Forum: Leben und Lernen
Ungerechte Grundschullehrer: "Auch der intelligente Kevin ist dumm dran"

Die Wissenschaftlerin Astrid Kaiser hat die Lehrer gegen sich aufgebracht: Eine Studie ihres Lehrstuhls zeigt, dass Grundschulpädagogen kleinen Kevins weniger zutrauen als Simons. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE verrät sie, mit welchen Namen Kinder verloren haben - und mit welchen sie gewinnen.

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Gandalf Spon 19.09.2009, 10:18
80. Link zu der Masterarbeit

Zitat von bassbariton
Sehr geehrter Oliver Trenkamp. Gibt es evt, einen Link, zum Nachlesen der besagten Studie?
Siehe dort: http://forum.spiegel.de/showpost.php...&postcount=525

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pi.daun 19.09.2009, 10:18
81. ???

Zitat von suum.cuique
wissen wir auch warum auf dem Wahlzettel in den USA keine Bilder drauf sind. Obama waere sonst nie Praesident geworden. Alle dachten wohl er waere der Typ mit dem Vollbart und Turban, oder wie?
Was wollen Sie jetzt damit sagen?

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drhk 19.09.2009, 10:39
82. Über Grundschullehrer

Wenn ich mir diejenigen meiner damaligen Mitschüler vor Augen führe, die am Ende Grudschullehrer geworden sind, dann muss ich feststellen:
Es waren durgehend die, denen ich diesen Beruf am allerwenigsten nahegelegt hätte.

So bemerkenswert die Studie ist, das Ergebnis überrascht mich nicht im geringsten. Ich würde mir sogar zutrauen, das Ergebnis anderer Studien unter Einbezug von Grundschul- oder Gymnasiallehrern vorherzusagen, die man durchführen könnte.

Im Grunde ist es eher überraschend, dass nicht 94% aller Grundschullehrer(innen) Justin, Mandy, Jaqueline oder Jessika, heissen ...

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Andreas Rolfes 19.09.2009, 10:44
83. Namen rufen immer Assoziationen hervor...

Zitat von
SPIEGEL ONLINE: Frau Kaiser, welchen Namen würden Sie Ihrem eigenen Kind auf keinen Fall geben? Astrid Kaiser: Adolf.
Woran das wohl liegt? Mit wem das Kind mit dem Namen wohl immer in Verbindung gebracht würde?
Ich frage mich: rufen Namen wie Josef, Heinrich, Hermann oder Wilhelm die gleiche Reaktion hervor?

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Osis 19.09.2009, 11:02
84. bla

Ich kenne einen Fall, wo 4 Kevins in einem Schuljahr von der gleichen Schule geflogen sind. Alle mit ähnlichem sozialen Hintergrund.

Ich kenne einen Justin, 13 Jahre alt, gut bürgerlich, Bauernhofkiund und Klassenprimus. Zu recht.

Ich kennen Kinderarzthelferin die wetten, wenn Mütter hereinkommen, wie das Kind heißten wird. Und sie haben eine gute Trefferquote.

Es liegt nicht am Name, sondern am sozialen Umfeld. Und gewisse Gruppen tendieren zu gewissen Namen. Das ist ein alter Hut, kein Klischee. Ungerecht ist die Gesellschaft, die Namensgebung ist nur Symptom.

Wenn wir den Anteil der Bildungsbürger steigern, werden es automatsich weniger problematisch Kevins, Mandys und Justins.

Also was soll die Aufregung... ;-)

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MonaM 19.09.2009, 11:18
85. Unterschichten-Namensgebung

Zitat von sysop
...dass Grundschulpädagogen kleinen Kevins weniger zutrauen als Simons. ...mit welchen Namen Kinder verloren haben - und mit welchen sie gewinnen.
Ich kann die Reaktion der Lehrer gut verstehen, denn mir selbst geht es genauso - auch wenn es ungerecht sein mag. Vor einiger Zeit brachte das Unterschichtenfernsehen einen Beitrag über ein jugendliches Berliner Brüderpaar, das sich offenbar derart asozial aufgeführt haben musste, dass man es nach Peru (!) zur Resozialisierung schickte. Die beiden Hübschen hießen - na, wie wohl - Jeffrey und Justin! Allein diese Namen stigmatisieren die Kinder für ihr Leben.

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ray4901 19.09.2009, 11:35
86. Peru

Zitat von MonaM
Ich kann die Reaktion der Lehrer gut verstehen, denn mir selbst geht es genauso - auch wenn es ungerecht sein mag. Vor einiger Zeit brachte das Unterschichtenfernsehen einen Beitrag über ein jugendliches Berliner Brüderpaar, das sich offenbar derart asozial aufgeführt haben musste, dass man es nach Peru (!) zur Resozialisierung schickte. Die beiden Hübschen hießen - na, wie wohl - Jeffrey und Justin! Allein diese Namen stigmatisieren die Kinder für ihr Leben.
Sie haben ja soo recht! Die Jungs haben ja wohl etwas mit Peru zu tun, deshalb die Nacherziehungsverfügung. Und dann müssten Sie eher Jose und Jaime heissen, um dort nicht diskriminiert zu werden. Vielleicht hat man einen Kompromiss zwischen Deutsch und Spanisch gesucht. Alexander oder Andreas wäre für halbe Latinos ja auch eher belastend gewesen. Da müsste das Unterschichtenfernsehen, das wir beide nicht regelmässig benutzen, Klarheit schaffen können. Es gibt ja mehr und mehr Lifestreams dazu (Link?)

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christinahh 19.09.2009, 11:44
87. im Zweifelsfall

Zitat von Der andere Genosse
Und...Ihre Lebenserfahrung scheint doch mehr als begrenzt zu sein...denn einer unserer Zulieferer wird von so einem Punk geleitet, was nach Ihrer Meinung ja nicht sein kann. Und er macht seinen Job gut...volle Auftragsbücher für seine 30 Leute...Also, einem Punk traue ich im Zweifelsfall mehr zu als so vorurteilsbeladenen Menschen wie Sie es sind...
Die Lebenserfahrung sagt,
dass ein Punk sehr wahrscheinlich kein erfolgreicher Geschaftsmann ist,
dass einer der Spingerstiefel, Bomberjacke und eine rasierte Glatze trägt sich wahrscheinlich der rechtsextremen Szene bekennt, und
dass einer, der sich das Gesicht weiß und rot bemalt, eine rote Pappnase und ein seltsames Kostüm trägt wahrscheinlich ein Clown ist.
Ausnahmen bestätigen die Regel.

Solche Regeln sind überlebensontwendig. Wnn der Mensch mit Springerstiefeln und Bomberjacke einen Baseballschläger mit beiden Händen festhält und mit ein paar Artgenossen im Pulk auftritt würde ich jedenfalls - aus einem Vorurtel heraus - die Kontaktaufnahme vermeiden und mich vom Acker machen.
Was würden Sie als voruteilsfreier Mensch tun?

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Gabri 19.09.2009, 12:00
88. Titel

Meinen eigentlich alle, die hier den Lehrern Vorurteile vorwerfen, dass diese es nötig haben, Unterschichtenkinder anhand ihres Vornamens herauszufiltern. Bereits am ersten Schultag, spätestens am ersten Elternabend haben Grundschullehrer Gelegenheit, die Eltern der Kinder kennenzulernen und dieser Eindruck prägt die Erwartung an das Kind wesentlich stärker als sein Vorname. Genau wie man in öffentlichen Verkehrsmitteln sofort erkennt, ob man mit einer Gruppe Hauptschüler oder Gymnasiasten unterwegs ist, sind Sprache, Äußerlichkeiten und Verhalten der Eltern häufig, ja fast immer einem bestimmten Schichten- oder Bildungsniveau zuzuordnen. Wer das abstreitet, macht sich selbst etwas vor oder befindet sich in der pc-Falle.

Dass diese, ich nenne sie mal Ersturteile, in Bezug auf den einzelnen Schüler falsch sein können und sich fatal auf die Beurteilung seiner Leistungen auswirken können, ist unbestritten, zumal sich das Ganze fortsetzt bis zur Empfehlung für die weiterführende Schule. An „unserer“ Grundschule sagte die Klassenlehrerin mir mal ganz offen, dass sie bei Kindern aus bildungsfernerem Elternhaus im Grenzfall eher eine Realschul- anstelle einer Gymnasialempfehlung aussprechen würde, weil diese Kinder bei schulischen Problemen nicht auf die Unterstütung ihrer Eltern zählen könnten. Also hier tun sich noch ganz andere Abgründe auf als das Vor-(urteil) gegenüber der Namensgebung.

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MonsieurAlex 19.09.2009, 12:35
89. Unbefugte unter sich....

Die Studie sticht wohl in ein Wespennest. Die Foristen weichen zum großen Teil leider nur ins selbstreferentielle Gefasel aus, sprich: Ich bin heiliger als Du! Patriarchalische Märchen feiern fröhliche Urständ. Nach 60 Jahren Demokratie ein erbärmliches Ergebnis. "Wie der Herr, so´s Gscherr". Oder für die Bildungsaffinen: "Der Geist, den Ihr den Geist der Zeiten heißt, ist nur der Herren eigener Geist, in dem die Zeiten sich bespiegeln."(Goethe)

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