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Viele Abbrecher: So schaffen Mathe-Studenten das Studium
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Sie sind in Unternehmen heiß begehrt, ihre Berufsaussichten sind ausgezeichnet - und trotzdem schmeißen vier von fünf Mathematik-Studenten hin. Am höchsten ist die Abbrecherquote im ersten Semester. Fünf Tipps für Studienanfänger.

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mara94 12.01.2014, 09:26
1. verständlich

also ich habe auch im oktober mit mathe (lehramt) angefangen und bereits abgebrochen! lange wollte ich mir das nicht eingestehen und es weiter versuchen, aber die aufgaben ließen mich wirklich verzweifeln. es gab keinen Tag mehr, an dem man ansatzweise gute Laune hatte und nicht von mathe verfolgt wurde! und ich muss sagen, dass ich mich gut selbst organisieren kann und diazipliniert bin! und der vorschlag mit den vorkursen ist ein witz. viele studenten haben nunmal erst ab dem 1.10 eine wohnung, hier war der vorkurs weit vorher und jeden tag 4 stunden pendeln ist wohl unmöglich! zitat meines matheprofessors: "wer jeden tag auch nur eine halbe stunde fernseh guckt, verliert wöchentlich 3,5 wichtige stunden für mathe" ich bin froh, dass es vorbei ist!

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eile15 12.01.2014, 09:36
2. Naja...

Ich habe mir den Scheiß auch zwei Semester gegeben.
Ich fand es sehr schade, dass die Profs sich schon auf das Aussieben freuten und auch offen damit gedroht haben/ entmutigt haben.
Alleine sind drei Übungszettel in der Woche am Anfang kaum zu schaffen. Leider sind viele Mathestudenten wenig daran interessiert, die Aufgaben im Team zu lösen, und man ist sehr auf sich allein gestellt - aber man hat eben keine Zeit!
Die Vorkurse waren ein Witz. Es wurde alles nur angerissen und sie haben kaum auf die übliche Arbeitsweise vorbereitet.
Ich war einfach unglaublich unglücklich, überfordert doch vor allem war ich sehr einsam.
Ich bin sehr kontaktfreudig, deswegen liegt es mir nicht, Aufgaben alleine in meinem stillen Kämmerlein zu lösen. Außerdem gab es an der Uni keine Hilfsangebote.
Es würden sicher mehr Leute durchhalten, wenn daran Interesse bestünde, den Studenten den Druck zu nehmen, wenn es mehr Hilfsangebote im ersten Jahr gäbe und wenn alles sozialer zuginge.
Aber daran besteht kein Interesse. Das Mathestudium überleben eben nur bestimmte Typen. Das sind die Typen, die man haben möchte.

Ich habe mittlerweile einen anderen Studiengang sehr erfolgreich abgeschlossen. Meine Entscheidung zu wechseln war richtig. Dennoch würde ich mir wünschen, dass es anderen Erstis besser ergehen würde.

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Hebbe29 12.01.2014, 09:55
3. Praxisbezug

Wenn man Vorlesungen an deutschen Unis mit jenen am amerikanischen vergleicht fällt vorallem auf, dass der Abstraktionsgrad in D besonders hoch ist. Das sieht zwar wissenschaftlicher aus, aber man fragt sich bald, wofür das alles notwendig ist. Als ehemaliger Student möchte ich vielen Profs empfehlen, in Vorlesungen und besonders in Seminaren mehr Praxisbezug herzustellen. Und das gilt nicht nur für Mathematik!

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forscher56 12.01.2014, 10:02
4. Respekt vor den Abbrechern.

Resümee aus meiner Studienzeit: Mathe-Studenten unterteilen sich in 3 Gruppen: "Gut und sehr gut", "Mittelmäßig, aber intelligent genug, dies zu erkennen und abzubrechen", "Völlig unbegabt, aber unfähig, dies zu erkennen". Letztere glauben bis zu ihrer Zwangsexmatrikulation, dass sie einfach nur schlechte Professoren erwischt haben.

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ongduc 12.01.2014, 10:07
5. Da gibt es Alternativen

Zitat von Hebbe29
Wenn man Vorlesungen an deutschen Unis mit jenen am amerikanischen vergleicht fällt vorallem auf, dass der Abstraktionsgrad in D besonders hoch ist. Das sieht zwar wissenschaftlicher aus, aber man fragt sich bald, wofür das alles notwendig ist. Als ehemaliger Student möchte ich vielen Profs empfehlen, in Vorlesungen und besonders in Seminaren mehr Praxisbezug herzustellen. Und das gilt nicht nur für Mathematik!
Machen Sie eben ein Duales Studium oder eine Berufsausbildung. In der Praxis werden Sie in den seltensten Fällen Aufgaben mit einem einigermaßen anspruchsvollen akademischen Niveau bekommen. Akademische Grade bekommt man aber für akademische Leistungen und nicht dafür, dass man irgendwelche simplen Dinge aus der Praxis löst. So ist das eben.

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kenterziege 12.01.2014, 10:14
6. Das Mathe schwierig ist....

Zitat von sysop
Sie sind in Unternehmen heiß begehrt, ihre Berufsaussichten sind ausgezeichnet - und trotzdem schmeißen vier von fünf Mathematik-Studenten hin. Am höchsten ist die Abbrecherquote im ersten Semester. Fünf Tipps für Studienanfänger.
....bezweifelt niemand. Die hier gegebenen Tips gelten doch grundsätzlich für viele Fächer. Der Unterschied ist nur, dass in den Laberfächern ohne Sinn und Verstand auswendig gelernt wird. Ist der Stoff klausurrelevant? Ist die häufigst gestellte Frage. Mathe kann man eben nicht auswendig lernen. Und ob jemand genügend "graue und gut verdrahtete Zellen" im Kopf hat um die Abstraktion zu leisten, sollte man schon im Gymnasium herausbekommen haben. Ich bin zwar nur ein kleiner Dipl.-Ing. aber bei uns wurden auch 60% der Anfänger über Mathe herausgeprüft und nach Haus geschickt. Letztendlich sind viele Fächer heute völlig mathematisiert. Als es noch keine Computer gab, war das auch erforderlich. Meinem Kopf hat das sehr gut getan, dass man sich in Aerodynamik und Festigkeitslehre mindestens 6 Semester intensiv mit Mathe auseinandersetzen musste. Am Anfang ist es schwer, aber dann macht es Spass!

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gustavsche 12.01.2014, 10:14
7. Man kann sich nicht durchmogeln

und mit Geschwätz imponieren. Das ist an Mathematik und anderen MINT-Fächern so schön.

Ich habe zwar Informatik studiert, aber der Mathematikteil hat mir großen Spaß gemacht und der dürfte einiges höher im Niveau sein als das bisschen Mathematik, was ein BWLer so kennenlernt.

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MartinS. 12.01.2014, 10:18
8. ...

Zitat von forscher56
Resümee aus meiner Studienzeit: Mathe-Studenten unterteilen sich in 3 Gruppen: "Gut und sehr gut", "Mittelmäßig, aber intelligent genug, dies zu erkennen und abzubrechen", "Völlig unbegabt, aber unfähig, dies zu erkennen". Letztere glauben bis zu ihrer Zwangsexmatrikulation, dass sie einfach nur schlechte Professoren erwischt haben.
Wichtigste Regel im Studium: Wenns schiefläuft, war der Prof schlecht!

Ja, es gibt natürlich immer die Ausnahmefälle... die einen sind so gut, dass man sie sich für jedes Fach wünschen würde, und andere schaffen es einfach nicht, irgendwas zu vermitteln.
Insbesondere, wenn ein Fach von einem neuen Prof übernommen wird, muss sich das alles halt erst einspielen. (und diese Situation hat wohl jeder im Studium das eine oder andere Mal zu bewältigen)

Bringt aber alles nichts - im Endeffekt liegt es immer an einem selbst. Wenns irgendwo kriselt, dann muss man das zum einen selbst erkennen, dass man spätestens zur Prüfung Schwierigkeiten geben wird, und zum anderen muss man halt auch selbst die Initiative ergreifen und zusehen, dass man sich den Kram eben auf anderem Wege aneignet.

Ich kann zum Glück sagen, dass unser Mathe-Prof einsame Spitze war. Halt auch kein Mathe-Studium, sondern "nur" Maschinenbau, aber der gute Mann hatte schlichtweg eine großartige Art, den Stoff zu vermitteln.
(dafür hatten wir dann in Regelungstechnik.... ohjehohjeh - ich habe mit Sicherheit für kein Fach mehr gemacht... mehr machen MÜSSEN)

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kenterziege 12.01.2014, 10:19
9. Usa

Zitat von Hebbe29
Wenn man Vorlesungen an deutschen Unis mit jenen am amerikanischen vergleicht fällt vorallem auf, dass der Abstraktionsgrad in D besonders hoch ist. Das sieht zwar wissenschaftlicher aus, aber man fragt sich bald, wofür das alles notwendig ist. Als ehemaliger Student möchte ich vielen Profs empfehlen, in Vorlesungen und besonders in Seminaren mehr Praxisbezug herzustellen. Und das gilt nicht nur für Mathematik!
Hören Sie bloß mit den USA auf: Da wird den lieben Kleinen so richtig einfach gemacht. Ich habe Jahrzehnte lange Erfahrung mit deutschen Studenten, die dort ihren Bachelor gemacht haben. Das waren intellektuell Lachnummern, die die zu bestehen hatten. Wer für die Uni in Sport gut ist, darf auch weiter studieren....
Aber inzwischen nähern wir uns mit einer Studienquote von 40% diesen Flachmännern an! Man macht eben ohne Mogelei aus einem Kaktus keine Lilie!

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