Forum: Leben und Lernen
Uni Leipzig: Millionen-Entschädigung für gescheiterten Professor
imago/Rainer Weisflog

Ein verhinderter Professor der Uni Leipzig hat vor Gericht Recht bekommen. Weil er eine Stelle nicht bekam, soll er mit viel Geld entschädigt werden. Gegen die Rektorin gibt es schwere Vorwürfe.

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fortelkas 30.05.2017, 23:05
50. An deutschen Hochschulen

....klebt imer noch (vielleicht sind es auch nur ein paar Reste) der Muff von 1000 Jahren. "Die Berufungskommission war sich einig." Was stand dann dieser Stellenbesetzung eigentlich noch im Wege? Ich hoffe nur, dass die Uni in letzter Instanz verliert und die Personen, die so etwas zu verantworten haben, auch finanziell, zur Verantwortung gezogen werden.
Erwin Fortelka

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angelobonn 30.05.2017, 23:13
51. Beweisaufnahme

Das Landgericht ist zu der Einschätzung gelangt, dass Frau Schücking hinter diesen Gerüchten steckte, nachdem es eine Beweisaufnahme durchgeführt hat. Angesichts dessen muss Frau Schücking sofort zurücktreten. Sie ist einmal mehr zu einer schweren Belastung für die Uni Leipzig geworden. Man kann nur hoffen, dass die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eröffnet.

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haltetdendieb 30.05.2017, 23:19
52. Hehehehehehe....und diese Frau Rektor

ist gerade erst wieder gewählt worden! Viel Spaß bei den nächsten Zahlungen! Es kann doch kaum wahr sein, was an dieser UNI abgelaufen ist bzw. abläuft. Anstatt ihn jetzt zu nehmen, spielt die UNI-Führung verrückt und schlichtet nicht den Fehler durch einfache Besetzung durch den Besten. Wie wo was? Den Besten, den nehmen wir nicht. Die Zweitbeste, die darf es dann sein! Oh Gott, was hat sich bloß diese Rektorin bei ihrem Verhalten gedacht?

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kumi-ori 30.05.2017, 23:23
53.

Zitat von Lisa_can_do
Jahrhundertelang werden Professorenstellen unter Männern ausgemacht, katapultiert das männliche Netzwerk jegliche Fachlichkeit und noch so offensichtliche Leistung und Kompetenz von Frauen regelhaft raus bei Bewerbungen und Platzierungen. Jetzt hat eine Frau auf Platz 2 gelistet mal eine Stelle bekommen, wird automatisch angenommen, dass sie diese Stelle nur bekommen hat, weil sie eine Frau ist. Und das war natürlich möglich, weil die Rektorin eine Frau ist... ob es wirklich so ist, wer weiß. Aber der "Benachteiligte", der offensichtlich einen Job hat, wird mit Millionen 'entschädigt'. Eine nicht nachvollziehbare Entscheidung. Ein fachlich nicht spezialisierter Mensch entscheidet darüber, ob zwei hoch spezialisierte Menschen mehr oder weniger 'kompetent' für eine Stelle sind und dieser Richter befindet darüber wie diese nie nachweisbare Benachteiligung, die Indizien, nun in Euro bemessen werden. Jo, das System der Berufungen gehört gründlich reformiert. Ein Hauptbestandteil muss dabei sein, dass man endlich das Netzwerk alter Männer aufbricht und endlich mal annimmt, dass Frauen auch kompetent und geeignet sein können, um Platz 1 zu belegen und diese ständig unterstellte Quoten-Idiotie, mit der man weniger Leistung und Fachlichkeit verbindet.
Vielleicht haben Sie den Artikel nicht richtig gelesen. Die Fakultätskommission hat sich für diesen (nun mal männnlichen) Bewerber entschlossen. Ich kann die Urteilskraft der Fakultät nicht bewerten, aber ich glaube, dass Schücking (als ausgewiesene Hämatologin) wenig Fachexpertise im Bereich "lebenslanges Lernen" hat.

Der zweite Fehler, den Schücking machte, war, dass sie die bessere Eignung der Konkurrentin nicht nachwies, bevor sie in das Berufungsverfahren eingriff. Sie stritt die bessre Qualifikation des Kandidaten der Fakultät nicht ab, sondern berief sich auschließlich auf die Geschlechtszugehörigkeit. Eine Quotenfrau darf aber erst ab gleicher Eignung bevorzugt werden.

Was die Rektoren und Professoren in den früheren Jahrhunderten getrieben haben, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Dem zurückgesetzten Bewerber kann keine derartige Schuld nachgewiesne werden.

Gänzlich disqualifizieren Sie sich durch de Hinweis, "dass der Benachteiligte ja einen Job hat." Na und? Wenn Sie 10.000 Euro besitzen und ich stehle Ihnen 5.000 Euro, ist es dann eine Entschuldigung, wenn ich sage, dass Ihnen ja noch 5.000 Euro geblieben sind?

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jetbundle 30.05.2017, 23:37
54. Typisch Frau

Sorry, aber in meiner erfahrung mit weiblichem Führungsperonal ist dieser Vorfall recht typisch. Die Art von Sexismus die Frauen unter dem Deckmantel der "Gleichstellung" betreiben wäre in der umgekehrten Richtung unvorstellbar. Ich bin noch nicht so lange "im Geschäft" aber in den letzten Jahren ist es mir nicht untergekommen dass Männer Männer offen bevorzugen, geschlossene Mannernetzwerke bilden und dergleichen.

Ähnlich typisch ist meiner Ansicht nach die Beratungsresistenz. Männer (und einige Frauen) haben oft eine natürliche "Alphatier" Führungskompetenz und setzen in meiner Erfahrung weniger oft Entscheidungen per Machtwort durch als Frauen, die meinen durch solch ein Verhalten ihren Führungsanspruch darstellen zu müssen. Wobei das sich jetzt nicht explizit auf die Geschlechter bezieht sondern eher auf die Frage der Souveränität in der Führungsrolle.

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kumi-ori 30.05.2017, 23:40
55.

Zitat von olfnairolf
Letztendlich ist es doch völlig egal warum sich die Rektorin für jemand anderen entschieden hat, vielleicht wirkte die Andere dynamischer, fleißiger, vielleicht einfach nur sympathischer. Letztendlich ist sie doch verantwortlich und muss mit ihm zusammenarbeiten und nicht diese mittlerweile völlig weltfremden entfesselten Richter. Mal wieder ein unmögliches Urteil.
Wahrscheinlich müssen aber die Fakultätskolleginnen und -kollegen mehr mit dem Stelleninhaber zusammenarbeiten, als die Universitätsrektorin.

Sie haben vielleicht von den regelmäßigen Querelen bei der Besetzung von Stellen in der Katholischen Universität Eichstätt gehört, bei denen die fachlich bevorzugten Bewerber oft wegen unkatholischer Lebensführung abgewiesen werden. Ganz zu Recht versinkt Eichstätt bis zum Nabel im Dauer-Shit-Storm, selbst der für den Sprengel zuständige Bischof Hanke sagte "Viele Professoren schämten sich, an einer katholischen Universität zu sein."

Die Schmach, ein weltanschaulich angetriebener Kindergarten mit der Rektorin als Klassenkaspar zu sein, hätte Frau Schücking ihrer Universität ersparen sollen.

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kayakclc 31.05.2017, 00:03
56. Quittung für unverhältnismässigen Eingriff in das Berufungsverfahren

Eine Rektorin muss extrem gute Gründe vorbringen, um eine Liste zu kippen. Wenn die Berufungskommission und der Fakultätsrat, ein demokratisch gewähltes Gremium, zustimmen, kann und sollte man das Verfahren nur aus formalen Gründen aufhalten, z.B wenn Befangenheiten nicht offengelegt wurden, oder objektive Qualitätskriterien nicht erfüllt wurden. Frau Rektorin Schücking ist Medizinerin. Woher sie die Kompetenz nehmen will, über fachliche Qualifikationen von Erziehungswissenschaftler zu Urteilen, ist nicht klar. Und das Gericht hat entsprechend reagiert. Meinen im Umkehrschuss Leute vielleich, Pädagogen können über die fachliche Qualifikation eines Mediziners urteilen? Auch die Rektorin hat wohl ihren Job bald los.

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wiseacre 31.05.2017, 00:03
57. Studenten

Gibt es an der Leipziger Uni eigentlich noch männliche Studenten? Oder hat die Rektorin die auch schon verhindert? Tja, der Feminismus treibt schon seltsame Blüten. Mir scheint, Qualifikation und fachliche Kompetenz spielt heute bei der Besetzung von Stellen im öffentlichen Dienst kaum noch eine Rolle, bei all den Quoten. Was wiederum einiges aussagt über die Qualität derer, die die Stellen bekommen.

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merlin 2 31.05.2017, 00:22
58. Was ein Irrsinn!

Zitat von Mr T
[...] Auch nach Hoschschulrecht darf nur bei "Unentschieden" darf man einer Frau Prioritaet geben.
Ja, richtig, aber auch das ist ja eigentlich wieder nur die Anerkennung der Ungleichheit. Und warum? Damit die Quote stimmt.
Das Ganze ist ein absoluter Irrsinn. Vernünftig wäre es den Fachgremien zu vertrauen bzw. die objektiven Qualifikationen zu bewerten. Alles andere ist unfair und eine dumme Bevorzugung des im Zweifel schlechteren Kandidatens zum Schaden der Studierenden und vor allem der Wissenschaft.

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d.u.s 31.05.2017, 00:38
59. Ruhig bleiben..

Man kann trefflich streiten, ob Frauenförderung ins Extrem geht, wenn beispielsweise den Fakultäten bei Einstellung einer Professorin bestimmte Auslagen erstattet werden. Derartige Anreizmechanismen könnten womöglich Ungerechtigkeiten vice versa des Gewohnten bedingen. Allerdings gibt es definitiv eine äonenalte Kultur der Männerbevorzugung - bewusst oder unbewusst. Bis es also dem Genderfass den Boden ins Gesicht schlägt und die Waage kippt, können noch aberviele männliche Aspiranten hintenangestellt werden.. echte Gleichberechtigung wär halt cool, echt nach Qualifikation - dann darf man (das zweite "n" spar ich mir) sich aber auch nicht bei jeder eingestellten Frau ins empfindsame Scrotum gezwickt fühlen..

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