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Urteil zu Kopftuch-Verboten: Karlsruhe kritisiert Bevorzugung des Christentums
DPA

Das Bundesverfassungsgericht hat pauschale Kopftuchverbote für den Schuldienst eingeschränkt. Dass vier Bundesländer in ihren Schulgesetzen das Christentum privilegieren, kritisieren die Richter scharf.

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sinasina 15.03.2015, 14:25
140. Gibt es einen Unterschied zwischen einer Tracht und einem Kopftuch?

Das Kopftuch zeugt im Islam davon, dass es sich um eine anständige Frau handelt.
Demnach sind Frauen ohne Kopftuch unanständige Frauen.
Und radikalen Muslimen sind selbst Frauen mit Kopftuch noch nicht "anständig" genug, da müssen sich Frauen gleich ganz verhüllen.
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Und diese nonverbale Botschaft von *der anständigen Frau mit Kopftuch* soll also zukünftig in Deutschland im Schul-Unterricht erlaubt sein?
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Die Mädchen mit Kopftuch sind dann die guten, die reinen, die anständigen Mädchen und alle ohne Kopftuch Dreck, die selbst Schuld sind, wenn …?
Die Mädchen, welche nicht zum Schwimmunterricht gehen, sind gute Mädchen, weil sie ihren Körper nicht zeigen?
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Warum hört man so oft von Lehrern, dass Mädchen ohne Kopftuch ein "Hure", "Nutte" hinterher geschrien wird?
Übrigens kann man auch auf Spielplätzen hören, welche unmöglichen Ausdrücke Mädchen ohne Kopftuch hinterher geschrien werden. Und sagt erwachsene Frau dann etwas, bekommt sie zu hören "Du bist ja selbst so eine".
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Und ich würde gerne wissen, ob es einen Unterschied zwischen einer Tracht und einem Kopftuch gibt?

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kommentator5 15.03.2015, 14:49
141. Rückschritt

Ich stimme dem Kommentar 116 voll zu. Auch ich kann das Urteil nicht verstehen, sehe es als Rückschritt in die Zeit von vor 200 Jahren. Alles, was zur Emanzipation der Frauen geleistet wurde, gerät langsam, ganz langsam ins Wanken, wenn wir nicht gegensteuern und Staat und Religion endlich strikt trennen. Das Kopftuch ist und bleibt ein Unterdrückungsmerkmal. Wenn es nur ein Religionsbekenntnis wäre, würden es auch Männer tragen.
Und noch eins: ich persönlich würde z. B. keine Kopftuchträgerin einstellen. Es passt nicht in mein Weltbild. Ich glaube, dass andere dies ebenso handhaben werden. Und somit sind wir nochmal wieder ein Stück mehr von gelungener Integration entfernt.

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trebbien 15.03.2015, 19:46
142. Die haben Sie verschlafen, frenchie3!

Zitat von frenchie3
Wann endlich gibt es eine Trennung von Staat und Kirche wie hier in Frankreich? Glauben ist Privatsache, da hat der Staat nichts drin zu suchen. Und hunderte von Problemen wären auf einen Schlag gelöst. Zum Beispiel in meinen Augen das verfassungsfeindliche Arbeitsrecht der Kirche.. Usw.
Es gab diese Trennung - in der DDR, in Polen, und anderswo im Ostblock auch. Warum Sie uns ausgerechnet Frankreich als Vorbild andienern wollen, ist nicht so recht erkennbar.

Die säkulare Trennung in den Volksdemokratien und -republiken war ein willkommenes Instrument, dieselbigen zum Teufel zu schicken; was die trauernden Hinterbliebenen den Kirchen offenbar bis heute nicht verziehen haben, aber auch nicht begriffen.

Trennen Sie also ruhig fleißig weiter - die Religiösen werden es jederzeit für Sie wiederholen. Allerdings werden das vermutlich andere Frommen sein.

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contbau 15.03.2015, 21:58
143. Die roten Roben disqualifizieren sich mit diesem Urteil

Kreuze raus aus den Klassenzimmern Kopftücher rein in die Klassenzimmer.
Hier wird der deutsche Michel als Trottel vorgeführt.
Erstes kann ich noch akzeptieren, da ich für absolute religiöse Neutralität in Schulen und im gesamten öffentlichen Raum bin.
Aber das Zweite ist für mich ein absolutes NO GO!
Dieses Urteil ebnet den Weg für eine weitere Islamisierung Deutschlands durch die optische Landnahme durch Kopftücher in deutschen Klassenzimmern.
Die Unterdrückung der Frau, ist von den unqualifizierten Richtern in Karlsruhe komplett übersehen worden.
Und das Ganze wird noch mit einer Lüge verkündet.
"Im Namen des Volkes" Das Volk ist anderer Meinung und schon im dritten Jahrtausend angekommen, wie die Umfrage hier zeigt. Die Karlsruher Richter anscheinend noch nicht.

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aat 16.03.2015, 00:29
144. Konsequenz

Zitat von Stäffelesrutscher
Die einfachste Konsequenz dieses Urteils ist: keine Kreuze um den Hals, keine Kippa auf dem Kopf, kein Kopftuch und keine Burka. Dann haben keine Hardcore-Fundamendalisten die Chance, die Schule und die Gesellschaft zu unterwandern. Das Urteil besagt: Wenn einer Christin erlaubt ist, ihren Glauben demonstrativ in der Schule zu »verkörpern«, dann darf das einer Muslima nicht verboten werden. Also entweder alle oder niemand.
Das wäre in der Tat die beste Lösung. Auf diese Weise würden die meisten Hardliner jedes Glaubens aus dem Lehrerzimmer und von den Kindern ferngehalten, da der Glaube an den Glauben für sie wichtiger ist, als alles andere. Der Vergleich im Urteil hinkt, denn eine katholische Deutschlehrerin würde sicher nicht in die Theologie abgleiten. Sie ist zuerst einmal Deutschlehrerin. Eine muslimische Deutschlehrerin mit Kopftuch (!) ist zuerst Muslima und dann erst Lehrerin. Allein die Frage einer Grundschülerin warum sie denn so anders aussieht, böte schon ausreichend Spielraum für eine beeinflussende Antwort. Selbst wenn diese "nur" lauten würde "weil ich Muslimin bin". Für eine muslimische Grundschülerin stellt sich dann womöglich schon die Frage "wieso sehe ich anders aus ?". Das hat noch nichts mit Missionierung oder einer Störung des Schulfriedens zu tun, bringt aber das Kind und die weltoffene Familie in eine Erklärungslage. Diese Realität haben die Richter dabei übersehen, denn ein kleines Kreuz an einer Kette und ein Kopftuch haben zwar die gleiche Bedeutung (Religionsbekenntnis), unterscheiden sich in der Wirkung aber gewaltig.

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markus_wienken 16.03.2015, 08:44
145.

Zitat von aat
Das wäre in der Tat die beste Lösung. Auf diese Weise würden die meisten Hardliner jedes Glaubens aus dem Lehrerzimmer und von den Kindern ferngehalten, da der Glaube an den Glauben für sie wichtiger ist, als alles andere. Der Vergleich im Urteil hinkt, denn eine......
jain.
Gehört der christliche Lehrer mit Kreuz (oder eher Fisch) zur evangelikalen Fraktion des Christentums dann vermag ich zu einer kopftuchtragenden Muslimin keinen Unterschied mehr zu erkennen, der ist in erster Linie nämlich auch erst Christ.

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mymana1 16.03.2015, 09:52
146. Ich habe 15 Jahre im Ausland gelebt

Aber während dieser Zeit eine wie auch immer geartete Tracht anzulegen, die bedeutet: "ich will mich schon optisch von Weitem von Eurer einheimischen Kultur abgrenzen. Ein anderer Lebenspartner als ein protestantischer Christ kommt für mich nicht in Frage, mit EUCH werde ich mich jedenfalls nicht vermischen!" also so etwas anzuziehen, wäre für mich niemals in Frage gekommen. Es wäre mir wie eine aggressive Landnahme vorgekommen. Für mich ist selbstverständlich, dass sich der Einwanderer den Gepflogenheiten des Gastlandes anzupassen hat und nicht umgekehrt. Vielleicht hätte ich mit dem Urteil weniger Probleme, wenn das Bundesverfassungsgericht damit nicht ausgerechnet eine verfassungsfeindliche, da in ihrem Kern totalitäre Ideologie weiter verbreiten würde. Totalitäre Ideologien und die Absage an Mischehen hatten wir vor über 60 Jahren und brauchen wir hier definitiv nie wieder! Dieses Urteil ist ein Bärendienst für Demokratie, Gleichberechtigung und Humanismis!

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