Forum: Leben und Lernen
Vorlesungsübersetzer: "Very very, very many possible word follow"
DPA

In einer Vorlesung sitzen und alles verstehen? Das wünscht sich sicher jeder ausländische Student in Deutschland. In Karlsruhe haben Wissenschaftler nun ein Programm in Betrieb genommen, das in Echtzeit übersetzt, was der Dozent erzählt.

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opinion13 22.03.2015, 10:48
1. The Circle is closing...

alle jemals gehaltenen Vorlesungen in der cloud gespeichert, toll.
Ich verstehe die Profs, die da nicht mitmachen. Wer keine Menschen als Lehrer will, die spontan agieren und reagieren, vom Skript abweichen und lebendigen Kontakt mit den Studenten knüpft, kann ein Buch lesen oder mit Software lernen.
Klares NEIN zur Totalspeicherung des Lebens. Es wäre nicht mehr lebenswert.

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schaeubble 22.03.2015, 10:55
2. Oder die Vorlesung auf Englisch

Was ein Irrweg.
Die Sprachbarriere - speziell bei den Deutschen Studenten - baut man am besten ab indem jede Vorlesung auf englisch gehalten wird.
Da braucht man keine teuren Spionage Gadgets und weniger Fehler sollten auch drin sein.

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großwolke 22.03.2015, 11:18
3.

Was mich an dem Thema wundert: wieso sind wir so scharf drauf, es all den ausländischen Studenten so leicht zu machen? Macht man ein Auslandsstudium (auch als Deutscher) nicht auch und gerade deshalb, weil man Sprache und Gebräuche des Gastlandes draufkriegen will? Obendrauf noch ketzerisch gefragt: Warum stehen wir eigentlich mit anderen Ländern im "Wettbewerb" um Studenten? Haben wir nicht genug Füllmasse für die Unis? Darüberhinaus: An den meisten Unis und sicher auch am KIT gibt es englischsprachige Studiengänge speziell für ausländische Gaststudenten. Für diejenigen, die nur für die ein, zwei Auslandssemester da sind, sollte das ausreichen.

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1zmir 22.03.2015, 11:18
4.

Zitat von opinion13
alle jemals gehaltenen Vorlesungen in der cloud gespeichert, toll. Ich verstehe die Profs, die da nicht mitmachen. Wer keine Menschen als Lehrer will, die spontan agieren und reagieren, vom Skript abweichen und lebendigen Kontakt mit den Studenten knüpft, kann ein Buch lesen oder mit Software lernen. Klares NEIN zur Totalspeicherung des Lebens. Es wäre nicht mehr lebenswert.
War auch mein Gedanke beim lesen. Ich glaube auch kaum, dass es irgendeinen Dozenten gibt, der sich entweder für immer an die einmal gelesene Vorlesung halten möchte oder jedes mal die Aufnahmen aktualisieren (lassen) möchte.
Was an der "Software" so toll sein soll verbirgt sich zudem- handelt es sich anscheinend doch einfach nur um übersetzte Tonaufnahmen vorgesprochener Vorlesungen, verpackt in eine Art Mediathek.
Daher ist der Begriff "Echtzeit" hier äußerst deplatziert liebe SPON-Redaktion.
Würde das Programm in Echtzeit übersetzen können, hieße das, dass zufällig Gesprochenes durch das Programm analysiert (=welches Wort wurde gesprochen), interpretiert (= welcher Kontext ist vorhanden) und anschließend in Echtzeit übersetzt werden würde.

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welanduz 22.03.2015, 11:24
5. sehe ich kritisch

Nettes Gadged, was aber eventuell nur dazu führt, dass die Studenten noch langsamer Deutsch lernen. Es soll ja auch irgendwie das Ziel sein, die Sprache zu lernen und Kultur zu begreifen. Ansonsten kann man auch gleich zu hause bleiben. Andererseits kann es am Anfang den Einsteig erleichtern. Es kommt vermutlich darauf an, wie es genutzt wird und wie die Studenten von der Uni begleitet werden.

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quark@mailinator.com 22.03.2015, 12:19
6.

Technisch witzig, aber sicher nicht der richtige Ansatz. Man kann Vorlesungen problemlos in einer Fremdsprache folgen und diese auch in Echtzeit mitschreiben, wenn man ein paar Monate im Land ist und sich auch mit den Einheimischen unterhält. So eine Übersetzungsmaschine pfuscht da dem Lernprozeß nur dazwischen. Wenn man sich für ein Studium im Ausland entscheidet, dann sollte man sich da auch total reinstürzen und die fremde Sprache meistern. Es geht.

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vwl_marlene 22.03.2015, 12:40
7. Volle Zustimmung!

Zitat von quark@mailinator.com
Technisch witzig, aber sicher nicht der richtige Ansatz. Man kann Vorlesungen problemlos in einer Fremdsprache folgen und diese auch in Echtzeit mitschreiben, wenn man ein paar Monate im Land ist und sich auch mit den Einheimischen unterhält. So eine Übersetzungsmaschine pfuscht da dem Lernprozeß nur dazwischen. Wenn man sich für ein Studium im Ausland entscheidet, dann sollte man sich da auch total reinstürzen und die fremde Sprache meistern.
Die auslaendischen Studierenden (z.B. aus China) sind, wenn sie deutsch gelernt haben, wirklich sehr wichtig fuer die Wirtschaftsbeziehungen nach China.
Fuer den Spracherwerb waere es aber wohl auch hilfreich, wenn die Dozenten akzentuiert deutlich und der Raumgroesse angemessen langsam sprechen wuerden.

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Sibylle1969 22.03.2015, 14:18
8. Besser als Google Translator?

Bei Übersetzungen von "If I say that not sent do.." habe ich da meine Zweifel. Denn das ist wortwörtlich übersetzt ohne Berücksichtigung des Kontexts des Wortes "geschickt". Bei Zielsprache Englisch ist meiner Erfahrung nach der Google Translator gar nicht so schlecht (auch wenn für den obigen Satz das Ergebnis mit "If I do not send" auch nicht besser ist. Zielsprache Deutsch ist für Google Translator noch eine ziemliche Herausforderung, sprich da kommt zu oft noch Blödsinn bei heraus. Ob man mit solchen Übersetzungen den Sinn der Vorlesung verstehen soll, ist dann ja auch fraglich. Im Übrigen sollte man schon die Sprache des Gastlandes lernen, wenn man hier dauerhaft studiert, oder halt einen Studiengang in englischer Sprache wählen (die gibt es ja auch zuhauf in Englisch). Es wird noch eine Weile dauern, bis Computer Texte so gut übersetzen können wie Menschen. Sicher nicht in den nächsten 5 Jahren, aber ich würde ehrlich gesagt keinem jungen Menschen mehr raten, noch einen Berufsweg als Übersetzer/in oder Dolmetscherin einzuschlagen. Literatur ist da sicher eine Ausnahme, aber Sachtexte werden in 15-20 oder vielleicht auch erst 30 Jahren sicher nicht mehr von Menschen übersetzt werden.

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vwl_marlene 22.03.2015, 14:18
9.

Zitat von schaeubble
Was ein Irrweg. Die Sprachbarriere - speziell bei den Deutschen Studenten - baut man am besten ab indem jede Vorlesung auf englisch gehalten wird.
Und dann steht ein deutscher Dozent vor einem vorwiegend deutschem Publikum und stammelt auf Denglisch die Vorlesung. Die deutschen Studis eignen sich dann die Sprachfehler ihrer Dozenten an.
Ich unterrichte in den USA auf Englisch. Aber ich finde es ehrlich gesagt affig, wenn ich in Deutschland auch auf Englisch unterrichten soll, zumal die meisten Studierenden in Deutschand (Deutsche wie auch Auslaender) nicht ausreichend Englisch koennen, um einer Vorlesung auf Englisch sprachlos problemlos folgen zu koennen. Viele der auslaendischen Studierenden haben auch bewusst Deutsch gelernt, um in D zu studieren und ihr Englisch ist schlechter als ihr Deutsch.
Fachbegriffe aber sollten meiner Meinung nach auch bei Deutsch-sprachigen VL wenigstens zweisprachig - auf Deutsch und Englisch - eingefuehrt werden.

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