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Von Pisa zu Iglu - deutsche Schulen verbessert?

Sechs Jahre nach Pisa kommt nun die neue Iglu-Studie. Hat sich in deutschen Schulen etwas getan? Können unsere Schüler inzwischen international mithalten? Ein aktueller Artikel zum Thema:

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simie 01.12.2007, 18:49
420.

Zitat von Hardliner 1
Vielleicht sollten Politiker, Pädagogen und andere "Fachleute" endlich zugeben, dass Defizite im Elternhaus durch die Schule nicht kompensiert werden können, auch nicht durch Ganztagesbetreuung und Ganztagesschule. In verantwortlichen Elternhäusern erfahren Kinder tagtäglich Bildung, ohne dass die Kinder das Gefühl haben, sie müssten "pauken". Die alter Leier "Kinder aus sozial schwachen Familien müssen die gleichen Bildungschancen haben wie Kinder aus deer Mittelschicht" ist eine Forderung, die nicht erfüllen kann. Was im Elternhaus verbockt wird, können Kindergarten und Schule nicht reparieren. Auch nicht mit noch so viel Geld.


Ist Ihnen eigentlich bewußt was für einen zynischen Beitrag Sie hier verfasst haben. Weil gewisse Kinder vón Anfang an weniger Förderung seitens ihrer Eltern erhalten, sollen sie von Anfang an ignoriert werden, da sie es eh nicht schaffen würden?
Man kann nur hoffen, dass die verantwortlichen Bildungspolitiker anders denken als Sie.
Zu behaupten, dass ein gutes Bildungssystem die Defizite nicht zumindest teilweise kompensieren kann ist ziemlich weit her geholt. Sicherlich koste es mehr Geld beispielsweise Ganztagsschulen zu betreiben, letztendlich profitieren der Staat und die Gesellschaft jedoch von solchen Mehrausgaben.
Andere Länder machen es vor. In vielen Ländern haben auch Kinder aus Familien des Prekariats gute Chancen auf eine vernünftige Schulbildung. Wie erreichen die das wohl?

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volkmargrombein 01.12.2007, 19:01
421. Von Pisa zu Iglu - deutsche Schulen verbessert?

Zitat von sysop
Sechs Jahre nach Pisa kommt nun die neue Iglu-Studie. Hat sich in deutschen Schulen etwas getan? Können unsere Schüler inzwischen international mithalten? Ein aktueller Artikel zum Thema:
Na ja, wenn ich die neuen Pisa - Informationen lese, die der Spiegel veröffentlicht, kann man getrost von einer weltweiten Schmierenkomödie sprechen !
Weiterhin muss wohl auch davon ausgegangen werden, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Absolut jämmerlich ist das Ganze.

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fofinha 01.12.2007, 19:15
422.

Zitat von vanderwern
Das ist durchaus richtig, aber ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn. Allerdings - und da beißt die Maus keinen Faden ab - stehen Länder mit geringer bzw. später Aussortierung in allen internationalen und nationalen Vergleichen deutlich besser da. Das ist auch durch die Bank die Meinung all derjenigen, die sich mit diesem Thema professionell befassen. Nur in Deutschland hält sich hartnäckig die Mär, dass ein vielfach gegliedertes und selektives System den Kindern gerecht würde. Es gibt keinerlei objektive Erkenntnisse, dass dies der Fall ist. Es gibt aber zahlreiche Hinweise darauf, dass das Gegenteil zutrifft.
Bei gesamtschulartigen Systemen gibt es ja auch eine Selektion. Nur eben innerhalb derselben Schulen. Man kann ja zwischen vielen Kursen in den Faechern waehlen. Je nach Lust und Faehigkeit. Eine gute amerikanische High School bietet 6 verschiedene Mathe-Niveaus, dasselbe in anderen Faechern. Man kann normalen High School Abschluss machen, oder die anspruchsvolleren APs, durch die man sich dann das College sparen kann, fuer die ganz fleissigen bieten bereits viele High Schools das aeusserst anspruchsvolle und arbeitsintensive IB an. Man kann auch ein paar IB-Kurse, ein paar APs, und normales High-School Niveau mischen, viele machen sowohl AP als auch IB...
Die High Schools umfassen ja nur die letzten 3 Jahrgaenge, aber oft 1000 Schueler, bei dieser Anzahl von Schuelern eines Jahrgangs kann man natuerlich auch eine ganze Bandbreite von Faechern anbieten.

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peterfreimann 01.12.2007, 20:01
423. Beantwortung Ihrer Kommentierungen

Zitat von vanderwern
Intelligenz alleine reicht nicht, um das Gymnasium zu bestehen, und ein Mangel derselben lässt sich durchaus in gewisser Weise ausgleichen..
Wer hätte das gedacht? Was wollen Sie mir hier eigentlich erklären, wie auch immer, Intelligenz kann man nur pflegen und weiter entwickeln, wo zu Beginn eine solche auch vorhanden ist.

Zitat von vanderwern
Selbstmotivation, Vorkenntnisse, eine von Ihnen zurecht angesprochene (Selbst-)Disziplin, das soziale Umfeld, Lob/Ermutigung und v.a. auch eine Perspektive spielen eine große Rolle. Herrje! Jetzt lassen Sie die doch mal aus dem Spiel!..
Neien! Warum sollte ich die allerzentralsten Faktoren, wenn es um politisch relevante Entscheidungen geht, denn aus dem Spiel lassen? Ich bin Anhänger der Moderne und ein rational denkender Mensch, ein wahrhaft bizarrer Apell Ihrerseits!

Zitat von vanderwern
Welche Erkenntnisse sind gemeint? Und zur Gentechnik kann ich mangels Wissen nichts sagen...
Wo wird es für Sie kompliziert? Es geht um die These, dass Neugeborene NICHT als unbeschriebenes Blatt zur Welt kommen, sondern mit einem ganzen Fundus natürlicher Vorgegebenheiten, man bekommt dunkles Haar oder nicht, man hat die Option zur Entfaltung beachtlicher Intelligenz oder nicht usw...

Zitat von vanderwern
Ich möchte außerdem niemanden 'gleich' machen,...
Ich konnte Ihren Beiträgen niemals auch nur eine Andeutung dessen entnehmen, dass individuelle und ausgesprochen unterschiedliche Menschen auch ein unterschiedliches Leistungspotential besitzen.

Zitat von vanderwern
aber ich finde, wir lassen ein großes Potenzial ungenutzt, wenn wir so weitermachen wie bisher. Die deutschen Schulen sortieren v.a. zu sehr nach sozialen Kriterien aus;,...
Ich bin in den 60er-Jahren als Arbeiterkind von der Grundschule ins Gymnasium gewechselt und wurde dort sehr freundlich begrüßt. Die Weichen, die den individuellen Fähigkeiten der Viertklässler genügetun sollen, werden NICHT nach sozialer Herkunft, sondern nach vorhandener Realschul- oder Gymnasialtauglichkeit gestellt, alles andere ist eine aggressive Unterstellung, die sie erstmal belegen müssten.

Mit freundlichen Grüßen

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TommIT 01.12.2007, 20:11
424.

Zitat von Rainer Helmbrecht
Das hört sich aber ganz übel an;o). MfG. Rainer
Nö wieso?
DAs Kind hat eine Meinung die Bildungserwachsenen auch...
und in USA und 'Europa' beträgt der Meinungsaustausch etwa 50 Dollar bzw. 50 / Laufender Dollarkurs Euro....

Das bildet ungemein, vorallem hin auf den Politikerberuf.

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B.Obachter 01.12.2007, 20:21
425. Es ist noch viel beschi...er!

Zitat von _gimli_
Die "Sortierung" der Kinder nach der 4. Klasse finde ich skandalös.
Die "Sortierung" erfolgt sogar noch früher, nämlich nach dem 3,5ten Schuljahr, denn ausschlaggebend für die Schulempfehlung (Gymmi, Real- oder Hauptschule) ist das Halbjahreszeugnis der 4. Klasse, mit dem Sie Ihr Kind dann auch an der neuen Schule anmelden.

Die paar Monate, die danach noch folgen, könnten sich Kinder (und Lehrer) im Prinzip schenken, sie sind völlig belanglos. Mit dementsprechender Wurstigkeit wird das letzte Halbjahr ja dann auch betrieben.

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alte unke 01.12.2007, 20:35
426.

Zitat von peterfreimann
Habe schon mit sehr vielen ehemaligen Hauptschülern zu tun gehabt, die anschließend noch die Mittlere Reife, die Fachhochschulreife oder das Abitur angestrebt haben. Das hat allerdings in der Regel unterschiedliche Gründe, manche verfolgen diesen Weg auch nur, um "irgendetwas" zu tun, weil sie nämlich keinen Ausbildungsplatz ergattert haben. Zum anderen ist es aber auch ein Indikator für die Fliexibilität des Bildungssystems, an dieser Stelle wird die angeblich endgültige Weichenstellung nach der 4. Klasse denn doch ein wenig relativiert. Mit Gruß
Wenn sie es dann schaffen und evtl. auch noch durch ein studium, dann heißt das doch wohl, dass die Bewertung, die sie zur Hauptschule geschickt hat, falsch war - oder?

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Kalix 01.12.2007, 20:54
427.

Zitat von hubert5
Das Deutschland generell besser in diesen Tests abschneidet, hat sicherlich auch damit zu tun, dass die Schüler besser speziell auf diese Tests vorbereitet werden. Trotzdem ist das deutsche Schulsystem viel besser als sein Ruf, wenn es genau betrachtet wird. Ausnahmen wird es immer geben und natürlich ist auch nicht jedes Schulsystem für jeden Schüler passend. Trotzdem würde ich meine Enkel lieber in Deutschland in eine Schule schicken als in anderen Ländern. Die Schule muss dann aber wie alles im Leben klug ausgesucht sein.
Sorry, falsch gesprungen.
Meine Tochter ist Rechtsreferandrin mit guten Aussichten, mit 27 Jahren Richterin / Staatsanwältin zu sein. Mein Sohn hat es verpasst; hier sieht es mehr nach ALG 2 aus als nach einem normalen Arbeitsleben. Die Erziehung für beide Kinder war gleich. Wer kein Problem hat, für dieses Kind ist unser Schulsystem optimal; wer ein Problem hat, hat keine Chance. Wenn eine Lehrerin in einer Gesamtschule bereits das Schicksal eines Kindes entscheidet ohne jede Kontrolle, dann ist das System nicht zeitgemäss. Wir brauchen keine Beamten, wir brauchen Lehrer, die fördern und gefordert werden mit entsprechenden Konsequenzen; sei es mit der Beförderung, sei es mit der Entlassung.

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peterfreimann 01.12.2007, 21:09
428. Beantwortung Ihrer Kommentierungen

Zitat von vanderwern
... leider ist diese Diskussion etwas ins Hintertreffen geraten.;,...
Wie bitte? Gut, eine Diskussion ist es meines Erachtens auch nicht, ich halte es für einen gewaltigen irrationalen Medienfeldzug. Ich bin ein sehr musikalischer Mensch, der Grundakkord dieser Dauerbeschallung heißt in meinen Ohren "Gleichheit, Gleichheit, Gleichheit". Auf einen Wechsel zu der Harmoniestufe "Leistungspotential" oder dem Mehrklang "Beachtung der Individualität" muss ich immer sehr lange warten, so letztere überhaupt noch ertönen.

Zitat von vanderwern
Ich bin der festen Überzeugung, dass durch eine bessere Vorschul- und Grundschulbildung sowie durch eine spätere Sortierung mehr Kinder zu besseren Abschlüssen gebracht werden können. Das hat mit Begabung oder Intelligenz wenig zu tun.
Wie wollen Sie zur Pädagogik und zur Bildung eine seriöse Aussage machen, wenn Sie die immense Bedeutung von Intelligenz leugnen?

Zitat von vanderwern
Ich denke, dass die Gesamtschule in Deutschland in absehbarer Zeit nicht durchführbar ist, weiß auch gar nicht, ob sie für Deutschland überhaupt die ideale Schulform ist; man muss aber darüber nachdenken dürfen, ohne dass sofort wieder ein Pawlowscher Reflex kommt (68!)..
Auweiah, da bringen Sie aber "Reflex" und "Reflexion" heftig durcheinander! Oder waren es doch Jugendbewegungen wie die "Teds", die "Mods" oder die "Popper" in ihren Kaschmirpullovern, die sich so vehement für die Gesamtschulen und den Abbau "bürgerlicher" Vorstellungen von Bildung und Leistung eingesetzt haben?

Zitat von vanderwern
Ich denke, dass die Hamburger Stadtteilschule oder auch das Brandenburger Modell zukunftsweisend sind, allerdings sind das auch nicht unbedingt Patentrezepte für andere Bundesländer. Eins ist aber klar: das bayerische Gymnasium ist nicht richtungsweisend.
Gell, eindeutige statistische Erfolgszahlen, die Realität mögen's halt net gern? Sie werden nicht allzu viele Leute finden, die noch mal 39 Jahre Geduld aufbringen werden, um Träumereien und Spezialprojekte gutmütig zu beobachten, deren Existenz sich auf keinem gesicherten und soliden Fundament rechtfertigen lässt.

Mit netten Grüßen

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eiderdauth 01.12.2007, 21:12
429.

Zitat von 99erFiesta
Was heißt hier Abitur als Grundvorraussetzung? Als Grundvorraussetzung bezeichne ich etwas was, was zwingend Notwendig ist um etwas Nachfolgendes zu tun, z.B. ... Man sollte Leute die ihren Weg den sie nehmen wollen kennen nicht mit andren Routen belasten die sie eh nie beschreiten werden oder wollen. Das bringt nur Probleme.
So deutlich spricht der Zeitgeist? Nicht Bildung sondern
Ausbildung?
Wissen Sie, ich bin schon länger aus der Schule heraus, aber
wenn ich heute ein Kind oder einen Jugendlichen bei der Erle-
digung der Hausaufgaben begleite, packt mich Begeisterung
und Ärger zugleich. Ärger, weil's nach der Uhrzeit geht,
am Nachmittag und erst recht am Vormittag! Begeisterung,
wenn ich mit den Aufgaben von einer Wissenswelt in die
nächste schlüpfe. Wie entpacken wir die in der begrenzten
Zeit? in der Regel so:
im Turnus jeweils 2 Fächer im Schnellverfahren und eins zum Ausschöpfen! Da geht das Fenster dann aber richtig auf und
die Augen gehen über. Die tollste Entdeckung: auch das
'unnötigste' Fach hat ein Fenster in die spannende Welt des
Wissens, in der sich so viele Wege kreuzen und neue auftun,
wo so manche Einsichten und Erkenntnisse erst möglich
werden, die dem Schmalspurfahrer auf seinem dürren Weg
verborgen bleiben, sein Weltbild nicht erweitern.
Es geht ihm etwas verloren. >Piri< nennt es 'Mündigkeit'
und 'Manipulationsresistenz', ich würde es 'geistigen Reich-
tum' nennen, der nicht zwingend mit Intelligenz, wohl aber
mit Neugier und Begeisterungsfähigkeit zu erobern ist :)

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