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Verschuldung bei Unter-30-Jährigen: Finanzieller Fehlstart ins Leben
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Jeder siebte junge Erwachsene in Deutschland gilt als überschuldet. Woran liegt das? Und wie kämpfen sich Betroffene aus dem Schuldentief?

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cave68 03.03.2019, 21:35
20.

Zitat von Freidenker10
Mir kommt die aktuelle Generation der 12-30 jährigen sehr konsumorientiert vor. Man muss sich da scheinbar ständig mit den neuesten Smartphones gegenseitig übertreffen und hängt vorzugsweise in chilligen ( aber teueren ) Lounges ab. Selbst junge Mädchen träumen schon von zig tausend Euro Handtaschen. Markenklamotten sind Standard. Da aber nicht jeder aus reichem Hause kommt erscheinen die Verschuldungsquoten logisch, hätte sie noch höher geschätzt. Das ganze nennt man dann wohl Wohlstandsgesellschaft... Das Problem die Kids nach der Schule in Ausbildung und Job zu bringen hat übrigens nicht nur der prekäre Teil der Gesellschaft, sondern auch immer mehr Mittelständische. Da gehts nach dem Abi auf Weltreise und ewige Lebensorientierung. Danach wird dann studiert und nach 2 Jahren stellt man dann fest doch nicht die richtige Wahl getroffen zu haben und man fängt was anderes an. Die studieren schon z.T. bis 30, hauptsache sich nicht dem Berufsleben stellen müssen, da würde die Realität die eigene Lebensvorstellung schnell einholen...
und das grösste Problem ist,dass dieses den anderen "Übertreffen-Müssen" diese jungen Menschen in keinster Weise irgendwie glücklich(er) macht...arme Welt in der das eigene Glück anscheinend gar keine Rolle mehr spielt sondern nur das Übertrumpfen der Mitmenschen....

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Sibylle1969 03.03.2019, 21:37
21.

Ich bin in einer Familie mit 5 Kindern aufgewachsen, wo es zwar normales Taschengeld gab, aber die Eltern keine großen Sprünge ermöglichen konnten. Mit 12 Jahren wollte ich, wie viele Mädchen in meinem Alter, unbedingt reiten lernen. Meine Eltern waren dagegen und wollten das auch nicht finanzieren. So musste ich den Reitunterricht aus meinem Taschengeld sowie Geldgeschenken zu Weihnachten und zum Geburtstag selbst bezahlen, weshalb das Reiten mein gesamtes Geld verschlungen hat. Dabei habe ich gelernt zu verzichten und mit wenig Geld auszukommen. Das war später hilfreich, als ich im Studium ebenfalls mit wenig Geld auskommen musste. Ich habe immer nur maximal so viel Geld ausgegeben, wie ich hatte. Meist hatte ich noch Geld am Ende des Monats übrig. Auch als ich nach dem Studium richtiges Geld verdient habe, habe ich so weitergemacht. Ich habe mich, außer für eine Eigentumswohnung, nie verschuldet und habe noch nie mein Konto überzogen. So konnte ich jeden Monat für meine Altersvorsorge sparen.
Meine Zwillingsschwester hingegen hat von Anfang an immer über ihre Verhältnisse gelebt und ist schnell in die Überschuldung gerutscht. Wenn meine Eltern sie nicht ständig herausgehauen hätten, wäre sie sicherlich in die Privatinsolvenz gerutscht. Der Unterschied: ich habe mit 49 Jahren ein Vermögen von über 800.000 Euro zusammengespart, während meine Zwillingsschwester keinen einzigen Cent auf der Bank hat. Und das bei exakt gleichen Ausgangsbedingungen.

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linoberlin 03.03.2019, 21:49
22. vierzig Euro

im Monat für Lebensmittel? sorry, das glaube ich nicht.

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bdroege 03.03.2019, 22:20
23. Mangelnde finanzielle Erziehung

Meine Eltern haben sofort nachdem ich Geld in der Ausbildung verdient habe einen Beitrag zu Miete verlangt. Dadurch hatte ich als ich endlich eine eigene Wohnung hatte keine finanziellen Probleme.

Mein Arbeitskollege hat zuhause nie was abgeben müssen und konnte seine komplettes Einkommen verjubeln. Als er dann eine eigene Wohnung hatte begannen die finanziellen Proble da er nie gelernt hat was laufende Kosten sind.

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oldman2016 03.03.2019, 22:56
24. Konsum und Überschuldung

Ich glaube, auch die Jugend der früheren Generationen hatten Geldsorgen und Schulde. Vor der Handy- und Internetzeit haben junge Menschen für Führerschein und das erste eigene Auto Kredite aufgenommen. Die Überschuldungen waren aber nach meinem Empfingen geringer als heute. Vielleicht lag es daran, dass früher die Großeltern und oft auch noch die Eltern neben dem regulären Taschengeld Sparkonten bzw. Sparpläne für Kinder b und Lebensversicherungen zw. Enkel eingerichtet haben, oft mit dem Tag der Geburt. Früher gab es noch auch noch Zinsen die über die Inflationsrate lagen. Alles hängt mit allem zusammen. Und die langjährige Nullzinspolitik wird mindestens 20 Millionen Menschen in Deutschland in die absolute Armut treiben. Dann können sich die Poltitiker mit der Schwarzen Null in den öffentlichen Haushalten den Hintern abkratzen.....

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uhu_13 03.03.2019, 23:40
25. Dublin 4 einfuehren?

Konsumentenkredite sollte es gar nicht geben.
Der einzige Kredit den man "braucht", ist die Hypothek. Alles Andere zeugt von Unreife.
Auto Leasing ist eigentlich nur fuer Firmen und ansonsten gebraucht kaufen, so wie ich es mir leisten kann.

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trafozsatsfm 04.03.2019, 00:31
26. Alles nur Erziehungssache...

Als Lehrer bin ich geradezu schockiert darüber, wieviele Schüler, wenn es auf das Thema Taschengeld kommt, heutzutage sagen: "Ich kriege kein festes Taschengeld; wenn ich Geld brauche, frage ich meine Eltern, die geben mir das dann." Das gab es in meiner Teenagerzeit (in den 1980ern) nicht. All meine Freunde (und ich auch) bekamen einen festen Betrag, mit dem sie dann auskommen mussten, es sei denn, Oma ließ mal was extra springen. Aber grundsätzlich mussten wir immer mit einem klar definierten Budget auskommen. So lernte man Haushalten. Außerdem hätte ich überhaupt keine Lust gehabt, meinen Eltern gegenüber zu rechtfertigen, wofür ich jetzt gerade Geld brauche!
Gerade auch, weil ich mir bei größeren Ausgaben immer das Gerede meiner Mutter anhören musste: "War das jetzt wirklich nötig, das Geld für XYZ auszugeben?" Meine Antwort war dann immer: "Ja, habe ich ja von meinem Geld bezahlt!"
Ich gebe aber trotzdem zu, dass sich manchmal Mamas leise Stimme ("Ist das jetzt wirklich nötig...?") immer noch in meinem Kopf meldet und mich schon das eine oder andere Mal vor unnötigen Ausgaben bewahrt hat... ;)
Und meine Mutter, auch wenn sie eine alleinerziehende Geringverdienerin gewesen wäre (was sie nicht war), hätte sich niemals von mir ein Smartphone schenken lassen, ohne nachzufragen, wie ich das eigentlich bezahlen kann... Wenn die Eltern nicht mit Geld umgehen können, wie sollen es dann die Kinder lernen?

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bluebill 04.03.2019, 00:48
27. So geht Kapitalismua

Ich weiß nicht, wo das Problem liegen soll. In unserer kapitalistischen Welt werden wir von klein auf systematisch zum Konsum auf Pump erzogen. Das ist gut für den Handel, die Produktion und die Finanzindustrie. Wir Menschen sind nun mal verführbar, wenn man uns suggeriert, dass der Erwerb von Statussymbolen und Konsum bestimmter Dinge zu Glück undsozialer Anerkennung führen. Wir werden genusssüchtig geboren, das bedient der Kapitalismus. Nicht alle sind Schwaben.

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harronal 04.03.2019, 01:12
28. Wer..

Zitat von Kanalysiert
Überall wird den jungen Leuten Konsum für das angeblich tollere Leben und Wachstum um die Ohren geblasen und dann wundert man sich, wenn sie es tun? Hohle Selfieorgien zur Selbstdarstellung taugen oft nur mit den entsprechend teuren Accessoires im Bild, das dufte Leben und Parties, Reisen und die berühmte gesellschaftliche Teilhabe sind nun mal nicht für lau zu haben. Will man sich mit den immer knauserigeren Gehältern als Teil der Gesellschaft fühlen, hat man eigentlich keine Chance. Wer jung ist, möchte Spaß haben und am Leben teilnehmen, das hat wenig mit Moral zu tun - vielmehr mit der Gesellschaft, in der wir leben und was tagtäglich auf allen (medialen) Kanälen als vermeintliches Lebensideal angetrötet wird.
..das als Lebensgrundlage versteht, "was tagtäglich auf allen (medialen) Kanälen als vermeintliches Lebensideal angetrötet wird", hat generell andere Probleme als die "unbefleckte Konsumorientierung".

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drsamatha 04.03.2019, 01:58
29. Nicht erwähnt sind auch

ganz normale Studenten, die von zu Hause keine Unterstützung erhalten und die sich scheuen die Eltern zu verklagen. Eine Hemmschwelle die nachvollziehbar ist, häufig sind die Eltern zerstritten, geschieden oder sonstwie einfach nur mit einer komischen Moral ausgestattet, um nicht zu sagen gestört. Aufgrund des rechnerischen Einkommens der Eltern haben die Kinder dann keinen Bafög-Anspruch und finanzieren ihr Studium über Bank-Kredite, die m.E. in dem Bereich völlig verantwortungslos vergeben werden. Leider sind mir beruflich bedingt schon mehrfach diese Fälle begegnet.
Wie soll man dann später mit einem Studium in einem Fach wie Literaturwissenschaft, Anglistik, Kunstgeschichte o.ä. später denn die Raten bezahlen? Meine Beobachtung ist, dass es sehr häufig Kinder aus nicht-akademischen Haushalten sind, denen so ein Schicksal widerfährt. Die sich schon in der Wahl des Studiums für ein rein neigungsorientiertes Fach entscheiden ohne zu sehen (wie denn auch?) dass das in den meisten Fällen in schlecht bezahlten befristeten Stellen endet, häufig als Praktikum etc. Und dann hat man erst mal 30.000,- € Schulden am Hals und hat eigentlich nichts falsch gemacht, ausser einfach nur zu studieren. Der psychische Druck, der insbesondere gegen Ende des Studiums auf diesen Menschen lastet, ist enorm.

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