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Uni-Kehraus: Letzte Besetzer pfeifen den Abschieds-Blues

Die Weihnachtsferien sind vorbei, die meisten Audimax-Besetzungen ebenfalls. Langsam rollt die Protestwelle aus. Wird es wenigstens beim Bachelor echte Verbesserungen geben? Haben die Studenten etwas erreicht oder sich am Ende von Bildungspolitikern einwickeln lassen? Ein Rückblick.

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MannaManna 10.01.2010, 12:52
1. Regensburg noch besetzt

Nur eine kleine Korrektur:
Mindestens eine weitere Universität, nämlich Regensburg, ist weiterhin besetzt. Dort haben sich Besetzer und Unileitung darauf geeinigt, die Besetzung in eine neue Form umzuleiten: die Besetzer verzichten auf das Übernachten an der Uni, dafür werden ihnen mehrmals wöchentlich stattfindende Gespräche zu von ihnen bestimmbaren Themen mit der Unileitung zugesagt.

Mehr unter www.regensburg-besetzt.de

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sysiphos-a 10.01.2010, 15:28
2. Uni-Kehraus

Hm. Schade!!!

Hatte sooo eine schöne Antwort verfasst auf obigen Artikel!
(Und ein paar Gegenbeweise geliefert...)

Leider habe ich ihn als Feedback verschickt und nicht hier. (Bin neu und finde's noch einigermaßen unübersichtlich hier)

Frage an Forumsmoderatoren:
Kann man den Feedback-Beitrag hier veröffenlichen?
Ich komme nicht mehr an ihn heran.

Denke, er würde die Diskussion schon weiter anregen! *g*

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derweltbuerger 10.01.2010, 16:47
3. Unsäglich

Die Berichterstattung des Spiegel über die Hörsaalbesetzungen ist einfach unglaublich. Unglaublich schlecht und unglaublich einseitig. Beides ist Absicht.

Auch in diesem Artikel findet keine ernsthafte inhaltliche Auseinandersetzung mit den Forderungen statt. Es wird nicht versucht sich in die Studenten einzufühlen. Was sind die Gründe für derlei Proteste? Stattdessen wird das ganze als Flavor (übrigens korrekterweise ohne u, wenn es aus Amerika sein soll) of the Month abgetan. Mit diesem Mittel werden die Proteste der Lächerlichkeit preisgegeben.

Die einzige inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Studentenprotest findet in diesem Abschnitt statt:
"Neben allgemeinpolitischen oder Uni-bezogenen, aber diffusen Forderungen hatten die Protestler einige konkrete Punkte auf der Agenda: ein lautstarkes Nein zu Studiengebühren, mehr Mitsprache an den Hochschulen - und vor allem Kritik an der Stofffülle und am ständigen Prüfungsdruck in fehlorganisierten Bachelor-Studiengängen. Der Zorn hatte sich aufgestaut und fand ein Ventil in den Besetzungen und Demonstrationen."

Dabei sind gerade die "allgemeinpolitischen oder Uni-bezogenen, aber diffusen Forderungen" der Knackpunkt. Es geht nämlich im Kern um die Privatisierung der und den Umbau zur unternehmerischen Hochschule. Bildung wird damit aus der Verantwortung des Staates entlassen und auf unternehmerische Effizienz und finanzielle Rentabilität getrimmt. Die Hochschulen sollen am besten nur noch Studenten hervorbringen, die gut sind für die Wirtschaft, aber keine eigenständigen Denker sind. Dagegen richtet sich der Protest. Die konkret genannten Forderungen sind lediglich Symptom dieses Radikalumbaus, der von den so genannten Neoliberalen voran getrieben wird. Da der Spiegel an forderster Front neoliberale Meinungsmache betreibt, ist natürlich auch keine faire Berichterstattung zu erwarten.

Die Proteste mögen nun für eine Zeit lang erstmal abflauen, aber man kann sich drauf verlassen, dass sie umso stärker zurückkommen, wenn die Studenten merken, dass alle Versprechungen vor allem Worthülsen waren und sich im Kern nichts geändert haben wird.

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pot81 10.01.2010, 19:15
4. Dresden weiterhin besetzt

Das die Presse bei Ihrer Berichterstattung Blödsinn macht, ist an der Tagesordnung. Da hilft nur, sich selbst zu informieren und zu korrigieren.
Dresden ist seit dem 9.11.09 durchgängig besetzt, der Forderungskatalog wird immer aussagekräftiger. Alles nachzulesen unter http://www.pot81.de, stets aktuell.

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Besetzerin_Saarbrücken 11.01.2010, 23:40
5. Saarbrücken weiterhin besetzt!

auch wenn einige Unis bereits geräumt wurden, gibt es immer noch genug Unis, die weiter besetzen, zb Wir!
Auch an anderen Unis wurde die Besetzung teilweise einfach nur in andere Räume verlagert, um den Unibetrieb nicht aufzuhalten.
Saarbrücken ist seit 17.11. 00:00 Uhr besetzt und wir sehen noch keinen Grund zu gehen! Gespräche mit der Unileitung, dem Qualitätsbüro, dem Asta und den Fachschaften laufen und wir haben zumindest uniintern bereits einiges erreicht.

Bildungsproteste, wie sie 2009 stattfanden, lassen sich nicht durch hlächerliche Weihnachtsferien ersticken. Nach einer Verschnaufpause wird es weiter gehen, bis die Politik sich ernsthaft mit dem Thema Bildung auseinander setzt und anfängt, Missstände wirklich zu beheben!
Auf einen frischen Bildungsstreik 2010!

Ps: bei uns wird selbst geputzt, wir rauchen im ganzen Gebäude nicht, wir beschmieren keine Wände und fegen sogar unseren Vorplatz!

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Alexander Basileus 11.01.2010, 01:10
6. Giessen, Giessen an der Lahn

.. ist auch noch da. Wie man unter http://protest-giessen.de/
einwandfrei nachlesen kann.

Wenn ich mir den Artikel so durchlese, kann ich nur sagen:"Auch Neoliberale pfeifen im Wald".
Die hart erarbeiteten Forderungen sind unter:
http://protest-giessen.de/wp-content...4rung_2411.pdf
zu finden.

Besetzungen sind nur eine von vielen Formen, entscheidend ist, das es endlich geschafft wurde, über alle Lager hinweg ein breites Bündnis gegen den Ausverkauf der Hochschulen zu bilden, das nicht ruhen wird, bis sich etwas ändert.

Wir sehen uns zur bundesweiten Demo in Frankfurt

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hdwinkel 11.01.2010, 07:48
7. Proteste

Zitat von derweltbuerger
Die Berichterstattung des Spiegel über die Hörsaalbesetzungen ist einfach unglaublich. Unglaublich schlecht und unglaublich einseitig. Beides ist Absicht. Auch in diesem Artikel findet keine ernsthafte inhaltliche Auseinandersetzung mit den Forderungen statt. Es wird nicht versucht sich in die Studenten einzufühlen. Was sind die Gründe für derlei Proteste? Stattdessen wird das ganze als Flavor (übrigens korrekterweise ohne u, wenn es aus Amerika sein soll) of the Month abgetan. Mit diesem Mittel werden die Proteste der Lächerlichkeit preisgegeben. ...
Mit Verlaub, die Wichtigkeit und Bedeutung von Protesten differiert zuweilen erheblich zwischen den Protestierenden und den Adressaten bzw. geneigten Zuhörern.
Die meisten Menschen im Land haben im Augenblick einfach andere Sorgen als sich um zuviele Prüfungen der Studenten zu kümmern. Das wird schon wieder.

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j_aus_p 11.01.2010, 13:01
8. Auch Paderborn gibt's noch!

Ja liebe Leute unglaublich aber wahr, auch in Paderborn wird noch besetzt. Der Paderborner Weg aus Diskussionen und einlullen lassen hat sich ja nun schon seid dem 16.11.09 erledigt.

Die Verfassert der Artikel hier sollten vllt erstmal genau recherchieren, bevor sie hier irgendwelche Unwahrheiten schreiben. Eine erste Infoquelle wäre vllt mal die Website www.unsereunis.de auf der so ziemlich jede Besetzte Uni eingetragen ist.
Naja , lange Rede, recht kurzer Sinn: Auch Paderborn lebt noch, und wer genaue Infos sucht, findet eben jene auf www.audimax-paderborn.de

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Peter Kunze 11.01.2010, 15:26
9. Unglaubliches

Zitat von derweltbuerger
Die Berichterstattung des Spiegel über die Hörsaalbesetzungen ist einfach unglaublich. Unglaublich schlecht und unglaublich einseitig. Beides ist Absicht.
Nunja, irgendwie muss ja die Leserquote bedient werden.
Zitat von
Stattdessen wird das ganze als Flavor (übrigens korrekterweise ohne u, wenn es aus Amerika sein soll) of the Month abgetan. Mit diesem Mittel werden die Proteste der Lächerlichkeit preisgegeben.
Was sie ja auch waren.
Zitat von
Die einzige inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Studentenprotest
Würde ich mal für den durchschnittlichen SPON-Leser so definieren:
- Gebühren nerven
- Bologna nervt
- Dass die Abgänger von der oec.- bzw. iur.-Abteilung mit Handkuss in der Privatwirtschaft genommen werden während der Rest der Geisteswissenschaftler brotlose Kunst erwirbt nervt

Zitat von
Die Proteste mögen nun für eine Zeit lang erstmal abflauen, aber man kann sich drauf verlassen, dass sie umso stärker zurückkommen, wenn die Studenten merken, dass alle Versprechungen vor allem Worthülsen waren und sich im Kern nichts geändert haben wird.
Nunja, wenn die 100 links der Asta stehenden Nasen per Uni wieder mal das Bedürfnis haben: ça va san dire. Meine Erfahrung zeigt dass die alle 10 Jahre wiederkehrenden Protestwellen sich spätestens bei den Semesterferien auflösen.

Bye

Peter

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