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Vegane Kita in Frankfurt: Hilfe, jetzt kommen die Extremisteneltern
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In Frankfurt eröffnet in dieser Woche eine vegane Kita: Auf Elternwunsch bekommen die Kleinkinder dort nur pflanzliche Lebensmittel. Ein dogmatischer Sündenfall, findet unser Autor.

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IngoPolster 31.07.2018, 09:55
20. Euer ernst?

Herr Himmelrath will ernsthaft extremistische Salafisteneltern und eine Sekte mit Prügelstrafe mit einer Gruppe Eltern vergleichen, die ihre Kinder vegan ernähren? Hat SPON kein Geld mehr für vernünftige Journalisten oder ist es gerade einfach zu heiß im Büro?
Die einzige Erklärung für diese ablehnende Hasstirade ist die Einschätzung des DGE, dass es zu einer Unterversorgung mit bei gewissen Mineralien kommen kann.
Hat sich Herr Himmelrath die Mühe gemacht mal bei der Kita anzurufen, um nachzufragen wie einer Unterversorgung entgegengewirkt wird? Bestimmt nicht! Sonst hätte man die Eltern ja nicht als Extremisten brandmarken können, die das Leben ihrer Kinder gefährden. Eine Kindeswohlgefährdung ist wohl auszuschließen, sonst hätte die Kita eben keine Zulassung bekommen. Bitte stopfen sie ihr Sommerloch in Zukunft nicht mit der Verunglimpfung von Mitbürgern.

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FrueherWarMehrLametta 31.07.2018, 09:55
21. Wow.

Ich dachte, ich müsste eine ausschweifende Gegendarstellung posten. Aber "P.S.: Der Autor ist selbst Vegetarier." setzt der 'Argumentationsstruktur' dieses Kommentars die Krone auf.

Listen könnte ich an dieser Stelle seriös klingende Organisationen, Institute und Studien, um zu untermauern, dass eine rein pflanzliche Ernährung mit integriertem B12 sehr wohl gesundheitlich unbedenklich sein kann.
Bleiben wir aber mal bei einem zentralen Fakt, der für alle Ernährungsformen gilt:
Menschen brauchen bestimmte Nährstoffe. Woher diese stammen ist aber zunächst egal, solange sie tatsächlich im Nährstoffwechsel ankommen.
D. h.: Wir brauchen keine Tomaten, keinen Reis, keinen Tofu, keine Radieschen, keinen Grünkohl, kein Fleisch, etc. ...

Dass es in der Vergangenheit Eltern gegeben hat, die ihre Kinder im Rahmen einer rein pflanzlichen Ernährung bspw. mit B12 unterversorgt haben, ist unbestritten. Aber das ist auf deren Unvermögen zurückzuführen, nicht jedoch auf die Ungeeignetheit "veganer Ernährung".
Irrwitzigerweise sterben Menschen anderer Ernährungsweisen ebenso an Unter- und Überversorgungen. Das schließt bspw. auch Menschen ein, die dem Dogma erlegen sind, tierische Nahrung aus dem Supermarkt sei zwingend notwendig.

Angeführt wird zudem, dass zumindest die Supplementierung des Vitamins B12 für "Veganer" erforderlich sei. Stimmt ja auch. Nur steht die Ironie im Raum, dass das Fleisch, das eben diese Experten zuhauf konsumieren, in ~90% ebenso zu Lebzeiten supplementiert worden ist, weil die Nackensteaks dieser Welt gar nicht so schnell zu einer vermeintlich gesünderen Mahlzeit entwickeln können, wie es der Deutsche Bauernverband, seine Jünger und andere Sympathisanten gerne hätten.

P.S.: Der Verfasser des Artikels ist auch Vegetarier!!!!!11!!!1einself!!!

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Jamesteakirk 31.07.2018, 09:57
22. Echte Kindesmißhandlung ist allgegenwärtig

Wie haben diese Veganer-Mütter eigentlich ihre Kinder gestillt? Mit Soja-Milch? Na ja. Solange diese Veganer-Eltern auf die Blutwerte ihrer Kinder achten, finde ich andere Dinge in der Kindererziehung viel schlimmer: Gewalt, Schläge, Spott, Machtmißbrauch, "Beschneidung", religiös-fundamentalistische Indoktrination. Habe erst jüngst einen Vater beobachtet, wie er auf einem stark frequentierten Parkweg seine vielleicht vierjährige Tochter zusammenschiß und schurigelte. Unfaßbar. Als ich ihn ansprach, wurde er noch wütender und aggressiver. Dieser Mißbrauch an Kindern sollte uns zuallererst interessieren.

Dann kann man sich über die Veganer aufregen.

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az26 31.07.2018, 10:00
23.

Zitat von tabasco75
Insgesamt ein guter Kommentar - aber war das wirklich notwendig, im schlimmsten "Whataboutism" Stil noch einen unter der Gürtellinie (Hexe verbrennen) liegenden Schlag gegen die Impfgegner zu führen? Das ärgert mich sehr, weil ja deutlich wird, das die Impfgegner im Gegensatz zu den Veganern eben verdammt noch mal KEINE entsprechende Kita planen... Hier zeigt sich leider der Dogmatismus des Autors... P.S.: die Kinder des Autors von diesem Kommentar sind vollumfänglich geimpft!
Kein Wunder! Durchs Spielen mit einem geimpften Kind wird kein ungeimpftes plötzlich geimpft; auch wird kaum eines seinen Eltern sagen oder ihnen gegenüber durchsetzen, geimpft zu werden. Ob bewusst oder unbewusst bewegen sich deren Kinder im Impfschatten der geimpften Kinder.
In einem Canivorenkindergarten kann aber das eigene Kind "in Versuchung" geführt werden. Von daher haben die Veganereltern einen starken Antrieb, sich zu isolieren. Wie das eines Tages in der Schule mit Mittagsspeisung aussieht, wo es vegane und nichtvegane Gerichte gibt, das eigene Kind aber trotzdem zur "Sünd" versucht wird, das kann man sich denken. Wahlweise könnte es auch bei nichtveganen Kinder an deren Pausenbrot abbeißen. Gibts dann irgendwann auch vegane Schulen?

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Hüstelsaft 31.07.2018, 10:01
24. Wenn man provoziert, dann richtig

"Wenn ein Kind erkrankt, könnten die Erzieherinnen dann ja eine Hexe verbrennen, um das Unheil abzuwenden." Es gibt auch Erzieher, das darf der Autor gern bedenken und korrigieren, bitte. Die vegane Ernährung wird übrigens zu Unrecht verteufelt, denn wenn man's richtig macht, gibt es keine Probleme. Vor allem auf B-Vitamine muss geachtet werden. Vitamin D wird allerdings überwiegend durch Sonnenbaden aufgenommen, auch wenn Fisch und bspw. Champignons welches enthalten. Aber eben nicht genug. Da hilft nur Sonnenbaden oder Supplementierung. Schade, dass der Autor sich nicht besser informiert hat. Als Vegetarier.

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s_morike 31.07.2018, 10:01
25. Schlimm

Abgesehen von der Gesundheitsfrage: Kinder haben ein Recht darauf, die verschiedenen Nahrungsmittel/gruppen, Geschmäcker etc. kennenzulernen und Essen zu "erleben". Ihnen von klein auf Milchprodukte, Eier, Fleisch etc. vorzuenthalten, grenzt an ein Verbrechen. Ich bin eigentlich sehr liberal, aber bei solchen Dingen sollte der Staat eingreifen. Kinder können nichts dafür, wenn sie bescheuerte Eltern haben.

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Anweko 31.07.2018, 10:02
26.

Ich bin weder Vegetarier noch Veganer und habe durchaus mein Problem damit, wenn es dogmatisch und ‚missionarisch‘ wird. Trotzdem bin ich der Meinung, dass es bzgl. Fehlernährung bei Kindern viel größere Probleme wegen zu viel Fett und Zucker gibt, verbunden mit zu wenig Bewegung. Alle, die jetzt mit dem Finger auf Vegan-Eltern zeigen sollten sich zuerst mal an die eigene Nase fassen, wie gesund sie die eigenen Kinder ernähren.

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Rachel Z 31.07.2018, 10:02
27. schlecht recherchiert und voller Vorurteile

Als Veganerin bin ich immer wieder überrascht über die aggressive Reaktion auf die persönliche Entscheidung zur eigenen Ernährung und der der Familie. Was in diesem haarsträubenden Artikel alles in einen Topf geworfen wird – Sekten, Salafisten, Eltern mit teuren Familienkutschen – und jetzt auch noch Menschen, die es wagen, sich pflanzlich ernähren!
Der Artikel zitiert aus den Richtlinien der DGE – ohne zu erwähnen, dass die hier aufgelisteten Studien 20 bis 30 Jahre alt sind. Und lässt auch lieber den Absatz «Nach Young und Pellett (1994) kann eine Ernährung auf ausschließlich pflanzlicher Basis durchaus ein normales Wachstum von Kindern ermöglichen. Allerdings betonen sie die Notwendigkeit der Kombination verschiedener pflanzlicher Proteinquellen (z. B. Soja und Getreide) zur Erhöhung der biologischen Wertigkeit (Prinzip der Ergänzungswirkung von Protein bzw. Aminosäuren). » aus.
Wenn man einen Blick in die aktuelle Literatur wirft, findet man deutlich vorsichtigere Formulierungen – die der veganen Ernährung tendenziell eher positive Effekte zuschreiben, im Vergleich zu einer Mischkost, und die zudem sagen, dass es weiterer Studien bedarf, um wirklich eindeutige Schlüsse ziehen zu können:
So etwa Keller & Müller aus dem Jahr 2017: «Die Vorteile und Risiken einer vegetarischen bzw. veganen Ernährung im Kindesalter wurden bisher jedoch relativ selten untersucht. Außerdem lassen das unterschiedliche Alter der Kinder, das heterogene Studiendesign sowie die teilweise geringe Probandenzahl der Studien keine verbindlichen Aussagen zu. In dieser Übersichtsarbeit werden die Ergebnisse der wenigen Studien zu vegetarisch und vegan ernährten Kindern (< 12 Jahren) in Nordamerika und Europa zusammengefasst. Demnach lag die Zufuhr von Nahrungsenergie und Makronährstoffen vegetarischer und veganer Kinder meist näher an den Empfehlungen der Fachgesellschaften als die Ernährung gleichaltriger Mischkostkinder. Ebenso wiesen vegetarisch und vegan ernährte Kinder eine höhere Zufuhr von und bessere Versorgung mit verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen auf. Häufiger zeigten sich jedoch Defizite bei Vitamin B12, Zink, Kalzium, Eisen und Vitamin D. Das Wachstum und die Entwicklung vegetarisch und vegan ernährter Kinder entsprachen weitgehend den Referenzstandards, wobei sie dazu tendierten, leichter, schlanker und (< 5 Jahren) auch kleiner zu sein. Aufgrund der unzureichenden Studienlage besteht erheblicher Forschungsbedarf zu den Auswirkungen einer vegetarischen und veganen Ernährung im Kindesalter.»
Der Vergleich mit Impfgegnern ist – so wie der gesamte Artikel – unseriös und unwissenschaftlich. Eine vegane Ernährung des einen Kindes schadet nicht potentiell dem anderen Kind – und die wissenschaftliche Grundlage, die für das Impfen der Kinder spricht, ist eindeutig.
Wieso werden Eltern, die in einer Zeit, in der ständig das Übergewicht der Grundschulkinder angeprangert wird, ihren Kindern eine überlegte, gesunde, umweltfreundliche und etisch vertretbare Ernährungsweise anbieten möchte, so angefeindet?

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ideologiefreier-Realist 31.07.2018, 10:02
28. Das ist der Unterschied zwischen Vegetarier und Veganer

Zitat von Karl der Haarige
Ich bin auch Vegetarier, aus tiefster Überzeugung, mein Kind erhält jedoch Mischkost, wobei ich gerne selbst den Braten zubereite und dann zum großen Amüsement aller Anwesenden halt jemanden brauche, der abschmeckt. Eine vegetarische (also ovo-lacto) Ernährung wäre für ein Kind nach herrschender wissenschaftlicher Ansicht ziemlich unbedenklich - bloß warum sollte ich so völlig wahnsinnig sein, da irgendwelche Risiken einzugehen? Soll mein Kind später doch selber entscheiden, woran es glauben will. Eine Überzeugung, zu der man nicht selber aus freien Stücken gekommen ist, sondern die einem lediglich aufgezwungen worden ist, ist ohnehin wertlos. "Extremisteneltern" ist wohl gesprochen, ich würde sogar noch weiter gehen und - es gibt Fälle, da ist dies wirklich gerechtfertigt - von Wahnsinn sprechen wollen.
Vegetarier entscheiden für sich persönlich auf Fleisch zu verzichten. Veganer sind im Glaubenskrieg. Wie heißt es auch so schön? Wie erkennt man einen Veganer? Keine Sorge, er wird es dir schon sagen. Ich überlege auch mich der Vegetarischen Ernährung zu zuwenden. Eingeschränkt habe ich meine Fleischkonsum schon, und achte auch sehr auf die Tierhaltung. Aber ganz konnte ich mich noch nicht entschließen. Ich habe mich ja nicht an die Spitze der Nahrungskette gekämpft, um dann Salat zu essen;-)

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fahrgast07 31.07.2018, 10:03
29. Religiöse Kitas

Mei, sollen sie doch. Jedem Tierchen sein Plaisierchen. Viel schlimmer finde ich, wie viele Kitas religiös sind, wo dann von den Erzieherinnen verlangt wird eine Taufe zu heucheln. Und das staatlich finanziert! Der Staat sollte nur Kitas fördern, die neutral umd aufs Kindeswohl ausgerichtet sind.

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