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US-Forschungsförderung: Millionen vom Pentagon für deutsche Unis
AP

Nicht-militärische Forschung - dazu bekennen sich die meisten deutschen Hochschulen. Trotzdem haben etliche in den vergangenen Jahren Geld vom US-Verteidigungsministerium kassiert.

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rgw_ch 22.06.2019, 14:16
1. Oh

Verblüffend, hätte ich nicht für möglich gehalten. Die akademische Zukunft und die Weltsicht der Akademiker wird auf diese Weise mit Sicherheit US-freundlich geformt.

Und jetzt stellen wir uns spasseshalber mal vor, wie die Tonalität des Artikels gewesen wäre, wenn es das russische und nicht das amerikanische Kriegsministerium gewesen wäre...
Fazit wie immer: Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe.

Ist das richtig? Schwer zu sagen. Wir sind ja eiserne Follower der USA, und so gesehen macht es nichts, wenn wir weiter darin bestärkt werden.
Andererseits häufen sich in den letzten Jahren doch auch die Hinweise, dass die USA nicht ganz so makellose Demokratie- und Freiheitsverbreiter sind, wie sie es gerne Glauben machen. Wir sollten daher meine ich auf derartige Beeinflussung verzichten.

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Flugzeugfreak1 22.06.2019, 14:33
2. Ist doch nett dass die Amerikaner unsere Hochschulen mitfinanzieren

Und ich verstehe nicht warum in Hochschulen nicht zu militärischen Zwecken geforscht werden soll. Nur weil wir friedlich sind wird die Welt es nicht, wir hingegen stellen uns selbst in eine schlechtere Position. Gut das Schwarz-Geld diese merkwürdige Klausel im Hochschulgesetz abschaffen will. Zumal die meisten militärischen Anwendungen nach ein paar Jahren auch zivil genutzt werden. Ich sag nur Düsentriebwerk.

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stefan.martens.75 22.06.2019, 14:35
3. Die Regel ist so oder so fragwürdig

Forschung hat erstmal so gut wie Nie reinen militärischen Nutzen.
Ob Materialforschung, Atomforschung, Radarsysteme, Sprengstoffe, Radarsysteme oder das heutige Internet. Alle hatten ihre Grundlage stark, wenn nicht ausschliesslich im militärischen Bereich.

Und wenn wir unseren Wissenschaftsstandort fördern können, indem wir einen klitzekleinen Teil des Pentagonkuchens abbekommen.

Man kann es, in meinen Augen, auch echt übertreiben.

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chk 22.06.2019, 14:35
4. Scheinheilig

Ehrlichgesagt kann ich jedem Wissenschaftler, der eine solche Förderung bekommt, nur gratulieren. Zum einen sind amerikanische grants aus der Verteidigungsecke oft sehr grundlagenorientiert, und in DE ist es oft nicht einfach, für manche wilden Ideen Geld zu bekommen. Und die Basisausstattung an vielen deutschen Unis ist oft nicht mal ansatzweise konkurrenzfähig. Da kann ich es keinem verdenken, der was von DARPA, IARPA, ARL und dergleichen zu bekommen versucht.

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christof.schroeter 22.06.2019, 14:36
5.

Gibt es eine Möglichkeit, mit der Grant-Nummer das Thema und evtl. den Empfänger zu identifizieren? Würde mich mal für "meine" Uni interessieren, finde aber auf die Schnelle keine Möglichkeit, da die Projekte aus der Vergangenheit zu recherchieren.

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weroc 22.06.2019, 14:42
6. Dual-use

Oftmals ist die Dual-use Problematik vielleicht den wissenschaftlichen Mitarbeitern bekannt. In den einzelnen Fächern wird diese aber gar nicht bis selten angesprochen.
Und wenn sie angesprochen wird, dann nur in Bereichen die sehr offensichtlich sind. So gab es bei mir Hinweise bei digitaler Bildverarbeitung und it Sicherheit, aber nicht bei Robotertechnik oder Zeichen-/Mustererkennung.
Eventuell sollte man mal über verpflichtende Ethikvorlesungen für alle Studierenden bzw vor allem solchen in technischen Fächern nachdenken.

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HanzWachner 22.06.2019, 14:43
7. Pecunia non olet...

...ist doch eine geläufige Haltung im deutschen akademischen Betrieb, egal wo die Penunze herstammt. Ob Medizin-, Pharmazie- und Chemieunternehmen oder Militäraufträge ist den forschenden Studenten, Doktoranden und Professoren doch zweitrangig, Hauptsache die Forschung ist gesichert und die Karriere auch. Natürlich sind damit auch Abhängigkeiten und Wohlverhalten mitfinanziert.

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christof.schroeter 22.06.2019, 14:58
8.

Zitat von HanzWachner
...ist doch eine geläufige Haltung im deutschen akademischen Betrieb, egal wo die Penunze herstammt. Ob Medizin-, Pharmazie- und Chemieunternehmen oder Militäraufträge ist den forschenden Studenten, Doktoranden und Professoren doch zweitrangig, Hauptsache die Forschung ist gesichert und die Karriere auch. Natürlich sind damit auch Abhängigkeiten und Wohlverhalten mitfinanziert.
Leider ist gesicherte Forschung selten und an eine "Karriere" im Normalfall nicht zu denken im chronisch unterfinanzierten deutschen akademischen Betrieb. Die Professoren und Nachwuchsforscher sind quasi gezwungen, ständig neuen Finanzierungsquellen nachzurennen, da wundert es ehrlich gesagt nicht unbedingt, dass sie weniger wählerisch sind als es aus unbetroffener SPON-Leser-Sicht möglicherweise opportun erscheint.

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Mehrleser 22.06.2019, 15:09
9.

Der erste Forist ist wohl noch nie an einer Uni gewesen und hat den Artikel auch nicht gelesen: die genannten Beispiele werden die Sicht auf die US-Administration kaum beeinflussen. Ganz im Gegensatz dazu die US-Uni- und Forschungsszene, die immer wieder zum Ziel hervorragender deutscher Wissenschaftler wird. Aber nicht aus Liebe zu Trump, sondern weil die deutsche kleinföderale Landschaft kaum Perspektiven für den Nachwuchs bietet. Da brauchen wir ein paar Milliarden.

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