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Urteil: Lehrer darf Handy übers Wochenende einkassieren
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Darf ein Lehrer seinem Schüler das Mobiltelefon über mehrere Tage lang wegnehmen? Das Verwaltungsgericht in Berlin sieht darin keine Verletzung der Grundrechte und weist eine Klage zurück.

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franz.v.trotta 17.05.2017, 18:46
30.

Der Lehrer habe "unzulässig in die Erziehung der Eltern eingegriffen". - Lese ich das richtig? Wie kann in eine Erziehung eingegriffen werden, die nicht stattgefunden hat

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fitzke 17.05.2017, 18:55
31. nur ein Handy...

Erstaunlich, dass es hier Kommentare gibt, die nicht verstehen, dass die Handynutzung im Unterricht verboten ist und disziplinarische Foglen hat. Da kann man noch so viele Ersatzhandys und Karten kaufen und den Lehrer verklagen, sein Verwaltungsakt ist rechtlich ausreichend abgedeckt.
Meist müssen die Handys von den Eltern im Sekretariat abgeholt werden. Geschiet dies nicht mehr am gleichen Tag, dann ist das persönliches Pech. Und ist am Freitagmittag das Sek. halt nur bis 16 Uhr besetzt, dann halt am Montag. Wo ist das Problem? Eigentlich gehört dem Jungen noch was hinter die Löffel, aber das wurde nun wirklich für Lehrer verboten. Ach ja, die alten Zeiten, ohne Handy, mit Rohrstock und in die Ecke stellen...

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baggi66 17.05.2017, 19:01
32. Kommt darauf an...

...ob die Schule einen entsprechenden Grundsatz hat oder nicht.
An den Schulen meiner Kinder muss man als Eltern die Grundsätze der Schulen akzeptieren und dann auch unterschreiben.
Mobiltelefone sind an den Schulen geduldet, wenn im Schulranzen gelagert und lautlos gestellt. Auch auf den Pausenhöfen ist die Verwendung untersagt.
Wer sich nicht daran hält dem wird es beim 1ten Mal für einen Tag abgenommen, dann 3 Tage und dann bis zum Schuljahresende.
Die Schüler dürfen die Handies benutzen wenn der Lehrer es erlaubt, oder für den Unterricht benötigte Informationen recherchiert werden.
Ich halte dies für einen praktikablen Weg für alle Schulen in Deutschland.
Alle die meinen der Lehrer überzieht muss ich aus meiner Sicht sagen, nein, das tut er nicht. Und schade das dies nicht Richterlich beschlossen wurde.
Zum Ende: Es haben auch schon Eltern versucht gegen das Wegnehmen der Handies zu klagen, sind aber nicht über die Rechtsberatung rausgekommen. Die Vereinbarung in welcher der besagte Paragraph steht beruht auf freiwilliger Zustimmung.

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B!ld 17.05.2017, 19:04
33. Demnächst wieder Prügelstrafe?

Eine Eintragung ins Klassenbuch und ein Gespräch mit den Eltern hätte ja wohl gereicht - so wurde auch das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Schule krachend beendet. Das kann nicht der Sinn der Schule sein.

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jomai 17.05.2017, 19:05
34. Hallo geht's noch?

Mir sind Ehre und Demütigung völlig gleichgültig, aber mit welchem Recht masst sich der Lehrer an fremdes Eigentum, ausserhalb der Unterrichtszeit, dem Eigentümer vorzuenthalten.

Da er Recht bekommen hat, was hindert den Lehrer zukünftig Handys, I-Pads, Sonnenbrillen oder sonstiges auch über die Sommerferien zu beschlagnahmen? Oder auch für die komplette Schulzeit an der Schule?

Kopfschüttel und ich dachte immer... - ne, das sage ich jetzt nicht, den sonst bekomme ich vermutlich juristischen Ärger.

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besonders_wachsam 17.05.2017, 19:05
35. Die Überschrift ist irreführend

Ergänzend zu dem vom Forist sehr gut dargelegten Erläuterung Nr.4 sei nur angemerkt, das diese Überschrift suggeriert, das diese Vorgehensweise des Lehrers nun prinzipiell gestattet sei - dies ist es mitnichten. Abhängig vom Schulgesetz des jeweiligen Bundeslandes kann eine Wegnahme des Handys unter Umständen gar nicht gestattet sein oder umgekehrt die Nutzung auf dem Schulgelände vollkommen untersagt sein. In NRW regelt das Schulgesetz unter § 53 Abs. 2 SchulG zum Beispiel die "vorübergehende" Entnahme von Gegenständen als erzieherische Einwirkung. In jedem Fall ist aber die verhältnismäßigkeit zu beachten-die Konfiszierung über ein Wochenende entspricht unter keinen Umständen diesem Grundsatz. Der betroffene Lehrer hätte hier Glück, denn das Verhalten hätte ein Disziplinarverfahren sowie strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können. Dies nur zur Klarstellung, es rechtfertig natürlich nicht das störende Verhalten des Schülers.

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elizar 17.05.2017, 19:09
36.

Zitat von Hänschen Klein
@15 Eben, ich sehe völlig ein, dass man dem störenden Schüler sein Handy wegnimmt - aber nur, solange die Störung vorliegt, und somit sicher nicht über das Wochenende. Man stelle sich vor, der Schüler wird am Sonntag in einen Unfall verwickelt und kann nicht den Notarzt rufen, weil der Lehrer sein Handy beschlagnahmt hat. Wenn dem Lehrer etwas nicht passt, soll er gefälligst die Eltern einbestellen. Diese können dann dem Kind das Handy über das Wochenende wegnehmen. Der Lehrer ist außerhalb der Schule nicht für die Erziehung der Kinder zuständig.
Glauben Sie ernsthaft, dass
1) nur der Schüler ein Handy in der heutigen Zeit dabeihat und sonst niemand?
2) dass genau diese den Lehrer verklagenden Eltern dem Kind über das WE das Handy wegnehmen? (dann wären sie ja wohl mit der pädagogischen Maßnahme des Lehrers einverstanden gewesen, da sie genauso gehandelt hätten)
3) es einen Schüler nachhaltig beeindruckt, dass er sein Handy bagenommen bekommt UND es am Ende der Stunde wieder zurück bekommt?

Mal abgesehen davon, dass die Erziehung der Kinder eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und Ihr letzter Satz schon deshalb so nicht stimmt.

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elizar 17.05.2017, 19:12
37.

Zitat von Luke1973
Dass der Lehrer es für die Zeit des Unterrichts einzieht - okay. Dass er es aber übers Wochenende behält - völlige Willkür und durch nichts zu rechtfertigen. Das Handy (oder Ball oder was auch immer) gehört dem Schüler und fertig. Und es gibt keinerlei Grund es übers Wochenende einzubehalten. Schließlich kann der Schüler dann niemand damit stören. Soll er ihm meinetwegen eine 6 in Mitarbeit geben. Kann man bei einem Störenfried sicher rechtfertigen. Aber das Eigentum des Schülers einbehalten?? Wo sind wir denn hier?
Nope, Sie dürfen keine 6 als Strafe für Fehlverhalten geben.
Und ja, man darf das Eigentum einbehalten, wenn es an der Schule nichts zu suchen hat. Bestimmt nicht gundsätzlich, natürlich.

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nesmo 17.05.2017, 19:13
38. Naja, wie sagt der Jurist?

"Es kommt darauf an" Der Sachverhalt ist viel zu unvollständig dargestellt, um die Berechtigung zur Wegnahme des Handy zu klären. Ohne die Vorgeschichte und das Verhalten des Schülers im Einzelnen, bleibt das offen. Allerdings fragt sich, ob die Eltern des Schülers mit genauso großer Kraft an der Diszplinierung und Ausbildung ihres Sohnes interessiert sind, wie an dem Schutz der angeblichen verletzten Ehre ihres Bengels.

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elizar 17.05.2017, 19:14
39.

Zitat von franz.v.trotta
Der Lehrer habe "unzulässig in die Erziehung der Eltern eingegriffen". - Lese ich das richtig? Wie kann in eine Erziehung eingegriffen werden, die nicht stattgefunden hat
V.a. da das Schulgesetz in den meisten (?) Bundesländern ausdrücklich besagt, dass der Staat vertreten durch Lehrer durchaus auch Erziehungsaufgaben zu erfüllen hat/darf/muss.

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