Forum: Leben und Lernen
Uni Hohenheim: 37 Studenten brechen Prüfung ab - und legen wortgleiches Attest vor
DPA

Mitten in einer Klausur haben 37 Studenten an der Universität Hohenheim den Saal verlassen - und danach ein Attest desselben Arztes vorgelegt. Die Universität geht jetzt dagegen vor.

Seite 6 von 11
fiegmiede 16.06.2018, 17:05
50.

natürlich sind nur die studenten schuld, und sicher nicht ein dozent der eine miese klausur gestellt hat. nein nein, die instututionen machen nie etwas falsch....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
TS_Alien 16.06.2018, 17:09
51.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Da hier wieder viele Experten unterwegs sind, die keine Ahnung haben, kurz zur Klarstellung von einem Ökonomen: "Viele studieren Wirtschaftswissenschaften, ohne sich vorher groß Gedanken darüber zu machen", sagt Schiller. Da hat der Dekan sicher recht. Die Mathematisierung der Wirtschaftswissenschaften hat nach Samuelsons Foundations von 1948 rasante Ausmaße angenommen. Kamen die Altvorderen, wie z.B. die deutsche .....
Schauen Sie sich selbst eine Erstsemesterklausur in Mathematik an, dann erkennen Sie den Unterschied zwischen Mathematik und Rechnen. Wenn mathematische Beweise geführt werden müssen, ist das Mathematik. Wenn Rechenoperationen nur angewendet werden, ist das Rechnen. In vielen Fächern wird gerechnet. Mit Mathematik hat das relativ wenig zu tun.

Das Problem vieler Studenten ist, dass sie die Mathematik hinter den Rechenoperationen nicht verstehen. Dann wird viel auswendig gelernt. Wer die Mathematik verstanden hat, muss sehr wenig auswendig lernen, z.B. Begriffe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fantin-latour 16.06.2018, 17:21
52.

Die dümmsten Studis sind immer die gewieftesten, wenn es darum geht, wo man hingehen muss, um irgendetwas billig und schnell zu bekommen oder erschleichen. Meist auch gut vernetzt... Eine wachsame Uni merkt das aber

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Aberlour A ' Bunadh 16.06.2018, 18:50
53. Mathematics with a little acrobatics

Zitat von TS_Alien
Schauen Sie sich selbst eine Erstsemesterklausur in Mathematik an, dann erkennen Sie den Unterschied zwischen Mathematik und Rechnen. Wenn mathematische Beweise geführt werden müssen, ist das Mathematik. Wenn Rechenoperationen nur angewendet werden, ist das Rechnen. In vielen Fächern wird gerechnet. Mit Mathematik hat das relativ wenig zu tun. Das Problem vieler Studenten ist, dass sie die Mathematik hinter den Rechenoperationen nicht verstehen. Dann wird viel auswendig gelernt. Wer die Mathematik verstanden hat, muss sehr wenig auswendig lernen, z.B. Begriffe.
In dem von mir gebrachten Beispiel ging es ja gerade darum, dass "Rechnen" ausreicht, um Ökonomie zu verstehen. Jedenfalls waren die von mir genannten Lehrbuchautoren aus den 70er Jahren (noch) dezidiert dieser Ansicht. In der Auseinandersetzung geht es aber nicht ums Rechnen, sondern um Mathematik als Methode der Theoriebildung in der Ökonomik. Mussten früher mathematische Ökonomen um ihr Überleben kämpfen, weisen Kritiker heute genau umgekehrt auf eine zu starke Mathematisierung der Wirtschaftswissenschaften hin. Problem: der in Zeit und Raum stattfindende Prozesscharakter des Wirtschaftens gerät aus dem Blick (ein besonderer Angriffspunkt von heterodoxen Ökonomen). Hauptproblem: die mathematisch verklausulierte Transformation subjektiver Größen in (scheinbar) objektiv messbare Größen (ein besonderer Angriffspunkt von Ökonomen der sogenannten Österreichischen Schule). So kommt es nicht von ungefähr, dass heute Mathematiker, die Wirtschaftswissenschaften lehren, keine Seltenheit mehr sind. Dazu passt perfekt, dass mittlerweile auch Mathematiker den "Alfred Nobel Gedenkpreis für Ökonomie" erhalten haben und heute z.B. die Spieltheorie als Teilgebiet der Mathematik seit den 90er Jahren fester Bestandteil der Modellbildung innerhalb der Ökonomik geworden ist.
Das macht das wirtschaftswissenschaftliche Studium - je nach Abstraktionsgrad - mit Sicherheit nicht einfacher. Da sehnt man sich doch nach Zeiten zurück, als simple Preistheorie Chicago-Style das höchste der Gefühle in der Mikroökonomik war.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Celegorm 16.06.2018, 19:43
54.

Zitat von fiegmiede
natürlich sind nur die studenten schuld, und sicher nicht ein dozent der eine miese klausur gestellt hat. nein nein, die instututionen machen nie etwas falsch....
Woher wissen Sie denn, dass die Prüfung "mies" war? Woran beurteilt denn überhaupt die Güte einer Prüfung? Daran, dass diese den Studenten gefällt, weil schön einfach gehalten? Sicher, es gibt an den Unis viele Prüfungen, die nicht optimal gestaltet sind, etwa zu sehr auf Auswendiglernen abzielen oder (zu) fiese Fragen stellen, primär das Nichtwissen erfragen statt das Wissen, etc. Trotzdem, Prüfungen auf dem Niveau sind nun einmal kein Wunschkonzert und machen niemandem Spass, auch den Dozenten/Prüfern nicht. Es ist darum schon eher fragwürdig, wie oft das grosse Jammern beginnt, wenn Studenten halt die Quittung für ihre Leistung erhalten. Für welche diese im übigen nach wie vor primär selbst verantwortlich sind, immer alles auf angeblich schlechte Dozenten abschieben ist auch eher billig..

Beitrag melden Antworten / Zitieren
curiosus_ 16.06.2018, 20:22
55. Ausnahmslos jedes...

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
In dem von mir gebrachten Beispiel ging es ja gerade darum, dass "Rechnen" ausreicht, um Ökonomie zu verstehen. Jedenfalls waren die von mir genannten Lehrbuchautoren aus den 70er Jahren (noch) dezidiert dieser Ansicht. ...
...komplexe System (egal welcher Art) lässt sich ab einem bestimmten Erkenntnisgrad nur noch mathematisch weiter behandeln und vor allem weiter "verstehen". Wenn man davon ausgeht, dass komplexe Systeme sich mit Logik erschließen lassen.

Und wenn man zweitens davon ausgeht, dass menschliche Logik ohne Zuhilfenahme von Werkzeugen (wie Mathematik) irgendwann an ihre Grenzen stößt. Spätestens dann, wenn nicht nur qualitatives Verständnis, sondern auch quantitatives Verständnis gefragt ist geht es nicht mehr ohne Mathematik. Oder wie wollen Sie bei einem komplexen System und 2 widersprüchlichen Erklärungsansätzen logisch rational nachvollziehbar entscheiden welcher von beiden stimmt? Wenn die Auswirkungen nur noch quantitativ bewertet werden können oder kleine quantitative Unterschiede zu ganz anderen Effekten führen?

Eine Erklärungs-Theorie ist wichtig. Aber ob sie stimmig und widerspruchsfrei ist lässt sich, ab einem gewissen Komplexitätsgrad, nur noch mit formalisierter Logik (Mathematik) überprüfen.
Wie sagte schon Einstein: "Genie ist 1% Inspiration und 99% Transpiration". Und der Mathe-Anteil an seiner Transpiration war sicher entscheidend, er wäre ohne Hilfe von Mathematikern (wie seinem Freund Marcel Grossmann) bis heute nicht zu Potte gekommen.
Natürlich mögen irgend wann mal selbstlernende neuronale Netze in ökonomischen Teilgebieten Prognosefähigkeiten erlangen die einzigartig sind. Und die das ohne dezidierte mathematische Modelle zustande bringen. Das hat aber mit "Verstehen" nichts zu tun, das ist dann pure Mustererkennung und von vor-aufklärerischem Niveau, als die Autorität (fast) alles und "Sapere aude" nichts war. Womit wir am Ende doch wieder bei der Ökonomie gelandet wären (das musste jetzt einfach sein).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
RalfBukowski 16.06.2018, 20:25
56. Was für Schwachmaten...

Ich habe in meinem Studium eine einzige Klausur nicht mitgemacht. Da habe ich mit meinem Dozenten eine Note ausgehandelt und fertig war das. Und den Rest habe ich bestanden. Wer sowas nicht kann, gehört nicht an eine Hochschule.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thomas.carlos 16.06.2018, 20:45
57. Untersuchung des Mensaessens oder der Schadstoffe im Raum?

Also Untersuchung des Mensaessens oder der Schadstoffe im Raum wäre eventuell sinnvoller.
Die Uni in Hohenheim hat keinen guten Ruf.
Die Universität gilt bei vielen als Studentenfeindlich.
Und gewählte Rektoren schmeißen dort angesichts der unglaublichen Grabenkämpfe schon mal den Job hin, bevor sie überhaupt antreten.
Die Studenten sind nicht das Problem in Hohenheim.
Würde eher sagen, Uni Hohenheim, große Klappe, nichts dahinter.
Mit den Studenten legen sie sich an, aber vor einer Auseinandersetzung mit dem Arzt, der sich sicher mit aller Härte wehren würde und bei der Gelegenheit vielleicht auch der einen oder anderen Sauerei auf die Spur kommen könnte, haben sie anscheinend Angst.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
uppsala 16.06.2018, 20:48
58. Mathematik != Rechnen

Zitat von LorenzSTR
Mathematik ist ein Fach, bei dem Sie mit viel Lernen zum Erfolg kommen. Es gibt ja nur richtig oder falsch und viele vorgegebene Lösungswege. Unter Denken verstehe ich etwas anderes [...]
Kann es ein, dass Sie von dem Thema überhaupt keine Ahnung haben und Mathematik schlicht mit Rechnen verwechseln? Es gibt wohl kaum etwas intellektuell anspruchsvolleres als höhere Mathematik. Wie viele Vorlesungen haben Sie aus diesem Bereich denn so besucht, um sich ein derartiges Urteil erlauben zu können? Und nein, ich bin kein Mathematiker...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
segal 16.06.2018, 21:42
59.

In der ganzen Diskussion sieht man mal wieder die ganze Scheinheiligkeit der Nation. Das es Eliten gibt die sich den Doktorgrad erschlichen haben wird vergessen.
Ausserdem wird von den Mitdiskutanten missachtet das die tollen ach so schlauen Studenten vor 1998 Prüfungen unendlich oft versuchen konnten wird vergessen hier galt in schweren Fächern oft das Motto" Vier gewinnt".
Heutzutage wird mit der Dreiversuchsregelung ein exorbitanter Druck aufgebaut der durchaus zu körperlichen Problemen führen kann. Man muss sich vorstellen, das ein Fach einem jungen Menschen mehrere Jahre Lebensplanung verpfuschen kann, da deutschlandweit eine Sperre auferlegt wird.
Aber das fehlt leider in dem halbgaren Spiegel"Bild"Artikel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 11