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Weltweite Umfrage zu Status: Lehrer werden in Deutschland kaum respektiert
Corbis

Vertrauen, Respekt, Image: Für ihre Lehrer haben die Deutschen nur wenig davon übrig. Das zeigt eine weltweite Umfrage zu dem gesellschaftlichen Ansehen von Lehrern. Immerhin in einem Punkt liegt Deutschland vorn.

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A.Hello 03.10.2013, 19:35
220.

Zitat von sysop
Für Deutschland hat eine Allensbach-Studie vor einigen Jahren ähnliche Ergebnisse zutage gebracht: Zwei Drittel der Befragten gaben an, Lehrer für überfordert und für unfähig zu halten, den Unterrichtsstoff angemessen zu vermitteln.
An der Unit hatte ich folgendes Erlebnis:

Im Mathe Grundkurs des ersten Semesters kam ein Dozent in den Hörsaal und sagte: "Vergessen Sie was sie im Mathematikunterricht der Schule gelernt haben. Ich sage, Mathematik ist für die meisten ein psychologisches Problem".

Dann legte er los und schaffte es in zwei Semestern den Mathe-Stoff von der neunten bis zur dreizehnten Klasse durchzunehmen. Und zwar so, dass alle Studenten sich hinterher fragten, wieso hatte ich eigentlich vorher immer gedacht Mathe wäre irgendwie schwer.

Der Mann soll früher in der DDR Schulbuchautor gewesen sein.

Wenn man sowas erlebt hat, fragt man sich wirklich, was machen all die (Mathe-) Lehrer eigentlich den ganzen Tag, dass der ganzen Nation Mathe ein Gräuel ist?

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ml252 03.10.2013, 19:53
221.

Mehr als 40% der Befragten sind also der Meinung, dass unsere Schüler ihre Lehrer nicht respektieren. Was soll das denn aussagen? Woher wissen diese mehr als 40% das und finden sie es gerechtfertigt oder nicht? Das wäre viel aussagekräftiger.
Ich bin selbst Lehrer und mir macht die Arbeit auch nach mittlerweile 13 Jahren noch Spaß. Habe auch nicht den Eindruck, dass meinem Beruf zu wenig Respekt entgegen gebracht wird, auch wenn man das angesichts mancher Kommentare hier glauben könnte. Aber wer seinen Frust gegen bestimmte Berufsgruppen ablassen will, kommentiert halt eher, als wenn man positive Erfahrungen gemacht hat. Ist ja bei Artikeln, die gegen Ärzte, Eisenbahner, Polizisten usw. gehen, auch nicht anders und sollte daher nicht überbewertet werden.
Zugegeben, auch in meinem Beruf gibt es Kollegen, denen man eigentlich nahelegen sollte, etwas anderes zu machen. Die gab es auch schon zu meiner Schulzeit- und gibt es auch in anderen Berufen. Aber die meisten Kollegen machen ihre Arbeit gut, soweit ich das (als Fachschaftsleiter seit 6 Jahren) beurteilen kann.

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Wiedereinaussteiger 03.10.2013, 19:54
222.

Zitat von lordas
Von daher ist es schon verständlich, wenn sich die mit der höheren Qualifikation (die ja immerhin fast so lange wie manche Ausbildungen ist) zweiten Staatsexamen dagegen wehren. Das wurde ja auch so vom Gericht bestätigt.
Tscha - verständlich - ..?.. nun ja - aus Sicht der Zweitexaminierten. Nur sind diese keine Seiteneinsteiger. Sie bringen in aller Regel auch keine nutzbringenden Berufserfahrungen außerhalb des Schuldienstes mit...

Zweitexaminierte, reine Lehrer - die eine "andere" Chance nutzten, doch noch reinzukommen. Die aber für sie nicht (primär) gedacht war. Die Stellen wurden ausdrücklich auf Seiteneinsteiger ausgepriesen. Also Rosstäuscherei. Aus Sicht der eigentlichen Zielgruppe - Seiteneinsteiger.

In der Gewerblichen Wirtschaft würde man nun die Geschäftsführer solcher die Stellen falsch ausgeschrieben habender Firmen wegen Betruges belangen. Das aber ist im Staatlichen Dunstkreis nicht vorgesehen. Da werden solche im Ergebnis täuschigen Dinge lanciert, und wenn sich das "dreht", wenn da auf einmal "hintenherum" andere Spielregeln nicht nur mitgelten, sondern Vorrang bekommen sollen, dann bekommt es die ausgepriesene Zielgruppe ca. am Allerletzten mit... Dann wird eine hohe Zahl von Bewerbungen u.U. ministeriell sogar noch als "Ausweis hoher Nachfrage" und als Erfolgsbeweis solcher Programme herumgezeigt..

Unsere Bewerbungs- und Reiseaufwendungen in dieser Zeit waren kpl. für die Tonne. Ca. 25 Vorstellungsgespräche, bei denen sich der Eindruck verdichtete, dass diese Shows für die Katz waren. Dass da der ausgeguckte Stellenbekommensoller längst schon klar war..

Vierstelliges Geld.

Betrug.

"Gut ausgegangen"? Nun ja...

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Tiananmen 03.10.2013, 19:58
223.

Zitat von and_one
... In der Grundschule hat ein Kind mit Migrationshintergrund seine Sportsachen vergessen. Seine Mutter betritt daraufhin den Klassenraum während des Unterrichts ohne anzuklopfen oder die Lehrerin zu begrüßen, geht zu ihrem Kind, gibt ihm die Sportsachen und verlässt den Klassenraum grußlos. Sie hat aber vergessen ihrem Kind noch eine Information zu geben. Also wiederholt sich der Vorgang, die Mutter spricht während des laufenden Unterrichts im Klassenraum mit ihrem Kind und verlässt den Klassenraum dann wiederum grußlos. Die Lehrerin lässt das unkommentiert geschehen. ...
Da fragt man sich, bei wem die Erziehung schlimmer schief gelaufen ist, bei der Lehrerin oder bei der Migrantin. Bei letzterer kann man vielleicht das soziale Umfeld dafür verantwortlich machen.

Eine Lehrerin, die eine solche Mutter nicht freundlich begrüßt und ihr das Unmögliche ihres Verhaltens erklärt, hat entweder kein Gefühl für ihre Aufgabe oder sie ist bereits resigniert. Wobei ich zugebe, dass das mit dem Erklären je nach Klientel eine größere Aufgabe sein könnte... Lohnend aber vielleicht für das Kind als Lehrstück zur Integration.

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emeticart 03.10.2013, 19:59
224. Das Problem ...

... fehlenden Respekts, zieht sich doch durch die komplette Gesellschaft. Typische Anzeichen einer durch und durch egomanischen Gesellschaft. Nur ich bin toll, jeder andere kann mir nicht das Wasser reichen. Wenn ich scheitere, sind IMMER die anderen schuld. Wenn dann der Arbeitgeber nicht hinter seinen Arbeitnehmern steht, kann es auch nicht anders kommen ...! MfG

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schneider_f62 03.10.2013, 20:09
225. Von wegen

faule Lehrer: meine Kinder waren ein paar Jahre in einer sächsischen Schule. Klassenlehrerin (Geographie, Geschichte) nicht verbeamtet, bei Lohnabstrichen auf Zwangsteilzeit, trotzdem mit Fulltime-Arbeitsaufkommen und wirklich für die Kinder engagiert (und von diesen geliebt). Gegenseite: ein fauler, nerviger (m.E. auch verzogener) Mitschüler meines Sohns war ständig respektlos - aber der Vater Anwalt: wusste natürlich jedes und alles besser (selbst in Geographie)... Wie sollen solche Kinder von solchen Eltern Lehrer je respektieren, selbst wenn die gut sind?
Btw... als Geograph/Geologe konnte ich nicht anders, als besagten Anwalt-Vater bei einer Elternversammlung mit seiner eigenen Inkompetenz zu konfrontieren. Das Klima in der Klasse wurde bald darauf besser, er hatte sein Wunderkind an eine andere Schule gebracht...

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Überfünfzig 03.10.2013, 20:12
226. Vielleicht liegt...

....das schlechte Bild der Lehrer auch an der Außendarstellung des Lehrkörpers. In der Regel zumeist weiblich mit zu viel,
viel Sozialträumerei verbunden mit einem optisch Auftritt in Richtung Trauerkloß. Die Herren eher mit ein Schuß zuviel guter verständnisvoller Kumpel, hängenden Schultern und eher leisen Auftreten. Daneben ob Mann oder Frau penetrant besserwisserisch und abgrundtief überzeugt von sich und seinen Fähigkeiten, denn als Lehrer muß man in der geselschaftlichen Hackordnung ja einfach mehr drauf haben, als die leiblichen Erzieher ihrer Schutzbefohlenen.

Das ganze noch ganiert mit einen Schuß zuviel öffentlicher Weinerlichkeit über die ach so seelen- und arbeitskraft verschleißenden Arbeit mit
ungezogenen Schüler und nervenden Eltern. Und als Sahnehäubchen noch eine absolut unfähige Ministerialbürokratie, die, wie sollte es auch anders sein, in der Regel von Emporkömmlingen aus dem Lehrkörper verwaltet wird, aber es in vielen
Bundesländer nach X-wievielen Reforemen immer noch nicht geschafft haben, ein Schulsystem auf die Beine zu stellen wo
Schüler, Eltern und Lehrer unbelastet und erfolsorientiert zusammen arbeiten können.

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Lascho 03.10.2013, 20:14
227. Oh je

@A.Hello
Könnte es sein, dass es ihnen damals schwer vorkam, weil sie jünger gewesen sind? Oder haben Sie sich seit der 9. Klasse nicht mehr weiterentwickelt? Ich habe ein Mathestudium geschafft, allerdings manches erst Jahre später richtig verstanden.

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brainyboy 03.10.2013, 20:21
228. ist doch klar

wenn der Lehrer den Mädels gaffend beim Sport hinterguckt, wenn der Lehrer selber respektlos gegenüber den Schülern ist, wenn der Lehrer anderen Lehrern nur Unfug erzählt, wenn Lehrer sich Geschichten ausdenken um einen fertig zu machen, wenn der Lehrer ironischer weise auch noch zu seiner Gesinnung eine natürliche Glatze hat , wenn der Lehrer immer im Mittelpunkt steht in Zeitung, Vorstand etc etc aber die Arbeit von Schülern kommt, wenn Lehrer sich ne Pause gönnen und einfach ein paar zettel zum Ausfüllen hinterlassen, wenn Lehrer ihren Job hassen dann sollten sie sich gefälligst nicht wundern warum sie von Schülern nicht gemocht oder sogar gehasst werden..

aber Schüler sind auch keine Engel.. viele Lehrer geben erst durch durchgeknallte Schüler die keine Erziehung bekommen haben auf.. und dann haben wir einen abgebrannten Wrack der nichts mehr machen kann weil jedes Jahr kommen immer wieder neue stumpfe Menschen in die Klasse.. somit haben wir einen synergetischen Effekt beides ergänzt sich gut..
und Spiegel Online hat was zu berichten :)

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Psycho Dad 03.10.2013, 20:23
229. Genau

Zitat von hans.noerpel
Den lehrerberuf zieht eine gewisse Klientel an: Weltfremde leistungsverweigerer! Unkündbar, 3 Monate Ferien, ohne Leistungskontrolle - und dafür völlig überbezahlt ! Besser geht's doch gar nicht. Es fehlt zudem jegliche Eignungsprüfung.
Das ist das Kernproblem. Die Rahmenbedingungen des verbeamteten Lehrertums (ja ich weiß, es gibt auch Angestellte..die aber ALLE auf eine Verbeamtung hoffen) sind genau für solche Leute attraktiv, die diesen Beruf NICHT ausüben sollten. Es ist nämlich ein Berufsfeld, wo man nie mit Konsequenzen zu rechnen hat, (fast) egal was man tut.

Das es gute Lehrer gibt, die ihren Job gerne ausüben bezweifelt niemand. Aber der Respekt würde sich erst einstellen, wenn an Lehrer gleich Leistungskriterien angelegt würden wie an "normale" Arbeitnehmer...und ein fauler/schlechter Lehrer auch mal Konsequenzen zu spüren bekommt.

Solange man in seiner geschützten und abgesicherten Biosphäre über sein hartes Schicksal jammert, wird man nie respektiert werden.

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