (aber die Frage nach einer alternativen Schule stellt sich auf dem QuasiDorf oft einfach nicht/zum Glück oder leider liegt im Auge des Betrachters).

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metastabil 24.02.2016, 12:11
9.

Zitat von Seraphan
Das nennt man Selbsthilfe. Wenn der Staat nicht in der Lage ist, einigermaßen für Gleichwertigkeit der Schuleinrichtungen zu sorgen, muss man zur Selbsthilfe greifen.
Wenn aber Eltern zu solch einer "Selbsthilfe" greifen, um ihrem Nachwuchs zur gewünschten "guten" Schule zu verhelfen, wird gleichzeitig jede Möglichkeit des Landes torpediert, eine, wie sie es ausdrücken, Gleichwertigkeit der Schulen herzustellen.

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