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Uni Hohenheim: 37 Studenten brechen Prüfung ab - und legen wortgleiches Attest vor
DPA

Mitten in einer Klausur haben 37 Studenten an der Universität Hohenheim den Saal verlassen - und danach ein Attest desselben Arztes vorgelegt. Die Universität geht jetzt dagegen vor.

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moritz27 16.06.2018, 16:09
40. Da kann ich auch eine Geschichte

aus dem Mai dieses Jahres beisteuern. Auf dem Weg zu einer Veranstaltung laufe ich zufällig hinter einer Gruppe von Studenten und -innen fürs Lehramt. Drei von ihnen erzählen den anderen von ihrer letzten Klausur. Als Aufsicht saß eine Dame allein vorne auf dem Podium und begann Zeitung zu lesen. Nach kurzer Zeit meinte einer der Studenten, dass die Aufgaben schon schwer wären. Daraufhin faltete die "Aufsicht" ihre Zeitung zusammen und verkündete, dass sie jetzt mal eine Tasse Cappuccino trinken gehen würde. Kaum war sie aus dem Raum, wurde das Ganze eine Gruppenarbeit mit Unterstützung von google. Nach einer Stunde kam die Aufsicht zurück, nicht ohne sich vorher durch lautes Klopfen anzuküdigen (worauf alle auf ihe Plätze zurück huschten), und fragte nach, ob noch Zeit benötigt würde. Dies wurde bejaht und so verschwand sie erneut für eine Stunde. Das werden jetzt also die Lehrer unsere Kinder - oder aber, das nennt sich digitales Zeitalter, lauter Lehrer mit sehr guten Abschlüssen.

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le.toubib 16.06.2018, 16:11
41. Na, da hatte ich ja Glück! Und eine Frage:

Zitat von snoxx
Ein ABBRUCH der Prüfung verlangt ein Attest. Der gelbe Schein reicht innerhalb einer gewissen Frist vor der Prüfung danach geht es auch nur mit Attest.
Bei einem mündlichen Testat meinte der prüfende Professor selber:
"Gott, Sie sind doch krank! Ab nach Hause und ins Bett. Wenn Sie dann wieder gesund sind, melden Sie sich bei mir zum Nachtestat."
Aber ab und an gab ich auch eine simple AU.Bescheinigung ab, die von der Uni. akzeptiert wurde. Ich merke mehr und mehr, meine Alma Mater, -mittlerweile "Exzellenzuniversität" - war eine recht studentenfreundliche Uni. ...

Nun zur Frage: Ist es heutzutage Usus, seine Prüfung auf einem Biertisch schreiben zu müssen? Ich zumindest hätte bei deren Anblick gestreikt ...

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le.toubib 16.06.2018, 16:20
42. Leider nicht.

Zitat von snoxx
Ich gehe doch mal davon aus, dass die Mehrheit der Ärzte kein Attest wegen Unfähigkeit oder im besten Fall Faulheit ausstellt.
Es gibt tatsächlich solche Kollegen, die wirklich alles unterschreiben! Ich hatte einen Nachbarn, bei dem überall Benzodiazepine herumlagen und auf dem Schreibtisch noch zig Rezepte, teils Kassen-, teils Privatrezepte für viele weitere Benzos ...

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albinoooo 16.06.2018, 16:39
43. In Aachen ganz normal

an der RWTH kommt das in Maschinenbau ständig vor. und alle machen mit. Die Institute, die Lehrstüle, die Ärzte.
und jetzt kommt so eine Hochschule von der ich noch nie was gehört habe und meint sie müsste die Regeln neu erfinden.
dabei sehe ich die Studenten in recht. hätte man sich vorher überlegen müssen, indem man sie zum amtsarzt oä. schickt. Wie soll man den Studenten bzw dem Arzt jetzt was gegenteiliges beweisen?

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Aberlour A ' Bunadh 16.06.2018, 16:39
44. Zur Mathematisierung der Wirtschaftswissenschaften

Da hier wieder viele Experten unterwegs sind, die keine Ahnung haben, kurz zur Klarstellung von einem Ökonomen:
"Viele studieren Wirtschaftswissenschaften, ohne sich vorher groß Gedanken darüber zu machen", sagt Schiller. Da hat der Dekan sicher recht. Die Mathematisierung der Wirtschaftswissenschaften hat nach Samuelsons Foundations von 1948 rasante Ausmaße angenommen. Kamen die Altvorderen, wie z.B. die deutsche ordoliberale Schule, die sozialen Marktwirtschaftler von Müller-Armack bis Erhard und die "Österreicher" von Mises bis Hayek. gänzlich ohne Mathematik aus, wurden die Dosis Mathematik seit den 1970er Jahren im Fachgebiet ÖkonoMIK (sic!) von Jahrzehnt zu Jahrzehnt GRÖSSER. "How much mathematics must I know to understand economics?" Only arithmetic, but one must also be able to read charts and graphs. So war in einem bekannten amerikanischen Lehrbuch der 1970er auf der ersten Seite noch zu lesen. In der Zwischenzeit ist die Mathematisierung derart fortgeschritten, dass man stellenweise Wirtschaftswissenschaften als Teilbereich der angewandten Mathematik begreifen kann. Ob das gut oder schlecht ist, da gehen die Meinungen natürlich weit auseinander. Kritiker sprechen von mathematisch rationalisierter Ideologieproduktion statt echter Marktanalyse. Oder wie es ein Wirtschaftshistoriker mal ausdrückte: "Die radikale Transitivität muss auf rigorose Weise die Historizität negieren". Es ist also nicht unbedingt gesagt, dass es bei Abwesenheit von Mathematik leichter werden muss. Zum vorliegenden Fall: die besagten Ökonomiestudenten haben offensichtlich das ökonomische Prinzip etwas zu ernst genommen: mit dem geringst möglichen Einsatz versucht das maximale an Output herauszuholen. Während der Prüfung gemerkt, dass es nicht reicht und dann als schlauer Ausnutzer der Prüfungsordnung - dem Opportunitätskostenprinzip gehorchend - den Universaljoker "Ärztliches Attest" gezogen. Wenn man jetzt Zyniker ist, könnte man sagen: da ist ökonomisches Talent sichtbar. Jedenfalls wenn man die "Homo Oeconomicus"-Annahme zugrunde legt. Aus (wirtschafts-)ethischer Sicht betrachtet, muss man natürlich sagen: geht gar nicht.

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geotie 16.06.2018, 16:44
45.

Zitat von Severussupernase
Die Fehler zuerst bei den Studenten suchen auf die Idee, daß die Prüfung unangemessen ist, kommen sie nicht Deshalb: Gegen jede....
Trump hat auch alles und jeden sofort verklagt, außer wenn es für ihn peinlich wurde. Denke, der hat seinen Abschluss eingeklagt.

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Nania 16.06.2018, 16:45
46.

Zitat von spmc-12355639674612
ist eigentlich genau das Fach, bei dem das reine Lernen ohne tieferes Verständnis ab einem bestimmten Niveau gar nichts mehr nützt. Jetzt aber einfach nur über die Studenten herzuziehen, wie es viele Foristen hier gerne tun, und ihnen mangelnde Intelligenz, Unredlichkeit oder.....
Punkt ist: Das gilt für jedes Fach! Und ich kann dieses dämliche Gerede von angeblichen "Blabla"-Fächern nicht mehr hören. Da sollten sich gerade mal die Ingenieure an die Nase fassen (von Mathematikern habe ich das bisher persönlich nämlich noch nicht gehört), die manchmal (nicht immer) nicht einmal in der Lage sind über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und sich für etwas zu begeistern, was vielleicht ein bisschen kultureller angehaucht. Und ich wünsche den Menschen, die so gegen die geistes- und gesellschaftlichen Fächern wettern, ein bisschen mehr Verständnis dafür, dass Gesellschaft, Politik und Sprache eben nicht funktioniert wie ein (Beispiel) Auto!

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geotie 16.06.2018, 16:54
47.

Dass die Studenten alle denselben Arzt aufgesucht haben, ist schon d*mm, aber das dem Arzt die hohe Anzahl nicht aufgefallen ist, ist noch d*mmer. Zumindest hätte ich an seiner Stelle mal nachgehakt und dann auf einen anderen Arzt verwiesen. Nur zu Sicherheit!
Soll jetzt keine Anleitung sein, für meine Prüfungen musste ich auch lernen und habe bestanden. Das ist der beste und glaubhafteste Weg!

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TS_Alien 16.06.2018, 16:58
48.

Vor einer Prüfung wird jeder gefragt, ob er sich gesundheitlich in der Lage fühlt, an der Prüfung teilzunehmen. Während einer Prüfung wird nur extrem selten jemand krank. Und dann sieht man es der Person auch an (Kreislaufprobleme, …).
Wer problemlos aus dem Prüfungsraum gehen kann, wird nicht so krank sein. Und wer noch zum Arzt gehen kann, kann gar nicht so krank sein. Aber selbst wenn es jemand am gleichen Tag zum Arzt schafft, kann dieser nur selten rückblickend attestieren, dass jemand zum Zeitpunkt der Prüfung (bereits) krank gewesen ist. Das geht nur bei wenigen Krankheiten.

Ein Arzt, der so viele fast gleichlautende Atteste ausstellt, sollte seine Zulassung verlieren. Ein Arzt hat die Pflicht, wahrheitsgemäße Atteste auszustellen.
Es gibt zu viele Studenten, die nicht studierfähig sind. Früher haben an den guten Unis die Zwischenprüfungen des Vordiploms als Hürde ausgereicht. Heute kommen Studenten sogar zu Abschlussprüfungen, die diese - bei angemessenem Niveau - niemals bestehen können. Diese Studenten hätten bereits Jahre vorher merken müssen, dass sie sich zu viel zumuten. Rückmeldungen hat es viele gegeben. Leider sind viele Studenten nicht in der Lage, ihre Leistungen objektiv einzuschätzen. Daher fordere ich anspruchsvolle Zwischenprüfungen nach wenigen Semestern!

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fiegmiede 16.06.2018, 17:04
49.

kann ich nachvollziehen, erinnert mich an meine unizeit. man ist hochbegaben freaks ausgeliefert die vllt gut im fach sind, aber als dozent unterirdisch. dazu maßen sich prüfungsämter in ganz deutschland an, medizinische dinge besser bewerten zu können als ärzte, was amtsanmaßung ist. kann dort nichmal gegen klagen? wenn ein arzt mich krank schreibt kann der arbeitgeber auch nicht sagen "ne das reicht mir nicht". er kann einen höchstens zu einem anderen arzt schicken, aber das muss auch schon wichtig sein, und nicht für so einen popelkram.
würde mich mal interessieren wie der ruf des dozenten ist bei dem das passiert ist. sicher unterirdisch

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