Forum: Leben und Lernen
Vermittler in der Arbeitsagentur: Egal, Hauptsache irgendein Job
NDR

Wie es ist, als Erwerbslose zur Arbeitsagentur zu gehen - das wusste die Reporterin Anke Gehrmann. Aber wie sieht der Alltag dort aus der Sicht einer Sachbearbeiterin aus? Das schildert sie hier.

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twistie-at 27.04.2017, 17:54
1. deprimierende Einsichten und Ansichten

Hauptsache ein Job, egal welcher, hauptsache abgearbeitet, Weiterschicken im 1-Minuten-Takt, keine Sitzgelegenheiten... das ist wie das Abarbeiten im Akkord, wenn es um Schrauben oder Muttern oder sonstiges geht - nächste, 60 Sekunden prüfen, ab in die Kiste, Beschädigtes in die andere Kiste, Vorsicht, die nächste kommt... es ist deprimierend, wenn einem alles bestätigt wird, was einem schon klar war. "Wir haben hier ein Praktikum im Einzelhandel - sechs Wochen Regale einräumen, wird auch gefördert, d.h. wir zahlen die Fahrtkosten. Toll, oder? Nächster bitte", auch wenn man etliche Zertifikate vorzuweisen hat und eigentlich fragen wollte, ob es eine Möglichkeit gibt, mit den guten Englischkenntnissen irgendwo reinzurutschen. Der Mensch als reine Arbeitsleistungsmasse, der nicht mehr Hilfesuchender ist, sondern nur noch Kunde, allerdings ohne die meisten Rechte.

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gluonball 27.04.2017, 17:56
2. Fachkräftemangel

"...gefüttert mit Arbeitslosen als unendlicher Rohstoff..."
Wäre der Fachkräftemangel real, würde es wohl heißen:"...gefüttert mit Arbeitslosen als rarer, begrenzter Rohstoff..."

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goethestrasse 27.04.2017, 18:11
3.

Arbeitslose haben nicht nur Rechte ud Ansprüche. Ein Großteil des ALG I und II. wird von Beitragszahlern erwarbeitet, die jeden Tag aufstehen und zur Arbeit gehen .

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mintms 27.04.2017, 18:20
4. Auweia

Also wenn die "stellvertretende Teamleitung der Arbeitsvermittler" schon Textbausteine fürs Protokoll verwendet, dann soll sie diese doch bitte mit crtl c und v kopieren und nicht 3 Tage auf die Maus klicken. Das sparrt wahrscheinlich schon mehr Zeit als der Gang vom Sitz zum Schalter. Diese Effizienz ist überragend ..

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Doc_Hollyday 27.04.2017, 18:37
5. richtig so

Wer keine Lust auf die Agentur oder das Jobcenter hat soll sich dort nicht melden. Dann muss er auch keine Maßnahmen oder ähnliches machen. Wenn er jedoch Geld beantragt hat er gem. Gesetz alles zu tun um in Arbeit zu kommen. Wenn er dies nicht tut dann verstößt er gegen das Gesetz. Nur weil jemand nicht seinen persönlichen Traumjob findet heißt das nicht das die Steuerzahler ihn und seine Arbeitslosigkeit subventionieren müssen. Das Gesetz ist hierbei für alle gleich und macht keine Unterschiede. Das SGB II ist eine absolute Erfolgsgeschichte und dabei sozial. Für Menschen die wirklich nicht arbeiten können gibt weitere diverse Förderungen. Einfach mal schlau machen und nicht nur meckern. Typisch deutsch halt. Der Staat ist immer für mein persönliches Missgeschick verantwortlich.

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genugistgenug 27.04.2017, 18:38
6. Typische Schreibtischtäter eben!

Stolz auf Vorschriften erfüllen ist natürlich lebenserfüllend. Doch wieso stehen Vorschriften ÜBER Gesetzen?
Da sollte man doch anfangen selbstständig zu denken und auch SGB I § 13/14/15/10 zu beachten (Beratungs- Informationspflicht - nicht nur Abfertigung) oder noch einfacher unser Grundgesetz:
"Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung ALLER staatlichen Gewalt."

Auszug Schreibtischtäter: Anfang des 20. Jahrhunderts und auch in der Weimarer Republik hatte das deutsche Beamtentum überwiegend eine konservative Grundhaltung. In der Zeit des Nationalsozialismus wirkte die Staatstreue der meisten Beamten regimeerhaltend, da auch verbrecherische Maßnahmen, wenn sie nur formaljuristisch korrekt waren, von einer Vielzahl sogenannter Schreibtischtäter mit getragen oder zumindest geduldet wurden. Prof. Robert D' Harcourt, der diese Vorgänge im Auftrag der Alliierten untersuchte, stellte dazu fest: Das deutsche Beamtentum arbeitet mit beneidenswerter Effizienz, allerdings im Unrecht genauso wie im Recht. Es hat nichts anderes gelernt, als sich einfach einem Räderwerk gleich zu drehen..... http://de.wikipedia.org/wiki/Beamtentum#Zeit_des_Nationalsozialismus
Anm. formaljuristisch korrekt = Vorschrift, auch gegen Gesetze.

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beckerchristian498 27.04.2017, 18:39
7. nun ja...

..ich war auch ein -3 jahre gast der arbeitsagentur - hochschulabsolvent usw- was ich mitbekommen habe ist dass es vollkommen darauf ankommt welchen ansprechpartner man da hat!
die erste frage der guten frau als sie meine qualifikationen gesehen hatte- war- wieso zur hoelle sind sie schon so lange arbeitslos? eien sehr berechtigte frage! ....abr die frau hatte geduld mit mir -hat mich wieder meinen eigenne thythmus finden lassen und zu guter letzt bin ich wieder ein produktiver bestandteil (und darauf kommts ja eiirklich an) der gesellschaft!

nachmals ein lob an diese frau und ein fettes danke!

gruesse!

C.B

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RenegadeOtis 27.04.2017, 18:40
8.

Zitat von pascal3er2
Vorschrift ist nämlich auch, den Chef vom Arbeitsamt zu melden, wenn der gegen das Grundgesetzt §1 verstößt oder Menschen mit Hilfe von Sanktionen zur Arbeit zwingen möchte. Arbeitszwang = Zwangsarbeit = Sklaverei So sieht es dort aus. Sklaverei wurde vor 100 Jahren abgeschafft und mit Hartz4 wieder eingeführt. Harzt 4 wurde in übrigen von Gustav Hartz entwickelt 1930 ( einen bekennenden Nazi ) mal googlen...
Und die Lohnsteuerklassen kommen von den Nazis, also zahlen wir alle ab sofort keine Lohnsteuer mehr, richtig? Nebenbei war es Peter Hartz, aber wen interessieren schon Fakten.

Ach, das Gerede von Zwangs- oder Sklavenarbeit wird nicht richtiger, wenn man es nach 12 Jahren und Dutzenden Urteilen die was anderes sagen immer noch trotzig wiederholt. Es wirft nur ein bezeichnendes Licht - insbesondere im Hinblick auf tatsächliche Zwangs- und Sklavenarbeit auf diesen Planeten

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miram-m 27.04.2017, 18:50
9.

Meine Freundin (Russin) hat 3 Jahre für nichts und gar nichts in Berlin Geld bekommen: jede Stelle (bis 1. 500 Netto) hat sie abgelehnt, bis sie einen Freund (der sie finanziert) gefunden hat. Geht. Mein Kollege war ein Jahr in Bayern arbeitslos, keiner hat ihn gerufen und gezwungen nach einem Job umzuschauen. Als er wieder arbeiten wollte, hat er sofort Job gefunden. Geht auch...

Was ich mir vorstellen kann, dass Menschen ohne Ausbildung schwieriger haben und nach bestimmter Zeit werden nicht mehr sehr respektvoll behandelt. In mehreren Bundesländern hat jede Arbeit, wenn man arbeiten möchte. Schwierig wird wenn man krank/alt ist und/oder kleine Kinder/Pflegefall in der Familie hat. Und selbstverstänlich Sonderwünsche (keine 3Schichten-"Sklaverei", Küche, Pflege... )))).

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