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VWL-Studenten kritisieren Theorien: Im Zweifel gegen die Lehre
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Zu realitätsfern, zu marktgläubig, zu einseitig: Seit der Finanzkrise rebellieren Wirtschaftsstudenten gegen die herrschende Lehre in ihrem Fach. Allmählich finden sie auch Gehör bei den Professoren.

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stanzer 16.08.2015, 09:54
1. Der Dogmatismus der ökonomischen Theorie ist schon sehr langlebig

Als ich im Jahre 1967 an der Phillips-Universität Marburg bei Erich Hoppmann- Freiburger Schule -Mikroökonomie studierte wurde mit der "ceteris paribus" Klausel das entscheidende Denkverbot verkündet. Dies obwohl Hoppmann sowohl mit Graphen als auch Verbal Ökonomie erklärte. Zudem glaubte man in der Tat durch Einstellung von mathematisch ausgebildeten Assistenten sich der Naturwissenschaft annähern zu können.

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rbwntr 16.08.2015, 10:04
2. VWL und BWL

sind halt Pseudowissenschaften. Wirtschaft wird halt von vielen rationalen und irrationalen Faktoren beeinflusst. hinzu kommen Diskontinuitäten, die halt nicht planbar sind. Naturwissenschaftler wissen, dass man ein Modell nicht mit der Realität verwechseln darf.

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LJA 16.08.2015, 10:05
3. Offenbar

ist immer noch vielen Leuten nicht bewusst, dass das Handeln der großen Banken in der Zeit vor der Finanzkrise, nichts mit Marktwirtschaft zu tun hatte. Tatsächlich wurden dort Methoden angewandt, bei denen es von vorn herein klar war, das sie nicht funktionieren würden.
Wenn jetzt aber versucht werden soll, ökonomisches Handeln von vorn herein zu unterdrücken und unter das primat des plolitischen zu stellen, dann ist das Ende vorhersehbar. Die sog. sozialistischen Staaten waren bis 1990 ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn die Politik in den Betrieben das Sagen hat und nicht mehr die Ökonomen. Bzw. wenn man versucht eine Ökonomie hin zu lügen, die nur noch ideologiegetrieben ist. Volkswirtschaften, deren Produktionsmittel nur noch auf Verschleiß gefahren werden und technische Weiterentwicklung in homöopathischen Größenordnungen. Dazu noch eine hemmungslose Ausbeutung natürlicher Ressourcen, ohne jede Rücksicht auf die Gesundheit der Menschen.
Eine Investition muß sich rechnen, sonst hat eine Firma keine Zukunft. Das weg diskutieren zu wollen, ist absolut fruchtlos.

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ingenör79 16.08.2015, 10:05
4. Die Finanzkrise

hat doch gezeigt das die Marktwirtschaft damit fertig wird. Die Griechenlandkrise ist doch eigentlich auch unbedeutend, viel bedeutender ist doch was in Asien passiert. Und sowohl Indien als auch China setzen auf die Marktwirtschaft.

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christian.neiman.7 16.08.2015, 10:07
5. Artikel zusammgefasst

Ein paar linken Studenten ist die Volkswirtschaftslehre nicht links genug. Große Überraschung. Aber eigentlich keinen Artikel wert.

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frank-xps 16.08.2015, 10:26
6. Ökonomie als Wissenschaft?

Ist dies nicht eher die Alchemie nein eher noch die Astrologie der heutigen Zeit.
früher hatten die Herrscher Astrologen und heute halt Wirtschaftsweise :-) Der Effekt ist sehr ähnlich.

Seltsam ist eigentlich das die Theorien irgendwie in der Realität so oft nicht bewiesen werden können, das würde in der Physik oder Mathematik nur für Gelächter sorgen.

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Crom 16.08.2015, 10:32
7.

Zitat von stanzer
Als ich im Jahre 1967 an der Phillips-Universität Marburg bei Erich Hoppmann- Freiburger Schule -Mikroökonomie studierte wurde mit der "ceteris paribus" Klausel das entscheidende Denkverbot verkündet. Dies obwohl Hoppmann sowohl mit Graphen als auch Verbal Ökonomie erklärte. Zudem glaubte man in der Tat durch Einstellung von mathematisch ausgebildeten Assistenten sich der Naturwissenschaft annähern zu können.
Warum sollte "ceteris paribus" ein Denkverbot darstellen? Möchte man mehrere Faktoren verändern, so muss man sich eben die Mühe machen, jeden einzeln zu untersuchen oder die Anpassungen in einer Reihenfolge stellen, gegebenenfalls diese variieren. Offenbar waren Sie dabei schlicht zu faul, wenn Sie das als Denkverbot auffassten.

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68bella68 16.08.2015, 10:33
8. Die VWL ist zur Religion verkommen

Die neoliberale VWL ist schon lange keine Wissenschaft mehr, sondern ein Dogma, eine Religion, die umso heftiger ihre Dogmen verteidigt, je häufiger die Realität diese Lügen straft. Dasselbe Verhalten kennen wir bei der katholischen Kirche. Als ich diesen Mist studierte, war Keynes bei den neoklassischen Dogmatikern schon ein Linksradikaler. Die Lektüre seine Hauptwerkes im Orginal sollte Pflichtlektüre aller StudendInnen sein, Sinn kan man sich schenken

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jj2005 16.08.2015, 10:43
9. Leistungsloses Einkommen

"Manche Beobachter werten es als Zeichen eines Aufbruchs, wenn Wirtschaftsexperten wie Thomas Piketty oder der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz in ihren viel diskutierten Arbeiten die Verteilungsproblematik - die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich - als eine der kommenden Forschungsfragen des Fachs formulieren."

Da ist grosser Nachholbedarf. Marktwirtschaft (und Kapitalismus, eine Ausprägung der Marktwirtschaft basieren auf der Idee, dass Leistung belohnt wird. Das ist in den letzten zwei Jahrzehnten beinahe vollständig ausgehebelt worden, durch eine Handvoll "global players" (wenn sie im Osten sitzen, nennt man sie "Oligarchen"), die mit Hilfe ausgefeilter Computermodelle und Zugriff auf teure Insiderinformationen die Finanzmärkte nach Belieben in Schwingungen versetzen können. Kleinanleger (alles unter 100 Millionen) können nur noch Trittbrettfahrer spielen, und hoffen, auf das beste Team gesetzt zu haben. Soros, Buffett, Paulson sind die Ferrari, Mercedes und Williams der Finanzliga. Mario Draghi ist der Bernie Ecclestone, der den Zirkus kontrolliert, und das nötige Spielgeld beisteuert. Und dann kommen VWLer und fragen naiv, wie es sein kann, dass die Banken ihre Milliarden bei der EZB zum Negativzins parken, aber der Industrie keine Kredite geben...

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