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Viele Abbrecher: So schaffen Mathe-Studenten das Studium
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Sie sind in Unternehmen heiß begehrt, ihre Berufsaussichten sind ausgezeichnet - und trotzdem schmeißen vier von fünf Mathematik-Studenten hin. Am höchsten ist die Abbrecherquote im ersten Semester. Fünf Tipps für Studienanfänger.

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kanzler.11 12.01.2014, 15:08
90. Waren es nicht

die ach so gescheiten Mathematiker, die sich hier alle brüsten, die mit den von ihnen entwickelten Finanzmarktprodukten, die Welt an den Rand des Abgrunds geführt haben?

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dr.jennings 12.01.2014, 15:10
91. Andere Menschen, andere Erfahrungen

Zitat von dr.haus
Die Arroganz der Mathe-Prof`s ist sprichwörtlich.Sie werden ja auch nicht am Erfolg gemessen.Erfolg,wievielen sie ihre Fachakrobatik vermitteln können.Stattdessen freuen sie sich diabolisch über Studienabbrecher ohne Rücksicht auf deren Vernichtungsgefühl. Man kann die Mathematik auch plausibel vermitteln ,dies widerspräche aber der Pseudoelite "Matheprof".Kein Wunder dann,dass die Mathefachschaften vielfach ins linke Milieu abdriften,das Auffangbecken für gescheiterte Mathestudenten.
Ich habe genau das Gegenteil erfahren. Überhebliche Professoren gabs nicht, hätte ja im Erstsemester auch ein Student sitzen können, dem man in Bezug aufs mathematische Verständnis nicht das Wasser reichen konnte (ja, das kommt vor).

Was allerdings vorkam, was Unverständnis der Professoren gegenüber schlechten Leistungen. Falsch war eben falsch und nicht "fast richtig". Aber darum gehts in der Mathematik auch. Falsch ist falsch: Punkt. Das das eine oder andere Sensibelchen damit nicht umgehen kann, ist klar. Vor allem nach Schul-Jahren von "der Finn-Ludwig weiss das alles", kann es aber nicht immer abrufen..

Ich habe nie von einem Mathe-Professor gehört, der sich diabolisch über einen Studienabbrecher gefreut hat. Allerdings kam der eine oder andere geplättet aus einer mündlichen Prüfung raus, ob des Mangels an didaktischem Einfühlungsvermögens seines Professors, weil man sich nur mal bei den zentralen Definitionen heillos verhedderte..

Dr. Jennings

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villageatheist 12.01.2014, 15:19
92. Mitschriften

Was ich in D schlimm finde ist das Abkritzeln der Tafelbilder. Ich war meist mit abschreiben beschaeftigt und konnte nicht noch nachdenken, worum es inhaltlich geht. In den USA z.B. gibt es exzellente Lehrbuecher, nach denen vorgegangen wird. Da kann man spaeter in Ruhe nachlesen. Das ginge in D auch, aber ich meine es wird aus 2 Gruenden nicht gemacht: 1) Es sieht aus als ob es sich der Professor leicht macht -der will aber zeigen wie unentbehrlich er ist 2) keiner geht mehr zur Vorlesung

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loma 12.01.2014, 15:21
93. Frage der Eignung

"Man kann nicht alles mit Fleiß ausgleichen, ein gewisses Talent gehört dazu." Das bringt es auf den Punkt. Es macht z.B. wenig Sinn Musik studieren zu wollen, wenn man kein Instrument spielen, oder Noten lesen kann. Man sollte das Fach studieren, in dem man gut ist und wofür man sich begeistern kann. Die Qualität der Profs, Studienaufbau, usw. ist eine andere Frage, das sollte aber nicht als Ausrede für mangelnde Eignung gelten.

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dr.jennings 12.01.2014, 15:31
94. Sehr guter Vorschlag

Zitat von ehsehs
Vorschlag: Den Dualismus Fachhochschulen / Universitäten beseitigen und dafür ein einzige Hochschulart mit einem modularen Studium einrichten mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad, verbunden mit qualifizierenden, für die Industrie verwertbaren Stufenabschlüssen, z. B. einen Diplom-Ingenieur ersten Grades, zweiten Grades, dritten Grades usw. Auf diese Art würden weniger Ressourcen wie Steuergelder und Lebenszeit der Studenten verschwendet. Für Überholer wären entsprechende Möglichkeiten einzurichten.
Bin ich dann, wenn ich gerade einen Computer Ab- und Anschalten kann, wenigstens Informatiker vom Grade 0, solche Leute braucht man in der Wirtschaft doch auch (und ich treffe von den Typen eine ganze Menge bei der IT Hotline).

Das Scheitern gehört zum Leben. Ich wollte kein Studium absolvieren, wo der Erfolg garantiert ist. Und über solche Leute, die behaupten an einer Berufsakademie "Informatik" oder "Jura" studiert haben, kann man nur schmunzeln (im Prinzip gilt: Informatik = Mathematik, das kann man als Edel-Azubi niemals auch nur annähernd abdecken). Wer Mathe I und Mathe II nicht übersteht, ist eben kein Ingenieur (es gäbe ja uch den Weg einer Techniker-Ausbildung). Nicht verwässern, sondern durch Qualitätssicherung aufwerten, das ist meines Erachtens der richtige Weg. Der Begriff Akademiker ist doch der reinste Edikettenschwindel. Der Anteil von Leistungsträgern, hat sich doch gar nicht in der Bevölkerung geändert: Vor 50 Jahre, waren diese Leute und die Absolventen von Universitäten in etwa deckungsgleich. Heutzutage stellen die Leistungsträger, die immer noch überwiegend studieren, nur noch eine kleine Teilmenge aller "Akademiker". Die meisten Akademiker rekrutieren sich heute aus dem gesamzen Bevölkerungsgefüge, und da gibts halt solche und solche. Ganz überwiegend eher so lala..

Ich habe US-Aktuare kennengelernt, die für drei Messwerte einen Chi²-Test durchgeführt haben. So eine "Fachleistung" braucht niemand.

Dr. Jennings

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dr.jennings 12.01.2014, 15:36
95. Hirnforschung

Zitat von villageatheist
Was ich in D schlimm finde ist das Abkritzeln der Tafelbilder. Ich war meist mit abschreiben beschaeftigt und konnte nicht noch nachdenken, worum es inhaltlich geht. In den USA z.B. gibt es exzellente Lehrbuecher, nach denen vorgegangen wird. Da kann man spaeter in Ruhe nachlesen. Das ginge in D auch, aber ich meine es wird aus 2 Gruenden nicht gemacht: 1) Es sieht aus als ob es sich der Professor leicht macht -der will aber zeigen wie unentbehrlich er ist 2) keiner geht mehr zur Vorlesung
Die Hirnforschung spricht eine deutliche Sprache: Abschreiben ist besser als Lesen. Ich habe für jede einzelne Matheprüfung sicherlich an die 200 Seiten an Definitionen, Sätzen und Beweisen immer und immer wieder geschrieben und ja zu anfangs auch abgeschrieben.

Die Erfahrung zeigte bei uns, wer nur aus kopierten Skripten lernte, hatte schon verloren..

Dr. Jennings

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TS_Alien 12.01.2014, 15:45
96. .

Zitat von dr.jennings
Die Voraussetzungen sind immer zu Prüfen und dabei ist jedes Detail von entscheidender Bedeutung. Ein Mathematiker, der über die Annahmen nicht sorgfältig nachdenkt, kann keine vernünftige Mathematik betreiben. Es ist einer mathematischen Beweisführung nie etwas zuviel da, sondern nur das, was unbedingt gebraucht wird. Eine kleine Ungenauigkeit, und das ganze abgeleitet Ergebnis wird wertlos. Also genau das Gegenteil von dem was Sie raten ist richtig, je mehr man sich über die zugegebenermaßen oftmals unverständlichen Voraussetzung Gedanken macht, desto besser versteht man die Beweisführung und das Zustandekommen der Ergebnisse. Sorry, aber Ihre Schlussfolgerung ist für mich vollkommen absurd, ich kann mir beim Besten Willen nicht vorstellen, das man als Mathematiker so einen grotesken Rat geben kann. Dr. Jennings

Wichtig ist doch zu wissen, was das Ergebnis bedeutet. Und da kann bereits bei den Annahmen die Weiche gestellt werden, ob es überhaupt eine Bedeutung hat.

Nehmen wir das Modell der Turingmaschine. Da kann man viel beweisen. In vielen dieser Beweise wird die Eigenschaft des unendlichen Bandes als Beweisschritt sehr wichtig (der Beweisschritt ist sonst in dieser Form gar nicht möglich). Obwohl es eigentlich nur dafür gedacht gewesen ist, die Aussagekraft des Modells nicht an einem zu geringen Speicherplatz scheitern zu lassen.

Sobald man im Beweis das unendliche Band zwingend benötigt, kann man die Aussage nicht mehr bzw. nicht mehr automatisch auf einen realen Rechner übertragen.

Der Satz von Rice gilt für Turingmaschinen. Für reale Rechner gilt er nicht. Für zwei Funktionen, die auf einem realen Rechner laufen, kann sehr wohl entschieden werden, ob diese Funktionen äquivalent sind. Es kann nur ein wenig dauern. Aber die Zeit spielt in diesem Fall keine Rolle.

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dr.jennings 12.01.2014, 15:46
97. Naja

Zitat von gegenpressing
Ohne Mathematiker, die meinten schlauer als der Markt zu sein wahrscheinlich auch nicht... Viele, viele der bösen Jungs in London und New York sind Mathematiker. Und sogar richtig gute!
Glauben Sie mir, wenn die Mechanismen an den Finanzmärkten durch Mathematik vollständig erfasst werden könnten, gäbe es überhaupt keine Finanzmärkte.

Dr. Jennings

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rolf.piper 12.01.2014, 15:53
98. Mathe war Lieblingsfach der Schüler

im Osten, beinahe hätte ich geglaubt, jetzt kommt eine Würdigung des Schulsystems des Unrechtsstaates. Aber nein der Osten war noch viel östlicher!
Mathematiklehrer waren bestens methodisch und didaktisch ausgebildet, sie waren nicht Blinddarm des Philologenverbandes. Ebenso waren Physik und Chemie hoch angesehen. Grundlage aller Erkenntnisse ist der Vergleich! Nichts anderes! Da jeder Vergleich in der Bundesrepublik auf Neiddebatte reduziert wird, bleibt die Denkarbeit unterentwickelt.
Studenten nahezu aller technischen Fachbereiche müssen "im Osten" Vorlaufsemester belegen, um die Rückstände im math.-naturwissenschaftlichen Wissensbereich zu beseitigen. Und wenn hier davon gesprochen wird, dass "akademisches Niveau" nichts mit Praxisbezogenheit zu tun hat, dann ist es genau diese Einstellung gegen das Fach Mathematik, die die jetzigen Schwierigkeiten verursacht!

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xelox123 12.01.2014, 15:55
99.

Die meisten Vorlesungen sind didaktisch einfach nur eine Katastrophe und ein Schlag ins Gesicht. Einfachste Sachverhalte werden umständlich beschrieben, sei es aus Faulheit oder aus Angst das eigene Ansehen nicht zu gefährden. Auch um viele "Lehrbücher" ist es nicht besser bestellt. Was zählt ist die Seitenanzahl, darum wird um das Wesentliche ein komplexes Bollwerk errichtet. Eine kleines Büchlein wäre ja nicht "akademisch" genug... Also das gleiche Spiel wie in der Finanzwelt.

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