Forum: Leben und Lernen
Warnung vor Lehrermangel: "Eine ganze Schülergeneration nimmt Schaden"
Caroline Seidel/dpa

Zum Schuljahresanfang rufen Verbände und Gewerkschaften den "Bildungsnotstand" aus - sie beklagen fehlende Lehrer und Unterrichtsausfall. Zu Recht?

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observerlbg 20.08.2018, 19:17
10. 2500,-Euro brutto für einen Lehrer im Monat ist besonders hoch?

Ist das euer Ernst? Und dazu immer wieder Berichte über befristete (weniger als ein Jahr, man fällt gleich in Hartz IV) Arbeitsverhältnisse für Lehrer, z.B. in dem ja soo armen Baden Würtemberg. Ja, gleich kommt's wieder: 12 Wochen Ferien, kaum Stress, trockene Arbeitsräume... Wir kennen die wahre Realität, deshalb wollen wir uns das nicht antun > 45-55 Stunden Woche, real nur fünf Wochen Urlaub, in manchen Schulgebäuden muss man damit rechnen, dass einem Teile der Decke auf den Kopf fallen, viele Migrantenkinder bringen einem nicht für fünf Cent Respekt entgegen, man muss seine Gesinnung an der Gardarobe abgeben, ständig neue Richtlinien und Experimente vom Kultusministerium. No thanks, not in this life.

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quark2@mailinator.com 20.08.2018, 19:17
11.

Man fragt sich, warum man nicht einen gewissen Lehrerüberschuß vorhalten kann, z.B. von 25%. Die könnten sich um die Schwächeren kümmern, mal in Ruhe Gespräche mit Schülern, bzw. Eltern führen - oder Lehrern in einer Krisensituation helfen, Konzepte erarbeiten, etc. Etwas zu viele Lehrer wären kaum ein Problem, zu wenige sind es schon. Und das geht so schon seit den 90ern. Ja, es würde etwas Geld kosten. Aber das sollte vorhanden sein.

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Patrik74 20.08.2018, 19:19
12. Lob der schwarzen Null

Ist doch toll, dass wir die zukünftigen Generationen nicht belasten. Marode Brücken und Bildungsmangel gehen ja nicht in die öffentliche Schuldenstatistik ein. Ich denke, die kommenden Generationen werden sich noch für diesen Geniestreich bedanken...

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Paul-Merlin 20.08.2018, 19:23
13. Natürlich nimmt eine ganze Schülergeneration Schaden

Jedenfalls diejenigen Schülerinnen und Schüler deren Eltern das Geld fehlt um die Versäumnisse der Lehrer bzw. deren Nichtvorhandensein durch Nachhilfestunden auszugleichen. Das ganze ist ein einziges Trauerspiel, mit unseren ach so tollen Landespolitikern als Laienspieltruppe. Die Fehler sind seit Jahrzehnten absehbar, im Grunde auch nichts neues. In Deutschland läuft vieles schief. Es ist eben leider nicht so, dass es "uns allen gut geht." Unverständlich allerdings, warum der Michel dann die Versagertruppe(n) dann trotzdem immer wieder wählt.

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beat126 20.08.2018, 19:24
14. Was sind 2'500.- Euro pro Monat, ...

... wenn studierte Fachkräfte in der Schweiz 8'000 CHF erhalten? Daneben die Klassen kleiner sind, die Infrastruktur topp ist (jedes Klassenzimmer mit vernetzten Notebooks), die Möglichkeit einer Teilzeitstelle besteht, Stellvertretungen sofort organisiert sind und die Steuern die Hälfte sind.
Um beim Titel anzufangen, "Eine ganze Schülergeneration nimmt Schaden", ist es eben nicht eine Schülergeneration, sondern wenn man versucht zu Ende zu denken, weit über die Generation der Schüler hinausgeht bis zur Unsicherheit der Renten.

Aber in Deutschland liebt man es von Wahl zu Wahl zu denken und der wesentliche Punkt der Diskussion Farben und Parteien bleibt, wie man vielleicht doch noch eine künstliche Mehrheit (Koalition) schaffen kann.

"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten."
Albert Einstein

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Phil2302 20.08.2018, 19:25
15. Warum nichts dagegen getan wird?

Weil es einfach keine Bewerber gibt und keine Leute, die das studieren wollen! Was extrem verwunderlich ist, da im nächsten Thread wieder diskutiert wird, dass alle Lehrer total überbezahlt sind und zu viele Ferien haben - was für mich nach einem Traumjob klingt. Aber so ein Mathe- oder Physikstudium ist nun einmal nicht von jedem zu schaffen, und viele von denen, die das Talent haben, die möchten dann doch gerne in die freie Wirtschaft und mal mehr als 3000 netto verdienen.

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47Pfefferkörner 20.08.2018, 19:29
16. Wen wundert dies?

Grundschullehrer genießen nur mäßiges Ansehen in der Gesellschaft und erhalten ein zu Kollegen der weiterführenden Schulen klägliches Gehalt.
Sie aber sind es, die eine Basis für das ganze Leben der Kinder legen sollen. Sie sollen ihnen Lust und Interesse am Lernen am Neuen nahe bringen. Sie sollen für die Kinder ein stabiles Fundement für die Zukunft bauen. Und das im Alleingang! Grundschullehrer haben ihre Klasse den ganzen Schultag, die ganze Woche, das ganze Jahr! Lehrer von weiterführenden Schulen ist der Klassleitertag ein Horror - für die Grundschullehrer ganz normal!
Dazu werden sie noch eingemüllt mit immer neuen Lehrplanexperimenten welche es letztlich unmöglich machen, den Kindern anständig lesen schreiben rechnen beizubringen. Mehr bräuchten sie nämlich für die weiterführenden Schulen nicht - einfach gute Basiskenntnisse!
Unterstützung durch die Eltern - allzu oft komplettes Wunschdenken! Grunderziehung der Kinder vom Elternhaus - eher selten!
Mein Votum: Gleiches Gehalt für ALLE Lehrer, denn die Anforderungen sind letztlich gleich!
Gymnasiallehrer braucht sehr hohe fachliche Kompetenz und weniger Pädagogische
Realschullehrer liegt etwa dazwischen
Grundschullehrer braucht sehr hohe pädagogische Kompetenz und weniger fachliche.
So gesehen sind alle etwa gleich belastet in ihrem Beruf.
Nur hängt alles an der Basisarbeit des Grundschullehrers, ob Realschule oder Gymnasium mit den Kindern erfolgreich arbeiten kann.
Aber.... es wird wohl immer so weiter gestopselt und improvisiert. Leider!

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Stimmviech 20.08.2018, 19:30
17. Wenn's um Geld geht, sind auf einmal die Schüler in Gefahr.

Gefahr droht den SchülerInnen nicht von fehlenden Lehrern, sondern von vollgestopften Lehrplänen, Zentralabitur, Ganztagsschule, G8, Mobbing in der Schule und frühem Aufstehen. Es wird gegen jegliche wissenschaftliche Erkenntnisse der Hirn- und Schlafforschung auf Teufel komm raus unterrichtet. Da wünsche ich den SchülerInnen viele Ausfälle durch Lehrermangel, damit sie endlich einmal ausruhen zu können.

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lorgar 20.08.2018, 19:34
18. Pervers

Die Frau meines Bruders hat dieses Jahr ihren Abschluss als Lehrerin gemacht, jedoch "nur" mit der Note 2,1. Sie hat sich mehrfach beworben, und wurde oft nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Aktuell hat sie einen 1-Jahresvertrag an einer Berufsschule. Ob dieser verlängert wird, ist völlig offen.

Bei solchen Einstellungspraktiken (2,1 ist uns zu schlecht) gleichzeitig akuten Lehrermangel zu bemöngeln empfinde ich daher schlicht und ergreifend nur noch als pervers. Wenn wir doch einen soooo enormen Mangel haben, wieso wird dann weiterhin nach Note aus-selektioniert? So enorm kann der Lehrermangel also offensichtlich nicht sein, wenn man sich diesen Luxus noch erlauben kann.

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la.leurs 20.08.2018, 19:34
19. In NRW angeblich kein Mangel, aber Klassengrößen von 30 Kindern...

Ich wohne in NRW und schule grade mein zweites Kind ein. Laut Lois, einer Plattform für Seiteneinsteiger ins Lehramt, gibt es in NRW aktuell keinen Mangel an Grundschullehrern. Deswegen ist lediglich der Seiteneinstieg in Kunst, Musik, Sport und Englisch erlaubt. Die Realität bildet das meines Erachtens überhaupt nicht ab. Was ich erlebe sind Klassengrößen von 25-30 Kindern. Ich erlebe Lehrer, die am Rande der Erschöpfung arbeiten, weil Kollegen langfristig krank sind. Ich erlebe Klassen, die den ganzen Tag auf dem Hof sind, weil der Klassenlehrer kurzfristig erkrankt ist und kein anderer spontan übernehmen kann. Ich erlebe aber auch verbeamtete Lehrer, die planbare Ausfallzeiten auf gar keinen Fall in die Ferienzeiten legen, um den größtmöglichen Effekt für sich herauszuholen. Und dann sehe ich engagierte und m.E. absolut geeignete Personen, die an diesen Punkten gerne ansetzen wollen würden und sich z.B. einer Grundschule als Lehrkraft zur Verfügung stellen würden, dies aber nicht dürfen, weil es ja aktuell keinen Mangel gibt... Ich frage mich, wann wir endlich die Augen aufmachen und
1.) sozialen Berufen wie Erziehern, Lehrern und Pflegekräften endlich mehr Respekt zollen, mehr Stellen schaffen und den monetären Anreiz bieten, diesen anspruchsvollen Aufgaben gerecht zu werden, ohne dabei komplett an die eigene Substanz gehen zu müssen und
2.) den engagierten Personen, die einen Berufswechsel (sowie auch eine notwendige Zusatzausbildung) in Betracht ziehen, nicht mehr so viele Steine in den Weg legen?

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