Forum: Leben und Lernen
Unicef-Bericht: 40 Prozent der Kinder von Alleinerziehenden sind arm
DPA

Jedes 12. Kind in Deutschland lebt unterhalb der Armutsgrenze. Ein Unicef-Report zeigt: Am stärksten betroffen sind Kinder von Alleinerziehenden, mehr als jedes Dritte gilt als arm. Die finanziellen Schwierigkeiten haben oft lebenslange Folgen.

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mel-lina 24.10.2013, 20:22
10.

Zitat von sahnekefir
Die meisten caritativen Einrichtungen werden zu einem großen Teil durch den Staat finanziert. Und Urlaub auf Kosten der Allgemeinheit einzufordern ist schon etwas dreist. Es gibt in diesem Land viele Menschen, die sich nur selten Urlaub leisten können.
Meine Kinder und ich waren noch nie in Urlaub!!

Und wir waren genau eine Woche im Bergischen Land mit anderen alleinerziehenden Müttern denen es nicht besser geht als mir.
Für die Kinder war es ein Abenteuer auch wenn es nicht viel war.
Aber das leuchten in den Augen ist es allemal Wert.
Ein krasser Gegensatz zu den Kindern die mit ihren Eltern jedes Jahr die Welt umfliegen.
Was ist daran dreist?

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mankannnurstaunen 24.10.2013, 20:54
11. Dreist ist,

wer sich so zynisch äußert wie "sahnekefir". Sie haben keine Ahnung, wovon Sie reden. Ale alleinerziehende Mutter kann ich das von "mel-lina" Geschriebene nur bestätigen. Ich war mit meiner Tochter zum letzten Mal vor 5 Jahren in Urlaub, obwohl ich ganztags berufstätig bin. Aber nach Abzug von Miete/Strom etc. bleibt vom Gehalt zwar etwas zum gerade-so-Überleben, aber nichts zum Leben übrig. Und Kinder wollen und müssen auch leben, nicht nur überleben. Man sollte sich hier mit Äußrungen wie "asozial" dringend zurückhalten. Leider wird aber auch dieser neue Unicef-Report nichts an der Situation der betroffenen Kinder ändern. Die Lage wird immer schlimmer. Und im Grunde ist es so, dass berufstätige Alleinerziehende immer die Deppen bleiben. Denn staatliche Unterstützung bekommt man da nicht, auch wenn man dringend auf Unterstützung angewiesen wäre. Trotzdem kann es keine Option sein, sich arbeitslos zu melden. Schon allein aus Gründen der Vorbildfunktion für die Kinder.

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neu.hier 24.10.2013, 21:12
12.

Zitat von Palmstroem
Welch ein Glück, in einem armen Land zu leben! Leider sterben an dem Glück täglich 70.000 Kinder!
Hier ging es um einen Bericht zur Lage in Deutschland. Bei den Kindern, die Sie meinen, geht es ums nackte Überleben...

Und ob Sie es glauben oder nicht, können Kinder hier in Deutschland trotz beheizter Sozialwohnung, Lebensmitteln, Bekleidung usw. leiden.
Meinen Sie, diesen kleinen Menschen hilft es, wenn Sie sagen: " Ach sei doch froh und glücklich. Schließlich sterben in Afrika ständig Kinder".
Ich dachte bei der Textstelle in dem Artikel eher an die Nachkriegszeit. Seinerzeit wurde niemand wegen Armut ausgegrenzt, da fast alle arm waren...

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kriegl 24.10.2013, 22:11
13. Vater

ich lese nirgends, dass man den dazugehörigen Vater heran zieht. Er ist ja schließlich. auch für sei Kind verantwortlich. Oder wird dessen Beitrag verschwiegen?

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neu.hier 24.10.2013, 22:55
14.

Zitat von Blaue Fee
Glauben Sie wirklich es macht einem Kind Spass, einem Escalade die Windschutzscheibe zu putzen? Es mag vielleicht weniger demütigend sein, aber der Hunger ist deswegen noch lange nicht weg und das Nachtlager in der Kanalisation zwischen Kakerlaken und Ratten nicht wärmer als ein Bett in einer deutschen Sozialwohnung.
Ihr Kommentar ist nachvollziehbar. Es gibt wirklich untragbare Verhältnisse, in denen Kinder in dieser Welt leben müssen.

Aber die Verhältnisse für "arme" Kinder in Deutschland, die zum Glück nicht hungern müssen, bezeichnen Sie dann doch mit Ihrem Statement zwischen den Zeilen "als Leiden auf hohem Niveau".

Dann sagen Sie doch bitte Ihrem Kind, dass sein Vereinssport und sein Blockflötenunterricht gestrichen sind und sein Kinderfahrrad verkauft werden soll. Das dadurch ersparte/eingenommene Geld geht dann an die von Ihnen o.g. Kinder, die tatsächlich arm dran sind, weil sie jeden Tag um ihr Überleben kämpfen müssen.

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robeuten 25.10.2013, 23:02
15.

Zitat von kriegl
ich lese nirgends, dass man den dazugehörigen Vater heran zieht. Er ist ja schließlich. auch für sei Kind verantwortlich. Oder wird dessen Beitrag verschwiegen?
Nee, der wird so abgezogen, daß er häufig keine neue Partnerschaft mehr eingehen kann, während die Ex ums Verrecken den neuen Lover nicht heiraten wird, da sie dann weiter abkassieren kann - dies ist falsch, aber nicht "falscher" als Ihr statement...
Generell sollte man sich aber schon fragen dürfen, warum soviele Frauen "alleinerziehend" sind, und ob man diesen Lebensentwurf unterstützen sollte?

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widower+2 25.10.2013, 23:32
16. Dieses Forum ist zu klein für diesen grandiosen Beitrag

Zitat von mel-lina
Bitte nicht alle über einen Kamm scheren! Ich bin seit knapp 10 Jahren Alleinerziehend und war immer Berufstätig! Dennoch reicht mein Gehalt und der Mindestunterhalt für meine Kinder nicht aus. Ich liege um die 50 Euro über der Gehaltsgrenze um Wohngeld oder ALG2 Aufstockung zu bekommen. Somit werden mir diverse Hilfen untersagt. Z.b.Nachhilfe für meinen Sohn der aufs Gymnasium geht,Klassenfahrten meiner Zwillinge die nicht bezuschusst werden und ich nicht bezahlen kann,sowie das Mittagessen der Ganztagsschule die bei drei Kindern bei 10 Euro am Tag liegen. Würde ich meine Arbeit aufgeben ,hätte ich mit Hartz 4 wesentlich mehr Geld in der Tasche aber mir macht die Arbeit Spass und ich möchte für meine Kinder ein Vorbild sein. Nur der Staat Unterstützt das nicht! Es gibt so etwas wie einen Kinderzuschlag,den habe ich auch beantragt. Fehlanzeige! Da ist das Einkommen der Mutter irrelevant wenn der Mindestunterhalt der Kinder stimmt,egal was unter dem Strich rauskommt. Mein Sohn hielt mir letztens von der Schule eine Anmeldung für die Klassenfahrt vor die Nase...6 Tage auf einem Segelschiff auf dem Meer ohne Anreise und Verpflegung für 400 Euro!!! So etwas kann ich beim besten Willen nicht bezahlen ,wo ich wiederum einen Antrag beim Förderverein gestellt habe...aber wo bleibt der Staat?? Ich schaue immer dass meine Kinder in Nichts Nachstehen müssen,aber ich merke zunehmend dass ich mir schon seit Ewigkeiten nichts mehr selbst geleistet habe...nicht mal eine Winterjacke besitze ich für mich. Urlaub? Meine Kinder und ich waren letztes Jahr zum ersten mal im Urlaub! Als ich bei der AWO anfragte wurde ich zuerst abgewimmelt,ich blieb hartnäckig und mir wurde erklärt dass ich dieses Angebot nicht an die Große Glocke hängen sollte weil ihnen sonst die Bude eingerannt wird. I
Ihr Beitrag sollte jedem verantwortlichen Politiker in Deutschland als Pflichtlektüre auf den üppig gedeckten Frühstückstisch gelegt werden.

Ich bin als Witwer ebenfalls alleinerziehend und habe das gar nicht mal so zweifelhafte Glück, unter der Gehaltsgrenze zu bleiben. Dadurch habe ich auf den ersten Blick weniger als Sie, bin aber letztendlich im Vorteil.
Die Leistungen aus dem Paket für Bildung und Teilhabe (Klassenfahrten, grafikfähige Taschenrechner, eventuelle Nachhilfe, etc) machen diesen Nachteil Ihnen gegenüber mehr als wett.
Eigentlich müsste man Ihnen raten, sich schnellstmöglich eine "geeignete Krankheit" zuzuziehen und Ihren Job aufzugeben. Das ist aber nur der finanzielle Aspekt. Psychisch ist die geleistete Arbeit für einige Menschen enorm wichtig und daher unverzichtbar.

Diese Ungerechtigkeit wäre aber relativ leicht und kostenneutral zu bereinigen, indem man das Kindergeld nicht mehr als Einkommen voll auf den ALG II-Satz anrechnet und ab einem gewissen Einkommen sowohl das Kindergeld als auch den alternativen Kinderfreibetrag streicht.
Wie ist es zu rechtfertigen, dass Kindergeld bei der Berechnung von Hartz IV zu 100% angerechnet wird, der Multimilliardär aber trotzdem Anspruch auf Kindergeld hat?

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widower+2 25.10.2013, 23:47
17. Teilweise richtig

Zitat von sahnekefir
Sorry, aber hier wird einiges wild durcheinandergewürfelt. Ein Kind, das im Winter mit Sandalen rumläuft hat nichts mit finanzieller Not zu tun sondern mit assozialen, gleichgültigen Eltern. Neue Kinderschuhe sind zwar durchaus teuer, aber.....
Natürlich ist es möglich, seine Kinder auch als ALG II-Empfänger irgendwie im Winter nicht in Sandalen rumlaufen zu lassen. Trotzdem ist es immer bitter, wenn neue Schuhe fällig sind.
In bestimmten Altersstufen werden pro Jahr auch gerne mal 3 Schuhgrößen mitgenommen.
Wie wenig Ahnung Sie von den Lebensumständen der Betroffenen haben, lässt sich an 2 Punkten aus Ihrem Beitrag leicht festmachen:
1. Bei KiK gibt es keine Schuhe.

2. Kindergeld. Eine Kindergelderhöhung würde tatsächlich überhaupt nicht helfen, da das Kindergeld vor der Berechnung des Hartz IV-Satzes zu 100 % als Einkommen gewertet wird. Bei einer Verdoppelung des Kindergeldes hätte der Hartz IV-Empfänger (eigentlich ALG II-Empfänger) mit Kindern keinen Cent mehr in der Tasche.

Sollten Sie Kinder haben, würden Sie davon profitieren und auch jeder Multimillionär. ALG II-Empfänger, Geringverdiener und Aufstocker hingegen nicht.

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widower+2 25.10.2013, 23:56
18. Kuren von Beamten?

Zitat von sahnekefir
Die meisten caritativen Einrichtungen werden zu einem großen Teil durch den Staat finanziert. Und Urlaub auf Kosten der Allgemeinheit einzufordern ist schon etwas dreist. Es gibt in diesem Land viele Menschen, die sich nur selten Urlaub leisten können.
Jede Menge verbeamtete Hinternbreitsitzer fordern regelmäßig Urlaub auf Kosten der Allgemeinheit ein und bekommen ihn auch bewilligt. Das nennt sich dann Kur.

In Einzelfällen mögen sie das auch durchaus verdient haben. Aber nur in Einzelfällen.

Der Regelfall ist eher die Kur zusätzlich zu 2 bis 3 Urlaubsreisen pro Jahr.

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widower+2 25.10.2013, 00:05
19. Sie verstehen es einfach nicht

Zitat von Blaue Fee
Glauben Sie wirklich es macht einem Kind Spass, einem Escalade die Windschutzscheibe zu putzen? Es mag vielleicht weniger demütigend sein, aber der Hunger ist deswegen noch lange nicht weg und das Nachtlager in der Kanalisation zwischen Kakerlaken und Ratten nicht wärmer als ein Bett in einer deutschen Sozialwohnung.
Das Kind, das einem Escalade die Windschutzscheibe geputzt, dafür ein paar Münzen bekommen hat und danach in der Kanalisation neben seinen Kumpels schläft, ist zweifellos arm.

Es fühlt sich aber wahrscheinlich besser als das Kind, das in Deutschland im Winter in Sandalen und löchriger Jeans auf dem Schulhof steht; verspottet von den Mitschülern in edlen Markenklamotten, gefilmt mit dem neuesten Smartphone und dann im Internet bloßgestellt.

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