Forum: Leben und Lernen
Urteil: Lehrer darf Handy übers Wochenende einkassieren
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Darf ein Lehrer seinem Schüler das Mobiltelefon über mehrere Tage lang wegnehmen? Das Verwaltungsgericht in Berlin sieht darin keine Verletzung der Grundrechte und weist eine Klage zurück.

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bert1966 18.05.2017, 11:00
130. (Benimm)regeln

In vielen Schulen gibt es mittlerweile eine spezielle "Policy", eine Verhaltensrichtlinie, für den Umgang mit Smartphones und den "neuen Medien", die nicht nur das Konfiszieren des Handys bei Fehlverhalten umfasst, sondern z. B. auch einen Schulausschluss bei Cybermobbing (auch außerhalb des Unterrichtes) etc. möglich macht - und das ist richtig so. Die Richtlinie wird den Eltern und Schülern bekannt gemacht und ist damit verbindlicher Teil des Vertrages, der mit der Schule zustande kommt, so interpretiere ich das juristisch. Wenn die Eltern z.B. ein nach dieser Richtlinie konfisziertes Handy nicht rechtzeitig am Freitag nach dem Unterricht abholen, dann liegt es eben bis Montags im Sekretariat, so einfach ist das.

Viel wichtiger ist aber die moralische Komponente: kein Schüler muss "ständig erreichbar" sein. In der Schule und schon gleich im Unterricht haben derartige Spielzeuge genauso wenig zu suchen wie ein Luftgewehr, eine Kalaschnikow oder ein Motorboot. Wenn Eltern das Fehlverhalten ihres Sprösslings schon nicht korrekt sanktionieren, dann sollten sie wenigstens dann kleine Brötchen backen, wenn die Schule die Aufsichtspflicht übernimmt, die sie selbst so schlecht erfüllen. Einerseits wird gefordert, daß in der Schule spezieller Unterricht für das Ausfüllen eines Antrags für eine Lebensversicherung, die Eröffnung eines Girokontos oder ähnliche Selbstverständlichkeiten des täglichen Lebens angeboten wird, die eigentlich die Eltern vermitteln sollten, aber wenn die Schule sich dann um den richtigen Umgang mit elektronischen Medien kümmert läuft man zum Anwalt. Perverse Welt!

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louis.cyphre 18.05.2017, 11:28
131. Nicht Ihr Ernst, oder?

Zitat von spiegelleser987
Wenn da keine wichtige Technik eingebaut ist, die das Handy abschaltet, sinkt die Kapzität auf unter 5%. Aufladen werden es die Lehrer nicht. Der Akku geht schneller kaputt und man kann das Handy nach ein paar Tagen in die Mülltonne werfen. So funktioniert die "geplante Obsoleszenz".
Nein, das ist nicht "geplante Obsoleszenz", sondern physische Eigenschaften eines Li-Ionen-Akkus, der eben aktuell in Smart-Phones verbaut wird. Eine echte, wirklich nachhaltig schädigende Tiefenentladung werden Sie über das Wochenende nicht hinkriegen. Moderne Smartphones schalten eh ab, bevor der Akku ganz entladen ist.

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reissp 18.05.2017, 11:37
132. Zur Klarstellung: Hessen

Meine Güte, steht hier im Forum viel Stuss.
In Hessen gilt folgendes:
" Zu den pädagogischen Maßnahmen gehören [...] die zeitweise Wegnahme von Gegenständen, die den Unterricht oder die Ordnung der Schule stören oder stören können.
(3) Weggenommene Gegenstände sind in der Regel am Ende des Unterrichtstags zurückzugeben. Die Rückgabe kann bei Minderjährigen auch über die Eltern erfolgen. "

Also
a. Die Wegnahme ist generell zulässig. Das ist kein Diebstahl, schon allein, weil es der Lehrer nicht behalten möchte (mangelnde Zueignungsabsicht).

b. Die Rückgabe kann über die Eltern stattfinden, dazu müssen die Eltern in die Schule kommen. Wenn die Schule allerdings bereits geschlossen ist (Freitagnachmittag) hat der Lehrer weder die Pflicht, solange in der Schule zu warten noch die Pflicht, die Eltern bei sich Zuhause zu empfangen. Eine Übergabe am Montag als dem nächsten Schultag ist also zulässig.

c. Eine mir bekannte Schule in Hessen regelt es sogar so, dass die Eltern einen Termin beim Schulleiter machen müssen und sich mit ihm über das Fehlverhalten des Kindes unterhalten. Solange das nicht willkürlich um Wochen nach hinten verschoben wird, dürfte auch das vom Erziehungsauftrag der Schule gedeckt sein.

d. Damit der Lehrer sicher ist, sollte er das Handy vor den Augen des Schüler ausschalten, etwaige Beschädigungen fotografieren und es dann sicher verpackt beim Sekretariat abgeben.

e. Der Schüler hat sicher die Gelegenheit, vom Sekretariat aus seine Eltern über die pädagogische Maßnahme zu informieren, sodass diese selbst einschätzen können, ob sie ihn von der Schule abholen und die nicht den Gefahren aussetzen, ohne Handy unterwegs zu sein.
Viele Grüße

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reissp 18.05.2017, 11:38
133. Zur Klarstellung: Hessen

Meine Güte, steht hier im Forum viel Stuss.
In Hessen gilt folgendes:
" Zu den pädagogischen Maßnahmen gehören [...] die zeitweise Wegnahme von Gegenständen, die den Unterricht oder die Ordnung der Schule stören oder stören können.
(3) Weggenommene Gegenstände sind in der Regel am Ende des Unterrichtstags zurückzugeben. Die Rückgabe kann bei Minderjährigen auch über die Eltern erfolgen. "

Also
a. Die Wegnahme ist generell zulässig. Das ist kein Diebstahl, schon allein, weil es der Lehrer nicht behalten möchte (mangelnde Zueignungsabsicht).

b. Die Rückgabe kann über die Eltern stattfinden, dazu müssen die Eltern in die Schule kommen. Wenn die Schule allerdings bereits geschlossen ist (Freitagnachmittag) hat der Lehrer weder die Pflicht, solange in der Schule zu warten noch die Pflicht, die Eltern bei sich Zuhause zu empfangen. Eine Übergabe am Montag als dem nächsten Schultag ist also zulässig.

c. Eine mir bekannte Schule in Hessen regelt es sogar so, dass die Eltern einen Termin beim Schulleiter machen müssen und sich mit ihm über das Fehlverhalten des Kindes unterhalten. Solange das nicht willkürlich um Wochen nach hinten verschoben wird, dürfte auch das vom Erziehungsauftrag der Schule gedeckt sein.

d. Damit der Lehrer sicher ist, sollte er das Handy vor den Augen des Schüler ausschalten, etwaige Beschädigungen fotografieren und es dann sicher verpackt beim Sekretariat abgeben.

e. Der Schüler hat sicher die Gelegenheit, vom Sekretariat aus seine Eltern über die pädagogische Maßnahme zu informieren, sodass diese selbst einschätzen können, ob sie ihn von der Schule abholen und die nicht den Gefahren aussetzen, ohne Handy unterwegs zu sein.
Viele Grüße

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crazy_swayze 18.05.2017, 11:40
134.

Zitat von mr.andersson
Hier wird die ganze Zeit argumentiert, ob man einem Störenfried das Handy wegnehmen darf oder nicht. Darum geht es doch gar nicht. Es geht darum, ob die Schule es am WE hätte behalten dürfen. Und das darf sie so offensichtlich nicht, dass sich eigentlich jede Debatte darüber erübrigt. Es gibt keine Schüler, die am WE vor weiteren Störungen geschützt werden müssen. Es gibt keinerlei sachliche Begründung für einen Entzug über das WE. Die Rückgabe ist entweder verschlampt worden oder sogar absichtlich verweigert worden. Bei letzterem hätte der Lehrer dem Schüler bewusst zu Haus über das WE das Handy entzogen. Das ist so offensichtlich verboten und falsch, dass ich nicht verstehe was hier bei einigen im Kop vorgeht. "Ich kann es dir wegnehmen, also tue ich das und zwar so lange wie es mit passt". Schöne Botschaft.
Der Lehrer hat mit Sicherheit eine Frist gesetzt, bei dem sich die Eltern das Handy noch am selben Tag hätten wieder abholen können. Die Eltern versäumten dies wohl.
So stelle ich mir den Sachverhalt vor.
Und das ist das gute Recht des Lehrers, nur so lange zu ARBEITEN, wie er muss, und sich nicht Freitag abends noch in die Schule zu begeben, um seine Erziehungsarbeit an einem Freitag abend uneinsichtigen Eltern zu erklären.
Ein Lehrer hat keinen Erziehungsauftrag über seine Arbeitszeit hinaus. Entweder akzeptiere ich also Sanktionen, die aufgrund der Arbeitszeiten auch tagesversetzt wieder zurückgeholt werden können, oder ich schicke mein Kind nicht mehr in die Schule.
Oder ich befreie den Lehrer komplett vom Erziehungsauftrag, und die Eltern müssen dann selbst schauen wie ihr Bengel unterrichtet wird - der schmeißt dann Störenfriede nämlich einfach komplett raus.

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aron_dc 18.05.2017, 11:40
135.

Zitat von Kokolemles
Um die Wegnahme zu verhindern. Ein Lehrer hat keine polizeliche Befugnis und darf höchtens währen des Unterrichtes das Handy wegnehmen, um Störungen zu verhindern. Der muss mal ruhig an den Richtigen kommen. Ob er das überlebt weis ich nicht.
So ein hohes Aggressionspotential wegen eines Gerätes was es in jedem Fall wieder gibt?

Klingt nach starkem Suchtverhalten. Ggf. kann Sie professionelle Hilfe davor bewahren Körperverletzung wegen eines durchaus nicht lebensnotwendigen Gegenstands zu begehen.

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franz.v.trotta 18.05.2017, 11:43
136. Sachlich bleiben

Ministerium für Schule und Weiterbildung, NRW:
"Auch die Wegnahme von Gegenständen ist als erzieherische Maßnahme ausdrücklich zulässig, wenn sie zur Aufrechterhaltung eines ordnungsgemäßen Schulbetriebs erforderlich ist (§ 53 Abs. 2 SchulG)."
Weiteres regelt die jeweilige Schuldordnung.
Im Übrigen: Eltern sollten die Lehrer bei Erziehungsmaßnahmen unterstützen.

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chrisjago 18.05.2017, 11:53
137.

Zitat von crazy_swayze
Ein Lehrer hat keinen Erziehungsauftrag über seine Arbeitszeit hinaus. Entweder akzeptiere ich also Sanktionen, die aufgrund der Arbeitszeiten auch tagesversetzt wieder zurückgeholt werden können, oder ich schicke mein Kind nicht mehr in die Schule.
Ein Lehrer hat keinen Erziehungsauftrag, das ist Sache der Eltern.

Und das mit dem "nicht mehr in die Schule schicken" dürfte schwierig werden, es herrscht Schulpflicht.

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reissp 18.05.2017, 11:56
138.

Zitat von erizodom
Schule verboten, dass Mobiltelefon meiner Kinder widerrechtlich zu konfiszieren. 1. Wegen auf dem Mobiltelefon gespeicherten privaten, persönlichen Daten. 2. Weil auch ich über das Handy mit meinen Kindern kommuniziere und den Tagesablauf organisiere.
Und wenn Sie der Politesse verbieten, Ihr auf dem Behindertenparkplatz abgestelltes Auto abzuschleppen, weil Sie damit Ihren Tagesablauf organisieren, hat das genau welche Wirkung?

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