Forum: Leben und Lernen
Uni-Chaos 2011: Umfahren Sie den Hörsaal-Stau

Die Reifeprüfung ist bestanden, die Uni lockt - doch Doppel-Abi und Wehrpflicht-Ende machen das Gedränge an den Hochschulen dieses Jahr besonders groß. SPIEGEL ONLINE stellt Strategien vor, mit denen Studenten der Flut im Hörsaal entgehen können.

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realburb 30.08.2011, 18:21
30. Verfahrenstechnik

Also bei uns war es einfach:

Nach 2 Semestern war nur noch die Hälfte da, dann ist auch Platz. Der Vorteil war natürlich, dass man da auch mit dem Bronstein und Atkins alleine durchgekommen ist.

Zum Thema open book:
Ich finde Fächer einfacher in denen man sich Karteikarten schreibt und das auswendig lernt, das ist zwar stupide, aber man weiß nachher hat man die Note sicher, viele Medizinerfreunde lernen so.

Was viele dabei nicht sehen, ist der Zeitmangel und der Umfang. Man muss schon wissen, welche Formel man wo und wann braucht und ob man sie anwenden darf, oder nicht. (zB Reynolds ausrechnen -> laminar oder turbulent usw. usf.) Eine ellenlange Formel auswendig zu kennen ist da untergeordnet.

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giganova 30.08.2011, 22:10
31. Skandal?

Also ich (als ausgewanderter Deutscher der in den USA lebt) finde es einen unfassbaren Skandal wie wenig (wenn ueberhaupt) sich die Dt Unis auf den Studenten-Andrang vorbereitet haben!

Die Bundeswehr Abschaffung und Doppel-Abiturjahrgang sind seit langer, langer Zeit bekannt und die Unis haben bis zur letzten Minute vor der Einschreibung nichts getan und haben offensichtlich kapituliert.

Mein Neffe hatte ein 1-er Abitur und ist an allen Dt Unis im Jurastudiengang wegen dem Andrang abgelehnt worden! Und das hat er erst letzte Woche erfahren! Wie sollen sich da die zukuenftigen Studenten und deren Eltern auf den neuen Lebensabschnitt vorbereiten (Wohnung suchen, etc) wenn die Unis einem erst 1 Monat vorher Bescheid geben??

Ich wundere mich nur dass dieser Skandal und die Arroganz der Dt Unis nicht mehr Schlagzeilen und politische Wellen macht. Die Dt Unis sollten sich mal die Unis in den USA ansehen wie die organisiert sind und den Studis und Eltern helfen sich auf den neuen Lebesabschnitt vorzubereiten.

Wenn ich nochmals studieren sollte (ich habe einen Dr von einer Dr Uni) wuerde ich Dt Unis wie die Pest vermeiden und ins Ausland gehen.

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wauwauwau 30.08.2011, 23:23
32. Tjo

Zitat von giganova
Mein Neffe hatte ein 1-er Abitur und ist an allen Dt Unis im Jurastudiengang wegen dem Andrang abgelehnt worden! Und das hat er erst letzte Woche erfahren! Wie sollen sich da die zukuenftigen Studenten und deren Eltern auf den neuen Lebensabschnitt vorbereiten (Wohnung suchen, etc) wenn die Unis einem erst 1 Monat vorher Bescheid geben??
Die LMU hat für das Wintersemester einen NC von 2.2 für Rechtwissenschaften. Alternativ hätte er mit seinem 1er Abitur natürlich auch im SoSe bei einem NC von 1.9 anfangen können.
Leider muss er sich doch nicht an >allen< Unis beworben haben, oder vielleicht doch nur ein schlechtes 2er Abi haben...
Außer BWL hat sich dieses Jahr in Sachen NCs auf den ersten Blick auch nichts mehr als die regulären Schwankungen gezeigt.

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Sasapi 30.08.2011, 23:39
33. ....

Zitat von SalzstreuerIn
Kann ich verstehen. Aber da Sie gerade das E-Technik-Beispiel genannt haben: Ich kenne einen Dr. der Elektrotechnik, der auch Jura studiert hat. Und er ist in beidem wirklich gut und meinte zu mir, dass sich die beiden Fächer in Logik und Stringenz nichts schenken. Wer nicht logisch denken kann, macht in Jura keine Schnitte und in den WiWis natürlich auch nicht. Glauben Sie mir, es gibt auch Naturwissenschaftler und -innen (mich eingeschlossen), die es nicht nötig haben alles und jeden abzuwerten ;) Und die sich auch nicht vorstellen können, wie eine Welt ohne Musiker, Künstler, Psychologen, WiWis, Juristen, Schriftsteller usw. usf. aussehen sollte.
Dann müsste es sich, meiner Meinung nach, um eine andere Sorte Logik handeln. Mit Jura kam ich sehr gut zurecht- bis zum 1. Staatsexamen hab ich es immerhin geschafft- aber technisches Verständnis oder auch das Erkennen mathematischer Zusammenhänge liegt mir absolut nicht. Als mein Mann seinen E-Techniker gemacht hat, war ich schon mit "Frag mich mal ab!" überfordert. Stimmte seine Antwort nicht fast wortwörtlich mit dem Geschriebenen überein, hatte ich schon Probleme. In diesen Dingen leide ich wirklich unter einem "Brett-vor-dem-Kopf" - Syndrom...weshalb er seine Übungsstunden dann auch lieber mit einem Kollegen abhielt. Aber schon in der Schule konnte ich Lehrstoff für Mathe oder Physik nur mit viel Auswendiglernen für die Klausuren vorbereiten- und dieser Lehrstoff wurde von meinem Hirnkasten auch als erstes als unnützer Ballast wieder abgeworfen. Legen mir meine Töchter heute ihre Hausaufgaben vor, sind die Fächer, die mir leicht fielen, sofort wieder präsent, während mich in den oben genannten Fächern so ein diffuses "das müsste ich irgendwann mal gehabt haben"-Gefühl befällt...
Vermutlich lernt man leichter, was einem liegt und wofür man sich interessiert.

Ich gehöre im Übrigen zu den Personen, die Absolventen aller naturwissenschaftlichen, mathematischen und technischen Studiengänge ehrlich Respekt zollen...

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ch@rybdis 31.08.2011, 07:36
34. Eine Alternative fehlt noch ...

... denn wie wäre es, für 12 Monate als Freiwilliger bei der Bundeswehr zu überbrücken?
Ach ja! Ich vergaß! Dies ist ja in diesem Forum unerwünscht - was man ja auch schon an der beschriebenen Studienalternative im Artikel sehen kann!
Leider ist den wenigsten bewusst, dass der Einstellungstest bei der Bundeswehr einer der schwersten innerhalb Deutschlands ist, sich über drei Tage (maximal) hinwegzieht und die Einstellungszahlen recht überschaubar sind (Beispiel: in einem Jahr bewarben sich rund 6000 junge Menschen auf einen Platz als Marineoffizieranwärter. Von dieses wurden rund 2000 überhaupt nach Köln zum Test eingeladen, ca. 200 wurden dann auch wirklich eingestellt ...)

Aber bezogen auf die Überbrückung: 12 Monate bei der BW (was nicht unbedingt gleichzusetzen ist mit der Teilnahme an einem Auslandseinsatz), dabei noch gutes Geld verdienen, seinen eigenen Horizont erweitern und dann bequem im kommenden Jahr an die Uni.

Ansonsten: leider ist das Abitur in DEU in den letzten 30 Jahren dermaßen abgewertet worden, dass jeder, der dieses besteht auch gleichzeitig der Meinung ist, studieren zu müssen. Und sich dann beschwert, dass man kein "typisches Studentenleben" hat, weil man ach so viel arbeiten muss und die Durchfallquoten so eneorm hoch sind ... Nun ja - ich habe in Trimestern studiert, musste nach 3,5 Jahren spätestens fertig sein und konnte dennoch ein ausgefülltes Studentenleben genießen.
Und was die Durchfallerquoten angeht: dies bezeichne ich gerne als akademischen Darwinismus. Wenn schon die Gymnasien nicht in der Lage sind, zukünftige Hochschulabsolventen qualitativ zu selektieren, muss dies halt durch die Hochschule selbst übernommen werden.
Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt und wir sind eben nicht alle gleich, wie uns der einen oder andere sozial angehauchte Politiker immer weiß machen möchte ...

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settebellezze 31.08.2011, 08:42
35. Bildungspolitik hat völlig versagt

Erst Turbo-Studium, durch die bologna Reform, dann Turbo Abi durch Verkürzung der Schulzeit und jetzt Chaos an den Hochschulen durch Uni-doppeljahrgänge. In der Politik wird für viel Geld minimal gedacht. An der Universität ist es anders: dort wird nach Einführung der W-Besoldung für wenig Geld viel gedacht.
Seit 10 Jahren Komplettversagen in der Bildungspolitik. Herzlichen Glückwunsch Deutschland, das auf bestem Weg zum verblödeten Volk ist.

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kuschl 31.08.2011, 10:05
36. Laberfächer überlaufen!

Zitat von Zazzel
Bei uns ist Ihre E-Technik natürlich auch noch zulassungsfrei. Wie auch Mathematik und Physik. Psychologie? Hoffnungslos ....
Die Laberfächer waren schon immer überlaufen,zumal sie von denen gewählt werden,die nicht wissen ,was sie eigentlich wollen.Später reicht es aber noch für ein politisches Amt.

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ScOuRgE_ 31.08.2011, 10:45
37. Sie sollten hoffen, dass das nicht endet...

Zitat von Culpfink
Sehr treffend. Jemand der Mathe studiert, studiert es, weil er Spaß an komplexen mathematischen Sachverhalten hat, aber dieser Mathestudent, den wahrscheinlich viele verehren, könnte nie auf den .....
Also ich persönlich studiere, wie erwähnt, E-Technik und zähle einen Dozenten der Literaturwissenschaften zu meinen guten Freunden. Von dem wird mir gesagt, dass er froh wäre, wenn seine Deutsch Bachelor Studenten so viel Ahnung von Literatur hätten, wie ich. Klingt komisch, ist aber so. Die völlig überlaufenen Fächer dienen den Unis nämlich hauptsächlich als Goldesel: Soviel Studenten durchbringen wie möglich, auch wenn manche nicht mal in der Lage sind, eine Seite mit unter 30 Rechtschreibfehlern zu verfassen. Das Niveau ist nämlich gemeinhin unterirdisch in diesen Fächern, was aber nicht durch das Fach an sich der Fall ist, sondern eben durch den erwähnten Goldeselaspekt.

Da ich mich prinzipiell universell für fast alles wissenschaftliche interessiere, ist ihr Vorwurf des schwarz-weiß Denkens von Naturwissenschaftlern also ziemlich vorurteilhaft. Es geht vielen lediglich darum, dass eine zukünftige Gesellschaft nicht nur aus BWL und Deutsch Studenten bestehen kann, sondern es auch noch andere wichtige Berufsfelder zu besetzen gilt. Der Trend läuft aber immer noch in die andere Richtung. Ich frage mich auch ehrlich, im Angesicht der aktuellen Lage, was die ganzen vielen BWL Studenten in den kommenden Jahren eigentlich ach so wertvolles leisten werden für diese Gesellschaft, was ihre enormen Gehälter in Spitzenpositionen rechtfertigt. Bringen die erneuerbaren Strom in die Steckdose, entwickeln die Elektroautos, schaffen die den Technologiesprung, den wir brauchen? Nein, wir brauchen aber momentan vorallem eben solche. Und die fehlen. Also lassen Sie uns doch das Privileg, sagen zu dürfen, dass unser Studium wirklich einen greifbaren Sinn hat. Das ist nämlich gute Werbung ;)

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Nania 31.08.2011, 17:51
38. Wer faselt hier eigentlich die ganze Zeit

... von überlaufenen geisteswissenschaftlichen Studiengängen? Die sind meistens zulassungsbeschränkt und das nicht zu knapp. An meiner Uni sind wir in Literaturwissenschaft mit 64 Bachelorstudenten. Und ich habe vor zwei Jahren angefangen zu studieren.
Viel mehr werden es dieses Jahr auch nicht sein.

Die Ignoranz die hier in einigen Posts aus den Mündern der Leute spricht ist übrigens wiederlich.
Die meisten Geisteswissenschaftler sind sehr kluge Köpfe, die genau wissen, wie man Texte liest, versteht und vernünftig recherchiert. Da ich zeitglich für eine Natur/Strukturwissenschaft arbeite, wage ich zu behaupten: 80% der Leute, die diese Fächer studieren, wissen nicht, wie sie für Seminararbeiten oder gar Bachelorarbeiten vernünftige Literatur finden, ohne zu fragen.
Ich helfe da gerne weiter.

Zudem haben die meisten GWs auch Respekt für Leute, die andere Fächer studieren. Diesen Respekt vermisse ich bei vielen Ingenieuren, Mathematikern, Naturwissenschaftlern. Und ich studiere an einer Uni mit vorwiegend diesen Fächern.

Also: Jedes Studium hat seinen eigenen Schwierigkeiten. Damit muss man sich abfinden. Respektlosigkeit sehe ich aber nur auf der einen Seite.

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