Forum: Leben und Lernen
US-Studium exklusiv: Mit HipHop an die Schnösel-Uni

Amerikanische Hochschulen locken Angehörige von Minderheiten, weil der soziale Anstrich gut fürs Image ist. Im Studium lassen sie die Umworbenen dann allein: Schwarze und Latinos brechen auffällig oft ab. Ihren Status bekommen sie von den Kommilitonen zu spüren.

Pnin_ 29.06.2010, 12:57
1. Immer sind die anderen Schuld

Klar, immer sind die anderen Schuld, am besten man verlost Doktortitel an die armen Menschen, die es angeblich so schwer haben.

Zitat:
"Manchmal genügt es, sich einfach beharrlich um diejenigen zu kümmern, die es von Haus aus schwer haben. Jameil Butler, ein junger Schwarzer aus Sacramento, war im vergangenen Highschool-Jahr in eine Schießerei verwickelt. Er wurde verletzt und verlor dadurch sein Sport-Stipendium."

Von Haus aus schwer?
Ich jedenfalls ziehe es vor, wenn Kriminelle eingesperrt werden und nicht auch noch Sportstipendien erhalten.
An die Opfer solcher Leute denkt scheinbar niemand.

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Stefanie Bach 29.06.2010, 14:08
2. Öffentliche Aufgabe

Zitat von sysop
Amerikanische Hochschulen locken Angehörige von Minderheiten, weil der soziale Anstrich gut fürs Image ist. Im Studium lassen sie die Umworbenen dann allein: Schwarze und Latinos brechen auffällig oft ab. Ihren Status bekommen sie von den Kommilitonen zu spüren.
Bildung und Ausbildung sind öffentliche Aufgaben, sie dürfen nicht dem Markt überlassen werden. Wir brauchen in Deutschland eine Bildungs- und Betreuungsoffensive für Kinder in Verbindung mit Lehr- und Lernmittelfreiheit sowie die Abschaffung der Studiengebühren und der Kinderbetreuungskosten. Wir müssen die soziale Marktwirtschaft liberal und sozial erneuern.

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takeo_ischi 29.06.2010, 15:31
3. .

Zitat von Pnin_
Klar, immer sind die anderen Schuld, am besten man verlost Doktortitel an die armen Menschen, die es angeblich so schwer haben. Zitat: "Manchmal genügt es, sich einfach beharrlich .....
Mit dieser Argumentation sind auch die Opfer von z.B. Winnenden, sofern sie überleben durften, Kriminelle die eingesperrt gehören.
Oder hat da 'nur' das böse Unterbewusstsein ein 'Schwarz = Krimineller' in die Denke reingeschmuggelt?

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DasBrot 29.06.2010, 15:58
4. Das heisst ja....

Zitat:>> Haas hatte es noch vergleichsweise gut: Sie ist zwar arm, aber weiß. Für mittellose Schwarze, Latinos oder Indianer stehen die Chancen weitaus schlechter. Nur etwa 40 Prozent aus diesen Gruppen schaffen das College-Diplom binnen sechs Jahren. <<

....nicht das sie es nicht schaffen.

In Deutschland schaffen 30% der Studenten überhaupt keinen Abschluß. Egal wie lange sie dafür brauchen.
Nur 19 Prozent pro Altersjahrgang schaffen in Deutschland einen Hochschulabschluß, in den USA sind dies 36%.
meckern, meckern, meckern.... nölen nölen nölen.....
Wenn man es nicht besser kann einfach auf die anderen zeigen!

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Blaue Fee 29.06.2010, 16:23
5. *räusper*

zählt zum Hochschulabschluss auch ein Community College?

(Ja, ja, ich weiss, ich klinge nach Leonard Hofstadter.)

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libertarian 29.06.2010, 19:45
6. Stereotype

Zitat von sysop
Amerikanische Hochschulen locken Angehörige von Minderheiten, weil der soziale Anstrich gut fürs Image ist. Im Studium lassen sie die Umworbenen dann allein: Schwarze und Latinos brechen auffällig oft ab. Ihren Status bekommen sie von den Kommilitonen zu spüren.
Wow. Diese Woche ist die "Amerikakritik" aber wirklich in allen Sparten vertreten. Und auch hier wieder mal ziemlich unausgekocht und irrfuehrend. Es werden wieder mal die in Deutschland gern benutzten Stereoptype benutzt und wer es nicht besser weiss oder aus eigener Erfahrung kennt, der glaubt das dann so, wie es dargestellt wird.

Schlimmer: die Geschichten von den "Armen" die sich die Studiengebuehren nicht leisten koennen vs die "Reichen" die das locker aus der Portokasse zahlen usw werden dann herangezogen, um daheim die ueblichen sozialromantischen Thesen vom sinn- und kostenfreien Studium fuer alle zu propagieren und um gleichzeitig nach mehr noch mehr Staatsgewalt im deutschen Bildungswesen zu schreien.

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querollo 30.06.2010, 01:27
7. Es ist wie es ist

Hier geht es nicht um Antiamerikanismus. Das Gegenteil ist der Fall. Amerikanische Unis haben - wenn auch etwas hilflos wie es scheint - ein Problem aufgegriffen, das Deutschland in gleicher Weise betrifft. Ohne, dass es meines Wissens bislang in irgendeiner Weise thematisiert worden wäre.

Studenten aus armen Verhältnissen haben es signifikant schwerer als die Mehrheit ihrer Mitstudenten, die im allgemeinen aus begüterteren Familien kommen. Ich kann das beurteilen. Ich war mal so eine Studentin. Aus einfachen Verhältnissen kommend, habe ich auf dem zweiten Bildungsweg studiert und um das zu finanzieren, gearbeitet. Während des Semesters nachts in Kneipen und in Krankenhäusern, in den Semesterferien am Band in der Endmontage von Autos. Das ist kein Spaß. Wer das durchhalten will, muss eisernen Willen haben. Verzweiflung hilft auch. Mir war sofort klar: Du musst in Regelstudienzeit fertig werden. Länger hält man das nicht durch. Ebenso problematisch und im Artikel ebenfalls erwähnt: in einfachen Verhältnissen gelten andere soziale Regeln. Arme Studenten kommen in eine Welt, deren soziale Regeln sie nicht beherrschen. Und damit meine ich nicht die Frage, wie man eine Bücherei benutzt. Und schließlich kann, wer entweder arbeitet oder lernt, am sozialen Leben auf dem Campus nicht teilnehmen und bleibt isoliert. Das ist in den USA sicherlich nicht anders als in Deutschland. Ein Problem ist es allemal und ich bin mit Stefanie Bach der Meinung, dass man das nur bewältigen kann, wenn man Bildung als erste Aufgabe der Allgemeinheit versteht.

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