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Universität Hamburg: Professorin kündigt 100 Studenten
DPA

Das neue Semester beginnt für runde 100 angehende Lehrer in Hamburg mit einem Schock: Ihre Professorin hat ihnen das Studium gekündigt. Begründung: kein Personal.

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differenzieren 02.04.2015, 14:10
1. Die Ursachen stehen bereits im Artikel.

Die einzige bisherige Mitarbeiterin kündigt aus fehlender Perspektive. Kein Wunder. Heute wird man im akademischen Feld entweder Professor oder man geht vor die Hunde. Wenn man einsehen muss, dass ersteres unwahrscheinlich wird, muss man rechtzeitig abspringen, sonst ist es zu spät.

Und es ist auch keine Überraschung, dass man keine Leute für eine befristete Stelle findet. Die Punkte aus dem obigen Absatz haben sich rumgesprochen, das macht doch keiner mit, der auch nur die geringste Wahl hat.

Bezahlt die Leute gut, gebt ihnen unbefristete Verträge und bietet Perspektive und sie kommen auch wieder.

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Lopid 02.04.2015, 14:12
2. Könnte teuer werden

Das könnte für die Universität sehr teuer werden. Wenn die Universität den verspäteten Abschluss von Studenten verschuldet, können die Studenten deswegen ausfallende Löhne von der Universität einklagen.

Wenn eine Uni Studenten zulässt, hat sie auch sicherzustellen, dass diese ihr Studium zumindest wenn diese den Studienverlaufsplan einhalten, auch abschließen können. Der AStA oder wer auch immer in Hamburg die Studierenden vertritt sollte behilflich sein bei den anfänglichen Rechtsanwaltskosten.

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diefetteberta 02.04.2015, 14:12
3. Hamburg

Das ist Hamburg, wie es leibt und lebt: Auf der einen Seite nicht mal die Universitäre Lehre auf die Reihe bekommen, dann aber sich als Olympiastützpunkt empfehlen. Herr Scholz, treten Sie zurück!

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nochnbier 02.04.2015, 14:13
4. Gut so!

So traurig das für die Studierenden ist, aber Personalmangel und prekäre Beschäftigungsverhältnisse gibt es schon seit langer Zeit an deutschen Hochschulen. Die Bildungsminister haben kläglich versagt. Diese Notbremse ist längst überfällig, doch scheren sich die meisten Professoren kaum um die Situation, sondern tragen den Mangel auf dem Rücken der Doktoranden und wissenschaftlichen Mitarbeiter aus. Hoffentlich haben die Studierenden mit der Klage Erfolg, höchste Zeit, dass der Politik das Bildungssystem um die Ohren fliegt!

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territrades 02.04.2015, 14:14
5. Peinlich.

Dann sollen sie den Studiengang einstampfen. Entweder man bietet einen Studiengang ganz an oder gar nicht. Wenn die Fachrichtung nur einen Prof hat, wer wird dann in Streitfragen hinzugerufen? Von wem unterschiedliche Perspektiven kennenlernen, wenn es nur eine lehrmeinung gibt?

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unky 02.04.2015, 14:21
6. Symptomatisch

Deutschland verspielt seine Zukunft. Das Ausdünnen der universitären Lehre ist ein Skandal - aber (wirtschafts-) politisch so gewollt. Übrig bleiben sollen nur noch wirtschaftskonforme Ausbildungsplätze, die Mitarbeiter für den aktuellen Praxisbedarf heranziehen. Woher eines Tages dann die Innovationen kommen sollen, ist den Verantwortlichen scheinbar egal. Alles wird in diesem Land nur noch auf Verschleiß gefahren.

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Onkel Ho 02.04.2015, 14:22
7. Das ist jetzt nicht bös' gemeint ...

... aber wäre der betreffende Studiengang an einer FH oder (wie es jetzt heißt) HAW nicht besser aufgehoben?

Und ich denke, dass das kein Problem allein der Uni Hamburg ist.
Wenn statt der klassischen Disziplinen jetzt jede Hochschule zig Studiengänge bis in die exotischsten Richtungen hinein betreibt, liegt es auf der Hand, dass irgendwann die Ressourcen knapp werden.

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ClausWunderlich 02.04.2015, 14:23
8.

Das greift doch immer mehr um sich!

25.03.2015
Jobcenter-Personalräte haben angesichts des wachsenden Drucks mehr Personal und "grundlegende Veränderungen" gefordert.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/jobcenter-personalraete-beklagen-ueberlastung-der-mitarbeiter-a-1025605.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/jobcenter-personalraete-beklagen-ueberlastung-der-mitarbeiter-a-1025605.html

12.01.2015
Engpässe bei der Feuerwehr, beim Zoll oder der Lebensmittelkontrolle: Personallücken im Öffentlichen Dienst gefährden Beamten-Vertretern zufolge die Bürger.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/oeffentlicher-dienst-personalmangel-bei-feuerwehr-gefaehrdet-buerger-a-1012455.html

Und in den meisten privaten Unternehmen sieh das nicht besser aus ist meine Erfahrung.

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sancon 02.04.2015, 14:23
9. Mehr Studies, weniger Personal

Ein hausgemachtes Problem. Die Unis wollen immer mehr Studenten um in diversen Rankings möglichst weit oben zu stehen. Aber zusätzliches Personal? pffff neeee,kostet ja Geld.
An meiner Uni haben sie den Bachelor-Studiengang "Körperpflege" eingeführt.
Was soll man da noch zu sagen......

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