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Verfällt der Wert akademischer Titel an deutschen Hochschulen?

Die fragwürdigen Deals mit Doktortiteln durch so genannte Promotionsberater brachten akademische Würden made in Germany ins Gerede. Hat die universitäre Kontrolle versagt? Verfällt dadurch gar der Wert akademischer Titel an deutschen Hochschulen?

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tl-hd 17.02.2011, 20:55
570. Falscher Thread

Unter Blogs und Politik hab ich auf die Schnelle 10 (in Worten: zehn) Threads zum Thema Guttenberg-Affäre gefunden - warum muss dann dieser Thread, der ursprünglich gar nichts mit dem Thema zu tun hat, auch noch zum Guttenberg-Thread werden?

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ofelas 17.02.2011, 20:58
571. ich lasse mich gerne belehren

aber wo ausser in Deutschland und Oesterreich wird der Doktortitel herausgetragen?

Wer noch bis zum 10 Semester keinen Doktor hat muss selber einen machen.

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frank_lloyd_right 17.02.2011, 21:21
572. jeder zweite spitzenmanager ?

dann ist der titel nichts mehr wert.

diese typen haben doch auch alle geschummelt -
das muss ich nicht mal beweisen, jeder glaubt mir das sofort.
oder nicht, glaubt hier jemand, spitzenmanager seien
zu bloed zum schummeln ?

na gut - aber dann ist der titel erst recht nichts wert.

mist.

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frank_lloyd_right 17.02.2011, 21:48
573. mit den threads hier ist das so ne sache...

Zitat von tl-hd
Unter Blogs und Politik hab ich auf die Schnelle 10 (in Worten: zehn) Threads zum Thema Guttenberg-Affäre gefunden - warum muss dann dieser Thread, der ursprünglich gar nichts mit dem Thema zu tun hat, auch noch zum Guttenberg-Thread werden?
...manchen wird ungeheuer viel zugeordnet,
da gibts neue artikel, die forumsmaessig wochenalten themen
zugeordnet werden - moeglicherweise schlicht aus ueberforderung oder die forumsmanager hier
vetreiben sich die zeit mit wuerfeln -
es muss sich um taffe typen handeln,
ich meine - die muessen ja jeden tag den schrott lesen,
den wir uns hier so von der seele schreiben.
wer will danach noch irgendwas anderes lesen ?

bei guttenberg hingegen habe ich den verdacht,
man gibt sich muehe, ihn nun endgueltig ueber die klippe
zu kippen -
obwohl das wohl jetzt gar keine muehe mehr braucht.

angeblich soll er sich ja bereits mit falschen papieren
auf den namen "freiher von schlechtenfels"
auf dem weg ins argentinische exil befinden.

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rabenkrähe 17.02.2011, 21:52
574.

Zitat von ofelas
aber wo ausser in Deutschland und Oesterreich wird der Doktortitel herausgetragen? Wer noch bis zum 10 Semester keinen Doktor hat muss selber einen machen.
......

Oder einen kaufen. In "Kreisen" ist es ja nicht unüblich, daß Adels- und akademische Titel schnöge erworben werden.
rabenkrähe

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Kojo T 17.02.2011, 21:57
575.

Zitat von krokis
.. Für die Wissenschaft ist die Debatte darüber und die Frage nach dem Verfall des Wertes akademischer Titel an deutschen Hochschulen völlig irrelevant. .. Wenn man aber eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen möchte, sollte man die Dissertation in Angriff nehmen und den Regeln entsprechend erbringen...
Sollte man.
Muß man aber nicht.
Praxisorientierung - sprich Karriere in der Wirtschaft - ist heute sehr gefragt. Es gibt Fakultäten, wo gegen solche Praktiker niemand berufen wird. Gibt es dann einen halbwegs geeigneten Bewerber aus der Wirtschaft, in der Regel ist das jemand, der dort Karriere gemacht hat, hat der Wissenschaftler mit Unikarriere nichts mehr zu melden.

Im übrigen macht sich eine Promotion mit 'ner 1 sehr gut, Gefälligkeitsnote für Zuwendungen (z.B. in Form bezahlter Projekte für den Lehrstuhl) hin oder her, während der mit der Ochsentour, wenn er den falschen Prof. erwischt hat, dafür schön brav den Rücken krümmen muß, und ja nicht den leisesten Verdacht eines noch so berechtigen Aufmuckens zeigen darf - selbst im Fall, wenn das ihm aufgedrückte Promotionsthema schlicht unbrauchbar ist.
Der Student hat in aller Regel keine Chance, vor der Auswahl eines Betreuers und der Annahme der Arbeit die Eignung des Betreuers festzustellen. Aus der Qualität von Vorlesungen läßt sich nicht auf die Qualität der Betreuung wissenschaftlicher Arbeiten schließen.

Unbrauchbares Thema?
Das gibt es!
Einem Dissertanten habe ich, als er von mir Material haben wollte, erklärt, warum sein Thema kein Ergebnis zeitigen kann, ja, eine Lachnummer ist.
Hätte er im Grundstudium(!) die richtige Vorlesung besucht, hätte er das unmittelbar eingesehen, so verlor er über ein Jahr, bis er das Thema wechselte.
Im Prinzip war der Doktorvater ein altgedienter, zu recht hochgeehrter Wissenschaftler und seine Meinung deshalb ersteinmal weit, weit vertrauenswürdiger als meine.
In den exakten Wissenschaften kommt es allerdings nicht auf Meinungen an.

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querulant_99 17.02.2011, 22:34
576.

Zitat von tl-hd
Unter Blogs und Politik hab ich auf die Schnelle 10 (in Worten: zehn) Threads zum Thema Guttenberg-Affäre gefunden - warum muss dann dieser Thread, der ursprünglich gar nichts mit dem Thema zu tun hat, auch noch zum Guttenberg-Thread werden?
Die Antwort ist doch ganz einfach:
Der Deutsche Michel hat wohl keine andere Sorgen.

Es gibt zwar viel wichtigere Themen, z.B.:
- Wie bekommen wir die Staatsverschuldung in den Griff?
- Wie können wir den Euro retten ?
- Wie verbessern wir unser Bildungssystem ?
- Wie meistern wir die Herausforderungen, die uns China stellt ?

Das sind aber alles Themen, die für die meisten Leute zu kompliziert und daher uninteressant sind.

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carranza 17.02.2011, 22:41
577. Minister Köpenick

Zitat von sysop
Die fragwürdigen Deals mit Doktortiteln durch so genannte Promotionsberater brachten akademische Würden made in Germany ins Gerede. Hat die universitäre Kontrolle versagt? Verfällt dadurch gar der Wert akademischer Titel an deutschen Hochschulen?
Der Titel hat schon noch seinen Wert, im Zweifelsfalle den, der sich in barer Münze auszahlen könnte, wenn man denn arbeiten muß.
Das prominente Beispiel zeigt zumindest, dass es dabei nicht immer nur ausschließlich um Interesse an der Forschung gehen dürfte.

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maxgil 17.02.2011, 23:00
578. Aber Hallo

Echt putzig, dieser Thread!
Also, da bin ich denn mal für die Elite:
Wenn jemand sich die Mühe macht (jetzt lassen wir mal die lieben Dr. med. aussen vor) sich jahrelang in irgendeinen akademischen Scheiß, den eigentlich keine Sau interessiert (in unserem Institut ging es hauptsächlich um die Verwandschaftsbeziehungen von Bakterien) zu befassen, eine WIRKLICH wissenschaftliche Abhandlung darüber zu verfassen und sich dafür auch noch finanziell krumm zu legen, dann sollten wir diesen lieben Mitbürgern (und ich bin einer davon) doch auch den Erfolg gönnen, sich ab Finalisierung Dr. zu nennen. Diese Leute sind im Durchschnitt (ganz wichtig) dem allgemeinen Standard was Fleiß, intellektuelles Verständnis, Kombinationsgabe, Denkvermögen und allgemeine Intelligenz Lichtjahre voraus. Die gucken nicht Richter Salesch und all den Scheiß, den das Unterschichten-TV so tagsüber bietet, sondern beschäftigen sich in der Regel durchaus mit akademischen Themen (ok, abends in der Kneipe wahrscheinlich auch mit den hübschen Beinen im Minirock nebenan, is ok). Verdammt, dann haben die (wir) auch den Titel verdient. Wir brauchen nicht weniger Dr., sondern mehr davon, und zwar richtige!

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hjm 18.02.2011, 00:53
579.

Zitat von Kojo T
Der Student hat in aller Regel keine Chance, vor der Auswahl eines Betreuers und der Annahme der Arbeit die Eignung des Betreuers festzustellen.
Das ist wohl eher eine Frage, wie ernsthaft der Student sich mit dieser Frage befasst. Zumindest in den Naturwissenschaften und vor der Bolognese war man während der Diplomarbeit schon in die aktuelle Forschung eingebunden, und wenn man eine Promotion anstrebte, hatte man genug Zeit und auch den nötigen Zugang zur „Community“, um potentielle Doktorväter nach ihrer wissenschaftlichen Reputation beurteilen zu können. Wenn man sich darum bemüht. Selbst im Aufbruch- und Chaos-Jahr 1990 ist es mir völlig problemlos gelungen, mir einen objektiven Überblick über die fachlichen Qualifikationen der in Frage kommenden Institute und Lehrstühle auch im „anderen“ Deutschland zu verschaffen. Wer freilich nur brav seinen „Studiengang“ abarbeitet und darauf wartet, dass ihm jemand ein Thema samt Betreuer hinterherträgt ...

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