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Uni Frankfurt: Proteste gegen Kopftuchkonferenz
Frank Rumpenhorst / DPA

An der Frankfurter Goethe-Universität hat es Kritik gegen eine Diskussionsveranstaltung zum Thema Kopftuch gegeben. Dahinter stecken offenbar Studierende. Die Uni-Präsidentin nannte die Äußerungen "unwürdig".

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mc6206 26.04.2019, 18:54
1. Anonymität

Ist das Problem und anonyme Angriffe oder Kritiken sollten ignoriert werden, von allen Medien.

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joachimpeter 26.04.2019, 20:25
2. Religionsfreiheit

Mir ist es wirklich ein Rätsel, weshalb in einem Land, in dem eigentlich Religonsfreiheit zu den Grundlagen der Staatspolitik gehören soll, ständig über Kopftücher diskutieren muss. Natürlich k a n n ein Kopftuch ein Symbol der Unterdrückung sein - nämlich genau dann, wenn auf die Trägerin ein Zwang ausgeübt wird, es zu tragen. Ein Zwang, es nicht zu tragen, ist aber eine ebenso schlimme Unterdrückung, wenn die Trägerin ihr Kopftuch als wichtiges Element ihres Glaubens betrachtet, oder sich aus anderen Gründen selbst entschieden hat, es zu tragen. In einem Staat, der Kopftücher verbietet, herrscht keine größere Religionsfreiheit wie in einem, der Frauen zum Tragen von Kopftüchern verpflichtet. B e i d e s ist eine schwere E n t m ü n d i g u n g der Frau.

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Benjamin N. Walter 26.04.2019, 20:42
3. Falsche Bildunterschrift

Was Sie hier abbilden, ist nicht das Hauptgebäude der Goethe-Universität Frankfurt, sondern das IG Farben-Gebäude, in dem zahlreiche Institute der Universität untergebracht sind. Die Bildunterschrift ist doppelt falsch, weil sie obendrein den Namen, den beizubehalten aus politischen Gründen eine wichtige Entscheidung war, als die Goethe-Universität dieses Gebäude, in dem von 1945 bis in die 90er-Jahre das Hauptquartier der amerikanischen Streitkräfte war, vergisst.

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freigeistiger 26.04.2019, 21:30
4. Religion ist kein Kampfmittel

Es besteht das Recht auf freie Religionsausübung. Ob damit auch das Recht gemeint ist, sich penetrant und permanent in der Öffentlichkeit in Szene zu setzen und auf Rechte zu pochen darf bezweifelt werden. Es kommt nicht auf das Gesagte an, sondern immer auf das Gemeinte. Religionsfreiheit ist das Gesagte.

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vormaerz 26.04.2019, 22:32
5.

Hätte Achröter Akademiker eingeladen, die dazu geforscht haben, wäre es eine akademische Veranstaltung. Mit diesen Gästen ist es der xte Aufguss einer rassistischen Scheindebatte. Ich lehne das Kopftuch, wie alle anderen religiösen Symbole ab, insbesondere, wo Eltern oder der Staat sie Minderjährigen aufnötigen. aber Eingriffe in die persönliche Freiheit auf Verdacht ist unterste intellektuelle Schublade.

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tg1055 27.04.2019, 00:46
6. Was uns fehlt

ist der öffentliche Pranger. So wie in China während der Kulterrevolution, wo jeder auch mal zuschlagen darf. Jedoch ist wahrscheinlich auch die Vernichtung der materiellen Existenz einer Person ein heilsames Mittel gegen den rassistischen Ungeist. "Bestrafe einen, erziehe hundert."

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dasfred 27.04.2019, 04:13
7. Kopftuch wir überinterpretiert

Eine Frau mit Kopftuch, die studiert, die anschließend einen selbstgewählten Beruft ausübt, wirkt auf mich irgendwie so gar nicht unterdrückt. Auf der anderen Seite werden Frauen weltweit unterdrückt und/oder misshandelt, die keinerlei religiöse Symbole an sich haben. Das Kopftuch als Symbol der Zugehörigkeit zu einer Gruppe ist zwiespältig. Ist es wichtiger, dass eine Frau im Straßenbild nicht auffällt, oder dass sie in ihrer Peergroup nicht aus der Rolle fällt? Wir alle unterwerfen uns doch täglich aufs neue einem Dresscode. Jeder wird danach beurteilt, was er wann, wo trägt. Mit dem Ablegen des Kopftuches ändert sich nicht die Einstellung. Ebensowenig, wie rechte Glatzen immer noch Rechte bleiben, wenn die Haare nachgewachsen sind. Erst muss die Integration und selbstverständliche Anerkennung praktiziert werden, dann wird das Kopftuch von selbst überflüssig und die Trägerin wird den Dresscode ihrer neuen Peergroup übernehmen.

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joachimpeter 27.04.2019, 05:56
8.

Zitat von freigeistiger
Es besteht das Recht auf freie Religionsausübung. Ob damit auch das Recht gemeint ist, sich penetrant und permanent in der Öffentlichkeit in Szene zu setzen und auf Rechte zu pochen...
Ich kann mich an die fünfziger Jahre erinnern, als im östlichen Teil Deutschlands Jugendliche, die lange Haare und Jeans trugen, gefährdet waren, von der Schule verwiesen zu werden. Im Westen wurde das Vorgehen dagegen mit vollem Recht als Zeichen der Unfreiheit gesehen, obwohl dies tatsächlich ein "in Szene setzen" Jugendlicher war, man wollte sich ja von anderen abgrenzen. Sich anders zu kleiden zu können, auch wenn man damit eine Gesinnung ausdrückt, ist heute glücklicherweise eigentlich kein Problem, solange man keine Hakenkreuze ode FDJ-Hemden trägt. Außer bei einer aus der Mode gekommenen Kopfbedeckung, die für eine Vielzahl von Muslimen nicht als "in Szene setzen", sondern als notwendig für ihre Religionsausübung angesehen wird. Dies, das Recht auf Einhaltung der Regeln seiner (ihrer) Religion, so, wie man sie versteht und soweit man sie anerkennt, ist sehr wohl wichtiger Bestandteil der Religionsfreiheit, die nur eine Einschränkung kennt: Sie darf nicht legitimer rechte Anderer verletzen. Welches Recht Anderer verletzen Kopftücher? Das "Recht" Anderer, nicht den Anblick von Menschen ertragen zu müssen, die die Regeln ihrer Religion dem Modediktat vorziehen?

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pink15 27.04.2019, 09:35
9. #joachimpeter

Sie verdrehen die Tatsachen. Es geht um die Frage, ob an einer Universität ein Diskurs stattfinden darf zu einem wie auch immer gearteten religiösen Problem. Den Diskurs von vornherein verbieten zu wollen, zeigt eine Intoleranz, die wir in Europa nicht dulden können, wollen wir unsere so oft beschworenen Werte nicht aufgeben. Sollten die Gegner dieser geplanten Veranstaltung Studenten sein, hoffe ich, dass sie von der Universität verwiesen werden, da sie mit ihrer Aktion gezeigt haben, an keine wissenschaftliche Einrichtung zu gehören.

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