Forum: Leben und Lernen
Uni Frankfurt: Proteste gegen Kopftuchkonferenz
Frank Rumpenhorst / DPA

An der Frankfurter Goethe-Universität hat es Kritik gegen eine Diskussionsveranstaltung zum Thema Kopftuch gegeben. Dahinter stecken offenbar Studierende. Die Uni-Präsidentin nannte die Äußerungen "unwürdig".

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Knossos 27.04.2019, 19:33
20.

Politisch korrekt vermeinenden Advokaten des Kopftuchs fehlt es an Details übernommener Folgerungen.

Zunächst einmal der Einzelheit, daß Wissensfreiheit der Glaubensfreiheit aus innewohnendem Grund weit vorangestellt ist.

Ferner, daß Ihrer Darstellung der übliche Fall abgeht, in dem unterdrückendes Weltbild Minderjährigen aufoktroyiert wird, die dann glauben, selbsteinschränkendes Einhüllen gehöre zur Anständigkeit. Und umgekehrt: Unverhüllte Mädchen und Frauen entbehrten des Anstands.

Als Schirmherren schließen Verteidiger sich einem Geistesstand an, der vor Tagen im TV beispielsweise verkündete, auch Blinde hätten in den Moscheen zu erscheinen. Für den Fall eines Einwandes, den Weg nicht finden zu können, sollten sie von ihren Häusern aus ein Seil bis zum nächsten Gotteshaus spannen, an dem sich dann entlang hangeln ließe. (Nein: Die Groteske ist ebensowenig wie bizarrer Rest des Konstrukts von mir erfunden.)

Daher unbedingte Empfehlung an Debattanten um das Thema, sich zuvor darüber zu informieren.

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egyptwoman 27.04.2019, 19:59
21. Post 16

" Und wieso ging es dann Jahrhunderte ohne Nikab etc.? " Was hat ein Niqab jetzt mit einem Kopftuch (Hijab genannt) zu tun? Ein Niqab ist ein Gesichtsschleier und darum geht es in der Diskussion gar nicht. Es geht um das Kopftuch. Eine Vollverschleierung finde ich auch nicht angebracht, weder in Europa noch sonstwo in der Welt, aber jede Frau sollte selbst entscheiden ob sie Kopftuch trägt oder nicht. Ein anderer Forist brachte es auf den Punkt: Zwingt man diejenigen Frauen die das Kopftuch freiwillig tragen jetzt, dieses abzulegen, nur weil sich irgendwer daran stört oder meint die arme Frau würde unterdrückt werden, ist das daselbe in grün, sie würde sich in dem Fall von Menschen wie Ihnen unterdrückt fühlen.

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ondrana 27.04.2019, 22:08
22.

Irgendwie fehlt es hier an Lesekompetenz.
Das Problem ist, dass selbsternannte Moralwächter/innen den Diskurs an sich verhindern wollen. Das ist in einer Universität unwürdig.

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vormaerz 28.04.2019, 00:45
23. @cobea

Ich darf von einer akademischen Debatte, gerade in einem sogenannten Exzellenzcluster, erwarten, dass das, was gesagt wird, durch Forschungsergebnisse untermauert werden kann und dass die methodischen Ansätze und ihre Lücken offen thematisiert werden. Die eingeladen Personen labern alle aus dem Bauchnabel ihrer eigenen peer group heraus subjektiv zusammengezimmerten Privatkäse. Welcher Erkenntnisgewinn ist von einer Showveranstaltung zu erwarten, bei der sowieso bekannt ist, was die Einzelnen zu sagen haben und dass es für ihre Positionen glühende Anhänger gibt? Zu sagen wäre, was allea belegbar da ist und das dürfte zu einem differenzierteren Abbild von Realität beitragen, als eine Talkshow-Imitation mit ideologischer Schlagseite.

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heinrich.busch 28.04.2019, 07:57
24. Diskutieren kann man über alles

Es ist allerdings die Frage , ob zum X ten Mal Religionssymbole, spetiell muslimische, zum Gegenstand gemacht werden sollten. Religionsfreiheit ist privat, Eingriffe ins öffentliche Leben sind es nicht. Es ist ein Witz, wenn behauptet wird es passiert freiwillig.Es ist die Folge von Indoktrination beginnend im Kindesalter. Das Rad muss nicht zum tausendsten Mal erfunden werden. Dieser ganze Symbolkram, ob Kopftuch, Kruzifix, Turban etc. hat in einem säkularisierten System nichts zu suchen. Null Toleranz sollte selbstverständlich sein.

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ondrana 28.04.2019, 10:30
25.

Zitat von vormaerz
Ich darf von einer akademischen Debatte, gerade in einem sogenannten Exzellenzcluster, erwarten, dass das, was gesagt wird, durch Forschungsergebnisse untermauert werden kann und dass die methodischen Ansätze und ihre Lücken offen thematisiert werden. Die eingeladen Personen labern alle aus dem Bauchnabel ihrer eigenen peer group heraus subjektiv zusammengezimmerten Privatkäse. Welcher Erkenntnisgewinn ist von einer Showveranstaltung zu erwarten, bei der sowieso bekannt ist, was die Einzelnen zu sagen haben und dass es für ihre Positionen glühende Anhänger gibt? Zu sagen wäre, was allea belegbar da ist und das dürfte zu einem differenzierteren Abbild von Realität beitragen, als eine Talkshow-Imitation mit ideologischer Schlagseite.
So viel ich verstanden habe, hat die Veranstaltung noch gar nicht stattgefunden, insofern ist es zu früh, sich über Qualität auszulassen.

So viel ich verstanden habe, ist die betreffende Professorin ein Koryphäe auf ihrem Gebiet. Da ist es etwas dreist, von vorherein Oberflächlichkeit vorzuwerfen.

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pink15 28.04.2019, 10:36
26. Ja,

Zitat von DönerMan
Waren Sie schon einmal an einer Uni oder wissen, welchen Anspruch eine Uni als Bildungseinrichtung an sich selbst hat? Ich habe in meinem Beitrag weder gesagt, dass die Debatte nicht stattfinden soll, noch das "Ergebnis der Aufkärung" in Frage gestellt - gar von Aufklärung gesprochen. Was unterstellen Sie mir? Von welchen Werten reden Sie, die ich angeblich in Frage stelle? Was habe ich gesagt, dass man mir "klare Kante" zeigen muss und die Demokratie vor mir schützen muss? Ich weiß gar nicht so genau, ob ich schmunzeln oder Angst haben sollte.
ich war an einer Universität, und von daher weiß ich, dass das höchste Gut dort die Freiheit der Forschung und Lehre ist, wozu nun einmal ein offener Diskurs gehört, egal, ob die Diskussionsteilnehmer promoviert haben oder nicht.
Wenn Sie einen Aufruf zur Entlassung einer Professorin, die zu einem Diskurs eingeladen hat, verharmlosend als "Protest" bezeichnen, so stellen Sie sich offensichtlich gegen diese universitären Freiheiten.
Es gab in Deutschland schon einmal eine Zeit, in der eine laute Minderheit Entlassungen und Berufsverbote für unliebsame Professoren forderte. Genau so etwas darf sich nicht wiederholen, auch nicht unter religiösem Deckmäntelchen.
Wovor Sie jetzt Angst haben, erschließt sich mir nicht.

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ichiban01 28.04.2019, 16:01
27. Diskurspolizei

"Anti-islamischer Rassismus" - Das Oxymoron des 21. Jahrhunderts

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DönerMan 28.04.2019, 16:21
28.

Zitat von ondrana
So viel ich verstanden habe, hat die Veranstaltung noch gar nicht stattgefunden, insofern ist es zu früh, sich über Qualität auszulassen.
Da haben Sie nicht Unrecht. Die populistischen Positionen einiger Teilnehmer sind aber bekannt. Man hat leider oft das Gefühl, das über Islam in Deutschland ohne Muslime oder ihre Vertreter gesprochen wird. Necla Kelek oder Seyran Ates zumindest werden - überspitzt ausgedrückt - ca. 10 Leute um sich scharen können. Bei der Aufmerksamkeit, die sie in den Medien bekommen, könnte man meinen, es seien Millionen.

Vielleicht warten wir ab, bis es ein Youtube-Video von der Veranstaltung gibt. Auch Unis haben Veranstaltungsformate, die keine rein wissenschaftliche Grundlage haben. Aber trotzdem erwartet man dort eine ausgewogenere, objektivere Diskussion als man sie von quotenorientierten Medien erwartet. Die Agenda der Veranstaltung liest sich in meinen Augen nicht so, als ob ich etwas objektiveres oder anderes - als schon 100x im Fernsehen durchgekaut - erfahren werde. Aber Überraschungen gibt es immer wieder, wer weiß.

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hfsfn 28.04.2019, 17:44
29. Was soll die Diskussion?

Ich kann überhaupt nicht verstehen, warum anonym vorgebrachten Boykottaufrufen auch noch in der überregionalen Presse Beachtung geschenkt wird. Generell sollte an Universitäten über alles diskutiert werden können, oder hat jemand Angst vor einer argumentativen Niederlage und möchte missliebige Meinungen deshalb im Keim ersticken? In Amerika ist das ja schon ein übliches Vorgehen linker Identitätspolitik, aber hier lassen wir es hoffentlich nicht so weit kommen. Auf jeden Fall dürfte doch aber Konsens herrschen, dass anonymen Web-Mobs null Komma null Einfluss zugestanden werden darf oder irre ich mich da?

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