Forum: Leben und Lernen
Viele Abbrecher: So schaffen Mathe-Studenten das Studium
DPA

Sie sind in Unternehmen heiß begehrt, ihre Berufsaussichten sind ausgezeichnet - und trotzdem schmeißen vier von fünf Mathematik-Studenten hin. Am höchsten ist die Abbrecherquote im ersten Semester. Fünf Tipps für Studienanfänger.

Seite 2 von 29
SasX 12.01.2014, 10:22
10.

Zitat von sysop
Zeit nehmen: Wie viele Stunden im ersten Semester zum Studieren ideal sind, lässt sich schwer sagen. Der eine löst die Aufgaben auf einem Übungszettel in zwei Stunden, der andere brauche dafür eine Woche. 25 Stunden pro Woche sollten Studenten mindestens investieren.[/url]
Das ist niedlich. Als ich an der Humboldt-Uni studiert habe, sagte man uns dort: "Wir gehen davon aus, dass Sie sich 12 Stunden täglich mit Mathematik beschäftigen." :)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
anschewski 12.01.2014, 10:23
11. Diese Tipps passen überall

Der Artikel sagt: Sei fleißig, diszipliniert, organisiert und halte durch. Das passt auf fast jedes Projekt im Leben, insbesondere jedes Studium.

Man müsste genauer wissen, warum gerade in Mathematik so viele abbrechen. Nach meiner Erkenntnis spielt die Andersartigkeit der Mathematik an der Hochschule eine wesentliche Rolle. Kein Rechnen, dafür Beweisen. Keine Zahlen, dafür Buchstaben. Keine Anwendung, dafür Theorie. Dazu ist die Sprache abstrakt und exakt.
Ich glaube dass sehr vielen Erstsemestern die passenden Lernstrategien fehlen um damit klar zu kommen. DAS wäre ein spannender Punkt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gustavsche 12.01.2014, 10:23
12.

Zitat von eile15
Ich habe mir den Scheiß auch zwei Semester gegeben. Ich fand es sehr schade, dass die Profs sich schon auf das Aussieben freuten und auch offen damit gedroht haben/ entmutigt haben. Alleine sind drei Übungszettel in der Woche am Anfang kaum zu schaffen. Leider sind viele Mathestudenten wenig daran interessiert, die Aufgaben im Team zu lösen, und man ist sehr auf sich allein gestellt - aber man hat eben keine Zeit!
Mathematik ist für Einzelkämpfer.


Zitat von
Es würden sicher mehr Leute durchhalten, wenn daran Interesse bestünde, den Studenten den Druck zu nehmen, wenn es mehr Hilfsangebote im ersten Jahr gäbe und wenn alles sozialer zuginge. Aber daran besteht kein Interesse. Das Mathestudium überleben eben nur bestimmte Typen. Das sind die Typen, die man haben möchte.
Es sind die Typen, die es drauf haben. Wer schon in der Schule Mathematik sehr mochte und erkannte, dass er es drauf hat, wird auch Mathematik studieren können. Wer aber Mathematik in der Schule hasste, sich allenfalls durchmogelte mit Auswendiglernen von Lösungswegen, der wird im Mathematik scheitern.

Ein Mathematikstudium ist nicht unsozial, sondern niveauvoll. Ich habe als Informatikstudent viele andere Studenten an der Mathematik scheitern sehen. Die dachte, Informatik sei ein bisschen Flash-Programmierung. So blauäugig darf man nicht sein. Bei manchen Studenten hat man den Eindruck, dass sie wie diese Jugendlichen sind, die bei Bohlen vorsingen, obwohl sie nicht einen Ton treffen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kenterziege 12.01.2014, 10:24
13. Was Sie sagen ist richtig...

Zitat von ongduc
Machen Sie eben ein Duales Studium oder eine Berufsausbildung. In der Praxis werden Sie in den seltensten Fällen Aufgaben mit einem einigermaßen anspruchsvollen akademischen Niveau bekommen. Akademische Grade bekommt man aber für akademische Leistungen und nicht dafür, dass man irgendwelche simplen Dinge aus der Praxis löst. So ist das eben.
....aber es ist inzwischen schon fast politisch inkorrekt! So weit sind wir schon. Unser Prof sagte zu uns Ingenieurstudenten immer: Falls es hier nicht klappt, gehen Sie in die Medizin ( es gab noch keinen NC) , Ihre Erfolge bescheint die Sonne, Ihre Misserfolge bedeckt der Rasen! So einfach waren die Sprüche schon damals , mit denen man seine miesen Leistungen quittiert bekam! Heute laufen zu viele Sensibelchen durch die Uni!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
angularm 12.01.2014, 10:25
14. ?

Zitat von Hebbe29
Wenn man Vorlesungen an deutschen Unis mit jenen am amerikanischen vergleicht fällt vorallem auf, dass der Abstraktionsgrad in D besonders hoch ist. Das sieht zwar wissenschaftlicher aus, aber man fragt sich bald, wofür das alles notwendig ist. Als ehemaliger Student möchte ich vielen Profs empfehlen, in Vorlesungen und besonders in Seminaren mehr Praxisbezug herzustellen. Und das gilt nicht nur für Mathematik!
Das stimmt vielleicht für andere Studiengänge.

Gerade in der Mathematik ist aber großes Abstraktionsvermögen gefragt. Wenn man gerne praxisbezogen lernen und arbeiten will, dann sollte man sich einen anderen Studiengang suchen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Blindleistungsträger 12.01.2014, 10:26
15. Wie wahr

ZITAT: "Gerade am Anfang des Studiums brauchen Mathe-Studenten eine hohe Frustrationstoleranz. Mathematik an der Universität unterscheidet sich stark von der in der Schule, erklärt Kramer. ... Oft werde an Schulen ein unvollständiges Bild von Mathematik vermittelt, das sich nur auf das Richtig und Falsch beim Lösen von Aufgaben beschränke. Die Mathematik-Vorlesungen sind um einiges komplexer." Das kann man garnicht deutlich genug sagen. Und das gilt auch für die technischen Studiengänge, die meist sehr mathelastig sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gustavsche 12.01.2014, 10:27
16.

Zitat von Hebbe29
Wenn man Vorlesungen an deutschen Unis mit jenen am amerikanischen vergleicht fällt vorallem auf, dass der Abstraktionsgrad in D besonders hoch ist. Das sieht zwar wissenschaftlicher aus, aber man fragt sich bald, wofür das alles notwendig ist. Als ehemaliger Student möchte ich vielen Profs empfehlen, in Vorlesungen und besonders in Seminaren mehr Praxisbezug herzustellen. Und das gilt nicht nur für Mathematik!
Um Gottes Willen, bloß nicht, denn nur wenn man abstrahiert, fängt man an zu denken. Das Niveau sinkt unweigerlich, wenn man zu sehr die Praxis oder ein bestimmtes Anwendungsgebiet in den Vordergrund rückt.

Meine ehemalige Fakultät wird gerade runtergewirtschaftet, indem man Masterstudiengänge für Automotive anbietet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Matthias Künzer 12.01.2014, 10:29
17. Wie man alles besser machen könnte

Zitat von Hebbe29
Als ehemaliger Student möchte ich vielen Profs empfehlen, in Vorlesungen und besonders in Seminaren mehr Praxisbezug herzustellen. Und das gilt nicht nur für Mathematik!
Wenn wir in Vorlesungen Praxisbezug herstellen, erkennen die Studenten, daß das nicht klausurrelevant ist, und reagieren entsprechend. Wenn wir in Klausuren Praxisbezug herstellen, dann scheitern viele Studenten daran, den Bezug zu den gelernten Rechenrezepten zu sehen, und es endet insgesamt im Fiasko.

Zitat von Artikel
Doch auch Litz weiß, daß viele in ihrem Studienfach scheitern. "Man kann nicht alles mit Fleiß ausgleichen, ein gewisses Talent gehört dazu."
Im Fach Mathematik selbst mag das so sein. Aber in der Ingenieurmathematik kann man Defizite im Talent schon mit Fleiß ausgleichen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
korox 12.01.2014, 10:30
18.

Zitat von sysop
Sie sind in Unternehmen heiß begehrt, ihre Berufsaussichten sind ausgezeichnet - und trotzdem schmeißen vier von fünf Mathematik-Studenten hin. Am höchsten ist die Abbrecherquote im ersten Semester. Fünf Tipps für Studienanfänger.
Die Tipps sind schon gut, aber es kommt wohl auch sehr auf die Begabung und die frühe Beschäftigung mit der Materie an. Spätes Interesse rächt sich und eigentlich können dort nur Hochbegabte erfolgreich bestehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hebbe29 12.01.2014, 10:30
19. Aber.....

Zitat von ongduc
Machen Sie eben ein Duales Studium oder eine Berufsausbildung. In der Praxis werden Sie in den seltensten Fällen Aufgaben mit einem einigermaßen anspruchsvollen akademischen Niveau bekommen. Akademische Grade bekommt man aber für akademische Leistungen und nicht dafür, dass man irgendwelche simplen Dinge aus der Praxis löst. So ist das eben.
Nicht jeder will den Satz des Fermat beweisen! Aber jeder benötigt bei seinem Studium (Elektrotechnik vor 40 Jahren) Mathematik und hat sie in der Praxis anzuwenden. Ohne diesen Abschluss ist ein Student von allen technischen Berufen ausgeschlossen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 29