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Vorzeige-Gymnasium in Bayern: Rektor soll Abitur-Noten geschönt haben
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30 Einser-Abiturienten in einem Jahrgang, und das im strengen Bayern - geht das mit rechten Dingen zu? Der Rektor des Casimirianums in Coburg hat bei dem Glanz-Abitur offenbar nachgeholfen. Jetzt prüft der Kultusminister, wie stark die Noten angehoben wurden.

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c++ 17.07.2013, 06:32
150.

Zitat von oberfrange
Ich kenne die Schulsituation in Coburg ein wenig, und die genannte Schule trägt schon ganz gerne das Schild als "Coburger Elitegymnasium" vor sich her. Ich finde es auch schwer verständlich, dass mittlerweile 1/3 der Gymnasialabsolventen mit der Note 1 vor dem Komma abschließen. Vor 20 Jahren waren das vielleicht 15%.
Das ist doch überall in D so, nicht nur in Coburg. Solange Berufschancen davon abhängig sind, welche Abiturnote jemand hat, wird ein Lehrer bzw. Direktor sich immer fragen, warum er den strammen Max spielen soll und seinen SchülerInnen die Zukunft versauen soll, während woanders in der Republik jeder Dummdödel ein Superabitur bekommt.

Das ist auch nicht so einfach zu lösen. Vielleicht Aufnahmeprüfungen an den Unis? Bundesweites Zentralabitur (aber ein echtes)?

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kabian 17.07.2013, 08:21
151. Ich benötige Nachhilfe :-)

Zitat von Paule Canus von Resawe
Sollt'st mal auf die Landkarte schauen, damit Du weißt, wo Coburg liegt. Nämlich nicht bei den Bayern "du unten", sondern bei den Franken ganz oben. Freilich allerdings im Freistaat Bayern, wo man das Abitur auch heute noch geschenkt bekommt, wie etwa bei den Nordlichtern da oben.
Ich scheine ein Totalversager in Geografie zu sein. :-)
Sie können mir sicher erklären in welchen Grenzen heute(!) Bayern besteht. Ich vermute mal das ihr Atlas schon ein wenig eingestaubt ist und ehemalige Feudalgrenzen markiert. :-)

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guteronkel 17.07.2013, 08:27
152. optional

Da die Noten der Schüler ihr weiteres Leben beeinflussen, gehört für alle Lehrer auch ein Leistungsprinzip her. Am Schuljahresende alle Lehrer rauswerfen und dann zum Beginn nach Leistung neu einstellen. So wäre die Ferienzeit auch überbrückt. Die Lehrer könnten in dieser jobben oder sich weiterbilden.

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wealthofnations 17.07.2013, 08:44
153. Völliger Quatsch

Zitat von Timmaey123
... Bei Maschinenbau zB an der TU München müssen die Vorlesungen die ersten Wochen erst Stoff aus unserem letzten Halbjahr wiederholen damit alle nicht Bayern auch damit klar kommen...
Das ist völliger Quatsch, wie ich aus eigener Erfahrung von der TU München weiß. Welcher "Stoff" des MaschBau-Grundstudiums soll das denn bitte sein ?

Im übrigen beginnt z.B. das Mathematik-Studium an allen deutschen Universitäten mit dem Stoff, der an den Gymnasien mit Beginn Oberstufe, also früher Klasse 11 jetzt Klasse 10, gelehrt wird. Allerdings werden die letzten 3 Schuljahre an der Uni in 6 Wochen durchgenommen und in dem Tempo geht es dann auch weiter.

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cassandros 17.07.2013, 09:01
154. Kann ich noch einen Gaul dazubekommen?

Zitat von Paule Canus von Resawe
Freilich allerdings im Freistaat Bayern, wo man das Abitur auch heute noch geschenkt bekommt, ......
Und einem geschenkten Abitur schaut man nicht ins Maul.

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cassandros 17.07.2013, 09:05
155. Danke, wir sind satt.

Zitat von brucewillisdoesit
Hmm... sofern ich mich richtig erinnere, war Bayern die ersten 50 Jahre oder so in der Geschichte dieser Republik Empfänger im Landerfinanzausgleich, .
Durchgehend bis 1987. Vergl. # 114.

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keinhandy 17.07.2013, 10:27
156.

Zitat von cosmopolit1759
... an die Öffentlichkeit kommt, heißt das nicht, dass die anderen besser sind, nur, dass das (in diesem Fall Bayerische) Kontrollsystem funktioniert hat.
Das stimmt allerdings. Es glaubt hoffentlich niemand, dass es sich hier um einen Einzelfall handelt. Auch an meiner Schule (Sachsen Anhalt)wurden Schüler durch's Abitur "gehoben", nachdem die Eltern ein paar Worte mit dem Direktor gewechselt hatten.
Das schlimmste an der Sache ist, dass ehrliche Schüler darunter leiden, weil fast alle Studiengänge zulassungsbeschränkt sind (und zwar oberflächlich mittels NC). Hochschulspezifische Auswahltests werden noch immer kaum durchgeführt.
Betroffenen Abiturienten kann ich nur raten, Wartesemester zu sammeln und währenddessen eine Ausbildung, ein Au-Pair-Jahr o.ä. zu absolvieren bzw. sich auf ein duales Studium zu konzentrieren. Letzteres bietet aktuell sowieso die besten Zukunftsaussichten und man braucht keineswegs ein Einser-Abi, sondern muss durch Intelligenz-Tests und seine Persönlichkeit überzeugen.

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truereader 17.07.2013, 12:01
157. so sieht's aus

Zitat von sysop
30 Einser-Abiturienten in einem Jahrgang, und das im strengen Bayern - geht das mit rechten Dingen zu? Der Rektor des Casimirianums in Coburg hat bei dem Glanz-Abitur offenbar nachgeholfen. Jetzt prüft der Kultusminister, wie stark die Noten angehoben wurden.
auch wenn man es Jahrzehnte immer lautstark wiederholt, man hätte das bessere Abi, wird es nicht besser. Bleibt einmal auf dem Teppich. Aber Understatement ist denen leider nicht mit in die Wiege gelegt worden.

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guteronkel 17.07.2013, 13:01
158. optional

Es zeigt sich -wieder einmal- dass das aktuelle 3-gliedrige Schulsystem ausgedient hat. Die ganze Welt weiß das, nur in Deutschland, und besonders in Bayern, hält man an den alten Zöpfen fest. Es wird Zeit, dass in unserem Staat vieles grundsätzlich überholt wird, abgeschafft wird, abgestellt wird. Der Wähler muss ein deutliches Zeichen setzen und die Regierungen abwählen. Nur dann kann sich etwas ändern.

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paradigm 17.07.2013, 13:14
159.

Zitat von dem ungenannten aus Schulkreisen: "Wenn Herr Spachmann Noten verbessert hat, dann gab es dafür pädagogische Gründe"

Wenn ich sowas schon höre. "Pädagogische" Noten! Wie oft habe ich das in letzter Zeit gehört und es war letztlich nur eine faule Ausrede des jeweiligen Lehrers/Dozenten für sein Unvermögen klare Benotungskriterien vorher zu definieren, bekanntzugeben und einzuhalten. Da werden sehr gute Leistungen schlechter bewertet, weil einem irgendwas nicht in den Kram gepasst hat, schlechtere Leistungen mit einer 1 versehen, weil der Schüler/Student sich ja so toll "eingebracht" hat oder halt einfach nur eine schöne Nase hat. Und begründet wird es immer mit der "Pädagogik".

Natürlich ist es nicht immer einfach oder sogar möglich, exakte Bewertungskriterien zu definieren, selbst in der Mathematik nicht (es sei denn man macht so einen Schwachsinn wie "Nur das Ergebnis zählt; Teilpunkte für den Lösungsweg gibts nicht!"). Aber was ich da (auch über dritte) erlebt habe ist so unprofessionell, das glaub man schon nicht mehr. Und vor allem in Altersstufen (17+), in denen eine besondere "pädagogische" Bewertung nicht mehr so wirklich begründbar ist.

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