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Universitäten: Hochschulrektoren vermissen Studiengebühren
DPA

Deutschlands Hochschulrektoren fordern eine Rückkehr zu Studiengebühren, ihre Hochschulen seien "völlig unterausgestattet".

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gdennis91 17.10.2014, 12:03
10.

Einem Studenten der sein WG Zimmer, Lebensunterhalt, Kleidung und alles was dazu gehört bezahlen muss tun schon die 200 Euro Semesterbeitrag für das Busticket und die Immatrikulation weh!
Wir Studenten sind doch die, die für 6 Euro Stundenlohn an der Kinokasse arbeiten müssen. Viele Studenten aus meinem Bekanntenkreis und auch ich halten sich mit zwei Nebenjobs über Wasser. Und wofür? Dafür das 60% der Absolventen einen schlechtbezahlten Job bekommen.
Liebe Politik du sagst wir haben einen Fachkräftemangel in Deutschland. Dann investier doch mal abwechslunghalber in deine Bildung!

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NRW ehem. Student 17.10.2014, 12:03
11.

Meine Universität hat aus Studiengebühren (die ich noch in meinen ersten beiden Semestern zahlen musste) hauptsächlich Kapazitäten für die Doppeljahrgänge und Wehrpflichtjahrgänge aufgebaut. Da das ganze in NRW durch den Bau-und Liegenschaftsbetrieb NRW geht, hat sich natürlich alles verzögert und die Baue sind noch nicht fertiggestellt. Ich habe mein Studium im Übrigen jetzt abgeschlossen, so wie alle anderen, die noch Studiengebühren zahlen mussten.

Ferner wurden immense Bestände an Lehrbüchern (Autor: Professor der den Antrag an die Beschaffung stellte) angeschafft, welche teilweise durch Professorenwechsel im Folgejahr der Bestellung nicht mehr verwendet werden und in den Regalen verschimmeln.

Leider kann ich mir das Geld nicht mehr zurückholen.

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muttisbester 17.10.2014, 12:10
12. Falscher Beruf?

Evtl. haben die Rektoren einfach den falschen Beruf.
Unfähig mit den Geldern auszukommen? Hmm, Studenten müssen das auch schaffen, warum schaffen das die Rektoren nicht?
Eigentlich sind Studiengebühren ein Null-Summen-Spiel, für die Unis. Der Rest der Gesellschaft verliert.
In England und Amerika gibt es Studiengebühren, aber das System ist so angelegt, dass man die Gebühren erst zurückzahlen muss, wenn man über ein bestimmtes Einkommen verfügt. Und nach x-Jahren wird die Summe erlassen. Und Jeder bekommt ein Stipendium. Mit dem Effekt, dass England inzwischen mehr Geld für die Studenten ausgeben muss, als früher. Weil die Gebühren erhöht wurden und die Absolventen weniger Geld verdienen.
Und in Amerika sind Akademiker so teuer, da würde sich aber unsere Wirtschaft massiv beschweren!
Und die ärmeren Mitmenschen unserer Gesellschaft könnten nicht mehr so preiswert zum Arzt gehen - kostet ja dann alles mehr.
Also, ein total sinnloser Vorschlag, von Menschen, die von der Realität völlig losgelöst leben - von Steuern, die ihnen die Studenten und deren Eltern zahlen.
Ja, und die Kassiererin an der Kasse hat wahrscheinlich nicht studiert und bezahlt über ihre Steuern auch die Studenten. Wenn die Kassiererin aber für Ihre Kinder eine bessere Zukunft möchte, wären Studiengebühren auch ziemlich kontraproduktiv, oder?

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loonafish 17.10.2014, 13:06
13. Sinn?

Ich selbst komme aus einer Arbeiterfamilie und könnte mir das Studium mit Studiengebühren nicht leisten.
Aber ich sehe auch, dass die Universitäten das Geld brauchen. Diese Woche regnete es beispielsweise in unseren Hörsaal ein, während wir darin saßen..
Ich finde, der Staat sollte sich mehr darum kümmern, dass Universitäten genug Geld haben um ihre Räume pflegen zu können.
Auf der anderen Seite finde ich, sollten der Staat auch die Studenten besser unterstützen, wenn Studiengebühren unerlässlich sind.
Von dem bisschen Bafög das man bekommt, kann man weder Miete nicht Lebensunterhalt bezahlen... Und wie ich hier erfahren habe, bekommen 99% der Stunden mehr als ich, obwohl ich aus einer Arbeiterfamilie komme!

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Wassup 17.10.2014, 13:35
14. Bildungserhöhung statt Rentenerhöhung!

Wir leben in einer Rentner-Demokratie. Deshalb muss über Eines in der GroKo nicht diskutiert werden: über die Rentenerhöhung. Dafür ist Geld da. Das wird einfach gemacht.

Für eine Bildungserhöhung hat man kein Geld, dafür muss erst einmal eine Steuererhöhung her, z.B. die Reichensteuer. Zwar haben wir mittlerweile eine Reichensteuer, doch aus der Bildungserhöhung wurde trotzdem nichts. Denn dafür braucht man eine weitere Steuererhöhung. Dann gibts mehr Geld für Bildung... versprochen (lach).

Liebe Rentner:
In die jungen Arbeitskräfte, welche die Renten finanzieren sollen, wird nicht investiert.
Dies gefährdet Eure Rente.

Bitte geht das nächste Mal so wählen, das auch in die Bildung investiert wird. So habt ihr langfristig eine höhere Rente.

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tombrok 17.10.2014, 14:04
15.

ist doch Murks. Ich habe z.T. 100 Std. in manchen Monaten neben dem Studium gearbeitet, mich verschuldet und dann sollen 500 Euro+ Sem.gebuehren nichts sein? Laesst sich mit ner hochdotierten Professur vermutlich leicht sagen!

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mipez 17.10.2014, 14:17
16.

Auch wenn ich Studiengebühren im Kern ablehne, sollten sich die ganzen erzürnten Pauker mal bitte vor Augen halten, dass sie der Gesellschaft bis dato abgeschlossenes Studium auf der Tasche liegen. Das ist an sich auch völlig in Ordnung, jedoch sind dann typische Kommentare und Meinungen hiet absolut am Thema vorbei geredet.

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sebastian.kleinschmidt 17.10.2014, 15:12
17. Ich bin da zwiegespalten

Nun ja, ich bin da irgendwie zwiegespalten.
Ich kann einerseits verstehen, was für eine Belastung die Studiengebühren darstellen. Ich bin selbst noch Student und habe auch nicht viel übrig im Monat, wenn überhaupt etwas, und habe einen Nebenjob und bekomme etwas Unterstützung meiner Eltern. Aber ich habe bereits während der Schulzeit einen Nebenjob gehabt und gespart, dann im Zivi auch noch viel gespart, sodass ich die ersten Jahre gut über die Runden kam.
Und manch eine Uni mag die Studiengebühren auch schlichtweg falsch eingesetzt haben, das ist dann aber nicht ein Fehler an den Studiengebühren, sondern die Unis waren schlichtweg zu doof und haben es selbst verbockt.
Aber ich weiß, dass hier an meiner Uni die Gebühren in manchen Lehrstühlen ganz sinnvoll eingesetzt wurden: Es wurden Doktoranden (das begrüße ich am meisten, da diese Leute noch besonders frisch dabei sind und das Geld auch gebrauchen können) oder Doktoren eingestellt, wodurch die Lehre sich merklich verbessert hat, weil es schlichtweg ein größeres Kursangebot und damit kleinere Kurse gab. Das hat Seminare auf Größen zwischen 20 und 35 Mann gedrückt. Heute, einige Jahre nach den Gebühren und dem Wegfall fast aller damals eingestellten Dozenten, sind die meisten Kurse mit 50+ so proppe voll, dass sie einfach keinen Spaß mehr machen. Und dann beschweren sich diejenigen am lautstarksten, bei denen ich weiß, dass sie mit Herzblut gegen die Studiengebühren protestiert haben.
Das mag ein Einzelfall sein, aber einer, der es wirklich gebracht hat für uns Studierende. Klar, wenn man nur Bücher oder PCs anschafft und es dann dabei beruhen lässt, dann bleibt man auf den Geldern sitzen. Aber das sind dann die Unis Schuld, nicht die Idee hinter den Gebühren.

Ich denke deshalb, dass es Studiengebühren geben soll, denn die waren wirklich nur für die Lehre einsetzbar und nicht für alles andere. Mag ja sein, dass die Landesregierungen den Wegfall kompensiert haben (ich wage es hier in NRW aber zu bezweifeln...), aber selbst wenn sie dies tun, dann ist das Geld nun nicht mehr gebunden und wird für vieles andere ausgegeben, nur nicht für die Lehre und die Dozenten an sich. Denn gerade da brauchen wir das Geld (zumindest in Geisteswissenschaftlichen Fächern).
Oder der Anteil der Landesgelder, den die Studierenden geleistet hätten, müsste wieder genauso gebunden sein und an die jeweiligen Lehrstühle gehen, damit dort wieder besser Lehre betrieben werden kann.

Und was das Verschulden angeht: Ich musste auch 4 Semester Gebühren bezahlen, habe das aber über einen speziellen Kredit darüber laufen lassen. Natürlich häufen sich dann Schulden an, die hat man mit Bafög aber ebenfalls. Dafür konnte ich in diesen ersten Semestern ohne viel Arbeiten auskommen. Muss sich halt jeder selbst überlegen, ob er mehrere Semester wegen Studiengebühren dran hängen möchte, weil er/sie deshalb viel mehr arbeiten muss, oder ob er/sie den Kredit aufnimmt, mit dem Studium flott vorankommt und diese nachher abbezahlt. Ist scheiße, aber es geht.
Vor allem solche, die volles Bafög bekommen haben, denen wurden die Gebühren damit quasi ja komplett erlassen (wer das nicht wahrnahm, ist selbst Schuld).

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Tolotos 17.10.2014, 15:16
18. Die Politik sollte besser das EU-Steuerdumping abschaffen!

Wenn die Unternehmen das Kapital, das sie in Deutschland erwirtschaften, nicht so leicht in europäischen Steueroasen versteuern könnten, könnte Deutschland von den Steuereinnahmen auch seine Aufgaben erfüllen!

Aber es scheint ja inzwischen ein Dogma zu sein, dass der Staat nur die kleinen ohne eigene Lobby schröpfen darf!

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TheTruth17 17.10.2014, 15:25
19. Die Bildungsrepublik Deutschland...

... wurde vor einigen Jahren von unseren Regierenden ausgerufen.
Jetzt sieht man was daraus geworden ist...
Hochschukrektoren rufen nach Studiengebühren - das ist doch der falsche Weg. Wo doch eigentlich der Staat über Steueren einen ordentlichen Betrieb der Unis sicherstellen sollte. Aber Hauptsache die schwarze Null steht. Ein anständiger Betrieb der Unis war doch vor Jahrzehnten auch möglich.
Die Bildungsausgaben prozentual zum BIP sind in Deutschland im Vergleich zu Europa (OECD) schon seit Jahren unterdurchschnittlich. (2011: OECD 6,1%, Deutschland 5,1 %).

Zu den von der Regierung angekündigten 7% Bildungsausgaben des BIP bis 2015 fehlt es meilenweit...
Gut das meine Hochschulzeit schon vorbei ist.

PS: Wieso erwähnt SPON eigentlich nicht die eigentliche Ursache der Misere !

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