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Umstrittene Zuteilung: So tricksen Eltern ihre Kinder auf die Wunschgrundschule
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Der Wohnort der Familie bestimmt meistens die Grundschule der Kinder. Doch viele Eltern wollen sich damit nicht abfinden - und legen sich Scheinadressen zu. Doch wehe, der Betrug fliegt auf.

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ichbindannmalfort 24.02.2016, 12:13
10. In einigen Hamburger Vierteln längst üblich

Ich kann die Sache mit den Schein-Adressen zu 100 Prozent bestätigen. In Hamburg ist das so. Unser Kind geht in Pöseldorf auf die Grundschule Turmweg - unweit übrigens von der Flüchtlings-Einrichtung Sophienterasse, die von einigen Anwohnern jahrelang juristisch bekämpft wurde. Allein in der Ersten Klasse sind etliche Kinder, die in ganz anderen Stadtteilen wohnen. Ihre Eltern hatten sich, weil die Grundschule einen "guten Ruf" hat, rechtzeitig vor der Einschulung Schein-Adressen organisiert. Das ist allgemein bekannt.

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sumatrabarbe 24.02.2016, 12:13
11.

In unserer Stadt in Niedersachsen gilt diese Pflicht zur festgelegten Schule leider auch für Gymnasien, so muss mein sportlich nicht interessiertes Kind an einer 'sportbetonten' Schule lernen, statt am Gymnasium unserer Wahl. Das entscheidet sich tatsächlich an 50m Luftlinie. Erst nach Klasse 10, zur Oberstufe, ist ein Wechsel möglich, den alle meine Kinder dann gemacht haben. Nicht nur die 'Sportbetontheit', auch das Schulklima, die Lehrer, die Art, wie Schule gehandhabt wird, sind am Gymnasium unserer Wahl deutlich besser. Schade, dass wir nicht die Wahl haben. Sinnvoll ist diese Pflicht zum Besuch einer bestimmten Schule nur für Grundschulen, und hier auch nur mit Einschränkungen (wir hätte auch da eine andere, nicht weiter entfernte Schule gewählt).

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dergroßeradler 24.02.2016, 12:14
12. Hörensagen zur Schulqualität?

Man kann ja verstehen, dass Eltern sich Gedanken über die Schule der lieben Kleinen machen - haben wir auch getan. Die große Frage ist aber, wieviel der "Information" über die Schule in der Nachbarschaft tatsächlich faktenbasiert ist und wieviel Hörensagen ist. Siehe auch den Artikel: Von einer Schule hatte die Mutter nur Schlechtes gehört, angeblich müssten alle immer das Gleiche machen (also keine Differenzierung). Das eine Lehrerin ein solches Pauschalurteil über ein ganzes Kollegium zum Anlass niemand, für ihr Kind eine andere Schule zu suchen, das macht stutzig.

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Teilzeitalleinerzieherin 24.02.2016, 12:19
13. @no-reservations:

In Frankfurt kann man sich als Normalverdiener (zugegeben. eine seltene Spezies in FFM) eine Wohnung dort, wo die guten Schulen sind, schlicht nicht leisten. Also zieht man ins Neubaugebiet in der Nähe der Bronx. Und hat die Bronx dann in der Grundschule neben dem eigenen Nachwuchs sitzen. Was an sich nicht so tragisch wäre, wenn es in FFM nicht das Prinzip gäbe, dass an einer staatlichen Schule alles und jedes gefördert wird nur der ganz normale nicht- prekäre, nicht- geflüchtete, nicht- migrationshintergrundhabende Nachwuchs nicht. Nicht ohne Grund haben wir hier eine Privatschülerquote von 20%. Und ja, wenn ich irgendwie die Möglichkeit gehabt hätte, meinem Kind die ihm zugewiesene Schule zu ersparen, hätte ich sie genutzt. Egal ob legal oder illegal.

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schamot 24.02.2016, 12:21
14. Schulzuweisungen - Ghettoisierung

Die Schulzuweisung soll, da ärmere nicht in Villengegenden leben, jene Kinder von den Reichenkindern fern halten. Und da Reiche auf jeden ct achten, schicken sie lieber ihre Kinder nicht auf Privatschulen, die sie zahlen müßten, sondern bilden "Privatschulen" (ausgewählte Schüler mit ausgewählten Lehrern) in ihrem Bezirk auf Staatskosten. Kenne Politikerkinder, die absichtlich auch von der Realität verngehalten werden sollen, um nicht zu erfahren, daß es Arme gibt!

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santoku03 24.02.2016, 12:23
15.

Zitat von muttisbester
Und vielleicht sollte man eben auch Grundschüler mit Migrationshintergrund mit Zwangsmaßnahmen in die besseren Stadtteile zur Schule schicken. Kann ja nicht sein, dass nur "besseren" Eltern ihre Kinder umverteilen.
Das ist eine super Idee, im Ernst. Es müssen ja keine Zwangsmaßnahmen sein. Man könnte den Schulen, die einen geringen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund haben, verordnen, nach einem bestimmten Schlüssel Kinder aus "Problemvierteln" aufzunehmen und diese Plätze den betreffenden Eltern anbieten. Es gibt sicher auch in diesen Vierteln Eltern, die sich für ihre Kinder eine bessere Bildungschance wünschen.

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frank-thiele 24.02.2016, 12:25
16. Ja zu Multikulti

aber bitte nicht mit den eigenen Kindern

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analyse 24.02.2016, 12:26
17. Die linken Widersprüche:

Eltern haben das Recht zu bestimmen ob ihre Kinder aufs Gymnasium kommen ! Alle müssen gefördert werden !usw.usw. Wenn aber die Eltern zwischen guten und schlechten Schulen zu unterscheiden wissen,dürfen sie (bei Strafe!) nicht die bessere Schule für ihre Kinder auswählen ?! Gilt das Recht auf Bildung und Förderung nur für bestimmte Kinder ?

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paddler0 24.02.2016, 12:32
18. Betrug

Günstig wohnen wollen, aber das Kind in die beste Schule senden wollen. Sorry, aber da muss man einfach Kompromisse machen. Wer in Problemviertel zieht, weil er/sie nicht das Geld für etwas anderes aufwenden kann oder nutzen möchte, der/die muss damit leben, dass die Schule nicht dem entsprechend war er/sie sich vorstellt.
Punkt.

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dumovic 24.02.2016, 12:32
19. Scheiß Schule

Zitat von no_reservations
Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn Dinge an Schulen oder anderswo schieflaufen, wenn ansonsten gebildete Mitbürger das System derart unterminieren...
Das Schulsystem ist nun mal beknackt, egal ob Mitbürger das System betrügen oder nicht. Natürlich versuchen Eltern, für Ihre Kinder eine möglichst geeignete Schule zu finden.
Wenn die Schulen einen einigermaßen gleichen Standard hätten, würde nur der Schulweg entscheiden. Dem ist aber leider nicht so. Es fängt schon bei der Qualität der Ganztagsbetreuung an. Danach muss sich schließlich der Alltag der Familie richten.
Oder wenn die Schule auf absehbare Zeit keine Sporthalle nutzen kann, weil die jetzt als Schlafraum genutzt werden soll. Dort schicke ich doch nicht mein Kind hin.
Dieses System zu unterminieren, ist moralisch vollkommen in Ordnung.

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