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Viele Abbrecher: So schaffen Mathe-Studenten das Studium
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Sie sind in Unternehmen heiß begehrt, ihre Berufsaussichten sind ausgezeichnet - und trotzdem schmeißen vier von fünf Mathematik-Studenten hin. Am höchsten ist die Abbrecherquote im ersten Semester. Fünf Tipps für Studienanfänger.

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irritation 12.01.2014, 10:53
30.

Zitat von gustavsche
Mathematik ist für Einzelkämpfer.
Das gilt nur für die Top 5%. Aus meiner Erfahrung (Ich habe das mal zu Ende studiert, ist nocht nicht mal so lange her): Die 5 Tipps sind gut, man muss nur mehr Zeit pro Woche investieren. Was fehlt ist der wichtigste Tipp: Nachdem man sich mit dem Aufgaben und Vorlesungsinhalten beschäfftigt hat ist der Austausch mit anderen Studenten und die Zusammenarbeit essentiel. Die gemeinsame Arbeit an den Aufgaben hilft an den Stellen an denen man selbst Schwierigkeiten hat kann ein anderer helfen. An den Stellen an denen man selbst schon eine Lösung hat kann man anderen helfen.

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Ratzbär 12.01.2014, 10:56
31. Sinn

Zitat von gustavsche
und mit Geschwätz imponieren. Das ist an Mathematik und anderen MINT-Fächern so schön. Ich habe zwar Informatik studiert, aber der Mathematikteil hat mir großen Spaß gemacht und der dürfte einiges höher im Niveau sein als das bisschen Mathematik, was ein BWLer so kennenlernt.
Wozu sollte ein BWLer mehr Mathematik machen? Ich fand die notwendige Mathematik (u. a. Infinitesimalrechnung, Matrizen- und Vektorrechnung sowie lineare Optimierung) vollkommen ausreichend für die Zwecke der BWL. Und nun?

Ich finde ja auch, dass wirtschaftliche Zusammenhänge in meinem Studium um einiges anspruchsvoller waren als das bißchen BWL, was die MINT-Leute so machen... ;-)

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arimahn 12.01.2014, 10:56
32.

Zitat von kenterziege
Der Unterschied ist nur, dass in den Laberfächern ohne Sinn und Verstand auswendig gelernt wird. !
Das passiert in Mathematik auch, glauben Sie mir. Genug Klausuren gesehen bei denen die Leute nicht in der Lage waren zu abstrahieren. Formeln auswendig kennen und anwenden reicht leider oft, dank der Fachbereichspolitik.

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ijf 12.01.2014, 10:58
33. schulische ausbildung...

Zitat @anschewski: "die Andersartigkeit der Mathematik an der Hochschule eine wesentliche Rolle. Kein Rechnen, dafür Beweisen. Keine Zahlen, dafür Buchstaben. Keine Anwendung, dafür Theorie. Dazu ist die Sprache abstrakt und exakt." Zitat Ende. Da faellt mir mein Schulwechsel Ende der Siebziger in der 8.Klasse von Leipzig = POS nach Nuernberg = erst Realschule, dann Gym (weil - "Zonenschule befaehigt ja keinesfall zum Gym.besuch nach bayrischer Schulamtslehre). Ich war entsetzt. In der POS hatten wir ab der 5.Klasse genau das gelernt und geübt "Kein Rechnen, dafür Beweisen. Keine Zahlen, dafür Buchstaben. Keine Anwendung, dafür Theorie. Dazu ist die Sprache abstrakt und exakt." In Nbg fand ich mich ploetzlich auf dem POS-Unterstufen-Niveau wieder... Von Termen oder math Beweisen hatten die Mtschueler noch nie gehoert, binaeres Rechnen hielten sie Teufelzeug, dass keiner braucht (in den anderen Faechern sah es genauso aus...) Mein Mathelehrer war begeistert, der gab mir "Nachhilfe", indem er Übungsmaterial bei Gym.kollegen besorgte, dass er nach dem Unterricht mit mir durchging, damit ich nicht vor Langeweile einschlafe... In den anderen Faechern sah es aehnlich aus... Mich wurede mal interessieren, wie viele Mathe-Ersties aus den neuen BLn wohl in den ersten Jahren nach der Wende abgebrochen haben - die Zahl war vermutlich signifikant niedriger als die heutige, da alle nur noch in den "Genuss" "westdeutscher" Schulausbildung kommen...

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Websingularität 12.01.2014, 11:00
34.

Zitat von sysop
Sie sind in Unternehmen heiß begehrt, ihre Berufsaussichten sind ausgezeichnet - und trotzdem schmeißen vier von fünf Mathematik-Studenten hin. Am höchsten ist die Abbrecherquote im ersten Semester. Fünf Tipps für Studienanfänger.
Talent ist vermittelbar!
Sogar Hunde kann man dressieren.
Die Durchschnittsintelligenz der meisten Menschen ist ausreichend das Mathestudium zu bewältigen.
Fast jeder der zur Spezies Mensch gehört, hat eine gewisse Abstraktionsfähigkeit die im Alltag vernachlässigt wird.
Dieses Potential das den Menschen evolutionär so erfolgreich machte, kann jeder trainieren, wie Fahrrad- oder Autofahren.
Jedoch halten sich Professoren für besonders klug, und machen sich kaum die Mühe präzises Denken zu vermitteln. Die haben einfach keine Lust in die Tiefe zu gehen. Hat ja mit Arbeit zu tun.
Die Einstellung der Studenten ist auch ein Problem.

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xelox123 12.01.2014, 11:03
35.

Jeder intelligente Mensch der logisch denken kann, kann ein Mathematikstudium erfolgreich absolvieren. Das eigentliche Problem ist das Lehrsystem an sich. Was gelehrt wird ist eine abstrakte Struktur aus der der tiefere Sinn erst viel später ersichtlich wird.

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whostalking 12.01.2014, 11:06
36. Hmm

Zitat von angularm
Die Schulmathematik bereitet einen sicherlich nur unzureichend auf ein Mathematikstudium vor, da die Konzentration darauf liegt, ein paar Schablonen zu lehren, mit denen man ganz bestimmte Probleme lösen kann. Man muss nun wirklich kein Genie sein, um ein Mathematikstudium erfolgreich abzuschließen, aber man muss eine Herangehensweise an Probleme erlernen, die sehr unterschiedlich ist von den gewohnten Techniken der Schulmathematik.
Mein Abi ist ja jetzt schon eine Weile her (Mitte 90er), aber wenn man damals Mathe und verwandtes studiert hat, hatte man vorher in der Abiturstufe i.d.R. den Mathe-Leistungskurs besucht und da waren Zahlen auch eher ein seltener Fokus, sondern beweisen und abstrahieren. Sollte das heute der Abi-Quote wegen nicht mehr so sein, dann ist offenbar das Problem schon beim Erwerb des Abiturs entstanden.

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Leserzuschrift 12.01.2014, 11:09
37.

Zitat von eile15
Alleine sind drei Übungszettel in der Woche am Anfang kaum zu schaffen. Leider sind viele Mathestudenten wenig daran interessiert, die Aufgaben im Team zu lösen, und man ist sehr auf sich allein gestellt - aber man hat eben keine Zeit! Aber daran besteht kein Interesse. Das Mathestudium überleben eben nur bestimmte Typen. Das sind die Typen, die man haben möchte.
Es tut mir leid, dass Sie schlechte Erfahrungen gemacht haben, ich finde Ihre Vorschläge aber dennoch sehr ungeeignet:

Für mich ist das Problem die Vorbereitung und Filterung der Studenten: Der Schulunterricht hat mit Mathe an der Uni sehr wenig zu tun, da man an der Schule selbst in Mathematik durch genug Fleiß mangelnde Eignung kompensieren kann. Meine eigenen Erfahrungen sind, dass - eventuell deshalb - viele Studenten sich an Mathe versuchen, die nicht dafür geeignet sind.

In Mathematik an der Uni geht es - spätestens in Topologie und Maßtheorie - darum, durch Tüfteln ein Problem zu verstehen und zu zerlegen und dabei nicht locker zu lassen und dadurch Verständnis zu erzielen. Das erfordert auch Fleiß. Die wesentlichen Aspekte sind aber durch Fleiß nicht kompensierbar.

Wer an dieser Art Aufgaben keinen Spaß hat ist m.E. nicht für ein Mathestudium geeignet und muss dann tatsächlich etwas anderes studieren. Umso wichtiger ist, dass diese Tätigkeiten zunächst nicht in der Gruppe bearbeitet werden, denn so würde man eventuell erst später verstehen, dass man sich nicht fürs Mathestudium eignet.

Schöner wäre natürlich, das noch vor dem Studium festzustellen und den Studenten diese Qual zu ersparen, aber wie?

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robeuten 12.01.2014, 11:09
38.

Zitat von kenterziege
...aber dann ist nichts mit Party machen. Und wenn man dann über Leistung später einen Job hat, bei dem locker ein Dienstwagen abspringt, dann heult die Masse auf und labert über subventionierte CO2- Schleudern herum. Wenn Studenten doch mal begreifen würden, dass sie in den eigenen Kopf investieren. Das klappt übrigens mit Grundlagenfächern am besten. Diese vielen "praxisnahen" Schmalspurstudien sind akademischer Lachnummern - und am Ende auch ohne Chancen in der Praxis, weil die inzwischen schon wieder weiter ist. Ein Beispiel für solche Verführungen, ist KRankenhaus-Management oder Wirtschaftsjura auf FH-Niveau. Entweder klassisch Jura oder BWL oder beides vollständig. Aber nicht diese vielen "anwendungsorientierte" Mogelpackungen!
Tja, Sie haben vollkommen recht, aber sind wohl aus der Zeit gefallen ;-) - heute kann man ja sogar schon "Migration" studieren!
Ich habe übrigens VIEL Party gemacht, aber dann doch die Kurve gekratzt - aber, das Wichtigste ist, etwas Vernünftiges zu studieren, und kein Laber-irgendwas-mit-Medien-Gedöns auf hauptamtlich Taxifahren...

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Ratzbär 12.01.2014, 11:11
39. Schule

Zitat von lorn order
Sie beschreiben einen traurigen Sachverhalt. Das Niveau im Mathematikunterricht ist in den letzten Jahrzehnten stetig abgesenkt worden. Es ist leider eine Tatsache, dass die Schüler nur noch rechnen müssen. Wenn schon "Buchstaben statt Zahlen" für Studenten ein Problem darstellt, dann fehlen die Grundlagen für ein Mathematikstudium. Wer in der Oberstufe keinen Beweis durchgeführt hat, tut sich an der Uni schwer. Es wird heute ja nicht einmal der Beweis durch vollständige Induktion an Hamburger Schulen gelehrt. Hamburger Oberstufenschüler müssen auch keine grundlegenden Begriffe wie Stetigkeit oder Folgen und Reihen mehr kennenlernen. Da bleibt letztlich die gesamte Infinitesimalrechnung unverständlich. ("Infini was????") Vor dreißig Jahren war mein Mathematik Leistungskurs immerhin so gut, dass mir erst im 4. Semester mit der Funktionentheorie Themen aufgetischt wurden, von denen ich zuvor noch nichts gehört hatte. Zugegeben das Niveau an der Uni war auch damals für Erstsemester gewöhnungsbedürftig, aber das Schulniveau war einfach höher! Wir brauchen nicht mehr, sondern bessere Abiturienten!!! Und es müssen sich nicht die Universitäten an das Niveau der Schüler anpassen, sondern die Schulen müssen die Schüler an das Universitätsniveau heranführen!
An den hiesigen Gymnasien ist es PFLICHT (!) sich einen völlig überzogenen TR zu kaufen (Texas Instruments 200 Voyage).

Damit verabschieden sich ca. 80 % aller SchülerInnen vom Verständnis für Mathematik, da sie nicht mehr Mathematik lernen sondern nur noch: Wie bekomme ich die Problemstellung in den TR? Den Rest (samt Lösungsweg) macht dann der TR.

Folge: Mathematisch sind die fast alle "doof wie Brot".

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