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Unvereinbarkeit mit SPD-Mitgliedschaft: Partei grenzt sich von ultrarechten Burschens
DPA

Stramm rechte Akademiker und völkische Ideologen passen nicht zur Sozialdemokratie, findet die SPD. Deswegen beschloss jetzt der Vorstand: Eine Mitgliedschaft in Partei und Deutscher Burschenschaft ist künftig unvereinbar.

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stephan_heinrich 23.06.2014, 17:48
1. Burschenschaften und Sozialismus

Bevor sich Jungsozialisten und Lasalle-Kreis in Grundsatzdiskussionen über die Vereinbarkeit von Burschenschaften (mit denen ich persönlich nichts zu tun habe) und SPD-Mitgliedschaft verrennen, sollten sie sich daran erinnern, dass auch Karl Marx als Student korporiert gewesen ist - und zwar in einer Zeit, als die nationale Einheit aller Deutschen als Hebel zur Überwindung der deutschen Kleinstaaterei als überaus modernes, beinahe "revolutionäres" Ziel galt. Das Hambacher Fest war insofern das "woodstock" dieser Generation von Verbindungsstudenten und Buschenschaftlern. Etwas weniger seziererischer Polit-Apartheid stünde der SPD insofern gut zu Gesicht.

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wunhtx 23.06.2014, 17:50
2. Na und, das Auffangbecken der CDU hat genug Platz

Was soll der Beschluss der SPD. Die Mehrheit in den Burschenschaften - zumindest im süddeutschen Raum - ist ohnehin neben der CDU angesiedelt. Diese Gruppen sind doch meist rechts der CDU, sie sind nur in der Nähe der CDU, weil an als Jurist eben in der CDU sein musste, zumindest unter früheren von der CDU geführte Innen- und Justizministerien. Gute Kontakte - egal wie ultrarechts man stand - waren de Weg in Ministerien, die unter manchen CDU-Politikern dann deren Rechtsmeinung vertreten haben. Wenn dann die nächste Instanz Freunde der Burschenschaft installiert hat, wenn der Gleichgesinnte dann noch im Ministerium die Kontrolle über den Freund aus der Studienzeit hatte, wurde Recht gesprochen. Wir haben in einer gewissen Zeit unter einembestimmte Minister und dessen Umfeld nur vom "Hohenzollerischen Landrecht, das Bundesrecht und Grundgesetz bricht" gesprochen.

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Dirk Ahlbrecht 23.06.2014, 17:50
3.

Zitat von sysop
Stramm rechte Akademiker und völkische Ideologen passen nicht zur Sozialdemokratie, findet die SPD. Deswegen beschloss jetzt der Vorstand: Eine Mitgliedschaft in Partei und Deutscher Burschenschaft ist künftig unvereinbar.
Die SPD sollte diesbezügliche Fördergelder im "Kampf gegen Rechts" beantragen - ein diesbezüglicher Fördertopf wird sich wohl finden lassen. Dieses zuvor sauer verdiente Steuergeld hätten sich die braven Sozialdemokraten redlich verdient...

Ich persönlich finde es sehr gut, daß, obwohl Hitler schon so lange tot ist, der Kampf gegen ihn konsequent weitergeführt wird. Würde er, Hitler, noch leben, es würde ihn garantiert ärgern. Deshalb: Prima, SPD!

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peter_1974 23.06.2014, 17:55
4.

Zitat von sysop
Stramm rechte Akademiker und völkische Ideologen passen nicht zur Sozialdemokratie, findet die SPD. Deswegen beschloss jetzt der Vorstand: Eine Mitgliedschaft in Partei und Deutscher Burschenschaft ist künftig unvereinbar.
Bestehen da überhaupt personelle Überschneidungen?

Geht es der SPD hier tatsächlich um ein inhaltliches Thema, oder wollen die sich einfach mal wieder ins Gespräch bringen und ihre Vereinsmeierei demonstrieren?

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Edelstoffl 23.06.2014, 18:19
5. Absolut ihrer Meinung, nur...

Zitat von stephan_heinrich
Bevor sich Jungsozialisten und Lasalle-Kreis in Grundsatzdiskussionen über die Vereinbarkeit von Burschenschaften (mit denen ich persönlich nichts zu tun habe) und SPD-Mitgliedschaft verrennen, sollten sie sich daran erinnern, dass auch Karl Marx als Student korporiert gewesen ist - und zwar in einer Zeit, als die nationale Einheit aller Deutschen als Hebel zur Überwindung der deutschen Kleinstaaterei als überaus modernes, beinahe "revolutionäres" Ziel galt. Das Hambacher Fest war insofern das "woodstock" dieser Generation von Verbindungsstudenten und Buschenschaftlern. Etwas weniger seziererischer Polit-Apartheid stünde der SPD insofern gut zu Gesicht.
... man darf die Entwicklung der Burschenschaften von Linksliberalismus ihrer Anfänge - die Zeit, auf welche Sie sich in Ihrem Kommentar beziehen- zum Rechtsliberalismus der wilhelminischen Ära nicht übersehen. Zumal sich das Verbot nach meinem Verständnis nur gegen Burschenschaften im Dachverband DB bezieht. Es werden nicht per se alle Burschenschaftler ausgeschlosssen, sondern durchaus differenziert. Soweit ich weiß, gibt es immer noch Burschenschaften, welche sich den Idealen der "Ur-Burschenschaften" verpflichtet fühlen... eine Schande, wenn man sieht, welcher erbärmliche reaktionäre braune Haufen aus den anderen geworden ist.

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ambulans 23.06.2014, 18:20
6. yep!,

dickerchen (siggi, ich darf doch mal?), weitermachen - und tritt die andere bagage so deutlich in den allerwertesten, dass die sich hier nicht mehr länger drücken können und mitmachen müssen. allzulange hat doch dieser sog. "C"-klüngel unverschämterweise rechts und ganz weit draußen (f.j.strauss: "nichts rechts von der CSU ...") gewildert und geaast ...

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frank-xps 23.06.2014, 18:24
7. Daran kann man erkennen das Die SPD und die Realität irgendwie in einem Satz

Zitat von sysop
Stramm rechte Akademiker und völkische Ideologen passen nicht zur Sozialdemokratie, findet die SPD. Deswegen beschloss jetzt der Vorstand: Eine Mitgliedschaft in Partei und Deutscher Burschenschaft ist künftig unvereinbar.
nicht wirklich geht.
Welcher SPD Funktionär denkt denn das viele, einige oder auch nur einer der Burschenschaftler in der SPD sind ?
Diese Form der Realitätsverweigerung war Typisch für die DDR-SED.

Wieviele Mitglieder werden denn jetzt rausgeworfen ?? <> =0
Ich bitte um Aufklärung.

Aber so sind sie halt unsere Wichtigtuer

ich glaub Voltaire sagte mal:

Ich bin zwar nicht Ihrer Meinung aber ich würde mich dafür töten lassen das sie diese Meinung frei sagen dürfen.

Liebe SPD Ihr habts es wohl mehr mit den Erichs - Mielke und Honnecker

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nickleby 23.06.2014, 18:29
8. Rudolf Breitscheid ?

Diese Verurteilung der Burschenschafter ist voreilig.
Rudolf Breitscheid, einer der prominentesten SPD-Politiker in der Weimarer Republik und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, war Mitglied der Marburger Burschenschaft Arminia, war aktiv kämpfender Demokrat und Burschenschafter. Das heißt doch, dass man nicht alle Burschenschafter mit dumpfen Nationalisten gleichsetzen kann.
Viele Plätze und Straßen tragen Breitscheids Namen, im Gedenken an seine aufrechte , demokratische und sozialdemokratische Haltung.
Man muss, wie immer, differenzieren.

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kenterziege 23.06.2014, 19:09
9. Schlagzeile

Zitat von peter_1974
Bestehen da überhaupt personelle Überschneidungen? Geht es der SPD hier tatsächlich um ein inhaltliches Thema, oder wollen die sich einfach mal wieder ins Gespräch bringen und ihre Vereinsmeierei demonstrieren?
Die SPD wollte mal wieder eine Schlagzeile produzieren! Das haben sie wenigstens hier geschafft. Ansonsten heiße Luft.

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