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Unterhaltsklagen: "Ich hoffe, meine Eltern sterben bald"
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Wenn die Mutter oder der Vater keinen Unterhalt zahlen, zersplittern viele Familien vor Gericht. Vier Scheidungskinder erzählen, wie es ist, die eigenen Eltern zu verklagen.

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aurichter 11.08.2018, 20:56
1. Ja es stimmt,

so zerbrechen viele Lebensträume. Ich kann dieses Gefühl der Enttäuschung, der Wut und Verzweiflung sehr gut nachempfinden. Anstatt auf den Nachwuchs Stolz zu sein, werden diesem nur Steine in den Weg gelegt und dann einestages konfrontiert dich ein Amt bzgl Zahlungen, die innere Welt explodiert förmlich, aber der Staat ist noch unerbittlicher und perfider in "seinen" Forderungen. Da laufen dann u.a. Horrorfilme ab im Kopf.

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ansv 11.08.2018, 21:10
2.

Bei solchen Geschichten wird mir bange. Mein Vater hat den Unterhalt wohl damals bezahlt, aber Kontakt hatten wir kaum. Nach dem Tod der Großeltern habe ich den Kontakt endgültig abgebrochen - aber diese Unterhaltsverpflichtung kann eines Tages an der Tür klingeln. Ich habe keine Ahnung, wie es um die wirtschaftliche Situation meines Vaters und seiner zwischenzeitlich 3. Familie bestellt ist - aber leibliche Kinder sind halt "dran" wenns klemmt und der Erzeuger pleite ist.

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biber01 11.08.2018, 21:21
3. Beide Seiten sehen

Bin mittlerer Verdiener u. zahle meiner Tochter (19), zu der ich ein inniges Verhältnis pflege, seit zwölf Jahren Unterhalt. Jetzt beginnt sie ein Informatikstudium und natürlich zahle ich weiter. Muss dazu sagen, das sich meine Ex, bei der meine Tochter bisher wohnte, mit dem gleichen Betrag beteiligt. Hätte ich nicht gedacht, aber Exfrauen können auch überraschen. Nun will mein Sohn(23) nach Abschluss seiner Berufsausbildung auch ein Studium beginnen. Damit sind meine Überlegungen, bin 55, in den nächsten Jahren in den Vorruhestand zu gehen, hinfällig. Bin zwar stolz auf meine Kinder, hätte mir meine späten Jahre aber ohne finanziellen Druck vorgestellt.

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hansa_vor 11.08.2018, 21:22
4. Exakt dieses

ist meiner Frau zugestoßen.

Mit 17 alleine ohne Eltern und Unterstützung.

Nach 8 Monaten wurde wenigstens der Vater vom Gericht verpflichtet ihr Zimmer ohne Heizung und Waschbecken zu bezahlen.

Ihre Mutter lebt mittlerweile in Spanien und hat schon mal angemeldet wo sie "gedenkt" ihre Zeit im Altersheim zu verbringen.

Beiden Eltern haben wir deutlich gemacht, sollten wir in Regress genommen werden, wird das Altersheim seeeehr weit weg von ihren Vorstellungen und Deutschland sein.

Wir werden sehen was kommt, lange dauert es bei knapp 80jährigen vermutlich nicht mehr.

Es ist dermaßen pervers was manche ****** ihren Kindern antun!

Hier sollte auch das Sozialgesetz deutlich zugunsten der Kinder ausgelegt werden anstatt diese später zu zwingen ihre *****Erzeuger finanziell zu unterstützen.

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majakovskij 11.08.2018, 21:53
5. Unterhalte

Es ist nur angemessen, wenn der Staat mittlerweile in einem solchen Maß Unterhalt bezahlt – schließlich verantwortet er durch zynische Gerichtsverfahren – „Kindeswohl“ – und unrechtes Recht (bis vor kurzem erhielten „unverheiratete“ Väter nicht einmal das gemeinsame Sorgerecht – die Bundesrepublik musste erst verurteilt werden, damit sich dies änderte) in vielen Fällen das schlechte Verhältnis zwischen Eltern (meist Vätern) und Kindern. Kein Umgang, kein Unterhalt, kein Umgang, kein Unterhalt. Was ist hieran so schwer nachzuvollziehen?
Mütter und Väter, die auf Grund ihrer Verantwortungslosigkeit keine Kinder verdienen, gibt es immer wieder, das lässt sich rein biologisch nicht vermeiden, aber Eltern, die ihren Kindern den anderen Elternteil entziehen –also sich in die Beziehung der Kinder zu IHREM anderen Elternteil einmischen – sollten schlicht ihr Sorgerecht/Erziehungsrecht (zunächst auf Zeit) verwirken. Wäre die Rechtslage hier klar – denn es handelt sich um Misshandlung, die einer physischen Vergewaltigung in nichts nachsteht –, könnte man sehen, wie schnell alle Seiten zur Vernunft kämen (natürlich nicht die Eltern, die von sich aus und von Anfang an keinen Kontakt zu ihren Kindern möchten). Ein „Kindeswohl“ aber lässt sich gar nicht bestimmen: Ursächlich nachvollziehbar, in der Praxis absurd. Der Begriff ist dehnbar bis zum Himmel – wer wüsste letztlich wirklich, was für einen Menschen „gut“ ist? (jenseits Abwendung von effektiven Gefahren / Verbrechen).
Der Unterhaltsanspruch der Eltern gegen Kinder gehört abgeschafft, ebenso derjenige erwachsener Kinder gegen die Eltern. Hierfür gibt es Bafög (welches natürlich vom Elternverdient entkoppelt werden sollte).

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c.PAF 11.08.2018, 22:04
6.

Vater abgehauen und uns mit einem Berg Schulden alleine gelassen. Kein Unterhalt, weder für die Mutter noch uns Kinder.
Kommt irgendwann eine Unterhalsförderung, geben wir lieber den Beruf auf als dem was zu zahlen.

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Schweizer 11.08.2018, 22:48
7. Neue Kinder braucht das Land...

... wenn alles gut geht ist es für alle Seiten schön und man unterstützt sich gerne.
Was aber wenn nicht?
Vor allem Väter haben gegen Mütter, Gerichte und Sozialbehörden keinerlei Chancen einen (schönen) Kontakt ein zu klagen. Und nicht weniger machen sich deshalb aus dem Staub. Wer anderes behauptet soll erst mal eine Untersuchung bringen, die zeigt wie Väter sich verhalten, denen man ihre Väterrechte nicht weg nimmt...
Andersherum werden Väter (meist sind es die Väter die zahlen müssen) aber gezwungen zu bezahlen. Egal ob die Mutter das Kind untergeschoben hat, vorenthält oder das Kind vom Vater nichts wissen will.
Kein Wunder gibt das dann Ärger.
Ich wäre dafür, dass der Staat die Ausbildung übernimmt. Die Steuern der gut ausgebildeten Kinder kommen auch allen zu gute und nicht nur den Eltern....

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roby111 11.08.2018, 22:54
8. auch die andere Seite sehen!

Wie von Majakovskij schon angeschnitten, gibt es auch die andere Seite:

Meine Tochter, 19, wurde von der Mutter so gegen mich und meine neue Familie aufgehetzt, dass diese mir zu ihrem 18. Geburtstag eröffnete, weder das Geschenk (immerhin ein gut gepflegter Kleinwagen, technisch neuwertig mit frischem Tüv) anzunehmen, da aus ihrer Sicht "alte Karre", als auch den Kontakt zu mir/uns komplett abzubrechen.

Ich hatte ihr ein Gespräch über ihre Ausbildungspläne angeboten und auch über einen Modus der zukünftigen Unterstützung, habe in Summe 4 Kinder und leider keinen Geldschei..er...

Die Zahlungen an die Mutter habe ich eingestellt, da diese das Geld nie wirklich für ihre Kinder verwendet sondern schlicht für ihre esoterischen Utopien verlebt hat und selbst noch heute mit 45 vom Geld ihres Vaters lebt...

Nach einem Vierteljahr des Schweigens kam dann ein Anwaltsschreiben und die Unterhaltsklage direkt hinterher. Die eigenen Offenlegungspflichten hat sie dabei dezent ignoriert, ich habe weder Adresse noch gar Bankverbindung, weiss nicht, was sie schulisch macht, ob sie noch bei Muttern wohnt oder bei ihrem Freund, der wohl schon voll berufstätig ist, möglicherweise bin ich ja sogar schon Opa, ohne es zu wissen...

Nun soll aber ich, sozusagen ins Blaue rein, all meine Einkünfte sowie die meiner Frau (!) offenlegen, mehr oder minder gegenüber einer Fremden und deren Freund!

Da kommt wirklich Freude und väterliche Gefühle auf!

Natürlich werde ich zahlen, aber sie hat wohl sehr unrealistische Vorstellungen davon, wieviel, sprich wie wenig das sein wird.

Dafür das Erbe aufs Spiel zu setzen und den familiären Frieden, das halte ich für das völlig falsche Signal!

Ich selbst habe neben dem Abi her mit 14 zu arbeiten angefangen, um meinen Vater zu entlasten und auch, um mir Dinge leisten zu können, die nicht zu dem gehörten, was meine Eltern für "lebensnotwendig" erachteten und habe ab meinem 18. Lebensjahr für das Zimmer daheim und den Wäscheservice von Muttern sogar bezahlt (!), obwohl meine Eltern noch das Kindergeld bekommen haben!

Ich bin meinen Eltern dafür aber nicht böse, denn die Erziehung zur Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit ist ein sehr hohes Gut, was bei zu viel "Pamperung" rauskommt, sieht man ja z.b. an der Kindsmutter meiner 19j. Tochter, die noch heute auf Zuwendungen vom Vater sowie von "Freiern" angewiesen ist, selbst nie was auf die Reihe bekam und auch so ziemlich abgedriftet ist...

Mein Rat an Alle Kinder: REDET mit Euren Eltern, zeigt auf, was IHR SELBST schafft und auch, wo es klemmt! Dann bekommt ihr auch was zurück, wer aber mit dem Kopf durch die Wand will, der muss noch erzogen werden, indem man jeden Erfolg dieses Fehlverhaltens konsequent verhindert!

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ventoux72 11.08.2018, 22:59
9. @c.PAF: Das ist doch gerade der Witz

Sie dürfen den Beruf nicht aufgeben, um unliebsamen Unterhalt zu vermeiden.Schlimmstenfalls gehen Sie dafür in den Knast. Sie dürfen nicht einmal eine andere Stelle antreten, die weniger Geld bringt, oder Ihre Arbeitszeit reduzieren. Sobald Sie unterhaltspflichtig sind, sind Sie kein freier Mensch mehr. Es ist totale Sch.....e mit den gesetzlichen Unterhaltspflichten in D, wobei ich mir in Ihrem Fall gut vorstellen kann, das der Unterhaltsanspruch verwirkt ist. Dann zahlt die Allgemeinheit - so wie es nach meiner Meinung generell sein sollte.

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