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Von wegen Langschläfer: Schüler wollen frühen Unterrichtsbeginn
Tomas Rodriguez/ Getty Images

Wann soll der Unterricht beginnen? Eine Studie zeigt, dass die meisten Schüler lieber früher anfangen würden - weil sie dann mehr vom Nachmittag haben.

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parkettbill 12.08.2019, 23:23
1. Ach ja, ...

... und morgen scheißen sie sich wieder in die Hosen wegen der dramatischen Zeitumstellung.

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a.vollmer 12.08.2019, 23:31
2. Irrige Idee

Zu denken, die Uhrzeit zu der man ins Bett geht könnte den Schlafrhythmus bestimmen oder verändern entspricht nicht der Realität. Der Schlafrhythmus wird viel komplexer gesteuert und unter den vielen Bedingungen ist das Sonnenlicht ein wesentlicher Faktor. Ein Faktor, den man nicht durch Lebensführung oder Einschlaf-Uhrzeit steuern kann. Jetlag lässt sich überwinden, weil am jeweiligen Ort entsprechende Zeiten für Sonnenaufgang und -untergang gelten.

Wäre es nicht an der Zeit deshalb das starre Uhrzeitschema zu überwinden und den Schulbeginn monatsweise an die Sonnenaufgangszeit anzupassen? Medizinische Studien heranzuziehen, die die Lernfähigkeit berücksichtigen und ins Verhältnis zum Tagesrhythmus stellen und danach die Unterrichtszeiten zu legen um den Lernerfolg zu optimieren.

Die Wünsche nach optimaler Freizeit sind kein sinnvolles Leitbild für den Lebensabschnitt der Ausbildung und des Lernens. Diese Zeit ist begrenzt und wem nicht die Chance gegeben wird das Beste daraus zu machen, die- oder derjenige wird für viele Jahrzehnte unter den eigenen Möglichkeiten bleiben und ein ganzes Leben mit einem Nachteil und einer Beeinträchtigung leben.

Das ist ein grausames Schicksal, das sich vermeiden ließe.

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frankfurtbeat 12.08.2019, 23:40
3. was ...

was ein Schwachsinn ... schon jetzt stehen viele Kinder vor 07:00 auf um pünktlich in der Schule zu sein. Die Leistungskurve zeigt, das es besser wäre später - 09:00 - anzufangen. Dann noch ein bisschen länger - Ganztagsschule inklusive Hausaufgaben und Sport am Nachmittag so das die kids um 16:00 befreit nach Hause gehen können. Das mögen die Lehrer nicht wirklich denn dann ...
Das ganze Chaos an den Schulen, G8-G9, veraltete Stundenpläne, dinitales Klassenzummer, an den Hochchulen dann bachelor und master ... wohin führt´s? Möge mir einer nachweisliche Erfolge aufzeigen ...

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-william- 12.08.2019, 23:59
4. Chronobiologie

"Eltern sollten sich deshalb bewusst machen, wie wichtig es sei, Kinder früh ins Bett zu schicken." Bei dem Satz war's dann wieder komplett vorbei.
Ich leide seit dem Kindergarten unter dem frühen aufstehen. Ich bin ein Spätaufsteher (kein "Lang"schläfer) und bin durch meinen genetisch festgelegten biologischen Schlaf- Wachrhythmus leider alles andere als müde um 22 Uhr abends. Ich schlafe frühestens gegen 1 Uhr ein. Die scheinbar kleine Minderheit die wirklich sehr darunter leidet, hat halt keine Lobby. Die Lehrer wollen früh nach Hause, genauso wie die allermeisten Schüler, obwohl viele auch darunter leiden.
Für die Frühaufsteher die mal wieder kein Verständnis hierfür aufbringen können ein kleines Beispiel. Sie müssten jeden!! Tag bis 1 oder 2 Uhr Nachts wach bleiben und wenn sie dann trotzdem für gewöhnlich um 6 Uhr morgens wach werden, bis 10 oder 11 Uhr morgens im Bett liegen bleiben. Ich vermute, es wäre für sie eine außerordentliche Qual und würden sich 4 Stunden hin und herwälzen, damit sie endlich aufstehen könnten. Das wiederholen Sie bitte für den Anfang für erst einmal 10 Jahre. Herzlich willkommen in einer Welt mit täglich 4 bis 5 Stunden Schlaf. Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen sagen, ganz wundervoll.

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Nox Harrington 12.08.2019, 23:59
5. Ganztag? Fehlanzeige!

Die entscheidende Erkenntnis in diesem Artikel ist doch, dass Schülerinnen und Schüler mehr schlafen müssen. Warum steht das dann nicht im Titel? Wohl, weil die andere These, die Herr Stadtmüller vertritt, eine schulpolitisch brisantere ist: Die jungen Leute wollen gar nicht später zur Schule und am liebsten nachmittags ganz doll nach Hause! Ich bin Jahrgang 1974 und habe meine gesamte Schulzeit über nachmittags frei gehabt. Es waren andere Zeiten. Schön war’s. Und vorbei ist’s. Eine solche Studie 2019 komplett an der Tatsache vorbei durchzuführen, dass die meisten(!) Schülerinnen und Schüler schon heute auf perfekt ausgestattete, perfekt rhythmisierte und unabhängig von parteipolitischen Querelen perfekt pädagogisch eingerichtete Ganztagsschulen angewiesen wären - und dass die Uhrzeitfrage dann völlig obsolet ist - steht hier nichts und zeigt die zutiefst politische Handschrift der Studie. Guter Ganztag ist der einzige Weg, um Schulen zu dem gesellschaftlich relevanten Ort zu machen, der sie schon seit 30 Jahren sein könnten und sein müssten. Alles andere ist Nostalgie. Und guter Ganztagsbetrieb kann übrigens um 6, 7, 8, 9 oder sogar um 10 Uhr beginnen. Vielleicht sogar nach individuellen Bedürfnissen. Huch! (H. Weber, OStR, HH, Ganztagskoordinator)

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feivel12 13.08.2019, 00:04
6.

Die Schüler schlafen halt die erste Stunde und haben so dann früher aus. Also später Schule oder unwichtige Fächer in den ersten Stunden.

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fillthegap 13.08.2019, 00:14
7. grossartig

eine simple umfrage heisst studie, ach wie aufschlussreich. wenn ich meine tochter frage ob sie 30 oder 50 euro taschengeld will, na was wird sie entscheiden? ob das sinnvoll ist kann sie gar nicht beurteilen.

das gleiche wie bei 90% der männer und tempolimit.

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Phil2302 13.08.2019, 00:14
8. Der letzte Satz

Ist sehr wichtig: Später anfangen bringt nur etwas, wenn man trotzdem früh ins Bett geht. Das sagt mir auch meinen eigene Erfahrung: Ein Rhythmus ist Quatsch, den gibt es nicht. Es gibt Frühaufsteher, die abends müde sind, und Spätaufsteher, die abends wach sind, ja, aber es gibt keinen, der sich nicht an beliebige Schlaf- und Wachzeiten anpassen kann. Als ich nach dem Abitur gejobbt habe, hab ich in 5:30 auf der Arbeit gestanden, 6 Tage die Woche, dann die Woche um 13 30. Alles machbar. Im Studium gab es Zeiten, da hab ich den Sport abends im 18 Uhr verpasst, weil ich erst morgens um 10 ins Bett ging. Wenn ich in Amerika Urlaub mache, dann passt sich mein Rhythmus auch an. Und ganz klar: Auf Dauer würden die Schüler später ins Bett gehen, wenn die Schule später beginnt. Also, lasst es so wie es ist, das passt für jeden Berufstätigen besser.

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MDen 13.08.2019, 00:29
9.

Vor allem zeigt es, dass Schülern nicht klar ist, dass ihr wichtigster Lebesinhalt die Schule ist. Kostenlose Schulen plus Schulpflicht verstellen den Blick darauf, dass nur gute Bildung für die mittelfristige Zukubft Chancen bewahrt. Alle simpleren Jobs werden von Maschinen übernommen werden. Das gilt gerade auch für die traditionellen Ungelernten-Bereiche wie z.B. Taxifahrer, Lagerabeiter oder Auslieferungsfahrer. Dazu kommt eine latent schul- und bildungsfeindliche Alltagskultur, in der es zum guten Ton gehört, Mathe nicht zu können und selbst nichts von der Schule gehalten zu haben. Gleichzeitig sorgen die Eliten und aufstrebenden Industrienationen dafür, dass ihr Nachwuchs die bestmögliche Bildung erhält, um so von Anfang an im Vorteil zu sein.

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