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Verbot an der Uni Freiburg: Ist Reste-Essen unhygienisch?
DPA

Schluss mit dem sogenannten Bändern: Was vom Mensa-Essen übrig bleibt, wird an der Uni Freiburg künftig weggeworfen. Angeblich sind die Reste hygienisch bedenklich. Stimmt das?

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forumgehts? 29.11.2016, 13:05
1. Bei

etwas gutem Willen wird man immer einen Keim finden. Aber warum die ganze Aufregung? Es handelt sich hier um ein Demo-Resteessen. Das wäre sowieso sehr bald eingestellt worden. Wer will denn schon immer nur Reste essen?

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exil-berliner 29.11.2016, 13:18
2. Bei der Abstimmung fehlt ein wichtiger Punkt..

Es gibt heute sicher mehr Studenten die sich aufgrund der angestiegenen Wohnkosten nicht mehr das Sattwerden leisten können.
Der Punkt "Ich esse Reste weil mir das Geld zum sattwerden fehlt" bitte in der Umfrage ergänzen. Hygienische Aspekte sind da reiner Luxus, rechtlich hat der Betreiber leider Recht.

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Wolfvon Drebnitz 29.11.2016, 13:24
3. Absolutes No Go - schon mal was von HACCP gehört?

Aus hygienischer Sicht eine Katastrophe. Wofür unternehmen wir als Lebensmittelproduzenten alle Anstrengungen für eine perfekte Hygiene, wenn die hier konterkariert werden? Wissen Sie ob der Vorgänger in das Essen genossen hat? Wissen Sie ob er mit den Händen Teile angefasst hat? Wissen Sie ob er beim Sprechen Speicheltröpfchen in das Essen gespuckt hat? Also bei aller Liebe - ich bin auch sehr dafür kein Essen zu verschwenden, aber diese Idee ist einfach nur doof. Das Studentenwerk ist absolut haftbar und als Verantwortlicher würde ich das ganz klar verbieten und verhindern - so wie es auch jetzt gemacht wird. Solange nix passiert ist das alles cool und alternativ. Aber lassen sie mal 10 Leute an einem hochansteckendem Virus erkranken - was da los ist. Wenn das wirklich ein Problem ist, dann sollen die Portionen kleiner gemacht und ein Nachschlag ermöglicht werden. Außerdem wird das Essen ja nicht weggeworfen, sondern weiter verwertet. Auch da kommt Re-Food oder andere Firmen und holt es für Schweinezüchter oder Biogasanlagen ab. Wichtiger wäre es das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) zu erhöhen. Wußten Sie das H-Milch bei uns für 3 Monate ausgezeichnet wird, international als Schiffsausrüstung aber 12 Monaten MHD bekommt? Da ist bei vielen Produkten wie Käse, Getränke etc. noch viel Luft nach oben. Aber Bändern ist Quatsch und gefährlich.

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norwood1969 29.11.2016, 13:30
4. bedenklich sind nicht die Keime

So eine Mensa bietet guenstiges Essen fuer Studierende an. Sie haelt dafuer einige Einrichtungen vor und kalkuliert auf der Basis der Nutzer_Innenzahlen den Preis.

Einen Teil der Einrichtung (Tische, WC) nehmen auch die Baenderer in Anspruch. Eine Zahlung dafuer, sieht man von den Studierendenwerksbeitraegen ab, leisten sie aber nicht.

Wenn nun vermehrt die, die sich ein Essen auch leisten koennten, baendern, dann muss der Preis fuer die steigen, die (noch) zahlen. Denkt man das zuende merkt man, dass in dem scheinbar so nachhaltigen und moralisch begruessenswertem Verhalten (Essensverschwendung), doch auch ein gemeinschaftsschaedliches Verhalten liegen kann. So ganz wegschieben sollte man das nicht.

Vielleicht waere es besser, wenn die Mensa eine Art Doggybag anbieten wuerde, mit dem man ueberschuesiges Essen selber mit nehmen kann.

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spon_3363503 29.11.2016, 14:07
5. Ekelig

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Krankheiten übertragen werden.

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TaxX 29.11.2016, 14:27
6. Bändern wegen Geldnot?

Zitat von exil-berliner
Es gibt heute sicher mehr Studenten die sich aufgrund der angestiegenen Wohnkosten nicht mehr das Sattwerden leisten können. Der Punkt "Ich esse Reste weil mir das Geld zum sattwerden fehlt" bitte in der Umfrage ergänzen. Hygienische Aspekte sind da reiner Luxus, rechtlich hat der Betreiber leider Recht.
Nee, Bändern ist eher ein politisches Statement. Das Essen in der Mensa wird gefördert. Das Studieren ohne eigene Finanzmittel in der Familie ist sicher kein Spaß, aber dass BAFöG- Empfänger sich von Essensresten in der Mensa ernähren _müssen_, halte ich bei den Preisen, die dort aufgerufen werden, für ebenfalls falsch.

Die Initiatoren haben ja auch selbst gesagt, dass sie das Wegwerfen von Lebensmitteln für falsch halten. Von daher ist das Verbot und die technische Aufrüstung zur Verhinderung aus Gründen der Sichtbarkeit des Projekts gar nicht so verkehrt. Vielleicht findet man ja eine kreative Lösung, die zu weniger Vernichtung von guten Lebensmitteln führt. Wenn das erreicht wird, können entweder die Preise in den Mensen sinken (s.o. BAFöG-Empfänger) oder die Qualität verbessert werden. In jedem Fall lohnt sich die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Standpunkt der Bänderer. Nur wer ungewöhnliche Wege geht, kann die Welt verändern, das sehen wir derzeit an allen Ecken der Welt. Und da sind mir Bänderer allemal lieber...

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Schwalle 29.11.2016, 14:31
7. Wer sich mit Schweinen gleichstellt...

Bisher wurden die Speisereste von Grossküchen immer einem ökologisch arbeitenden Schweinezüchter gegeben, der das als Kraftnahrung verfütterte.

Übrigens, kein Lebensmittel "verdirbt", sondern es dient als Nahrung für Pilze, Ratten und Bakterien.

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jojack 29.11.2016, 14:40
8. Vielleicht nicht unbedingt unhygienisch, aber ekelhaft

Dass von dem Resteessen Krankheiten ausgehen, glaube ich nun nicht (oder nur in extremen Ausnahmefällen). Aber ekelerregend fände ich es schon, wenn ich beobachten müsste, wie Kommilitonen sich die halb verzehrten und zermanschten Speisen, vielleicht noch mit dem schmutzigen Besteck oben drauf wieder zum Band nehmen. Das sind doch einfach keine akzeptablen Manieren. Zumindest in der Öffentlichkeit ist das einfach abstoßend und ekel erregend. Und im ernst: wer der Lebensmittelverschwendung vorbeugen will, sollte vielleicht eher die Portionen kleiner gestalten.

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competa1 29.11.2016, 14:44
9. Das Bändern..

..stellt genau wie das Containern einen Protest gegen die Wegwerfmentalität dar.Überprüft erstmal die Hygiene in den Mensa Küchen,bevor man sich über angebliche Keimübertragung aufregt.

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