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Unterhaltsklagen: "Ich hoffe, meine Eltern sterben bald"
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Wenn die Mutter oder der Vater keinen Unterhalt zahlen, zersplittern viele Familien vor Gericht. Vier Scheidungskinder erzählen, wie es ist, die eigenen Eltern zu verklagen.

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cherrypicker 12.08.2018, 08:10
30. Wäre schnell lösbar ...

Es wird immer so getan, als lebten wir in einer Leistungsgesellschaft, in der es nur auf die Taten des Individuums ankommt ("jeder ist seines Glückes Schmied."). Tatsächlich greift der Staat durch dieses Gezerre, wer für wen zahlen muss, massiv in die individuelle Lebensplanung ein, obwohl der Familienzusammenhalt durch ein ultraliberales Scheidungsrecht längst erodiert ist. Das erzeugt massive Ungerechtigkeiten. Wenn schon Leistungsgesellschaft, dann sollte der Individualismus konsequent durchgezogen werden: Grundeinkommen für alle und im Gegenzug 100% Erbschaftssteuer. Dann ist niemand mehr davon abhängig, ob er nun mit armen oder reichen, wohlwollenden oder unliebsamen Eltern geboren wurde. Und niemand müsste mehr irgendwen verklagen.

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dn.creaserv 12.08.2018, 08:13
31. Eltern verklagen

mag unangenehm sein, aber als langjährige Student/inn/enberater haben meine Kolleg/inn/en und ich das immer wieder empfohlen und auch begleitet. Es geht auf keine Kuhhaut, wie oft Eltern bei der Angabe ihres Einkommens gegenüber dem Bafög-Amt schummeln. Wenn dann die Rückforderung beim Studi eintrudelt entsteht nackte Panik. Wir haben seinerzeit wegen solcher Fälle eine Suizid-Prävention im AStA gestartet.

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Oskar ist der Beste 12.08.2018, 08:20
32. Naja

Erst einmal sollte man die Härtefall Klausel erweitern auf Fälle, in denen die Eltern ihren Unterhaltspflichten nicht nachgekommen sind: zum Thema „Vorausleistung“ beim Bafög: da sind die Bafögämter ziemlich Unfähig, sich das Geld vom Unterhaltspflichtigen zu holen und halten sich im Zweifel an den Studierenden. Hier in UK müssen weder die Kinder für ihre Eltern noch umgekehrt eintreten.

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irgendwas 12.08.2018, 08:38
33. Ungerechtes System Elternunterhalt

Unterhaltszahlungen von Kindern an die Eltern sind m.E. absolut ungerecht. Ich selbst bin als Einzelkind in eine "Familie" aus schwerbehinderter Mutter und einem viel älteren, gewalttätigen Vater hineingeboren worden. Die Eltern ließen sich scheiden, als ich 2 war. Der Vater zahlte keinen Unterhalt. Mutter lebt von einer geringen Erwerbsunfähigkeitsrente. Unter dieser Konstellation gelingt ein erfolgreicher Start in das Berufsleben nur sehr schwer. Ich habe es dennoch geschafft erfolgreich zu studieren und verdiene nun durchschnittlich gut. Ich habe aber schon seit ein paar Jahren große Angst, dass das Sozialamt kommt und mir mein Leben kaputt macht. Aus meiner Sicht wurden die Unterhaltsregelungen in einer Zeit geschaffen, als jede Familie noch viele Kinder hatte. Aber heutzutage soll 1(!!) Kind für den Unterhalt beider Eltern aufkommen. Fazit: Wenn es bei mir auch so weit ist, dass ich für meine Eltern Unterhalt zahlen soll, werde ich ebenfalls nur noch so wenig arbeiten, dass ich keinen Unterhalt zahlen muss.

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SozLib 12.08.2018, 08:41
34. Welle

Die wenigsten Kinder der Babyboomer ahnen was da für eine Welle auf sie zurollt. Was der Artikeln unterschlägt ist, es geht nicht um den Unterhalt alleine, der Nachwuchs hat die GESAMTEN Pflegekosten, die nicht gesetztlich abgedeckt sind, zu bezahlen. Dagegen hilft kein schreien und jammern und klagen.

Der Staat fordert das regelgerecht vom wirtschaftlich leistungsfähigsten Nachkommen. Sprich, da wo was zu holen ist. Der oder die tritt nach außen als alleiniger Schuldner auf. Wie der oder die, dann das Geld Anteiling von den Geschwistern bekommt, ist dem Staat egal.

Ich kann ein Lied davon singen. Nach drei Jahren Pflege meines Vaters, den ich serh liebte (kein Unterhalt nichts), seiner vollen Rente + privater Zusatzversicherung kam exakt zwei Tage nach seinem Ableben eine Rechnung von 36.000 EURO, die nicht abgedeckt waren.

Die Pflegeversichungerung ist ein absoluter Witz!

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Lykanthrop_ 12.08.2018, 08:43
35.

Man kann für das System des Unterhalts von Angehörigen sein oder dagegen.
Die meisten sind dafür solange sie etwas bekommen und dagegen wenn sie zahlen sollen.
Ich nenne das scheinheilig.
Meiner Meinung nach sollten die Kosten und die Betreuung von Kindern möglichst 50/50 zwischen den Eltern aufgeteilt werden. Der Mann und Vater als Alleinversorger ist ein Anachronismus, ebenso wie das Betreuungsmonopol der Mütter.
Diese Rollenmodelle sind eine Ursache für viele geschlechtsspezifischen Unterschiede z.B. den gender pay gap.
Erwachsenenunterhalt gehört abgeschafft. Kinder sind nicht für ihre Eltern verantwortlich. Kinder hatten auf die Elternwahl kein Einfluss und haben sich nie entschieden von ihnen geboren zu werden.
Die Verantwortung für Eltern ist sozialer Natur aber keine Verpflichtung.

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SozLib 12.08.2018, 08:45
36. Wahnsinn

Das sich der Nachwuchs über mangelte Zuwendung bei Studium beschwert - bringt mich zum würgen. Ich habe in den 80ern studiert und NIEMAND ausser einigen wenigen, bekamen Zuwendungen von zu Hause. Dann musste man eben in den Semesterferien einen Job annehmen statt nach Bali zu fliegen.

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herbert 12.08.2018, 08:46
37. Es gibt jede Menge amerikanische Soldaten, die in ihrer Germanyzeit

ein Kind mit einer Deutschen gezeugt haben.
Wehrdienst beendet und zurück in die USA !
Unterhalt an die deutsche Mutter und Kind geht gar nicht!
Denn es besteht mit den USA bis auf zwei Staaten kein Abkommen.

Eine Klage wegen Unterhalt scheitert an den gigantischen USA Kosten !

Also zahlt das deutsche Sozialamt einen Minibetrag
und die Forderungen gegen die USA gehen gegen NULL !

Ob das der Trump weiss ???

Wir haben hier ein Totalversagen der deutschen Politik die dieses Problem nicht angeht ! Wo ist das USA Abkommen ???

Der Spiegel sollte mal einen Bericht darüber bringen und wie hoch die Zahlungen in Wiesbaden und Kaiserslautern (Schwerpunkt US Basis) der Sozialämter sind, die einspringen wenn der US Mann und Soldat nicht zahlt !

Unsere amerikanischen Freunde und Väter müssen in die Pflicht genommen werden und dazu muss die deutsche Politik sich bewegen !

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RenRlp 12.08.2018, 08:56
38. Ein Albtraum

Auch ich komme aus einem Elternhaus, dessen einziger Inhalt aus Gewalt, Erniedrigung und Vernachlässigung bestand, bis das Jugendamt eingriff. Was folgte, war ein ständiges Verschieben zwischen Pflegefamilien und Heimen, eine normale Kindheit hatte ich beileibe nicht, die Folgen ziehen sich bis heute. Wenn ich dann daran denke, eines Tages Post von einem Sozialamt zu erhalten der mich auffordert, mein Vermögen offen zu legen weil meine Austrägerin im Heim liegt, kommt eine unglaubliche Wut in mir hoch. eines ist sicher: an diesem Tag höre ich das Arbeiten auf. Nicht einen Cent wird die Hexe von mir bekommen. Mein Erzeuger hat sich erfolgreich tot gesoffen. Sie sollte es ihm nach tun.

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landei23 12.08.2018, 08:56
39. Ungerecht

Dabei wäre es einfach, die Schwierigkeiten mit dem Studium zu lindern - mit einem zinslosen Darlehen des Staates, das es ermöglicht, dass sich die jungen Leute voll auf ihr Studium konzentrieren können und dessen Rückzahlungsanteil sich nach den Einkommenverhältniasen der Eltern und dem soäteren Gehalt bemisst.

Gerade die, die nicht vom Elternhaus finanziell gut ausgestattet werden können hätten es imho verdient, wenn die Gesellschaft grosszügig einspringen würde - hätte sicher positive Effekte auf die Gesellschaft und ihre Leistungsfähigkeit.

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