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Vorwurf der Untreue: Lehrer "leiht" sich fast 100.000 Euro aus Schulkassen
DPA

Das Geld war für Klassenfahrten gedacht: Ein Lehrer aus Unterfranken soll in drei Jahren fast 100.000 Euro aus Schulkassen zeitweise auf seinem eigenen Konto gebunkert haben. Jetzt droht ihm ein Prozess.

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ulfD 27.06.2016, 15:37
1.

hat der Mann eine Abmahnung zu befürchten oder gibt es einen Tadel ins Klassenbuch?
Mehr wird wohl nicht passieren.

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chucho 27.06.2016, 15:46
2. Bei den

Was wirft man ihm denn vor? Veruntreuung? Bei den seit Jahren gezahlten Zinsen von 0,5% und weniger wären selbst dann, wenn das Guthaben permanent bei 100.000 € gelegen hätte in drei Jahren gerade mal Zinsen von insgesamt 1.500,00 € angefallen. Bei mehrfachem hin--und-her-überweisen war der Gewinn sicher deutlich niedriger und wurde von den Kontoführungskosten nahezu aufgezehrt. Nebenbei bemerkt: Wo wäre das Geld denn sonst gelandet? Auf dem Konto der Schule, die damit ebenso unzulässig gewirtschaftet hätte?

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lindenbast 27.06.2016, 15:51
3.

Wie soll ich das verstehen?
Einerseits heißt es: Der Lehrer "parkte" den Angaben zufolge das Geld bei sich und überwies es einige Zeit später wieder zurück. Er verwendete das Geld damit "zumindest zeitweilig missbräuchlich zu seinem eigenen Vorteil für private Zwecke", heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Andererseits heißt es:
"Mein Mandant gibt zu, dass er das Geld auf sein Konto überwiesen hat. Aber er hat das Geld nicht ausgegeben und außerdem inzwischen alles wieder zurückgezahlt."

Was denn nun?

Ich verstehe das so, als sei das Geld nur auf dem Privatkonto des Lehrers zwischengelagert, aber das Konto jederzeit so liquide gewesen, dass es zurückerstattet oder eben seinem ursprünglichen Verwendungszweck zugeführt werden konnte - oder wie will der Staatsanwalt nachweisen, dass von der Kohle auf dem Konto der Hunderter, den sich der Herr am Geldautomaten holte, nicht sein eigener war, sondern aus dem Bestand der Schülerzahlungen stammte?

Ausgesprochen dumm, das Ganze, aber irgendwelche kriminellen Absichten scheinen nicht vorgelegen zu haben. Vielleicht war diese Idiotie auch Resultat einer allgemeinen Überforderung. Schuss vor den Bug und gut ist.

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fatherted98 27.06.2016, 15:55
4. wow....

....welche Schule...(auch mit vielen Klassen) hat denn 100.000 Euro in den Klassenkassen?
Also bei uns waren das (noch in DM) höchstens mal 50,--...die ganze Schule zusammen wäre nicht über 10.000 Mark gekommen....heutzutage muss es den Schülern ja ganz schön gut gehen.

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malcom1 27.06.2016, 16:10
5. ja....

heute fährt man auch nicht mehr in Schullandheim oder so, sondern heute muss es Barcelona, Rom, USA sein. Das ist der Unterschied. Von den Skikursen, die niemand braucht, weil danach sowieso kein Ski mehr gefahren wird ganz zu schweigen. 2 Kinder im Gym, da können Sie sich ausrechnen was das kostet. Nur wie lange können sich dies die Eltern leisten?

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zerr-spiegel 27.06.2016, 16:13
6. Klassenkasse?

Ich war von 1967 bis 1978 in insgesamt 4 verschiedenen Schulen. Eine Klassenkasse gab es in keiner dieser Schulen geschweige denn in einer der von mir besuchten Klassen (das waren 6 Klassengemeinschaften, manche gingen über 2 Jahre).

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PaulMeister 27.06.2016, 16:15
7. Wo ist der Vermögensschaden?

So weit man es dem Artikel entnehmen kann, mangelt es für die Erfüllung des Untreuetatbestandes schon am Vermögensschaden!? Zumindest klingt es ja so also ob er jederzeit die Summe hätte wieder ausgleichen können und hat es auch gemacht. Genauso wenig kann ich Vorsatz hinsichtlich eines Zueignungswillens erkennen?
So wie es klingt, hat er es ja schon vor der Aufdeckung vollumfänglich zurückbezahlt.

Vielleicht hat er es einfach nur treuhänderisch auf seinem Konto zwischengelagert. Vielleicht nicht die beste Idee, aber deswegen gleich strafbar?

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schlipsmuffel 27.06.2016, 16:19
8. Man

merkt es deutlich: Das Sommerloch dräut dunkel drohend am düsteren Dorizont, ..ähem, Horizont.

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Kerze der Freiheit 27.06.2016, 16:30
9. Lehrergehalt

Anscheinend sind die Lehrergehälter zu hoch, wenn man meint, Klassenfahrten veranstalten zu müssen, die mehrere Hundert Euro kosten. Da verschwimmen schon mal die Dimensionen.
Bezahlt die Lehrer mit A9 und lasst sie die Soziaversicherungsbeiträge selbst tragen. 1600 Euro netto pro Monat sind wirklich genug.

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