Forum: Leben und Lernen
Urheberrecht an Unis: Studenten müssen doch nicht zurück an die Kopierer
Photothek via Getty Images

Entwarnung im Streit zwischen Hochschulen und der VG Wort: Studenten dürfen digitale Lehrtexte erst einmal weiter benutzen. Bis Herbst 2017 soll eine endgültige Lösung gefunden werden.

Seite 1 von 4
ichbinsdiesusi 16.12.2016, 12:21
1. Ja und?

Dann hätten die Studierenden eben wieder kopieren müssen. Auch wenn es verschiedene Lerntypen gibt: Ein Blatt Papier in der Hand zu halten, zu markieren und zu kommentieren, machen eh die meisten. Ob sie das Ding nun ausdrucken oder kopieren, dürfte nicht weiter problematisch sein. Es kann auch nicht schaden, eine Bibliothek aufzusuchen. Da lang nicht alle Texte online verfügbar sind, muss man doch sowieso hin und meist auch kopieren.
Aber eine Generation von Studis, die Dozenten anpflaumt, weil sie Reader zum Seminar nicht digitalisieren, so dass man ja extra in die Bib muss, um zu kopieren, ist dann wohl eher ein Armutszeugnis bezüglich der Arbeitseinstellung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
powerhugo 16.12.2016, 12:37
2. #1

Sie haben wohl seit langem keine Hochschule von innen gesehen. Ich kenne etliche Studenten, die in ihrem gesamten Studium nicht ein einziges Mal die Bibliothek von innen gesehen haben. Das kann man gut oder schlecht finden, den Studenten allerdings weniger Lehrmaterial aufgrund einer (schlechten?) Vereinbarung von VG Wort und den Kultusministern bereitzustellen, halte ich persönlich für sehr schlecht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Papillon1412 16.12.2016, 12:40
3. hoffentlich bald eine Lösung

ich bin selber Studierende und ich hoffe sehr dass bald eine annehmbare Lösung für beide Seiten gefunden wird. Komplett ohne digitale Beiträge auszukommen würde bedeuten, dass es extreme Papierstaus an allen Druckern unserer Uni geben würde, wir haben zudem nicht den Platz für alle Studierenden in der Bibliothek und so leid es mir tut, ichbindiesusi, es gibt einfach unterschiedliche Lerntypen: ich zum Beispiel habe bisher keine einzige meiner Vorlesungen ausgedruckt und lerne digital, weil ich Papier sparen möchte und es so auch einfach besser kann. Zudem würde der fehlende Vertrag bedeuten, dass Professoren es sich sich zweimal überlegen, was sie uns zur Verfügung stellen und die Uni ist immer noch und vor allem der Ort an dem wir Wissen bekommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
giraffenopa 16.12.2016, 12:48
4. Notwendig und richtig

die digitale Lösung ist in heutigen Zeiten unumgänglich. Sicher drucken sich viele Studierende die Texte sowiso aus, aber wenn in Vorlesungen teilweise mehrere hundert Studenten sitzen und alle denselben Text aus einem Buch der Bibliothek kopieren sollen, kann man vor den Bibliotheken Warteschlangen einrichten mit Schildern "ab hier noch 1,5h"...
Bei den ständig steigenden Zahlen der Studierenden an den Hochschulen bei schon heute stark überfüllten Bibliotheken ist jede digitale Entlastung der lokalen Gegebenheiten mehr als nötig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nania 16.12.2016, 13:12
5.

Zitat von ichbinsdiesusi
Dann hätten die Studierenden eben wieder kopieren müssen. Auch wenn es verschiedene Lerntypen gibt: Ein Blatt Papier in der Hand zu halten, zu markieren und zu kommentieren, machen eh die meisten. Ob sie das Ding nun ausdrucken oder kopieren, dürfte nicht weiter problematisch sein. Es kann auch nicht schaden, eine Bibliothek aufzusuchen. Da lang nicht alle Texte online verfügbar sind, muss man doch sowieso hin und meist auch kopieren. Aber eine Generation von Studis, die Dozenten anpflaumt, weil sie Reader zum Seminar nicht digitalisieren, so dass man ja extra in die Bib muss, um zu kopieren, ist dann wohl eher ein Armutszeugnis bezüglich der Arbeitseinstellung.
Sie vergessen einen ganz wichtigen Faktor: Kopieren und/oder einscannen kostet massiv Zeit, je nach Länge des Textes. Natürlich ist das möglich, aber es ist definitiv einfacher, wenn der Text bereits online verfügbar ist. Und dann kann man sich selbst überlegen, ob man ihn ausdrucken möchte oder nicht. Ein weiterer Vorteil: man kann den Text an verschiedenen Orten lesen und muss ihn nicht immer mitnehmen. Auch ist man nicht darauf angewiesen, dass das entsprechende Buch, das den Text enthält, auch vor Ort gerade greifbar ist.
Auch das Anlegen eines Ordners durch den Dozenten ist dann nicht mehr nötig. Diese standen häufig in der Bibliothek, egal, ob die völlig inakzeptable Öffnungszeiten hatte.

Ich habe außerdem NIE erlebt, dass irgendjemand einen Dozenten angepflaumt hätte, weil es keinen Text digital gegeben hat.

Und über Arbeitseinstellungen zu reden, weil Studenten besseres zu tun haben, als dümmlich am Kopierer zu stehen und Seiten zu kopieren, finde ich ein bisschen seltsam.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ichbinsdiesusi 16.12.2016, 13:17
6.

A Ich habe die Uni vor 4 Jahren verlassen.
B Viele Bekannte von mir arbeiten an Unis.
C Ich betrete selbst noch häufig Unibibliotheken, weil ich ein Ergänzungsfach studiere.
D Die meisten Studis kopieren (noch).
E Der Großteil der Fachbücher steht immernoch in der Bibliothek und ist online nicht verfügbar. Das mag jedoch fachbereichsspezifisch sein.
F Es ist von je her üblich, dass Vorlesungsskripte online gestellt werden, das war schon Anfang der 2000er so.
D Ein Reader für ein Seminar betrifft selten 100 Leute, sondern deutlich weniger, da ist es wohl kein Drama.
E Ich hatte Dozenten, deren Reader 400 Seiten pro Semester betrugen. Den einmal durchkopieren dauerte im Unicopyshop 10 Minuten und es lagen min. 5 Exemplare aus. Meist hat einer für 5 Freunde mitkopiert, dann ging es schnell.
400 Seiten zu digitalisieren, ist selbst für den strebsamsten Hiwi ne Katastrophe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nania 16.12.2016, 13:38
7.

Zitat von ichbinsdiesusi
A Ich habe die Uni vor 4 Jahren verlassen. B Viele Bekannte von mir arbeiten an Unis. C Ich betrete selbst noch häufig Unibibliotheken, weil ich ein Ergänzungsfach studiere. D Die meisten Studis kopieren (noch). E Der Großteil der Fachbücher steht immernoch in der Bibliothek und ist online nicht verfügbar. Das mag jedoch fachbereichsspezifisch sein. F Es ist von je her üblich, dass Vorlesungsskripte online gestellt werden, das war schon Anfang der 2000er so. D Ein Reader für ein Seminar betrifft selten 100 Leute, sondern deutlich weniger, da ist es wohl kein Drama. E Ich hatte Dozenten, deren Reader 400 Seiten pro Semester betrugen. Den einmal durchkopieren dauerte im Unicopyshop 10 Minuten und es lagen min. 5 Exemplare aus. Meist hat einer für 5 Freunde mitkopiert, dann ging es schnell. 400 Seiten zu digitalisieren, ist selbst für den strebsamsten Hiwi ne Katastrophe.
zu D) hängt vom Fach ab. In vielen Fächern kopieren die Studenten gar nichts mehr, vor allem in den Fächern nicht, in denen Bücher schneller veralten als sie gedruckt werden.

zu E) hängt von der Universität ab. Wenn Sie an einer technischen Universität eine Geisteswissenschaft studieren, lernen Sie sehr schnell, dass Sie Bücher aus der Fernleihe besser zu früh als zu spät bestellen sollten.

zu D) hängt wiederum davon ab, was als Seminar deklariert wird und was nicht. Außerdem davon, ob es verschiedene Seminare sind oder immer das gleiche, das nur von anderen Dozenten gehalten wird.

zu E) 10 Minuten sind wenn die Seiten einmal bereits gedruckt wurden, zwar nicht die Welt, aber immer noch recht viel Zeit. 400 Seiten wäre aber auch eine Menge, die ich nicht mehr zuhause drucken wollen würde. Da wäre ich also auch zum Copy-Shop gelaufen.
Mittlerweile bieten aber auch Copy-Shops solche Scirpte und Reader als "Kaufversionen" an. Die sind dann in entsprechender Stückzahl schon gedruckt und gebunden, kosten auch nur unerheblich viel mehr als die "Loseblattsammlung"

zum Hiwi: Ich habe Mitleid mit den HiWis, die 400 Seiten einscannen müssen. Aber im Gegensatz zum Studenten werden diese dafür bezahlt. Und es gibt wahrlich schlechtere Studentenjobs.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
HeinzKarlsen 16.12.2016, 13:39
8. Für manche Fächer kaum ein Unterschied, aber

in den Naturwissenschaften ein Unding, man fotografiert nicht einfach 1000e an Abbildungen von Maschinen, Strukturformel/Energiediagramme, Aufbauten des menschlichen Körpers, biologischen Prozessen usw ab
Ein Physiologie Skript für 2 Semester kann schonmal gut und gerne 3000+ Seiten lang sein mit Abbildungen aus zig verschiedenen Quellen, da die Standartwerke vielleicht besser erklären aber grottige Abbildungen haben, nicht tief genug gehen usw, es ist mir ein Rätsel, wie man das vernünftig selbst zusammentragen könnte, und für jede Seite Skript dann diese Gebühr bezahlen/alles per Hand aufzuzeichen würde echt den Rahmen sprengen
Vorallem, weil man in Nawis/Tier-,Zahn-,Medizin/Pharmazie nicht nur eines dieser Fächer hat sondern je nach Pech 5-10, alleine die Vorbereitung zu den teils täglichen Prakitka sehe ich als nicht machbar an (auch mal den zeitlichen Aspekt beachten, morgens um 8 Praktikum, um 18 Uhr kommt man raus, muss was essen/einkaufen und dann noch in die Bib, die nicht gut zu ereichen ist, um dann die Dinge nur zusammenzusuchen, um sie dann wann zu lernen?)
Auch sehe ich nicht, wie man die zig Definitionen umformen sollte, außer mit verweisen zu Wikipedia oder stundenlangem Diktieren
Ich bin auch nicht gewillt/finanziell pro Fach 50 Euro Druckkosten einzuplanen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
themistokles 16.12.2016, 14:08
9.

Zitat von Papillon1412
Komplett ohne digitale Beiträge auszukommen würde bedeuten, dass es extreme Papierstaus an allen Druckern unserer Uni geben würde, wir haben zudem nicht den Platz für alle Studierenden in der Bibliothek...
Oh mein Gott. Ein Papierstau am Kopierer... Wie konnten wir früher nur studieren? Wie haben wir das nur geschafft? So nahezu ohne digitale Inhalte, Videovorlesungen, etc.?

Liebe Studentinnen und Studenten (oder eben genderneutal "Studierende"): Weniger jammern, danke.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 4