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Uni-Chaos 2011: Umfahren Sie den Hörsaal-Stau

Die Reifeprüfung ist bestanden, die Uni lockt - doch Doppel-Abi und Wehrpflicht-Ende machen das Gedränge an den Hochschulen dieses Jahr besonders groß. SPIEGEL ONLINE stellt Strategien vor, mit denen Studenten der Flut im Hörsaal entgehen können.

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heineborel 30.08.2011, 12:59
10. ...

Zitat von fabian03
Es hätte dem Autor gut zu Gesicht gestanden wenn er sich vor dem Schreiben mal mit den Realitäten befaßt hätte. In ganz Deutschland sind noch ca. 28.000 Studienplätze frei. in einzelnen Bundesländen teilweise mehrere tausend. Es ist sicherlich wahr, das es einzelne Studiengänge gibt, die überlaufen sind, für die Masse trifft das aber keineswegs zu. Es stimmt auch, das sich die Uni- und HS Präsidenten die Haare raufen, aber nicht weil es zuviele sondern zu wenige Studenten gibt.
Teilweise haben Sie recht, es trifft vielleicht nicht die Masse der Studiengänge, aber wohl schon die Masse der Studenten. Wenn in Sinologie statt 50 nun 55 Studenten ein Studium beginnen ist das keine Katastrophe. Was ich aber an der Uni, an welcher ich arbeite feststelle, ist dass in den "beliebten" Studiengängen wie Wirschaftwissenschaften und Jura bereits zum Sommersemester 2011 wesentlich mehr Erstsemester erschienen als die letzten Jahr. Statt ca. 400 sitzen in manchen Veranstaltungen schon fast 600. Für eine Einfürhungsveranstaltung in Mathe werden dieses Wintersemester 800 statt der üblichen 500 Studis erwartet. Das heißt das statt der sonst üblichen 50 Studenten nun ca. 80 Studenten von einem Tutor betreut werden... Da nähert man sich dann schon Zuständen, unter denen man selber nicht unbedingt studieren möchte...

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+.+ 30.08.2011, 13:10
11. U=r*i

Zitat von ScOuRgE_
Dann geh ich doch lieber in meine E-Technik Veranstaltungen mit 10-30 Teilnehmern, da bekomme ich praktisch staatlich bezahlten Privatunterricht vom Prof.
Schon im Hauptstudium oder Master? Wenn nicht warten Sie mal ab, da können sie sich auch Vorlesungen raussuchen die in Profs Büro abgehalten werden... Mehr Betreuung braucht kein Mensch ;)

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pumuckel99 30.08.2011, 13:46
12. Das wird ein Chaos

Ja im nächsten Jahr wirds echt interessant...doppelter Abijahrgang und kein Zivi mehr sowie Bundeswehrzahlen sinken...tippe auf 3-4 mal soviele Menschen, die ein <a href="http://studienwahl-deutschland.de">Studium</a> beginnen möchten...und die Unis haben schon erklärt, dass es nur sehr wenige neue Studienplätze gibt

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ernstl1704 30.08.2011, 13:49
13. Tipp

Der einzig halbwegs brauchbare Tipp war der mit den "Exotenfächern". Wobei es hier nicht um Dinge geht die keiner braucht, sondern es gibt zu den hin und wieder überlaufenen/ausgebuchten Hauptfächern wie z.b. auch Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen, Studiengänge die zu 90% den selben Stoff anbieten aber speziellere Namen haben, wie w.g. mit Umwelttechnik, regenerative Energien. Einfach mal an den Hochschulen neben die Hauptfächer schauen was da so angeboten wird. Man kann dann im übrigen wenn man denkt, das spezielle ist doch nichts oder engt auf dem Arbeitsmarkt ein, nach 3 oder 4 Semestern den Studiengang wieder wechseln, holt noch 2 Fächer nach und ist wieder allgemeiner Maschinenbauer.

Ansonsten kann ich auch nur bestätigen was hier schon angesprochen wurde, dass die Welle nicht wirklich überall ankommt, viele Hochschulen, bzw. Studiengänge sogar weniger Bewerber haben als voriges Jahre.
Ich denke viele jungen Leute gönnen sich auch einfach mal ein Jahr Auszeit weil sie Angst gemacht bekamen vor der "Welle".

Dazu kommt, dass es tendenziell viel mehr Bewerbungen gibt, weil sich viele auf mehr Stellen beworben haben um sicher was zu bekommen. Man kann aus Bewerbungen also auch nicht hoch rechnen auf die Studierendenzahlen, die es dann wirklich werden am Schluss.

Ein weitere Tipp ist noch, nicht das übliche nehmen bei den Studienstandorten, natürlich wollen alle nach Hamburg, Berlin und München aber vielleicht sollte man sich seinen Studienort auch nach Berufsinteresse und nicht nach Qualität der Partys aussuchen.

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gurrke 30.08.2011, 13:49
14. Ach,

alles halb so wild. In der ersten Vorlesungswoche eines Semesters sind die Vorlesungen immer total überfüllt, eine Woche später ist noch die hälfte da und nach 3 Wochen hat sich alles auf ca. 1/3 der eigentlichen Teilnehmerzahl eingependelt.

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Alias_aka_InCognito 30.08.2011, 13:50
15. E-Technik ist harte Arbeit

E-Technik ist ein Fach, das keinen direkten Bezug hat zur erfahrbaren Welt. Das Verständnis für den Stoff muss man sich in mühevoller Vertiefung erarbeiten und ein untrügliches Gefühl für höhere Mathematik haben, während in anderen Fächern vieles intuitiv aus der unbemittelbaren Erfahrung aus dem Alltag hergeleitet werden kann. Auch ist das räumliche Vorstellungsvermögen nicht dermaßen gefordert wie bei E-Technik.

Ich habe während meines Studium nebenbei noch in der Montage eines Elektrokonzerns gearbeitet. Die 8-Stunden-Schichten waren da eine echte Erholung, um mal geistig abzuschalten.
Kurz gesagt, die Ingenieurwissenschaftler sind echte geistige Malocher, und leider gibt es heutzutage eine in jeder hinsicht arbeitsscheue, hedonistische Jugend.

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themistokles 30.08.2011, 13:51
16. Sondermüllbeitrag

Zitat von Zazzel
Ich habe mich schon oft gefragt, warum man mit einem Abiturschnitt von <=1,5 Germanistik studieren möchte - aus den Leuten könnte wirklich was werden :-)
Ich habe weder Germanistik studiert noch einen Abi-Schnitt < 1,5. Aber ihr Statement, mit Verlaub, kotzt mich an, ebenso die Bezeichnung "Orchideenfächer" (kam nicht von ihnen). Diese Fächer und die Menschen, die das studieren möchten, sind extrem wichtig für unsere kulturelle Bildung und unser Erbe an die Nachkommen. Mit Entsetzen muss ich feststellen, dass immer mehr Universitäten diese Fächer gnadenlos wegstreichen, da sie angeblich kein Prestige und Revenue bringen. Hier geht der grundsätzliche Sinn einer UNIVERSITÄT verloren!

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klowasser 30.08.2011, 13:54
17. gegen titelzwang!

Zitat von ScOuRgE_
Das Problem ist nicht unbedingt, dass heute fast 50% aller Schulabgänger auch studieren können, sondern dass viele davon sich in völlig überlaufene Fächer einschreiben und es in anderen Studienrichtungen einen erheblichen Mangel an Studenten gibt. Die deutsche Jugend von heute ist halt einfach zu blöd und gleichgeschaltet.
Den Leuten wird halt eingeprägt, sie müssten die große Kohle verdienen. Die gibts prinzipiell am einfachsten über BWL:
BWL = Manager = Gewinne maximieren.
Ich selbst bin ganz glücklich, studier' Soziologie, ein Fach welches dank seines schlechten Rufes (Die-werden-doch-alle-Taxifahrer!) noch nie überlaufen war. Seminare meist mit ~10 Leuten, perfekt! :-)

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schoene_welt 30.08.2011, 14:03
18. hehe

Zitat von +.+
...ist auch nie überlaufen, und dank verschiedenster Vertiefungsrichtungen auch für Leute interessant die eigentlich Maschinebau, Informatik oder Physik studieren wollen. (MB: z.B. Mechatronik, INF: z.B. .......
Ja vor allem wenn man die Vorlesungsaufzeichnungen bei den Prüfungen benutzen darf. Ich war echt geschockt über solche Zustände. Die Unis wollen ja wenigstens 50% durchbringen. Der Rest der achso tollen Aboturienten scheitert trotzdem.

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heineborel 30.08.2011, 14:03
19. ...

Zitat von Alias_aka_InCognito
E-Technik ist ein Fach, das keinen direkten Bezug hat zur erfahrbaren Welt. Das Verständnis für den Stoff muss man sich in mühevoller Vertiefung erarbeiten und ein untrügliches Gefühl für höhere Mathematik haben, während in anderen Fächern vieles intuitiv aus der unbemittelbaren Erfahrung aus dem Alltag hergeleitet werden kann. Auch ist das räumliche Vorstellungsvermögen nicht dermaßen gefordert wie bei E-Technik. Ich habe während meines Studium nebenbei noch in der Montage eines Elektrokonzerns gearbeitet. Die 8-Stunden-Schichten waren da eine echte Erholung, um mal geistig abzuschalten. Kurz gesagt, die Ingenieurwissenschaftler sind echte geistige Malocher, und leider gibt es heutzutage eine in jeder hinsicht arbeitsscheue, hedonistische Jugend.
... ich habe im Studium auch eher "dicke Bretter gebohrt", würde mir aber nicht anmaßen, die Geisteswissenschaften als weniger "schwer" zu bezeichnen. Was genau ist denn "schwer"? Für Sie war offensichlich E-Technik nicht so schwer, ich hatte mich damals für Mathe entschieden weil mir dies eher leicht viel. FÜr mich wäre ein Studiengang wie Soziologie vermutlich viel "schwerer" gewesen als Mathe. Sich in ein Sonette von Goethe reinzufuchsen, dies im zeitlichen Kontext zu verstehen und sinnvoll zu interpretieren finde ich persönlich zum Beispiel auch "schwer". Ein Germanist wird dies wahrscheinlich anders sehen. Dafür hat dieser keine Anhnung vom zentralen Grenzwertsatz oder der Fourier-Transformierten... Schwierigkeit sollte eher relativ gesehen werden. Und um auf die hedonistische, arbeitsscheue Jugend von heute zu kommen (jaja, früher war alles besser): auch vor 10, 20 oder 30 Jahren war der "Run" auf E-Technik und Konsorten auch eher gering im Vergleich zu BWL/VWL/Jura. Ich denke nicht, dass dies ein typisches Phänomen der heutigen Zeit ist...

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